Vario Darlehen

Vor- und Nachteile: Kredit mit variablem Zins

Bei einem Vario-Darlehen gibt es einen markanten Unterschied zu gewöhnlichen Krediten: Der Zinssatz sinkt oder steigt während der Tilgungsphase. Diese Finanzierungsart findet sich bei Baukrediten. In Deutschland sind diese Darlehen kaum verbreitet, während sie sich in Ländern wie Großbritannien größerer Beliebtheit erfreuen.

Bindung an den Euribor-Geldmarktzins

Kredit

Kredite mit variablem Zinssatz orientieren sich am Euribor-Zins. Dieser Wert bildet ab, wie viel Banken momentan für Termingelder im Interbankengeschäft verlangen. Fällt er zum Beispiel um 0,5 Prozentpunkte, verbilligt sich auch das Vario-Darlehen um diesen Betrag. Der Vorzug besteht darin, dass die Institute die Konditionen nicht beliebig ändern können. Eine Anpassung findet alle drei Monate oder halbjährlich statt. Eine weitere Besonderheit ist, dass Kunden den Kredit kurzfristig kündigen können. Sie profitieren von Flexibilität. Sie müssen im Kündigungsfall aber schnell eine neue Finanzierung abschließen, damit sie die Restschulden ablösen können. Banken dürfen bei einer Kündigung keine Vorfälligkeitsentschädigung veranschlagen.

Darüber hinaus funktioniert ein Vario-Darlehen wie ein Festzinskredit. Die Zinssätze ermitteln die Institute individuell, sie hängen von der persönlichen Bonität und der Attraktivität der Immobilie ab. Die Immobilie dient der Bank zugleich als Sicherheit. Fällige Raten überweisen die Kreditnehmer monatlich. Bei der Wahl des Anbieters ist zu berücksichtigen, ob sich das komplette Haus beziehungsweise die Eigentumswohnung mit einem variablen Kredit finanzieren lässt. Einige Dienstleister beschränken die maximale Summe auf einen bestimmten prozentualen Anteil des gesamten Finanzierungsbetrags. Sie wollen damit verhindern, dass Kunden bei einem zu starken Zinsanstieg zahlungsunfähig werden.

Wann sich ein Darlehen mit variablem Zins lohnt

Ein Vario-Darlehen kostet weniger als ein Festkredit. Der Zinsvorteil beträgt oft rund 0,1 bis 0,3 %. Der Kredit zahlt sich damit aus, wenn die allgemeinen Zinsen auf dem gleichen Niveau verharren. Besonders attraktiv ist er, wenn das Zinsniveau sinkt. Bei einem Kredit mit fixen Zinsen müssen Kreditnehmer dagegen bis zum Ende der Zinsbindung die höheren Kosten stemmen. Steigen die Zinsen jedoch, verschenken Verbraucher bei einem variablen Zinssatz Geld. Sie können zwar zu einem Festdarlehen wechseln und so zumindest weitere Kostensteigerungen meiden, sie müssen für diese Finanzierung aber mehr bezahlen als zu einem früheren Zeitpunkt. Liegen die aktuellen Zinsen niedrig und drohen bald Zinssteigerungen, sollten sich Kunden die preiswerten Konditionen mit einem Festzinskredit möglichst lange sichern. In diesem Fall empfiehlt sich eine Zinsbindung von zehn bis zwanzig Jahren. So schützen sie sich vor höheren Kosten, die gegebenenfalls den kompletten Tilgungsplan gefährden können.

Vor dem Abschluss eines Vario-Kredits sollten Verbraucher einen ausführlichen Vergleich vornehmen. Die Zinsen differieren zwischen den Anbietern enorm. Bestenfalls stellen Interessierte bei drei oder vier insgesamt attraktiv wirkenden Banken konkrete Darlehensanfragen und vergleichen anschließend die individuellen Offerten. Zudem sollten sie darauf achten, dass sie in angemessener Höhe mindestens ein Mal im Jahr kostenlos Sondertilgungen leisten können.

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