Kredite

Kredite & Darlehen

Bevor ein Kredit aufgenommen wird, sind einige grundlegende Dinge zu beachten. Entscheidend ist, ob das eigene Einkommen ausreichend hoch und ausreichend sicher ist. Nur dann wird es dem Kreditnehmer gelingen, ein günstiges Darlehen zu erhalten und es auch innerhalb der vorgesehenen Frist zu tilgen. Eine Haushaltsrechnung steht deshalb immer am Anfang aller Überlegungen. Darüber hinaus ist es unerlässlich, die Kreditangebote möglichst vieler Banken und Sparkassen miteinander zu vergleichen und sich keinesfalls auf die Hausbank zu verlassen.

Dies ist insbesondere deshalb wichtig, weil sich das Kreditangebot in den letzten Jahren deutlich erweitert hat und sich nicht nur die Zinsen, sondern auch die sonstigen Konditionen erheblich voneinander unterscheiden. Ein Kreditvergleich kann bequem im Internet durchgeführt werden. Solch ein Vergleich dauert nur wenige Minuten und benötigt nur sehr wenige persönliche Angaben. Oftmals ist auf den Vergleichsseiten im Internet ein Kreditrechner integriert. Er liefert sofort ein passgenaues Ergebnis. So kann der Kreditinteressent sicher gehen, dass er nicht nur genaue Informationen über den monatlichen Tilgungsbetrag, die Länge der Laufzeit und den Gesamtbetrag, sondern auch über die Höhe des effektiven Jahreszinses erhält. Die Zinsen sind ein ganz wesentlicher Faktor bei der Kreditaufnahme. Leider werden sie oftmals nur ungenügend berücksichtigt. So wundern sich nicht wenige Kreditnehmer, dass sie letzten Endes deutlich mehr Geld an die Kredit gebende Bank oder Sparkasse zurückzahlen müssen, als sie ursprünglich eingeplant hatten.

Was will ich?

Eine Entscheidung für einen Kredit oder ein Darlehen sollte niemals leichtfertig, sondern erst nach reiflicher Überlegung getroffen werden. Dies hat verschiedene Gründe. In erster Linie dürfte dabei eine Rolle spielen, dass die Laufzeit für die meisten Kredite sehr lang ist und nicht selten mehrere Jahre beträgt. Außerdem sollte die aufgenommene Kreditsumme immer in einer gesunden Relation zu dem Finanzierungswunsch stehen und weder zu hoch, noch zu niedrig sein.

Kredit

Für ein Einfamilienhaus wird es zum Beispiel kaum ausreichen, wenn der Kreditnehmer nur wenige tausend Euro von der Bank erhält. Andererseits gibt es aber auch einige Konsumwünsche, die sich schon mit mehreren hundert oder wenigen tausend Euro erfüllen lassen. In einigen Fällen könnte es sich sogar lohnen, ernsthaft darüber nachzudenken, ob der Kredit überhaupt notwendig ist oder ob das geplante Vorhaben nicht doch anders finanziert werden kann. Hier ist zum Beispiel an einen Urlaub zu denken, bei dem es in der Regel besser ist, das Geld vor der Reise zu sparen und gänzlich auf einen Kredit zu verzichten. Wer nach Abwägung aller Vor- und Nachteile zu dem Entschluss kommt, dass er einen Kredit für den Urlaub aufnehmen möchte, sollten sich immer darüber im Klaren sein, dass er auch dann noch Raten zahlen muss, wenn der Urlaub längst vorbei ist und allenfalls noch ein paar Urlaubsfotos daran erinnern.

Warum will ich das?

Ist eine Entscheidung für einen Kredit gefallen, sollte sich der Kreditnehmer keinesfalls darauf beschränken, günstige Darlehen im Internet oder bei den verschiedene Filialbanken vor Ort zu suchen, sondern sich ganz konkret fragen, warum er überhaupt einen Kredit aufnehmen möchte und warum es ihm so wichtig ist, dass sich seine Wünsche sofort erfüllen. Manchmal könnte auch ein Aufschub sinnvoll sein. Dies gilt insbesondere dann, wenn die momentane finanzielle Situation sehr ungünstig ist und nur wenig Spielraum für die Zahlung der monatlichen Kreditraten lässt.

Der Erwerb von Wohneigentum oder die Gründung einer neuen beruflichen Existenz sind aber oftmals sinnvoll und rechtfertigen fast immer die Aufnahme eines Kredites oder eines passenden Darlehens.

In welchem Zeitraum möchte ich den Kredit tilgen?

Die Laufzeiten vieler Kredite unterscheiden sich zum Teil erheblich voneinander. Neben den Standardlaufzeiten von 12 und 84 Monaten, welche von den meisten Banken angeboten werden, gibt es noch zahlreiche günstige Kredite mit einer wesentlich kürzeren oder wesentlich längeren Laufzeit. Bei den Krediten mit einer sehr kurzen Laufzeit wird es sich in der Regel um Kleinkredite von wenigen hundert bis zu einigen tausend Euro handeln. Ist die Kreditsumme deutlich höher, müsste der Kreditnehmer auch mit einer höheren monatlichen Tilgungsrate rechnen. Die Zinsen sind in diesem Falle relativ gering.

Bei allen Krediten mit einer Laufzeit von 120 bis 180 Monaten ist das Gegenteil der Fall. Hier sind die monatlichen Tilgungsraten meist sehr gering, weisen jedoch im Vergleich zu vielen anderen Krediten einen hohen Zinsanteil auf. Hier möchte sich die Bank gegen das Kreditausfallrisiko absichern, welches bei einem Kredit mit langer Laufzeit erheblich höher ist als bei einem Kredit mit einer kürzeren Laufzeit. Niemand weiß, ob er in 5 oder 10 Jahren noch Arbeit hat. Wenn er dann trotz gesunkenem oder gänzlich fehlendem Einkommen noch immer mit der Abzahlung des Kredites beschäftigt ist, könnte dies nicht nur für ihn, sondern auch für die Bank zu ernsthaften Problemen führen.

Aus diesem Grunde sollte jede Person, die einen Kredit aufnehmen möchte, einen Tilgungszeitraum wählen, der für sie gut überschaubar ist. Außerdem gilt immer der Grundsatz: Je eher ein Kredit getilgt wird, umso besser.

