Cap Darlehen

Variable Darlehen mit Zinsobergrenze

Cap Darlehen sind Kredite mit variablem Zinssatz und begrenztem Zinssteigerungsrisiko. Neben dem klassischen Annuitätendarlehen, das in festen, meist monatlich gleichbleibenden Raten zurückzuzahlen ist, bieten zahlreiche Banken auch Kredite mit variabler Verzinsung an. Besonders bei der kurz- und mittelfristigen Immobilienfinanzierung werden diese nicht selten vereinbart. Dabei erfolgt die Festlegung eines Anfangszinssatzes, der an die Entwicklung eines bestimmten Referenzzinssatzes gekoppelt wird. Hierbei wird meist der EURIBOR als Bezugsgröße gewählt.

Dabei handelt es sich um den an jedem Bankarbeitstag ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Zinssatz für Euro-Termingelder im Interbankenhandel, der auf den Briefkursen von 32 führenden Kreditinstituten im Euro-Raum beruht. Häufig wird bei Krediten der EURIBOR für drei- und sechsmonatige Laufzeiten als Referenzgröße vereinbart. Da dieser Zinssatz schwankt, werden bei variabel verzinslichen Darlehen bestimmte Stichtage fixiert, an denen eine Anpassung des Darlehenszinses an den aktuellen EURIBOR Zinssatz erfolgt. Oft geschieht dies quartalsweise oder halbjährlich.

Kredit

Ein Cap Darlehen besitzt die Besonderheit, dass vertraglich eine Zinsobergrenze (Cap) vereinbart wird, Damit wird dem Interesse des Kreditnehmers Rechnung getragen, dass die Entwicklung der Zinsbelastung für ihn in gewissen Grenzen kalkulierbar bleibt. Wirtschaftlich betrachtet entspricht ein solches Darlehen eine Kombination aus einem festverzinslichen Darlehen und zwei Zinsderivaten, nämlich je einem Zinsswap und einem Zinscap. Überschreitet zu einem Zinsanpassungstermin der Referenzzins den vereinbarten Cap (Zinsdeckel), gilt für den Darlehensnehmer eine Zinssteigerung nur bis zu dieser Obergrenze. Umgekehrt profitiert er bei sinkendem Zins von jeder Zinssenkung. Neben der Zinsobergrenze (Cap) kann ein Cap Darlehen auch eine Zinsuntergrenze (Floor) enthalten. In diesem Falle entsteht ein vertraglich definierter Zinskorridor, der banktechnisch als Collar (Kragen) bezeichnet wird.

Vor- und Nachteile des Cap Darlehens

Ein Cap Darlehen eignet sich für solche Darlehensnehmer, die einerseits den Zinsvorteil eines Darlehens mit variabler Verzinsung nutzen möchten, andererseits aber nur ein begrenztes Risiko für den Fall einer Zinssteigerung eingehen wollen. Während das klassische Bank Darlehen (Annuitätendarlehen) ein hohes Maß an Kalkulierbarkeit besitzt, weil Laufzeit und Ratenhöhe vertraglich fixiert sind, riskiert der Kreditnehmer bei Vereinbarung eines variablen Zinses die Erhöhung der monatlichen Raten. Wie hoch das Risiko tatsächlich ist, ergibt sich aus der Ausgestaltung des Caps. Greift dieser - wie dies häufig der Fall ist - erst bei einer massiven Zinssteigerung ein, ist das Zinsrisiko erheblich. In diesem Falle kann der Darlehensnehmer von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, das ihm vertraglich meist für jeden Fall der Zinssteigerung zum jeweiligen Zinsanpassungstermin eingeräumt wird. Außerdem kann der Darlehensnehmer in dieser Situation den Kredit ohne Vorfälligkeitsentschädigung ganz oder teilweise vorzeitig tilgen. Erwartet der Darlehensnehmer kurzfristig Tilgungsgelder, ist diese Darlehensform vorteilhaft.

Daher eignet sich das Cap Darlehen für solche Kreditnehmer, die kurzfristig mit einer erheblichen Zinssteigerung rechnen und imstande sind, für diesen Fall die Darlehensschuld zu tilgen oder eine günstige Anschlussfinanzierung zu finden. Häufig wird diese Form des Darlehens für einen Zwischenkredit vereinbart. Wer einen günstigen Kredit aufnehmen möchte, sollte allerdings bedenken, dass sich das Kreditinstitut die Zinsdeckelung mit einer sogenannten Cap-Prämie vergüten lässt. Diese besteht in einem Zinsaufschlag, der oft 1,5 bis 2,5 % Jahreszinsen, bezogen auf den bei Vertragsschluss geltenden Marktzins für zinsvariable Kredite, betragen kann. Nicht selten ist dann ein klassischer Ratenkredit vorteilhafter.

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