Bank Kredit

Die Konditionen von Banken für Kredite

Die Höhe von Darlehenszinsen, welche Banken für einen Kredit verlangen, hängt von vier Faktoren ab. Erstens orientieren sich die Institute am momentanen Marktniveau, welches innerhalb der Euro-Zone vor allem die Europäische Zentralbank beeinflusst. Zweitens berechnen Banken den Zins anhand des Anlagezwecks. Drittens prüfen sie, über welche Zahlungskraft ein Kreditnehmer verfügt. Und viertens bestimmen sie ihre eigene Gewinnspanne.

Der Verwendungszeck des Kredits

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Banken honorieren Sicherheit mit besseren Konditionen. Dabei achten sie unter anderem auf den Zweck eines Darlehens. Das Investitionsobjekt kann dem Kreditgeber als Sicherheit dienen, wenn er es bei einem Zahlungsausfall übernehmen und verkaufen kann. Bestenfalls deckt der Verkaufserlös die Restschuld ab. Höhere Zinsen verlangen Institute dagegen, wenn Kreditnehmer keinen konkreten Wertgegenstand finanzieren. Bei der Finanzierung eines Urlaubs oder des allgemeinen Lebensunterhalts müssen Verbraucher mit einer höheren Zinslast rechnen.

Anders sieht es beim Darlehen einer Bank aus, welches die Kreditnehmer für den Bau oder den Kauf einer Immobilie verwenden. Sie profitieren von niedrigen Kosten, da Gebäude ein Anlageobjekt darstellen. In vielen Regionen gewinnen Immobilien im Lauf der Zeit sogar an Wert, wodurch das Darlehen komplett abgesichert ist. Bankangestellte analysieren vor dem Kreditabschluss allerdings den regionalen Markt. Bei riskanten Investitionen in Landstrichen, in denen es aufgrund von Bevölkerungsrückgang zu einem hohen Maß an Leerständen kommt, fordert jedes Institut einen Risikoaufschlag. Auch bei einem Autokredit kann der Kreditnehmer einen Gegenwert vorweisen und zahlt deswegen weniger als bei anderen Finanzierungen. Auf das gleiche Niveau wie bei einer Baufinanzierung können Interessierte bei solch einem Kredit jedoch nicht hoffen. Insbesondere in den ersten Jahren verlieren Fahrzeuge rasch an Wert und Banken damit an Sicherheit.

Die Bonität des Kreditnehmers

Institute begutachten neben dem Verwendungszweck auch die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kreditnehmer die Raten begleichen wird. Dabei greifen Banken zu zwei Hilfsmitteln. So holen sie sich eine Schufa-Auskunft ein, dort können sie sich über eventuelle Zahlungsversäumnisse in der Vergangenheit informieren. Wer einen Kredit will, aber eine schlechte Bonität besitzt, muss mit einer Ablehnung oder zumindest mit hohen Zinsen rechnen. Bisher unbescholtene Verbraucher haben bessere Chancen. Zudem möchten Banken in der Regel Einkommensnachweise vorgelegt bekommen. Bei einem hohen Gehalt in einem sicheren Job wird das Institut einem Kreditantrag zustimmen und vergleichsweise attraktive Konditionen anbieten. Einen Kredit als Auszubildender zu erhalten, ist dagegen schwieriger. Hier wird die Bank angesichts des niedrigen Lohns und einer fehlenden Übernahmegarantie Vorsicht walten lassen, vor allem bei größeren Summen.

Wer arbeitslos ist und einen Kredit aufnehmen will, befindet sich in einer noch komplizierteren Lage. Bei Filialbanken dürfte ein Interessierter ausschließlich Absagen ernten. Es lohnt die gezielte Online-Recherche nach Anbietern, die einen Kredit ohne Arbeit vergeben. Dabei sollten Verbraucher beispielsweise anhand von Testberichten prüfen, ob es sich um einen seriösen Kreditgeber handelt. Ein Kredit ohne Gehaltsnachweis kostet mehr als ein durchschnittliches Darlehen, deshalb sollten Interessierte ein solches Darlehen nur bei akutem Finanzbedarf wählen.

Vor Abschluss: Konditionen vergleichen

Bei sämtlichen möglichen Rahmenbedingungen, ob bei einem Kredit zum Autokauf bei guter Bonität oder bei einer Notfallfinanzierung bei Arbeitslosigkeit, gilt der gleiche Tipp: Verbraucher sollten die mehrere Angebote miteinander vergleichen. Angesichts enormer Zinsunterschiede realisieren sie damit ein hohes Einsparpotenzial. Am einfachsten führen sie einen solchen Bankenvergleich für einen Kredit auf einem Internetportal durch. Dort sehen sie die Konditionen in übersichtlicher Darstellungsform und müssen sie nicht mühsam einzeln recherchieren. Vom Gang zur Hausbank, ohne andere Angebote einzuholen, raten Experten ab: Insbesondere solche Filialbanken müssen hohe Miet- und Personalkosten stemmen und verlangen entsprechende Zinsen. Direktbanken haben eine deutlich wirtschaftlichere Ausgabenstruktur, davon profitieren die Kunden in Form besserer Konditionen.

Wer die Angebote vergleicht, darf nicht nur auf den Zinssatz schauen. Zugleich müssen Interessierte bei der Kostenberechnung eventuelle Gebühren einbeziehen. Manche Institute vergeben einen Kredit ohne Bearbeitungsgebühr, andere verlangen diese in unterschiedlicher Höhe. Bei höheren Kreditsummen können die Kosten mehrere Hundert Euro betragen. Weitere Aspekte verdienen bei der Suche nach einem optimalen Kredit von einer Bank Berücksichtigung. So können Kreditgeber und Kreditnehmer einen Vertrag mit festem oder mit variablem Zins vereinbaren. Für einen Festzins spricht die Planungssicherheit, auch bei steigenden Marktzinsen müssen Kreditnehmer keine höheren Raten begleichen. Bei einem variablen Zins träfe das zu, zeitnah passen die Institute den Zins an die allgemeine Entwicklung an. Wenn das Zinsniveau aber sinkt, können sich Kunden über diesen Mechanismus freuen.

Zudem sollten Verbraucher mögliche Alternativen in den Blick nehmen. Bei bestimmten Investitionen, zum Beispiel bei einem Kredit für eine Solaranlage, können sie Förderfinanzierungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau beantragen. Bei kleinerem und nur kurzzeitigem Finanzierungsbedarf empfiehlt sich ein Dispokredit auf dem Girokonto. Für diese Kredite haben Banken zwar höhere Zinssätze, dafür zahlen Kunden nur für den tatsächlich verwendeten Kredit innerhalb des vereinbarten Rahmens. Ähnlich funktioniert ein Wertpapierkredit: Für solche Bank Kredite erkennt das Institut das Wertpapierdepot als Sicherheit an und verlangt deshalb geringere Zinsen für den Verfügungsrahmen.

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