Welche Sicherheiten kann ich anbieten?

Keine Bank oder Sparkasse wird einen Kredit an eine Person vergeben, die keine oder keine ausreichenden Sicherheiten vorzuweisen hat. Auf diese Weise möchte die Bank sicher gehen, dass sie ihr Geld ordnungsgemäß, pünktlich und im vereinbarten Rahmen zurückerhält. Bestehen hier auch nur irgendwelche Zweifel, kann dies bereits dazu führen, dass ein Kredit oder ein Darlehen abgelehnt wird.

Die wichtigste Kreditsicherheit ist ein festes monatliches Einkommen. Dies geht so weit, dass viele Banken ihre Kredite nur an Personen vergeben, die eine Tätigkeit als Arbeitnehmer oder Beamter ausüben und darüber hinaus auch noch ein unbefristetes und ungekündigtes Arbeitsverhältnis nachweisen können. Selbstständige, Angehörige der Freien Berufe oder Personen, die aus irgendeinem Grunde nicht berufstätig sind, haben es deshalb meist sehr schwer, einen Kredit zu bekommen. Wenn überhaupt, haben sie in der Regel nur dann eine Chance, wenn sie weitere Sicherheiten stellen können. Dies gilt selbst dann, wenn Selbstständige oder Freiberufler ein Einkommen erzielen, welches deutlich höher ist als das Einkommen, welches die meisten Arbeitnehmer erzielen.

Auch wenn das feste monatliche Einkommen ein wichtiges Kreditvergabekriterium ist, so ist es doch keinesfalls allein ausschlaggebend. Das Einkommen könnte durchaus so niedrig sein, dass es deutlich unter der gesetzlich festgelegten Pfändungsfreigrenze liegt und deshalb nicht als Kreditsicherheit dienen kann, wodurch eine Kreditvergabe letzten Endes unmöglich wird. In diesem Falle hätte die Bank bei anhaltenden Zahlungsrückständen keine Möglichkeit, auf das Einkommen des Kreditnehmers zurückzugreifen und es ganz oder teilweise zu pfänden.

Neben einem regelmäßigen und ausreichend hohen Einkommen ist es unbedingt erforderlich, dass die Schufaauskunft in Ordnung ist. Sind hier auch nur geringfügige Negativeinträge vorhanden, kann dies bereits dazu führen, dass ein Kreditantrag abgelehnt wird.

Unter bestimmten Umständen könnte es sinnvoll sein, einen Bürgen oder einen zweiten Antragsteller zu finden. Diese Person müsste allerdings über eine gute bis sehr gute Bonität verfügen, dürfte keinerlei negative Schufaeinträge haben und müsste auch ein festes Einkommen nachweisen. Bei Ehe- oder Lebenspartnern empfiehlt es sich, einen Kreditantrag immer gemeinsam zu stellen. Die Chancen auf eine Kreditvergabe könnten jedoch nur dann verbessert werden, wenn die Bonität des zweiten Antragstellers deutlich besser beurteilt wird als die Bonität des ersten Antragstellers. Zumindest sollte sie gleich sein. Andernfalls würde ein zweiter Antragsteller die Kreditchancen nicht verbessern, sondern eher verschlechtern.

Ist weder ein ausreichend hohes Einkommen, noch ein Bürge oder ein Mitantragsteller vorhanden, könnte eine beleihbare Lebensversicherung oder eine schuldenfreie Immobilie als Kreditsicherheit dienen.

Kredite nach Verwendungszweck

Die Kredite der meisten Banken und Sparkassen unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihrer Höhe und ihrer Laufzeit, sondern auch hinsichtlich ihres Verwendungszweckes. So macht es einen großen Unterschied, ob eine Person nur einen kurzen Überbrückungskredit von wenigen hundert Euro benötigt, um eine neue Waschmaschine oder einen neuen Fernseher zu finanzieren, oder ob sie eine fünf- oder gar sechsstellige Kreditsumme für einen Haus- oder Wohnungsbau benötigt.

Verfügungskredit/Dispokredit

Fast alle Personen, die über ein Girokonto bei einer deutschen Bank oder Sparkasse verfügen und die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, erhalten einen Verfügungskredit oder einen Dispokredit. Solch ein Kredit zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass er direkt an das Girokonto gekoppelt ist, sondern auch, dass er jederzeit in Anspruch genommen und flexibel wieder zurückgezahlt werden kann. Eine Verfügung ist sowohl durch Bargeldabhebungen am Automaten oder am Schalter als auch durch Überweisungen, Daueraufträge oder Lastschriften möglich.

Für die Höhe des Dispokredites gibt es keine allgemeingültigen Regeln. In den allermeisten Fällen wird er individuell zwischen dem Kunden und der Bank vereinbart und in etwa das Zwei- bis Dreifach der regelmäßigen monatlichen Einkünfte des Bankkunden betragen. Die Tilgung einmal in Anspruch genommener Beträge ist sehr einfach und unkompliziert möglich und bedarf keiner gesonderten Ankündigung. Geldbeträge, die der Kunde ganz oder teilweise zurückgezahlt hat, stehen ihm sofort wieder zur Verfügung. Die Zinsen für einen Dispokredit sind zwar relativ hoch, müssen jedoch nur für diejenigen Geldbeträge gezahlt werden, über die der Kunden auch tatsächlich verfügt hat.

Der Dispokredit ist hervorragend geeignet, um kleinere Anschaffungen zu tätigen oder kurzfristige finanzielle Engpässe zu überbrücken. Er sollte jedoch keinesfalls ständig in Anspruch genommen werden, sondern kurz- oder mittelfristig wieder zurückgezahlt werden. Ansonsten bestünde nicht nur die Gefahr, dass der Kunde sehr hohe Zinsen zahlen muss, sondern auch, dass etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommt, wodurch die Rückzahlung des Dispokredites ernsthaft gefährdet werden könnte. Insbesondere dann, wenn die monatlichen Einkünfte deutlich sinken oder infolge von Arbeitslosigkeit ganz ausbleiben, ist die Bank jederzeit berechtigt, den Dispokredit zu kürzen oder vollständig zu kündigen. Dies hieße dann ganz konkret, dass der Kunde alle Geldbeträge, mit denen er sich aktuell im Soll befinden, sofort zurückzahlen muss. Kann er dies nicht, führt dies nicht selten zu ernsthaften Konsequenzen, die von einer Kreditkündigung über verschiedene Pfändungsmaßnahmen bis hin zu einer Kündigung des Girokontos reichen können. Dies gilt es unbedingt zu vermeiden. Deshalb sollte jeder Bankkunde, der in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten gerät und Probleme bei der Rückzahlung des Dispokredites hat, rechtzeitig das Gespräch mit seiner Bank suchen und nach Möglichkeit eine einvernehmliche Lösung anstreben. Das Dispolimit könnte zum Beispiel in monatlichen Raten abgezahlt werden, wodurch der Kontostand Schritt für Schritt wieder auf null zurückgeführt wird.

