Anwalt für Schulden

Schuldnerberatung durch Anwalt

Wenn hohe Schulden drücken, hilft der Gang zur Schuldnerberatung oder einem Anwalt für Schulden. Während in der Beratungsstelle ausgebildete Berater sitzen, verfügt ein Anwalt, der sich auf die Schuldenberatung spezialisiert hat, über ein abgeschlossenes Jurastudium. Damit kennt er sich im rechtlichen Bereich bestens aus. Ein Jurist steht dem Schuldner bei einem anstehenden Privatinsolvenzverfahren zu Seite. Er kann aber auch alle Schritte für eine außergerichtliche Einigung bei der Schuldentilgung einleiten.

Die Beratung durch einen Anwalt für Schulden ist nicht kostenlos. Allerdings können Menschen mit wenig oder ganz ohne Einkommen bei Gericht einen Beratungsschein ähnlich der Prozesskostenhilfe beantragen. Bei Bewilligung werden die Beratungsgebühren übernommen. Bei einem Anwalt muss der Schuldner nicht so lange auf einen Termin warten wie bei einem staatlichen Schuldenberater.

Aufgaben eines Anwalts für Schulden

Schuldnerberatung

Grundsätzlich hat ein Anwalt für Schulden die gleichen Aufgaben wie eine Schuldnerberatungsstelle. Auch hier verschafft sich der Anwalt zunächst einen Überblick über die vorhandenen Schulden. Dazu muss der Betroffene alle Unterlagen vorlegen, aus denen sämtliche Gläubiger, die Überschuldung und bisher gezahlte Raten hervorgehen. Außerdem benötigt der Anwalt für die Schuldenberatung Auskünfte über das Einkommen. Liegen alle Informationen vor, berät der Jurist gemeinsam mit dem Schuldner, wie dieser raus aus den Schulden kommen kann.

Verfügt der Betroffene über ein festes Einkommen oder besitzt Vermögenswerte, die sich beleihen lassen, wird der Anwalt erst einmal versuchen, mit den Gläubigern eine Einigung zu erzielen. Dazu wird er sie anschreiben und die Zahlung eines Teils der Forderungen anbieten. Dieser Weg verspricht häufig Aussicht auf Erfolg, denn für den Gläubiger ist es immer noch günstiger, wenigstens einen Teil seines Geldes zurückzubekommen. Muss das Privatinsolvenzverfahren eröffnet werden, geht er in der Regel leer aus.

Schulden außergerichtlich regeln

Zur Vermeidung des Insolvenzverfahrens schreibt der Anwalt alle Personen und Institutionen an, bei denen der Betroffene in der Kreide steht. Wenn alle Gläubiger einer außergerichtlichen Einigung zustimmen, lässt sich das Privatinsolvenzverfahren umgehen. Verweigert nur einer seine Einwilligung, scheitert die außergerichtliche Einigung. Einige Schulden lassen sich nicht außergerichtlich reduzieren. Dazu gehören Bußen für Ordnungswidrigkeiten oder Geldstrafen, die im Rahmen eines Strafverfahren verhängt wurden. Auch das Finanzamt besteht auf Zahlung des gesamten Schuldenbetrags.

Sind die Bemühungen des Anwalts für Schuldenberatung erfolgreich, muss sich der Schuldner unbedingt an die Abmachungen halten. Die vereinbarten Raten sind pünktlich zu zahlen oder der Empfänger muss im Falle einer vorübergehenden Zahlungsunfähigkeit informiert und um weitere Stundung gebeten werden. Der Schuldner muss also sehr sorgfältig mit seinen Ausgaben umgehen. Ein Haushaltsplan hilft dabei, die Übersicht über Einnahmen und Ausgaben zu behalten. Eine eventuelle Kaufsucht sollte er deshalb von Fachleuten behandeln lassen.

Betreuung des Insolvenzverfahrens

Hat der Schuldner kein Einkommen und auch keine Wertgegenstände, die sich zu Geld machen lassen, bleibt nur der Gang in die Privatinsolvenz. Die notwendigen Schritte leitet der Anwalt für Schulden ein und betreut das Verfahren. Er kann auch die Bescheinigung ausstellen, die für Eröffnung des Verfahrens notwendig ist. Wer hohe Schulden hat, sollte unbedingt ein Pfändungsschutzkonto bei der Bank einrichten. Ein bestimmter Betrag darauf darf nicht gepfändet werden, sodass auch bei hohen Schulden das Geld für Miete, Strom und Lebensmittel auf dem Konto verbleibt. Für die Einrichtung eines P-Kontos muss der Bank eine Bescheinigung vorgelegt werden. Auch diese Bescheinigung darf der Anwalt für Schulden seinem Mandaten ausstellen.

Wer seine Schulden schnell loswerden möchte, ist mit einem Anwalt für die Schuldenberatung manchmal besser bedient als mit einer Beratungsstelle. Zwar werden für die Beratung und die Betreuung des Verfahrens Kosten fällig, dafür bekommt der Schuldner sehr viel schneller einen Termin. Auf diese Weise kann er seinen Schuldenberg schneller abbauen und so eher wieder schuldenfrei werden. Läuft im Verfahren etwas schief, greift die Berufshaftpflicht des Anwalts und entschädigt den Schuldner für mögliche Nachteile.

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