Haftbefehl Wegen Schulden

Wegen Schulden kann man ins Gefängnis kommen

Einen Haftbefehl wegen Schulden zu bekommen, ist zwar nicht die Regel, kann aber durchaus vorkommen. Selbstverständlich kann es sein, dass ein Schuldner ohne eigenes Zutun zum Beispiel aufgrund von unverhoffter Arbeitslosigkeit oder Erkrankung seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, dann kann es schnell zu einer Überschuldung kommen. Dies ist natürlich nach dem Strafgesetztbuch noch nicht strafbar. Sollte aber der Schuldner der Versuchung nicht widerstehen können und trotz mangelnder finanzieller Liquidität weiterhin beispielsweise Dinge via Internet bestellen, oder weitere Ratenkredite in Anspruch nehmen, ist dies schon strafbar, und zwar dann, wenn einem von vornherein bewusst ist, dass es nicht möglich ist aufgrund mangelnder finanzieller Mittel, die Rechnungen oder Raten zu begleichen.

Schuldnerberatung

In diesen Fällen handelt es sich nach dem Strafgesetzbuch, Paragraf 263 um Betrug, denn es wird vorgespielt mit dem Kauf, der Bestellung oder dem Eingehen einer Ratenzahlungsvereinbarung, dass eine rechtzeitige Bezahlung erfolgen wird. Letztendlich ist aber dem Betroffenen bewusst, dass er gar nicht zahlungsfähig ist, weil er zum Beispiel Möbel in einem Versandhaus bestellt hat, aber nur Sozialhilfe bezieht, die gerade mal zur Lebenssicherung ausreicht. Wenn es dann einen Kläger gibt, also hier das Versandhaus Anzeige erstattet, wird es nicht nur richtig teuer und der Schuldenberg steigt, sondern man kann dafür tatsächlich ins Gefängnis kommen.

Andere Gründe für eine Inhaftierung bei Schulden

Neben dem Tatbestand des Betrugs, aus dem Schulden entstehen und damit auch Haft bis zu fünf Jahren verhängt werden können, gibt es auch noch so etwas wie Beugehaft, damit soll ein Schuldner quasi gezwungen, also gebeugt werden, dass er seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommt, oder eine eidesstattliche Erklärung abgibt. Auch hier kann also ein Haftbefehl wegen Schulden erfolgen. In der Regel sind es in diesen Fällen oft Bußgelder oder Steuern, die nicht bezahlt wurden und so von den Ämtern versucht werden einzutreiben.

Weiterhin können auch durch Inhaftierungen Schulden entstehen, sogenannte Gerichtsschulden oder auch Schulden aus Schadensersatzforderungen von Geschädigten, zum Beispiel bei den Tatbeständen wie Diebstahl, Raub und Körperverletzung. Hier ist aber nicht der Hauptgrund der Haft die Schulden, sondern die Straftat, die letztendlich zu den Schulden führt.

Was tun, um eine Haft zu vermeiden?

Die einfache Antwort wäre keine Straftat begehen. Aber gerade die Tateinheit des Betrugs kann schnell entstehen und ein Haftbefehl wegen Schulden wird erlassen. Schnell ist was im Internet bestellt oder doch noch mit der EC-Karte gekauft, obwohl das Konto schon leer ist. Einfach in der Hoffnung bis zur Zahlungsfrist doch noch Geld auf sein Konto verbucht zu haben. Solang kein Kläger, da keine Anklage, aber was, wenn sich dies häuft oder doch jemand schnell zur Anzeige greift!?

Demnach wäre es also immer sinnvoll wirklich nur Dinge zu kaufen, die leistbar sind und bezahlt werden können. Also am besten alles Bar kaufen. Auch sollte versucht werden, erst mal die bestehenden Schulden abzutragen oder via Schufa freien Darlehen zu tilgen und somit in der Zukunft wieder finanziell unabhängig zu sein. Selbstverständlich gehört dazu auch eine gewisse Disziplin. Wer Hilfe benötigt, kann sich außerdem Hilfe bei Anwälten und Schuldnerberatern holen, die gern kostenfrei oder mit Beratungskostenhilfeantrag einen in solchen schwierigen Zeiten mit Rat und Tat zur Seite stehen.

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