Anschaffungskredit/Konsumkredit

Im Gegensatz zu einem Dispokredit handelt es sich bei einem Anschaffungskredit um einen Kredit, dessen Gesamtsumme bereits von vornherein feststeht und dann in einem Betrag ausgezahlt wird. Anschließend muss der Kredit in mehreren monatlichen Teilbeträgen über eine genau festgelegte Laufzeit zurückgezahlt werden. Sofern der Kunde die Voraussetzungen erfüllt, könnte er bei einem Anschaffungs- oder Konsumentenkredit auch deutlich höhere Kreditbeträge als bei einem Verfügungs- oder Dispokredit üblich, in Anspruch nehmen. Dabei sollte jedoch immer der Grundsatz gelten, dass die aufgenommene Kreditsumme in Relation zum monatlich verfügbaren Einkommen stehen sollte.

Sofern nichts anderes vereinbart wurde, steht der Anschaffungs- oder Konsumentenkredit immer zur freien Verfügung. Dies heißt dann ganz konkret, dass der Kunde mit diesem Kredit zum Beispiel ein Auto, eine neue Wohnungseinrichtung oder einen Urlaub finanzieren könnte. Die Bank fragt grundsätzlich nicht nach dem Verwendungszweck. Aus diesem Grunde hängt die Bewilligung oder Ablehnung eines Bankkredites niemals vom Verwendungszweck, sondern ausschließlich von der persönlichen Bonität des Kunden ab. Neben einem ausreichend hohen und hinreichend gesicherten Einkommen gehört dazu auch eine positive Schufaauskunft.

Vor der Entscheidung für einen Anschaffungs- oder Konsumentenkredit sollte nicht nur ein ausführlicher Vergleich durchgeführt, sondern auch ein Kreditrechner im Internet genutzt werden. Solch ein Kreditrechner ist leicht zu bedienen und liefert innerhalb von wenigen Minuten ein zuverlässiges Ergebnis über die Höhe der monatlichen Kreditrate, über die Länge der Laufzeit und die Höhe des Nominal- und/oder effektiven Jahreszinses.

Baukredit

Obwohl ein ausführlicher Kreditvergleich bei jeder Kreditform zu empfehlen ist, ist er bei einem Baukredit von elementarer Bedeutung. Dies hat verschiedene Gründe. In erster Linie dürfte dabei eine Rolle spielen, dass schon geringfügige Zinsunterschiede, die bei anderen Krediten nur wenig ins Gewicht fallen, bei einem Baukredit gravierende Folgen haben können. In den allermeisten Fällen wird es sich bei einem Baukredit um eine Summe handeln, die deutlich im sechsstelligen Bereich liegt. Die Höhe der Zinsen könnte deshalb mit darüber entscheiden, ob ein Kunde einige tausend Euro mehr oder weniger für den Kredit zahlen müsste.

Bevor konkrete Schritte zur Aufnahme eines Baukredites unternommen werden, sollte der künftige Bauherr einen ausführlichen Kassensturz machen und dabei die Höhe des vorhandenen Eigenkapitals ermitteln. Ist dies geschehen, sollte ein ausführliches Gespräch mit der Bank oder der Bausparkasse geführt werden. Nur in den allerseltensten Fällen empfiehlt es sich, einen Baukredit direkt online zu beantragen.

Ähnlich wie bei jedem anderen Kredit wird die Bank auch bei einem Baukredit sehr genau prüfen, ob und in welchem Umfang der Kunde die Voraussetzungen für eine Kreditvergabe erfüllt. Um den Kredit zusätzlich abzusichern, müsste er ins Grundbuch eingetragen werden. Das Haus oder das Grundstück dient dann als zusätzliche Sicherheit für den Fall, dass der Kunde mit der Zahlung der monatlichen Kreditraten ganz oder teilweise in den Rückstand gerät.

Zwischenkredit

Ein Zwischenkredit ist eine besondere Finanzierungsform, die ebenfalls im Zusammenhang mit dem Erwerb von Wohneigentum steht. Er kommt immer dann zum Einsatz, wenn der Bauherr einen anderen Kredit in Aussicht hat, dieser Kredit jedoch zum Zeitpunkt des Baubeginns noch nicht zuteilungsreif ist.

Oftmals ist dies bei einem Bausparvertrag der Fall. Sobald der eigentliche Baukredit zur Verfügung steht, kann der Zwischenkredit getilgt werden. Dazu wird auch die vorhandene Kreditsumme herangezogen.

Avalkredit/Bankaval

Bei einem Avalkredit oder einem Bankaval handelt es sich um keinen Kredit im eigentlichen Sinne. Die Bank übernimmt hier lediglich eine selbstschuldnerische Bürgschaft gegenüber einem Dritten, in der sie glaubhaft versichert, dass der Kunde zahlungsfähig ist. Im Gegenzug dazu müsste der Kunde eine geringe Avalprovision an die Bank entrichten. Auf die Zahlung einer größeren Menge von Bargeld könnte durch ein Bankaval oder einen Avalkredit verzichtet werden.

Im Falle der Zahlungsunfähigkeit eines Kunden springt die Bank gegenüber dem Gläubiger ein und gleicht die offene Summe aus.

