Verzinsung Darlehen

Kreditzinsen: Je riskanter, desto teurer

Preisbestimmender Faktor im Kreditgeschäft ist die aktuelle Verzinsung. Bei einem Darlehen, das mit geringen Gebühren belastet ist, zahlt der Kreditnehmer kaum mehr als die eigentliche Leihsumme an die Bank zurück. Hohe Zinsen hingegen steigern die Mehrkosten enorm, insbesondere wenn eine lange Laufzeit vereinbart wurde, um die Monatsrate klein zu halten. Wie viel Zins eine Bank verlangt, hängt maßgeblich von der aktuellen Lage am Weltmarkt ab. Dabei dauert eine Hoch- oder Tiefzinsphase meist mehrere Jahre.

Doch auch in Tiefzinsphasen bekommt längst nicht jeder Bankkunde einen günstigen Kredit.

Höheres Risiko, höherer Zins

Kredit

An der Börse werden riskantere Geschäfte mit höheren Zinsen belohnt. Analog dazu verlangt die Bank höhere Gebühren von Kunden, die ein größeres Investitionsrisiko für sie darstellen. Günstige Darlehen werden daher bevorzugt an Kunden vergeben, die finanziell auf einem soliden Fundament stehen. Dazu gehören Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst. Sie können ein besonders verlässliches und gleichbleibend hohes Einkommen nachweisen. Selbst wenn sie krankheitsbedingt ausfallen, sind sie durch den Staat als Arbeitgeber gut abgesichert. Ein etwas höheres Risiko wird Angestellten zugeschrieben, weil ihr Arbeitsverhältnis grundsätzlich gekündigt werden kann.

Als besonders problematisch gelten Selbstständige und Personen in befristeten Arbeitsverträgen. Ihre Einkommenssituation ist nicht stabil genug, um die Rückzahlung eines Kredites über einen Zeitraum von Monaten oder gar Jahren zu garantieren. Darüber hinaus wird die Verzinsung beim Darlehen vom bisherigen Zahlungsverhalten des Bewerbers beeinflusst. Wer einen negativen Eintrag in der Schufa verzeichnet, weil er beispielsweise eine Stromrechnung zu spät beglichen hat, bezahlt mehr als Antragsteller mit ausgezeichneter Bonitätsauskunft. Dabei kann fast jeder Verbraucher sein persönliches Risikoprofil verbessern.

Sicherheiten anbieten, Schufa verbessern

Eine Bürgschaft steigert beispielsweise in jedem Fall die Chance auf eine günstige Verzinsung. Das Darlehen wird hierbei über das Vermögen einer zweiten Person abgesichert. Mit seiner Unterschrift verpflichtet sich der Bürge, das Darlehen abzulösen, falls der Kreditnehmer die Raten nicht mehr begleichen kann. Dementsprechend eignen sich nur solche Personen als Bürgen, die über ein sicheres Einkommen und belastbare Vermögenswerte verfügen. Einen günstigeren Ratenkredit bekommt auch, wer selbst entsprechende Sachwerte als Sicherheit anbieten kann.

Dabei muss es sich nicht um eine eigene Immobilie handeln. Zumindest kleine Kreditsummen können auch mit einem Fahrzeugschein, einer wertvollen Münzsammlung oder einem Spardepot gesichert werden. Wer es in der Vergangenheit mit der Zahlungsmoral nicht so genau nahm, sollte außerdem eine Selbstauskunft bei den wichtigsten Auskunfteien einholen. Unter Umständen lässt sich der eine oder andere Vermerk löschen und die Bonitätsbewertung dadurch steigern. Verbraucherzentralen halten hierfür die passenden Formulare bereit.

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