Schuldnerberatung für Selbständige

Selbstständig mit Schulden

Die Privatinsolvenz ist für viele Schuldner eine rettende Lösung, die sie nach nur wenigen Jahren wieder in das freie Leben ohne Schulden führt. Selbstständige haben ebenfalls die Optionen einer Insolvenz, allerdings gibt es große Unterschiede zur Privatinsolvenz. Doch mittlerweile gibt es auch die Möglichkeit eine Schuldnerberatung für Selbstständige in Anspruch zu nehmen. Worauf man dabei achten muss, erfahren Sie hier.

Die Regelinsolvenz für Selbständige

Schuldnerberatung

Das Insolvenzverfahren für Selbstständige nennt sich Regelinsolvenz. Viele Schuldner suchen Hilfe bei Beratungen, nur um festzustellen, dass eine Schuldnerberatung für Selbständige eher schwierig zu finden ist. Da liegt vor allen Dingen daran, dass Berater oder Schuldenberatungsstellen für ihre Beratung haftbar gemacht werden können und eine Regelinsolvenz unter Umständen ein viel größeres Ausmaß haben kann, als eine einfach Verbraucherinsolvenz. Trotzdem finden sich oft auch Schuldnerberatungen, die Selbständige in Nöten beraten. Die Chance eine Schuldnerberatung für Selbständige zu finden steigen, je kleiner das Unternehmen ist. So gibt es heute viele Beratungsstellen, die vor allem Kleingewerbetreibende mit Einzelfirmen oder BgRs beraten, solange die Mitarbeiterzahl noch überschaubar ist. Allerdings sind diese Beratungen noch relativ rar gesät. Am besten informiert man sich direkt bei Stellen wie der Arbeiterwohlfahrt oder der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung e. V, ob in der gewählten Stadt eine Schuldnerberatung auch Selbständige berät.

Schuldnerberatung für ehemalige Selbständige

Viele Menschen denken, wenn sie einmal selbstständig waren, würde eine Verbraucherinsolvenz auf sie nicht anwendbar sein. Trotzdem können viele ehemalige Selbständige die günstigere Verbraucherinsolvenz in Anspruch nehmen. Allerdings ist dies an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Eine Verbraucherinsolvenz kann nur angewandt werden, wenn ehemals Selbständige nicht mehr als 19 Gläubiger haben oder Forderungen mehrheitlich aus Arbeitsverhältnissen beruhen, d. h .wenn der Selbständige seinen ehemaligen Arbeitnehmern noch Lohn schuldet. Auch Schulden bei dem Finanzamt, Sozialversicherungsträgern, Berufsgenossenschaften oder Arbeitsämtern dürfen nicht vorhanden sein.

Unterschiede zwischen Verbraucher- und Regelinsolvenz

Wer nicht genau weiß, welches Verfahren auf ihn zukommt, der sollte sich bei seiner zuständigen Beratungsstelle erkundigen. Denn ob eine Regel- oder Verbraucherinsolvenz durchgeführt wird, hat unter Umständen große Auswirkungen auf den Schuldner. Eine Regelinsolvenz ist generell immer teurer als das private Pendant. Dies liegt unter anderem auch an nötigen Anwaltskosten für die Regelinsolvenz. Außerdem kann eine Regelinsolvenz auch dann eröffnet werden, wenn keine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern angestrebt worden ist. Für die Zeit der Insolvenz wird dem Verbraucher ein Treuhänder zur Seite gestellt, das Gegenstück zum Insolvenzverwalter. Ein Insolvenzverwalter trägt allerdings wesentlich Verantwortung und hat weitreichendere Aufgaben als der Treuhänder. Am Ende des Insolvenzverfahrens steht aber in beiden Fällen die Restschuldbefreiung nach 6 bzw. 3 (neues Insolvenzrecht) Jahren.

Mehr zum Thema