Obwohl das Bankaval in erster Linie im Geschäftsverkehr seine Anwendung findet, könnte es unter Umständen auch für Privatpersonen interessant sein. Dies ist insbesondere bei einem Neubezug einer Wohnung der Fall. Hierbei verlangt der Vermieter in der Regel die Hinterlegung einer Mietkaution in Höhe von zwei bis drei Monatsmieten. Alternativ dazu könnte der neue Mieter versuchen, eine Bank zu finden, die ihm ein Mietaval gewährt. Solch ein Mietaval wird von den allermeisten Vermietern gern gesehen und deshalb problemlos akzeptiert. Die Tatsache, dass sich eine Bank bereiterklärt, für die Zahlung der Mietkaution zu bürgen, weist auf eine gute bis sehr gute Bonität des Kunden hin. Der Vermieter kann sich dadurch die Einholung einer Schufauskunft über seinen zukünftigen Mieter ersparen und viel Zeit gewinnen.

Darlehensarten

Viele Darlehen unterschieden sich nicht nur hinsichtlich ihres Verwendungszweckes und ihrer Tilgungsdauer, sondern auch hinsichtlich ihrer Form. Dabei könnte es durchaus einige Darlehen geben, bei denen während der gesamten Laufzeit nur die Zinsen fällig werden und der eigentliche Darlehensbetrag am Ende der Laufzeit in einem Betrag getilgt werden muss. Die meisten Darlehen werden jedoch in gleichmäßiger Form getilgt, wobei sich die monatliche Rate sowohl aus dem Tilgungsbetrag als auch aus den Zinsen und eventuell anfallenden Bearbeitungs- oder Kontoführungsgebühren zusammensetzt.

Endfälliges Darlehen/Fälligkeitsdarlehen/Festdarlehen

Ein endfälliges Darlehen muss grundsätzlich erst am Ende der Laufzeit, die unter Umständen auch 10 oder 20 Jahre betragen kann, zurückgezahlt werden. In diese Kategorie fallen die meisten Beamtendarlehen, die sich durch besonders günstige Konditionen auszeichnen. Sie werden grundsätzlich nur an Personen vergeben, die entweder Beamte auf Lebenszeit sind oder eine ähnlich gesicherte Tätigkeit im öffentlichen Dienst nachweisen können. Ein Beamtendarlehen zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass zusätzlich zu dem Darlehensvertrag noch ein Vertrag über eine Kapital-Lebensversicherung abgeschlossen werden muss. Während der gesamten Laufzeit sind nur die monatlichen Beiträge zur Kapital-Lebensversicherung zu entrichten. Die im Laufe der Jahre angesammelten Beiträge werden am Ende zur Tilgung des Beamtendarlehens herangezogen. Eigene Tilgungsbeiträge muss der Beamte nicht leisten.

Auch dann, wenn es sich bei einem endfälligen Darlehen nicht um ein Beamtendarlehen handelt, setzen die Kreditgeber oftmals voraus, dass der Kreditnehmer zeitgleich zum Darlehensvertrag eine Kapital-Lebensversicherung oder einen Bausparvertrag abschließt.

Annuitätendarlehen/Ratenkredit

Bei dem Annuitätendarlehen oder dem Ratenkredit handelt es sich um die häufigste Kredit- oder Darlehensform. Sie kommt sowohl bei einem Bau- oder Immobilienkredit als auch bei einem normalen Konsumentenkredit zur Anwendung. Ein ganz wesentliches Merkmal des Annuitätendarlehens ist es, dass jeden Monat eine gleichmäßig hohe Rate zu zahlen ist, die sich sowohl aus dem Tilgungsbetrag als auch den Zinsen zusammensetzt. Obwohl sich der Tilgungs- und Zinsanteil bei den einzelnen Raten ständig ändern kann, ändert sich die Gesamthöhe der monatlichen Tilgungsraten für den Kunden grundsätzlich nicht.

Tilgungsdarlehen/Tilgungskredit/Abzahlungsdarlehen

Ein Tilgungsdarlehen unterscheidet sich in einigen wesentlichen Punkten von einem Annuitätendarlehen.

Dabei ist insbesondere die Tatsache zu nennen, dass bei einem Tilgungsdarlehen lediglich die Tilgungssumme von vornherein feststeht. Die Zinsen errechnen sich aus der Summe der jeweils verbleibenden Restschuld. Da sich diese Restschuld jeden Monat um einen bestimmten Betrag verringert, verringert sich auch die Höhe der Zinsen. Dies heißt dann ganz konkret, dass nicht nur die monatliche Tilgungsrate tendenziell sinkt, sondern auch, dass sich die Zinsen ständig verringern. Die Höhe der Zinsen hat jedoch keine direkten Auswirkungen auf die Länge der Laufzeit des Tilgungsdarlehens.

Laufzeitzinsdarlehen

Das Laufzeitzinsdarlehen ist die häufigste Form des Darlehens. Hier werden die Zinsen bereits im Voraus ermittelt und gleichmäßig auf die monatlichen Raten während der gesamten Laufzeit verteilt.

Bauspardarlehen/Bausparkredit

Jeder Bausparvertrag wird nach einer bestimmten Zeit zuteilungsreif. Dies heißt dann ganz konkret, dass der Sparer erst eine bestimmte Summe ansparen muss, bevor er ein Bauspardarlehen erhalten kann. Dieses Darlehen kann niemals höher sein als die gesamte Bausparsumme abzüglich der Summe, die bereits angespart wurde. Obwohl der Kunde über das Bauspardarlehen grundsätzlich frei verfügen kann, solle er es zweckgerichtet einsetzen und zum Beispiel zum Bau oder zur Renovierung einer von ihm selbst bewohnten Wohnung oder eines Hauses nutzen. Ein entsprechender Verwendungsnachweis ist der Bausparkasse auf Anforderung vorzulegen. Wer einen Bausparvertrag abschließt, kann zahlreiche Vergünstigungen in Anspruch nehmen, die von der Zahlung einer Arbeitnehmer-Sparzulage, über eine Wohnungsbauprämie bis hin zur Nutzung der vermögenswirksamen Leistungen reichen können.

Abrufdarlehen/Abrufkredit

Obwohl ein Abrufdarlehen oder ein Abrufkredit auf den ersten Blick einige Gemeinsamkeiten mit einem Dispokredit aufweist, unterscheidet er sich doch in einigen wesentlichen Punkten. So ist der Abrufkredit weder an ein Girokonto, noch an die Hausbank gekoppelt.

