Annuitätendarlehen

Kreditvarianten vom Annuitätendarlehen bis Ratenkauf

Die Vielfalt der am Markt erhältlichen Kredite ist auf den ersten Blick verwirrend, die Werbung einiger Anbieter erschließt sich erst bei näherem Hinsehen. Kleine Sternchen oder Ab-Preise erschweren den Vergleich und die genaue Ermittlung der Kreditkosten, die in jedem Finanzierungsangebot nun mal enthalten sind, auch wenn von Null-Prozent-Finanzierungen die Rede ist. Es ist sogar üblich, einen Ratenkredit mit der Höhe der monatlichen Kreditraten zu bewerben, so dass die eigentlichen Zinskonditionen gar nicht gleich ersichtlich sind. Mit einfachen Mitteln lassen sich aber alle Angebote durchschauen und vergleichen.

Gängige Kreditvarianten

Kredit

Kredite lassen sich zum einen unterscheiden nach ihrem Umfang und der Laufzeit. Beispielsweise werden Konsum- oder Verbraucherkredite, die unter anderem für den Kauf von Möbeln oder Unterhaltungselektronik angeboten werden, meist auf zwei bis fünf Jahre ausgelegt. Beim Autokauf kann der Ratenkredit oft in unterschiedlichen Laufzeiten gewählt werden, wobei sechs Jahre das gängige Limit sind. Anders sieht es bei Annuitätendarlehen zum Erwerb einer Immobilie aus, die gerne über 20 oder 25 Jahre laufen.

Zum anderen gibt es Unterschiede hinsichtlich der Besicherung eines Darlehens. Werden kurz- und mittelfristige Barkredite in der Regel ohne Sicherheiten ausgezahlt, bleiben finanzierte Autos, Gebrauchsgegenstände und auch Immobilien so lange im Besitz der Bank, bis die letzte Rate bezahlt ist. Dies geschieht mittels Sicherungsübereignung, Eigentumsvorbehalt oder grundpfandrechtlicher Besicherung. Die Bank kann also im Fall der Fälle von ihrem Eigentumsrecht Gebrauch machen und den finanzierten Gegenstand veräußern, um so das eigene Ausfallrisiko zu minimieren.

Unterschiedliche Gestaltung der Kreditraten

Die Kreditrate setzt sich grundsätzlich aus den Zins- und Tilgungsanteilen zusammen und kann der Höhe nach konstant oder variabel vereinbart werden. Die gängigste Form für einen Ratenkredit ist das Laufzeitzinsdarlehen, bei dem die insgesamt zu zahlende Zinssumme von vornherein auf den Auszahlungsbetrag aufgeschlagen und eine konstante Ratenhöhe für die gesamte Laufzeit vereinbart wird.

Beim Annuitätendarlehen hingegen wird zu Beginn vereinbart, wie hoch die Tilgung pro Jahr ausfallen soll, sie beträgt aber mindestens ein Prozent der Finanzierungssumme. Da auch hier konstante Tilgungsraten vereinbart werden, ändert sich die Zusammensetzung von Jahr zu Jahr. Der Zinsanteil nimmt entsprechend der bereits abgezahlten Beträge ab, der Tilgungsanteil steigt demzufolge. Dies gilt für die Zeit der Zinsfestschreibung vereinbart, läuft diese ab, muss neu verhandelt werden.

Beim Tilgungsdarlehen hingegen ist die Höhe des Tilgungsanteiles festgelegt, dafür sinken die Zinsbelastung und anteilig auch die zu zahlende Kreditrate. Meist wird die sinkende Zinsrate separat belastet, so dass ein genauer Überblick jederzeit ermöglicht ist.

