Variables Darlehen

Variable Baufinanzierung: Empfehlenswert?

Ein variables Darlehen unterscheidet sich von typischen Baufinanzierungen bei der Länge der Zinsbindung. Während Bank und Kreditnehmer bei einem gewöhnlichen Immobilienkredit den Zinssatz zehn Jahre oder noch länger festschreiben, bestimmt ihn das Geldhaus bei einem variablen Darlehen alle drei bis sechs Monate neu.

Funktionsweise und Vergleichskriterien

Kredit

Bei einem variablen Darlehen legt die Bank einen Anfangszins fest, der zugleich die Grundlage für die späteren Zinsberechnungen darstellt. Verändern sich die Marktzinsen, passen die Institute die Verzinsung im Abstand weniger Monate nach oben oder unten an. In der Regel vollziehen sie den Kurs eines zuvor genannten Referenz-Zinssatzes nach. Meist verwenden die Banken den Euribor, der die Zinsentwicklung innerhalb der Euro-Kreditwirtschaft darstellt. Steigt dieser um 0,5 %, zahlt auch der Kunde in der nächsten Periode 0,5 % mehr. Fällt der Referenz-Zinssatz dagegen, können sich Kreditnehmer über Einsparungen freuen.

Beim Vergleichen der Angebote verdienen mehrere Aspekte Beachtung. Dazu zählt insbesondere der Anfangszins. Wenn die infrage kommenden Institute bei den Anpassungen des Zinssatzes alle auf den Euribor zurückgreifen, lassen sich die Kredite gut bewerten. Beim Kostenvergleich sollten Interessierte aber zusätzlich die meist üblichen Bearbeitungsgebühren berücksichtigen. Zudem interessiert, ob Banken eine Zinsobergrenze offerieren. Das sichert die Kunden vor zu hohen Kosten ab: Dafür verwandelt sich das Darlehen bei Überschreiten automatisch in einen Festkredit mit einer im Vertrag für diesen Fall vereinbarten Laufzeit. Bei der Wahl einer Bank kommt es schließlich auf die Kreditsumme an. Meist finden sich diese Angebote in Form von Baufinanzierungen, manche Geldhäuser offerieren ein variables Darlehen aber auch für 50000 Euro oder noch geringere Summen für andere Zwecke.

Vor- und Nachteile variabler Darlehen

Ein Vorzug variabler Darlehen besteht darin, dass Kunden von sinkenden Marktzinsen profitieren. Kreditnehmer gewöhnlicher Baufinanzierungen tragen weiterhin hohe Kosten, mit einem variablen Immobilienkredit würden sich ihre monatlichen Raten reduzieren. Zudem liegen die Zinssätze von variablen Darlehen in Niedrigzinsphasen oftmals unter den Konditionen anderer Kredite. Die Institute gehen bei tiefem Zinsniveau davon aus, dass die Zinsen eher steigen werden. Mit dem preisgünstigen Angebot honorieren sie, dass Kreditnehmer dieses erhöhte Risiko tragen. Bleiben die Zinsen aber gleich oder fallen sie sogar, finanzieren Kunden unschlagbar günstig. Als vorteilhaft kann sich auch die Möglichkeit erweisen, dass Kreditnehmer ein variables Darlehen vor jeder Zinsanpassung ohne Vorfälligkeitsentschädigung kündigen können.

Variabel bedeutet aber auch, dass sich Zinssätze nach oben entwickeln können. Kunden können sich mit höheren Kosten konfrontiert sehen, bei umfangreichen Krediten steigen die Raten schon bei kleinen Zinsschritten schnell um einen dreistelligen Betrag an. Ein variables Darlehen bedeutet somit immer ein geringeres Maß an Planbarkeit. Einen solchen Typ sollten deshalb nur Menschen wählen, die über finanzielle Reserven verfügen und so problemlos auch höhere Kosten tragen könnten. Verbraucher mit knappen Ressourcen sollten ein risikoloses Finanzierungskonzept bevorzugen. Die kurzfristige Kündigungsmöglichkeit dürfen sie bei steigenden Zinsen nicht als leichten Ausweg betrachten: Sie müssten dann das komplette Darlehen auf ein Mal zurückzahlen, das können sich die wenigsten leisten.

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