Ähnlich wie bei einem Dispokredit erhält der Kunde bei einem Abrufkredit einen Überziehungsrahmen in individueller Höhe, über den er jederzeit ganz oder teilweise verfügen kann und den er ebenso flexibel wie einen Dispokredit zurückzahlen kann. Ein Abrufkredit eignet sich hervorragend als Alternative zu einem Raten- oder Konsumentenkredit. Insbesondere dann, wenn ein Kunde nur wenige hundert oder einige tausend Euro benötigt, hat er jederzeit die Gewähr, dass er schnell und unbürokratisch über das Geld verfügen kann. Viele Banken, die einen Abrufkredit vergeben, verlangen keine monatliche Mindestrate für die Tilgung, einige andere Banken bestehen jedoch darauf. Hier sollte in jedem Falle ein ausführlicher Vergleich durchgeführt werden. Dabei empfiehlt es sich auch, auf die Höhe der Sollzinsen zu achten, die sich bei den einzelnen Kreditangeboten zum Teil deutlich voneinander unterscheiden können. Ein Abrufkredit kann sowohl von Filial- als auch von Direkt- oder Internetbanken angeboten werden. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass die meisten Direkt- oder Internetbanken auf ein teures Filialnetz verzichten und ihre Bankgeschäfte ausschließlich online anbieten, können sie erhebliche Kosten sparen und halten deshalb oftmals besonders günstige Konditionen für einen Abrufkredit bereit.

Selbstauskunft und Schufa

Bei der Schufa handelt es sich um die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung.

Sie hat nicht nur die Daten aller Verbraucher gespeichert, sondern kann auch detailgenaue Angaben zu deren Zahlungs- und Kreditverhalten machen. Viele Menschen fürchten die Schufa zu Unrecht, denn es kann in aller Regel davon ausgegangen werden, dass die Schufa ausschließlich positive Merkmale über einen Verbraucher gespeichert hat. Nur dann, wenn es berechtigte Gründe gibt, wird die Schufa auch geringfügige, mittlere oder stärkere Negativmerkmale führen. Die Schufa dient lediglich als Verwalterin der Daten, die ihr von den Banken, aber auch von anderen Institutionen, die ein berechtigtes Interesse daran haben, übermittelt werden. Ebenso können die Daten der Schufa von all diesen Institutionen eingesehen werden. Jeder Verbraucher, der dies wünscht, kann bei Bedarf eine Selbstauskunft bei der Schufa anfordern. Dies ist jederzeit gegen eine geringe Gebühr möglich. Der Gesetzgeber hat außerdem festgelegt, dass jeder Verbraucher, dessen Daten bei der Schufa gespeichert sind, einmal pro Jahr das Recht auf eine kostenlose Selbstauskunft hat. Wie das im Detail funktioniert, können Sie im E-Book zum Thema „Schufa“ auf http://www.kreditzentrale.com/thema/schufa nachlesen.

Alle Personen, über die ausschließlich positive Merkmale gespeichert sind, brauchen bei einer Kreditvergabe nichts zu befürchten. Im Gegensatz dazu können bereits geringfügige Negativmerkmale dazu führen, dass ein Kreditantrag bei der Bank abgelehnt wird. Bei solchen Negativmerkmalen könnte es sich zum Beispiel um unbezahlte Handyrechnungen, geringfügige Zahlungszielüberschreitungen oder Mahnungen handeln. Existieren bereits Mahn- oder Vollstreckungsbescheide, ist es mit einem geringfügigen Negativeintrag nicht mehr getan. Dies sind bereits gravierende Faktoren, die in jedem Falle dazu führen, dass ein Kreditantrag sofort abgelehnt wird. Dies gilt selbst dann, wenn ansonsten alle Voraussetzungen gegeben sind und ein regelmäßiges und ausreichend hohes Einkommen vorhanden ist.

In besonderen Einzelfällen könnte es auch passieren, dass negative Schufaeinträge zu Unrecht existieren. Hier sollte der betreffende Verbraucher sofort aktiv werden und die Löschung der Daten beantragen. Ansonsten kann es sehr schnell passierend, dass er bei der Kreditvergabe benachteiligt wird, obwohl es überhaupt keinen triftigen Grund dafür gibt.

Besonders gravierende Negativmerkmale sind die Eidesstattliche Versicherung und die Privat- oder Regelinsolvenz. Sie machen eine Kreditvergabe gänzlich unmöglich. Selbst dann, wenn die Gründe dafür entfallen, ist der betreffende Verbraucher nicht sofort wieder kreditwürdig. Er müsste dann noch mindestens drei Jahre warten, bis die Negativmerkmale aus seiner Schufaauskunft gestrichen werden.

Sicherheiten und Bürgschaften

Grundsätzlich wird eine Bank nur dann einen Kredit vergeben, wenn der Kunde über die nötigen Sicherheiten verfügt. Um hier keine bösen Überraschungen zu erleben, sollte sich jeder künftige Kreditnehmer genau informieren, ob die Sicherheiten, die er ganz konkret anzubieten hat, für eine Kreditvergabe ausreichend sind. Bei einem normalen Raten-, Konsumenten-, Dispo- oder Abrufkredit wird es in aller Regel ausreichend sein, wenn ein regelmäßiges Einkommen vorhanden und die Schufa in Ordnung ist. Bei einem Bau- oder Immobilienkredit sind hingegen noch zusätzliche Sicherheiten erforderlich. Welche dies sind, teilt die Bank auf Anfrage mit.

Insbesondere dann, wenn die negativen Schufaeinträge nur geringfügig sind, könnte die Bank unter bestimmten Umständen auch eine Ausnahme machen und den Kredit dennoch bewilligen. Dann müssten allerdings weitere Sicherheiten wie zum Beispiel ein Bürge, ein Mitantragsteller, eine Kapital-Lebensversicherung oder eine schuldenfreie Immobilie vorhanden sein.

Restschuldversicherung

Oftmals kann es sinnvoll sein, nicht nur an den Abschluss eines Kredit- oder Darlehensvertrages, sondern auch an eine Restschuldversicherung zu denken. Viele Banken sind inzwischen dazu übergegangen, solch eine Versicherung gleich mit anzubieten. Dabei ist es jedoch wichtig zu wissen, dass ihr Abschluss in jedem Falle freiwillig ist und die Entscheidung über eine Kreditbewilligung oder -ablehnung in keinster Weise beeinflussen darf.

