Darlehen Verjährung

Ein Weg aus dem Forderungsdickicht

Wer ein Darlehen aufnimmt, muss es natürlich zurückzahlen. Jedem Schuldner ist das klar. Es gibt aber Umstände unter denen es nicht möglich ist, einen Kredit wie geplant zu tilgen. Der plötzliche Wegfall von Einkommen durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit kann hier genau so ein Grund sein wie anderweitige Veränderungen der Lebensumstände, die es nicht möglich machen, die Raten wie geplant zu zahlen.

Verjährung nach drei oder zehn Jahren

Kredit

Unter bestimmten Umständen kann ein Darlehen bereits nach drei Jahren verjähren. Die Frist setzt ein wenn der Gläubiger innerhalb einer Frist von drei vollen Kalenderjahren nach Einstellung der Tilgung keine Maßnahmen ergreift, durch welche die Verjährung unterbrochen wird. Geeignete Maßnahmen hierzu sind die Klageerhebung, der Antrag auf Erlass eines Mahnbescheides oder folgend ein Vollstreckungsbescheid.

Die Frist für die einfache Darlehen Verjährung kann auch unterbrochen werden, wenn der Gläubiger mit dem Schuldner innerhalb der drei Jahre eine Stundung vereinbart. Bedingung für die Unterbrechung der Frist ist hierbei eine beidseitig geschlossene Vereinbarung, ein bloßes Angebot des Gläubigers reicht nicht aus. In diesem Fall kann die Verjährung eines Darlehens erst nach zehn Jahren eintreten.

Einige Anbieter von Darlehen oder Ratenzahlungsvereinbarungen für Waren versuchen die Frist zu unterbrechen, indem der Schuldner ein sog. Schuldanerkenntnis unterschreibt. Im Falle einer geleisteten Unterschrift ist es schwierig für den Schuldner eine Zahlung tatsächlich nach 3 Jahren als verjährt anzufechten. Die Frist beginnt mit der Unterschrift unter dem Schuldanerkenntnis erneut.

Bedingungen für die Darlehen Verjährung

Die Verjährungsfrist von drei Jahren gilt nur für Privatdarlehen. Von einem solchen ist nur zu sprechen, wenn eine Bank, Firma oder auch ein Kaufmann einen Vertrag mit einer Privatperson geschlossen hat, die auf eigene Rechnung handelt. Bei jungen Selbstständigen oder Freiberuflern ist diese Abgrenzung manchmal schwierig zu treffen.

Die Verjährungsfrist gilt nicht nur für Darlehen die als Barbetrag ausgezahlt werden, sondern auch für Konsumentenkredite. Sie trifft also auch auf Ratenzahlungen für Versandhandelbestellungen zu, oder wenn gegen Rechnung ausgeliefert wird.

Nach Ablauf der Frist, kann man als Schuldner beim Gläubiger die Einrede der Verjährung erheben. Versucht der Gläubiger nach drei Jahren seine offenen Forderungen einzutreiben reicht ein Brief des Schuldners in dem die Einrede der Verjährung nach §195 BGB erhoben wird. Verjährt sind damit nicht nur die Hauptforderung, sondern auch die Zinsen und Gebühren aus dem jeweiligen Vorgang.

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