Vergleichbarkeit von Ratenkrediten

Trotz der vielen Varianten, in denen Kredite und Darlehen angeboten werden, gibt es einfache Mittel, um die Konditionen effektiv zu vergleichen. In der Preisangabenverordnung (PAngV) ist genau festgelegt, welche Angaben Banken für Verbraucherkredite zur Verfügung stellen müssen. Gerade der Berechnung des effektiven Jahreszinses kommt eine große Bedeutung zu, da hier bei Privatkrediten ein Großteil der Kosten enthalten sein muss.

Selbst bei Angeboten mit gleichem nominalen Zinssatz können sich daher die Anbieter am Markt im effektiven Jahreszins unterscheiden, da beispielsweise Bearbeitungsgebühren oder die Termine für die Zinsverrechnung unterschiedlich sein können. Es macht daher Sinn, sich diese Kenngröße zum Vergleich von Kreditangeboten heranzuziehen. Zum Thema Bearbeitungsgebühren ist eine direkte Nachfrage durchaus wichtig, denn die Rechtssprechung in Deutschland entwickelt sich zu Gunsten der Verbraucher. Es wird davon ausgegangen, dass die Bearbeitungsgebühr für die Risikoprüfung verwendet wird, die im ureigenen Interesse der Banken ist und demnach nicht zu Lasten der Verbraucher gehen sollte. Bislang können die Banken aber Bearbeitungsgebühren zwischen einem und zwei Prozent des Kreditbetrages nach eigenem Ermessen berechnen, was wiederum ein deutliches Bewertungskriterium ist.

Ein weiteres sehr gutes Mittel ist das Zusammenrechnen aller fälligen Zahlungen, also einschließlich eines eventuellen Disagios, der Bearbeitungsgebühr, einer Anzahlung oder eines Restwertes, um dann den Auszahlungsbetrag davon abziehen zu können. So erkennt man sehr deutlich, wie hoch die Finanzierungskosten wirklich sind. In den meisten Offerten wird der Bruttokreditvertrag, also der Auszahlungsbetrag inklusive aller Kosten, auch dargestellt, ansonsten hilft eine direkte Nachfrage.

Zusätzliche Absicherung für einen Ratenkredit

Zins und Tilgung müssen in jedem Fall pünktlich geleistet werden, sonst kann ein Kredit von einer Bank gekündigt und der finanzierte Gegenstand veräußert werden. Für mögliche Widrigkeiten im Leben, wie beispielsweise eine längere Krankheit, ein Unfall, der Tod des Kreditnehmers oder auch die Arbeitslosigkeit, gibt es Versicherungen. Diese können am privaten Versicherungsmarkt erworben werden und sollten dann auch die monatliche Kreditrate mit abfangen können.

Mit einer so genannten Restschuldversicherung können diese Risiken aber auch bei der Bank versichert werden. Möglich ist auch, dass das finanzierende Institut einen Ratenkredit nur anbietet, wenn diese Versicherung dort abgeschlossen wird. Dann ist darauf zu achten, dass die Kosten für die Restschuldversicherung in den effektiven Jahreszins integriert werden, wie es die Preisangabenverordnung (PAngV) vorschreibt.

Wird diese Versicherung fakultativ angeboten, können auch separate Beiträge erhoben werden. Über Sinn oder Unsinn dieser Absicherung entscheidet die persönliche Situation des Kreditnehmers. Reicht die private Vorsorge für den Kredit nicht aus, kann ein Abschluss bei der Bank große Planungssicherheit bringen. Da es sich hier um Gruppenverträge des Bankensektors handelt, sind die Annahmekriterien auch nicht so streng, wie in der privaten Versicherungswelt. Allerdings sollten die Versicherungsbedingungen immer genau besprochen und erklärt werden, denn es gibt bei verschiedenen Anbietern Wartezeiten, die eine gravierende Leistungslücke darstellen können.