Die meisten Restkreditversicherungen sichern den Kredit gegen die Risiken der Arbeitsunfähigkeit, der Arbeitslosigkeit und den Todesfall ab. Es gibt jedoch auch zahlreiche Versicherungen, welche die Arbeitslosigkeit und/oder die Arbeitsunfähigkeit aussparen und sich lediglich auf den Todesfall beschränken. Oftmals kann der Kreditnehmer auch selbst entscheiden, welche persönlichen Risiken er absichern möchte und welche nicht. Dabei gilt der Grundsatz, dass die Restkreditversicherung umso teurer ist, je mehr Risiken sie absichert und umso preiswerter, je weniger Risiken sie absichert.

Im Falle einer unvorhergesehenen Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit könnte die Restkreditversicherung anstelle des Kunden die Zahlung der monatlichen Kreditraten übernehmen und dies so lange beibehalten, bis der Kreditnehmer wieder in der Lage ist, die monatlichen Tilgungsraten selbst zu entrichten. Stirbt der Kreditnehmer vor dem Ablauf des Kreditvertrages, gleicht die Restkreditversicherung die zu diesem Zeitpunkt noch offene Kreditsumme aus. Dies hat den großen Vorteil, dass die Hinterbliebenen nicht für die Kreditraten aufkommen müssen.

In bestimmten Einzelfällen könnte es durchaus passieren, dass der Abschluss einer Restkreditversicherung an ein bestimmtes Höchstalter gebunden ist. Ob dies im konkreten Einzelfall zutrifft, sollte vor der Kreditaufnahme unbedingt in Erfahrung gebracht werden. Der Hauptgrund für diese Vorgehensweise ist, dass vielen Banken ab einem bestimmten Alter das Risiko eines vorzeitigen Ablebens zu groß erscheint und dass sie deshalb den Abschluss einer Restkreditversicherung ablehnen. Ein Kredit könnte jedoch trotzdem vergeben werden. Es gibt aber durchaus einige Banken, die auch bei der Kreditvergabe ein bestimmtes Höchstalter festgesetzt haben. Die betreffenden Personen könnten grundsätzlich nur dann einen Kredit erhalten, wenn eine andere Person bereit ist, für sie zu bürgen. Diese Aufgabe könnten zum Beispiel die Kinder oder die Enkel übernehmen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sie selbst über eine gute Bonität verfügen und keine negativen Schufaeinträge haben.

Effektivzins

Günstige Kredite zeichnen sich nicht nur durch einen niedrigen Nominal-, sondern auch durch einen niedrigen Effektivzins aus. Der Effektivzins ist ein ganz wesentliches Merkmal eines jeden Ratenkredits und muss von den Banken immer angegeben werden. Im Gegensatz zum Nominalzins schließt er auch eventuelle Kontoführungs- oder Bearbeitungsgebühren mit ein. Aus diesem Grunde sollte jede Person, die Interesse an einem Kredit oder einem Darlehen hat, immer den Effektivzins und nicht nur den Nominalzins vergleichen. Nur dann könnte sie genau erkennen, welchen Betrag sie konkret an die Bank zurückzahlen muss. Sofern der Kunde eine Restschuldversicherung abgeschlossen hat, müsste er die Kosten dafür nicht extra zahlen. Sie sind in den effektiven Jahreszins eingeschlossen.

Der effektive Jahreszins könnte sowohl bonitätsabhängig als auch bonitätsunabhängig sein. Ein Kredit mit einem bonitätsabhängigen Jahreszins ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass die Angabe des effektiven Jahreszinses mit dem Zusatz "ab...%" versehen ist. Fehlt diese Angabe, handelt es sich in aller Regel um einen bonitätsunabhängigen Kredit. Letzterer zeichnet sich vor allem durch einen feststehenden Zinssatz aus, der für alle Kunden uneingeschränkte Gültigkeit hat. Die persönliche Bonität spielt dafür grundsätzlich keine Rolle. Ganz anders sieht es bei einem bonitätsabhängigen Kredit aus. Hier können alle Personen, die eine sehr gute oder ausgezeichnet Bonität nachweisen, fast immer damit rechnen, dass sie einen sehr niedrigen effektiven Jahreszins für ihren persönlichen Kredit erhalten, während alle Personen mit einer mittelmäßigen oder gerade noch ausreichenden Bonität mit deutlich schlechteren Konditionen rechnen müssten. Hier empfiehlt es sich fast immer, auf einen bonitätsunabhängigen Kredit auszuweichen.

Der anfangs vereinbarte effektive Jahreszins ist in der Regel über die gesamte Laufzeit gültig. Eine Ausnahme bestünde lediglich dann, wenn die Zinsbindung nach einiger Zeit aufgehoben wird. Diese Verfahrensweise ist jedoch nur bedingt praktizierbar und erfordert in jedem Falle eine gesonderte Mitteilung an den Kreditnehmer. Der effektive Jahreszins wird nicht in einem Betrag fällig, sondern anteilig auf die monatlichen Tilgungsraten umgelegt.

Häufige Fragen

Da die Laufzeit eines Kredites in der Regel sehr lang ist und nicht selten mehrere Jahre beträgt, sollte die Entscheidung für oder gegen einen Kredit immer mit Bedacht getroffen werden. Unabhängig davon, wie diese Entscheidung letzten Endes ausfällt, können sich sowohl vor als auch während der Kreditlaufzeit verschiedene Fragen ergeben, die einer mehr oder weniger dringenden Beantwortung bedürfen. Jeder Kreditnehmer sollte zum Beispiel wissen, ob und in welchem Umfang er ein Darlehen vorzeitig zurückzahlen kann oder ob die Bank unter bestimmten Bedingungen auch die Möglichkeit hätte, einen Raten-, Konsumenten- oder Dispokredit vorzeitig zu kündigen.

Kann ich den Kredit früher als vereinbart zurückzahlen?

Sofern die Vertragsbedingungen nichts anderes festlegen, ist es in vielen Fällen durchaus möglich, einen Kredit vorzeitig zurückzuzahlen. Dabei ist es allerdings wichtig, auch das Kleingedruckte zu lesen und dabei genau auf die Kündigungsfristen zu achten. Außerdem sollte sich jeder Kreditnehmer, der mit dem Gedanken spielt, einen Kredit vorzeitig abzulösen, genau darüber informieren, ob die Bank in diesem Falle berechtigt ist, eine Vorfälligkeitsentschädigung zu verlangen.

