Laufzeitzinsdarlehen

Planungssicherheit von Anfang bis Ende

Eine sehr häufige Form von Ratenkrediten ist das so genannte Laufzeitzinsdarlehen, das dem Kreditnehmer finanzielle Planungssicherheit bietet. Im Gegensatz zu anderen Varianten wird die Kreditrate, die sich aus Zins und Tilgung zusammen setzt, nämlich für die gesamte Laufzeit festgelegt.

Kredit

Gerne werden diese Kredite mit einer monatlichen Rate beworben, d.h. um sie vergleichen zu können, müssen die Angebote näher untersucht werden. Wie das funktioniert und worauf Sie achten sollten, wird im Folgenden näher erläutert.

Was ist ein Laufzeitzinsdarlehen?

Gerade bei kurz- und mittelfristigen Ratenkrediten wird die Variante Laufzeitzinsdarlehen oft angeboten. Das Besondere daran ist, dass bereits am Anfang alle während der Laufzeit anfallenden Zinsen zur Darlehenssumme dazu gerechnet werden. Daraus werden die monatlichen Raten errechnet, die bis zum Ablauf des Laufzeitzinsdarlehens konstant bleiben.

Am besten lässt sich diese Form eines Kredites an einem Beispiel erklären: Ein Verbraucher sucht über 12000 Euro einen Kredit für eine Wohnungseinrichtung. Die Laufzeit soll fünf Jahre betragen. Er erhält ein Angebot mit einem effektiven Jahreszins von sechs Prozent pro Jahr, d.h. die Zinsbelastung pro Jahr wäre 720 Euro und für die gesamte Laufzeit 3600 Euro. Diese Summe wird auf den Auszahlungsbetrag aufgeschlagen, so dass die Kreditsumme nun 15600 Euro beträgt. Daraus ergeben sich 60 monatliche Raten zu je 260 Euro.

Somit ist beim Laufzeitzinsdarlehen von Anfang bis Ende die monatliche Rate festgelegt und es erfolgt keine ratierliche Verrechnung der Tilgung, wie das bei anderen Kreditformen der Fall ist. Dies birgt zum einen natürlich Planungssicherheit für den Kreditnehmer, er weiß also genau, was auf ihn während der Laufzeit zukommt, allerdings muss er dies auch bewältigen können. Zum anderen lassen sich solche Kreditangebote, bei denen nur die monatliche Rate dargestellt wird, sehr schlecht vergleichen.

Wie vergleicht man Laufzeitzinsdarlehen?

Gerade bei Laufzeitzinsdarlehen, wenn also von der Bank oder einem Händler die Finanzierung mit einer monatlichen Rate angeboten wird, lohnt es sich, die genauen Konditionen zu hinterfragen. Grundsätzlich gilt nämlich, dass jeder Kredit Kosten verursacht, die mehr oder weniger offen aufgeführt werden.

Ein wichtiges Kriterium neben der Laufzeit ist der effektive Jahreszins, in dem bei Verbraucherkrediten ein Großteil der Kosten enthalten sein muss. Jeder Anbieter für diese Kredite ist gesetzlich verpflichtet, den effektiven Jahreszins auszuweisen. In der Preisangabenverordnung (PAngV) ist genau festgelegt, wie dieser Zinssatz zu berechnen ist, um eine Vergleichbarkeit für Kredite gewährleisten zu können. Fragen Sie also konkret nach, sollte diese Angabe nicht direkt ersichtlich sein.

So genannte Bearbeitungsgebühren werden zumindest noch teilweise von den Banken erhoben, denn sie liegen im Ermessensspielraum der Kreditinstitute. Meist betragen sie zwischen einem und zwei Prozent der Darlehenssumme und werden entweder auch auf den Kreditbetrag aufgeschlagen, vom Auszahlungsbetrag abgezogen oder separat erhoben. Die Rechtssprechung geht allerdings in eine verbraucherfreundliche Richtung, da diese Bearbeitungsgebühr für die Risikoprüfung durch die Banken berechnet wird und das in deren Interesse sein sollte. Da es aber noch keine Entscheidung vor dem Bundesgerichtshof (BGH) gibt, können die Finanzierungsinstitute bislang frei entscheiden. Lassen Sie sich die Bearbeitungsgebühr also klar ausweisen und erklären, wie diese finanziert werden soll.

Um ganz sicher zu gehen, können Sie auch alle Raten und Kosten zusammen rechnen und davon den Auszahlungsbetrag bzw. den veranschlagten Kaufpreis abziehen. So erhalten Sie die effektiven Kosten des Kredites und können diese sehr gut mit anderen Angeboten vergleichen.

Welche Voraussetzungen sind nötig?

Ein Laufzeitzinsdarlehen gibt dem Kreditnehmer Planungssicherheit, denn die monatlichen Raten sind von Anfang bis Ende gleich. Allerdings müssen diese auch pünktlich bezahlt werden können, also sollte die persönliche finanzielle Situation dies auch hergeben.

Die Bank oder ein Händler prüfen die Bonität des Kreditnehmers anhand der Einkommenssituation, der Liquidität und des Kreditscores bei der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (SCHUFA) oder einer anderen Auskunftei. Dort werden allgemeine Daten, aber insbesondere Informationen zum Zahlungsverhalten, zu Krediten, Kreditkarten oder finanziellen Problemen gesammelt. Anhand dieser Daten wird ein Score-Wert gebildet, der den verschiedenen anfragenden Firmen Auskunft über das prognostizierte Ausfallrisiko gibt.