Kreditprüfung gründlich vorbereiten

Für alle zu beantragenden Kredite gilt: Je besser Sie vorbereitet sind, umso einfacher und schneller erreichen Sie eine positive Entscheidung. Dabei ist es unabhängig, ob es um einen günstigen Privatkredit, einen Kredit für Azubis, einen langfristigen Kredit oder ein Darlehen für Unternehmen geht. Die Bank muss anhand der Präsentation des Vorhabens, der Unterlagen und des persönlichen Auftretens die Sicherheit vermittelt bekommen, das der Kredit in gute Hände gegeben wird, also das Ausfallrisiko gering ist.

Für einen Ratenkredit prüft die Bank zunächst die Bonität des Antragstellers. Dazu holt sie Informationen von Wirschaftsauskunfteien, meist der SCHUFA, ein, die persönliche Daten, Informationen zu Konten, Krediten und Kreditkarten, aber auch zum Zahlungsverhalten und den finanziellen Verhältnissen sammeln. Sinnvoll ist es daher, die eigene Darstellung bei der SCHUFA zu prüfen, da auch dort Fehler passieren können. Eine Eigenauskunft kann einmal pro Jahr kostenlos angefordert werden und sollte auf Aktualität und korrekte Angaben geprüft und im Bedarfsfall bereinigt werden.

Anhand des Score-Wertes, der auf der Grundlage der zur Verfügung stehenden Daten durch die Auskunftei berechnet wird, kann ein Finanzierungsinstitut einen Anhaltspunkt für das Kreditausfallrisiko erhalten. Gibt es bereits negative Einträge, ist die Chance auf günstige Privat Kredite sehr gering. Natürlich gibt es am Markt auch für schwierige Fälle Lösungen, die sind aber meist sehr viel ungünstiger und sollten daher genau untersucht werden.

Wichtige Unterlagen gut aufbereiten

Bevor eine Bank einen Ratenkredit oder ein Annuitätendarlehen ausreicht, muss sie genau prüfen, ob der Kreditnehmer auch künftig in der Lage sein kann, die Kreditraten pünktlich zu zahlen. Sie benötigt also fundierte und aussagekräftige Unterlagen, die detailliert über Einnahmen und Ausgaben Auskunft geben. Bei Angestellten und Arbeitnehmern reichen die Lohn- und Gehaltsunterlagen für die letzten drei Monate aus, um die Einnahmeseite darzustellen. Allerdings gibt es hier auch Unterschiede hinsichtlich der Sicherheit eines Arbeitsverhältnisses. Wenn beispielsweise nur ein befristeter Arbeitsvertrag vorliegt, ist die Kreditverhandlung bedeutend schwieriger, als wenn ein Beamter einen Ratenkredit beantragen will.

Die Ausgabeseite lässt sich am besten mit einer guten Buchhaltung, in der alle jährlich und monatlich wiederkehrenden Posten nachvollzogen werden können, belegen. Je übersichtlicher und einleuchtender die Darstellung ist, desto leichter ist das Bankgespräch. Bei Selbständigen gestaltet sich die Darstellung schwieriger. Sie benötigen Steuerunterlagen und eine genaue Präsentation des Finanzierungsvorhabens, das der Bank eine gute Rendite verspricht. Da aber Umsätze nur prognostiziert werden können, müssen hier alle Voraussetzungen bestens erfüllt werden, um überhaupt einen Ratenkredit zu bekommen.

Fazit

Jeder Kreditantrag sollte sehr gut vorbereitet werden, um sich von vornherein gute Erfolgsaussichten zu eröffnen. Für welche Kreditvariante Sie sich dabei entscheiden, hängt vom zu finanzierenden Gegenstand ab. Bei Barkrediten wird auf Sicherheiten meist verzichtet, werden Gebrauchsgüter oder Immobilien finanziert, arbeitet die Bank mit Eigentumsvorbehalten. Die Konditionen sollten Sie aber auf jeden Fall gut prüfen und am Markt vergleichen. Mit einfachen Mitteln werden nämlich selbst die unterschiedlichsten Kreditvarianten gut vergleichbar.

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