Gar nicht so selten kommt es vor, dass das allgemeine Zinsniveau deutlich gesunken ist und dass demzufolge auch die Zinsen für die aktuellen Kredite deutlich niedriger sind als die Zinsen für die älteren Kredite. Hier entsteht oftmals der Wunsch, einen oder mehrere Kredite durch einen neuen Kredit abzulösen und dabei nicht nur Kosten zu sparen, sondern nur noch eine Rate an eine einzige Stelle zu zahlen. Bevor jedoch konkrete Schritte zu einer Kreditablösung unternommen werden, ist es nicht nur wichtig, einen Vergleich der Konditionen der einzelnen Anbieter durchzuführen, sondern auch darauf zu achten, dass die Vorfälligkeitsentschädigung bei einem alten Kredit nicht so hoch ist, dass sie die Zinsersparnis durch den oder die neuen Kredite wieder zunichtemachen würde.

Dispo- oder Abrufkredite können in der Regel problemlos und ohne zusätzliche Kosten abgelöst werden. Auch hier empfiehlt es sich, vorher genaue Erkundigungen einzuholen. Dies gilt auch für den Fall, dass ein Abrufkredit abgelöst werden soll.

Unter welchen Umständen kann die Bank ein Darlehen kündigen?

Sofern die Voraussetzungen dafür vorliegen, hätte die Bank durchaus die Möglichkeit, einen Kredit oder ein Darlehen vor dem Ablauf der regulären Laufzeit zu kündigen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn der Kreditnehmer seine Zahlungsverpflichtungen grob vernachlässigt und mit mindestens zwei vollständigen monatlichen Tilgungsraten in den Rückstand geraten ist. Bevor eine Kündigung ausgesprochen wird, ist es jedoch zwingend erforderlich, dass der offene Betrag angemahnt wird und dass dem Kunden ausreichend Zeit gegeben wird, die Zahlung ordnungsgemäß nachzuholen. Erst dann, wenn der Kunde keinerlei Reaktion zeigt und darüber hinaus auch kein Gespräch mit der Bank sucht, hätte die Bank die Möglichkeit, den Kredit fristlos zu kündigen, mit der Konsequenz, dass der zum Kündigungszeitpunkt noch offene Kreditsaldo in einem Betrag fällig würde. Eine Kreditkündigung ist immer ein schwerwiegendes Ereignis, welches in jedem Falle einen gravierenden Negativeintrag bei der Schufa nach sich ziehen würde. Aus diesem Grunde sollte jede Person, die aus irgendeinem Grunde in ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten geraten ist, möglichst frühzeitig das Gespräch mit der Bank suchen und eine einvernehmliche Lösung anstreben. Oftmals kann auf diese Weise noch eine Kündigung vermieden werden. Insbesondere bei einer unvorhergesehenen Arbeitslosigkeit oder einer deutlichen Verringerung des monatlichen Einkommens ist es möglich, die monatlichen Tilgungsraten zu verkleinern oder zeitweise auszusetzen und diese Verfahrensweis so lange beizubehalten, bis sich die finanzielle Situation des Kreditnehmers wieder deutlich gebessert hat.

Ein Dispokredit könnte grundsätzlich immer dann gekündigt werden, wenn sich das Einkommen des Kontoinhabers erheblich verringert hat. Bevor es jedoch so weit kommt, wird die Bank erst einmal genauer nachfragen und versuchen, mit dem Kunden eine gemeinsame Lösung zu finden.

Besonders gravierende Folgen könnte die Kündigung eines Bau- oder Immobilienkredites haben. Da die Immobilie der Bank in den allermeisten Fällen als Sicherheit überlassen worden ist, hätte sie bei anhaltenden Zahlungsrückständen direkten Zugriff auf das Objekt und könnte es sofort zur Versteigerung ausschreiben.

Wie lange ist die durchschnittliche Bearbeitungszeit für einen Kredit?

In den allermeisten Fällen wird eine Entscheidung für oder gegen einen Kredit von der Bank sehr schnell getroffen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Kunde den Kredit online beantragt hat. Hierfür müsste er nur ein entsprechendes Antragsformular im Internet ausfüllen und anschließend an die Bank senden. Diese wird sofort eine Schufauskunft einholen. Unabhängig davon, ob sie positiv oder negativ ausfällt, wird der Kunde umgehend benachrichtigt und einen Zwischenbescheid über die Kreditbewilligung oder -ablehnung erhalten. Für eine endgültige Zu- oder Absage ist es jedoch zu diesem Zeitpunkt noch zu früh. Erst dann, wenn der Kredit gebenden Bank alle geforderte Antragsunterlagen im Original vorliegen, könnte sie eine abschließende Entscheidung treffen. Wie lange diese Entscheidung dauert, hängt nicht zuletzt auch vom Kunden ab. Nach der vorläufigen Kreditbewilligung erhält er eine genaue Information darüber, welche Unterlagen die Bank ganz konkret benötigt. In den allermeisten Fällen werden dies der aktuelle Arbeitsvertrag und der Nachweis darüber sein, dass sich der Kreditnehmer in ungekündigter Stellung befindet. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass alle Kreditunterlagen per PostIdent-Verfahren versendet werden müssen. Dieses Verfahren ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben und muss von den Banken immer dann angewendet werden, wenn ihnen der Kunde nicht direkt gegenüber getreten ist, wie dies zum Beispiel in einer Bankfiliale der Fall ist.

Für das PostIdent-Verfahren müsste sich der Kunde mit seinen Original-Kreditunterlagen an einen Postschalter seiner Wahl begeben und dort entweder seinen Personalausweis oder seinen Reisepass vorlegen. Der Schalterbeamte wird anschließend die Identität des Kunden eindeutig feststellen und die Bank entsprechend benachrichtigen. Sobald ihr alle Unterlagen vollständig vorliegen, steht einer endgültigen Kreditentscheidung nichts mehr im Wege. Sollte sie positiv ausfallen, wird der gesamte Kreditbetrag umgehend zur Auszahlung gebracht und in den allermeisten auf das Girokonto des Kunden überwiesen. Innerhalb von nur wenigen Tagen könnte er dann über sein Geld verfügen.