Die Einkommenssituation wird danach bewertet, wie sicher die monatlichen Bezüge einzuschätzen sind. Für Beamte und Angestellte im Öffentlichen Dienst gelten die Arbeitgeber und die Arbeitsverträge beispielsweise als sehr sicher. Im Gegensatz dazu haben es Selbständige sehr viel schwerer, die Sicherheit ihrer künftigen Einnahmen nachzuweisen und damit einen Kredit zu erhalten.

Wie berechnet man die eigene Liquidität?

Die eigene Liquidität spielt aber gerade für Laufzeitzinsdarlehen eine große Rolle, denn die Raten müssen konstant über die Laufzeit pünktlich bezahlt werden. Es sollte also genügend finanzieller Spielraum vorhanden sein, um diesen Verpflichtungen nachkommen zu können. Mit einer konsequenten Haushaltsplanung und Buchführung schaffen Sie sich mit einfachen Mitteln einen guten Überblick über Ihre Möglichkeiten.

Dazu stellen Sie über einen längeren Zeitraum den monatlichen Einnahmen, wie beispielsweise Lohn oder Gehalt, Unterhalt, Kindergeld, Rente oder andere Versorgungsleistungen, die monatlichen Ausgaben gegenüber. Hierbei sind die wichtigsten Positionen Miete und Nebenkosten, Versicherungen, Kfz-Kosten und natürlich die monatlichen Lebenshaltungskosten. Bankinstitute setzen pauschale Beträge für Lebenshaltungskosten pro Person an, bei Erwachsenen bewegen sie sich zwischen 500 und 700 Euro pro Monat. Kinder werden meist mit Beträgen zwischen 400 und 600 Euro berücksichtigt.

Anhand einer solchen Buchführung wird sehr schnell klar, welcher Betrag im Durchschnitt monatlich zur Verfügung steht. Außerdem ist eine konsequente Haushaltsplanung ein guter Beleg, um bei einer Bank unkompliziert eine Finanzierung zu erhalten.

Wie kann man sich vor Notsituationen schützen?

Die beste Planung nützt nichts, wenn unvorhergesehene Ereignisse, wie beispielsweise Unfälle, Krankheiten, Tod des Kreditnehmers oder Arbeitslosigkeit, die Einkommenssituation nachhaltig beeinträchtigen. Abhängig davon, ob es bereits private Versicherungen für diese Fälle gibt, aus deren Leistungen die Kreditraten im Fall der Fälle weiter bestritten werden könnten, kann auch eine Restschuldversicherung für ein Laufzeitzinsdarlehen Sicherheit bringen.

Die Kosten sind zwar relativ hoch, sollten aber dem Nutzen gegenüber gestellt werden. Wenn es noch keine anderweitigen Versicherungen gibt, kann eine Restschuldversicherung durchaus sinnvoll sein, zumal diese Versicherung nicht den üblichen Annahmekriterien unterliegt. Es handelt sich nämlich um Gruppenverträge der Kreditwirtschaft, so dass Vorerkrankungen beispielsweise nur bedingt eine Rolle spielen. Die Bedingungen sollten Sie trotzdem genau prüfen, denn auch hier gibt es Unterschiede.

Diese Absicherung wird meist von den Kreditinstituten mit angeboten, teilweise sogar als obligatorischer Bestandteil des Kreditvertrages verstanden. Wird die Restschuldversicherung zwingend vorgeschrieben, müssen die Kosten durch den effektiven Jahreszins abgedeckt werden, es dürfen also keine separaten Beiträge erhoben werden. Dies darf nur geschehen, wenn die Versicherung fakultativ angeboten wird.

Fazit

Das Laufzeitzinsdarlehen ist eine gängige Form für Verbraucherkredite im kurz- und mittelfristigen Zeitraum. Dabei werden die über die Laufzeit zu zahlenden Zinsen von vornherein auf die Kreditsumme aufgeschlagen, so dass sich eine konstante monatliche Belastung von Anfang bis Ende ergibt.

Vergleichbar sind solche Angebote, bei denen meist die Höhe der monatlichen Rate beworben wird, anhand des effektiven Jahreszinses, den die Banken bei Verbraucherkrediten ausweisen müssen. Ein anderes Instrument ist die Gegenrechnung der Summe der zu zahlenden Raten und Kosten mit der Auszahlungssumme, um die effektiven Kreditkosten zu ermitteln. So lassen sich die Angebote ebenfalls gut vergleichen.

Voraussetzungen für ein Laufzeitzinsdarlehen sind neben der stabilen Einkommenssituation auch die Auskünfte und Eintragungen bei der SCHUFA oder einer ähnlichen Auskunftei und die durchschnittliche monatliche Liquidität. Diese lässt sich anhand einer soliden Haushaltsplanung und Buchhaltung gut nachweisen und belegen.

Für unvorhergesehene Ereignisse, wie z.B. Unfall, Krankheit oder Tod des Kreditnehmers, gibt es Absicherungen, die entweder am freien Versicherungsmarkt erworben oder durch die Bank in Form von Restschuldversicherungen vermittelt werden können. Ist diese Restschuldversicherung unabdingbarer Bestandteil des Verbraucherkreditvertrages, müssen die Kosten im effektiven Jahreszins enthalten sein.

Mehr zum Thema