Die Rückzahlung müsste zu dem Zeitpunkt beginnen, der zwischen dem Kunden und der Bank vereinbart worden ist. Viele Banken bieten ihren Kunden eine Zahlungspausche nach der Auszahlung an, die unterschiedlich lang sein kann und nicht selten mehrere Wochen oder Monate beträgt. Die monatlichen Kreditraten werden in der Regel vom selben Konto eingezogen, auf welches auch der gesamte Kreditbetrag überwiesen worden ist. Sofern es abweichende Regelungen gibt, müssen diese gesondert vereinbart werden. Nur in den allerseltensten Fällen kann ein Bankkredit auch bar ausgezahlt werden.

Wer sich direkt in eine Bankfiliale begibt und dort einen Raten- oder Konsumentenkredit beantragt, könnte ebenfalls damit rechnen, dass die Kreditentscheidung innerhalb von wenigen Stunden getroffen wird. Insbesondere dann, wenn sich der Kunde auf das Bankgespräch vorbereitet hat und alle Unterlagen griffbereit hält, steht einer sehr schnellen Entscheidung nichts im Wege. Eine Schufaauskunft könnte innerhalb von wenigen Sekunden eingeholt werden und liefert der Bank eine zuverlässige Information darüber, ob und in welchem Umfang der betreffende Kunde kreditwürdig ist.

Wird ein Kreditantrag abgelehnt, lohnt es sich immer, nach den genauen Gründen zu fragen. Die entsprechenden Informationen könnten dem Kunden wertvolle Informationen darüber geben, ob es eventuell sinnvoll ist, bei einer anderen Bank nach einem Kredit zu fragen, oder ob die Bonität so schlecht ist, dass dieses Unternehmen von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Hier bestünde dann nur noch die Möglichkeit, andere Alternativen in Erwägung zu ziehen und sich zum Beispiel nach einem Privatkredit im Freundes- oder Bekanntenkreis beziehungsweise im Internet umzusehen. Hier gelten gesonderte Konditionen, die von den einzelnen Vertragspartnern individuell vereinbart werden können und sich zum Teil ganz erheblich von den Vergabekriterien für einen Bankkredit unterscheiden.

Bankgespräch vorbereiten /Tipps zur Kreditverhandlung

Nahezu jede Person, die den Wunsch hat, größere Konsumgüter zu finanzieren, wird dabei günstige Kredite oder günstige Darlehen suchen. Damit dieser Wunsch von Erfolg gekrönt ist und nicht bereits von vornherein scheitert, ist es wichtig, sich gut auf das Bankgespräch mit dem Kundenberater vorzubereiten. Dies gilt unabhängig davon, ob das Kundengespräch bei der eigenen Hausbank oder einer anderen Bank oder Sparkasse stattfinden soll. So sollte der Kunde in jedem Falle eine genaue Haushaltsrechnung anstellen, die er dem Bankberater im Gespräch präsentieren kann.

Darüber hinaus ist es wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, welche Sicherheiten ganz konkret infrage kommen. Gibt es zum Beispiel eine Kapital-Lebensversicherung oder eine schuldenfreie Immobilie, die der Bank als Kreditsicherheit dienen könnte? Sollte dies der Fall sein, würde dies die Chance auf einen Kredit oder andere günstige Darlehen deutlich erhöhen. Eine Garantie könnte es aber auch in diesem Falle nicht geben. Eine andere Frage könnte lauten: Gibt es eine Person in meinem Verwandten- oder Bekanntenkreis, die als Bürge oder als Mitantragsteller infrage kommen würde? Wie ist es mit meinem Ehe- oder Lebenspartner?

Immer dann, wenn die Bank zu dem Schluss kommt, dass eine Kreditvergabe ein zu großes Risiko darstellt, wird sie den Kreditantrag ablehnen. Gar nicht so selten kommt es jedoch vor, dass eine Kreditvergabe zwar möglich ist, die gewünschte Kreditsumme jedoch deutlich zu hoch veranschlagt worden ist. Hier müsste der Kunde genau überlegen, ob die Kreditaufnahme überhaupt sinnvoll ist oder ob eine verringerte Kreditsumme das ganze Finanzierungsvorhaben gefährden könnte. Unter bestimmten Umständen könnte es durchaus sinnvoll sein, das Vorhaben noch einmal zu überdenken oder vorübergehend auszusetzen, um dann gezielt nach alternativen Wegen zur Finanzierung zu suchen. Manchmal ist es durchaus besser, erst eine bestimmte Summe anzusparen und diese Summe nach einiger Zeit als zusätzliche Sicherheit für einen Kredit zu präsentieren. In diesem Falle lässt die Bank oft mit sich reden und bewilligt das Darlehen.

Ein anderes Phänomen, welches sehr oft im Zusammenhang mit einer Kreditvergabe beobachtet werden kann ist die Tatsache, dass viele Personen, die lediglich eine mittelmäßige oder gerade noch ausreichende Bonität vorweisen können, zwar Kredite bewilligt bekommen, es sich jedoch bei diesen Krediten nicht um günstige, sondern um deutlich überteuerte Kredite handelt. Auch hier ist es dringend angeraten, über mögliche Alternativen nachzudenken. Sollte die Bonität des Ehe- oder Lebenspartner deutlich besser als die eigene Bonität sein, empfiehlt es sich in jedem Falle, den Kreditantrag gemeinsam zu stellen. Es könnte aber auch der umgekehrte Fall eintreten. Hier nützt ein gemeinsamer Kreditantrag wenig, sondern würde die Kreditaussichten sogar noch deutlich verschlechtern. Sollte ein zu geringes monatliches Einkommen die Ursache für eine Kreditablehnung sein, ist es eventuell zu überlegen, ob ein Nebenjob aufgenommen werden könnte, durch den sich das monatliche Einkommen deutlich erhöhen würde. Diese Vorgehensweise macht jedoch nur für Arbeitnehmer oder Selbstständige Sinn. Arbeitslose haben in der Regel keine Chance, einen Kredit zu bekommen. Dies gilt selbst dann, wenn sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen oder mehrere Nebenjobs ausüben.