Bon Kredit

Die Internet-Recherche nach Informationen über den Kreditvermittler Bon-Kredit ergibt ein zwiespältiges Bild. Zufriedene Verbraucher bezeichnen Bon-Kredit als absolut seriös. Im Test wurden keinerlei Fallen aufgedeckt – aber ob der Test wirklich stattgefunden hat, oder ob hier einfach nur ein Werbetext auf Bon-Kredit verlinken soll, bleibt unklar.

Andere Kunden berichten von Betrug und Abzocke, aber einiges spricht dafür, dass hier die Enttäuschung über einen abgelehnten Kreditantrag mitschwingt. Solange keine Vorkosten erhoben werden, sollten sich Interessenten einfach selbst ein Bild zu machen.

  • Zunächst einige Fakten: Bon-Kredit gehört zur Master Media Group AG mit Sitz in Steckborn im Schweizer Kanton Thurgau.
  • Das Unternehmen ist dort offiziell registriert und besitzt alle erforderlichen Genehmigungen zur Kreditvermittlung.
  • Die Webseite gibt ausführlich darüber Auskunft, enthält Kontaktdaten einschließlich einer aus Deutschland kostenlos erreichbaren 0800-Telefonnummer und bietet sogar einen Service, um sich im Kampf gegen Spam-Mails mit Verweis auf das Angebot von Bon-Kredit unterstützen zu lassen.
  • Da Bon-Kredit mit Darlehen ohne Schufa wirbt, kommt eine Zusammenarbeit mit deutschen Geldinstituten in diesem Segment nicht in Frage, denn in Deutschland ist die Schufa-Auskunft obligatorisch.
  • Die vermittelten Kredite werden durchweg von Schweizer Banken vergeben.

Das ist für den deutschen Kreditnehmer unproblematisch, solange die Kreditwährung auf Euro lautet. Ein Darlehen in Schweizer Franken ist dagegen nicht empfehlenswert. Kommt es wie Anfang 2015 zu einem erheblichen Wertverlust des Euro gegenüber dem Franken, verteuern sich Zinsen und Tilgung und Zinsen drastisch.

Regelmäßiges Einkommen wird vorausgesetzt

Bon-Kredit ist zwar bekannt dafür, Kreditverträge auch bei geringer Bonität vermitteln zu können, hat aber keine Handhabe, wenn die kooperierenden Banken ablehnen. Die Spielregeln nennt der Vermittler im Vorfeld ganz klar: Ein Kredit an Rentner ist selbst mit achtzig Jahren kein Problem, aber beispielsweise bei Einkommen ausschließlich aus einem Minijob muss Bon-Kredit passen, wenn kein Bürge den Vertrag mit unterschreibt. Kreditangebote zwischen 100 Euro und 100.000 Euro, für Immobiliendarlehen sogar bis 300.000 Euro, werden mit bonitätsabhängigen Zinsen unterbreitet. Dass die Zinssätze hier auch einmal jenseits der 15 % liegen können, ist marktüblich und keineswegs Abzocke – auch auf Vermittlungsplattformen für Privatkredite kämen Interessenten mit zweifelhafter Kreditwürdigkeit wohl kaum billiger weg.

Versicherungsangebote nur mit Beratung

Kritik wird gelegentlich laut an den mit den Krediten angebotenen Restschuldversicherungen. Richtig ist, dass die Versicherung den Kredit verteuert und der Vermittler für den Abschluss zusätzliche Provision erhält. Richtig ist aber auch, dass sich die persönliche Bonität durch die Versicherung deutlich erhöhen kann. Deshalb ist das Versicherungsangebot grundsätzlich durchaus seriös. Es sollte aber mit einer ausführlichen Beratung über die versicherten Ereignisse verbunden sein, damit es später keine bösen Überraschungen gibt. Einen vollständigen Schutz gegen jedes Ausfallrisiko bietet auch die Restschuldversicherung nicht.

Erfahrungen mit Bon-Kredit

Glücklicherweise ist die Zahl der schwarzen Schafe unter den Kreditvermittlern gering, und zudem sind sie leicht zu entlarven. Auch mit dem Schweizer Unternehmen Bon-Kredit sind die Erfahrungen der Kunden durchweg gut.

Herauszuheben sind der Verzicht auf Vorkosten und die Vermittlung von Kreditverträgen, die auf Euro lauten.

  • Bon-Kredit wirbt mit Darlehen ohne Schufa-Anfrage und ohne Eintrag bei der Schufa.
  • Da die deutschen Banken und Sparkassen Mehrheitsaktionäre der Schufa Holding AG sind und ihre wichtigste Datenbank nicht ausgehebelt sehen möchten, fallen sie unter diesen Umständen als Kreditgeber aus.
  • Bon-Kredit, selbst im Schweizer Kanton Thurgau ansässig, arbeitet deshalb standardmäßig mit Schweizer Banken zusammen.
  • Natürlich kaufen auch diese nicht die Katze im Sack, sondern prüfen ebenfalls die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden, also die Zahlungsfähigkeit und Zahlungswilligkeit in der Vergangenheit.
  • Was in Deutschland die Schufa ist, ist in der Schweiz die Zentralstelle für Kreditinformation (ZEK).

Auch international arbeitende Wirtschaftsauskunftsdienste wie Creditreform können Bonitätsinformationen liefern. Bon-Kredit weist auf seiner Website klar darauf hin, dass Kredite nur an Interessenten mit ausreichendem regelmäßigem Einkommen vermittelt werden können. Ein Minijob reicht dafür nicht aus, eine Altersrente dagegen schon, selbst wenn der Rentner schon die Achtzig erreicht hat.

Keine versteckten Vorkosten

Die Erfahrungsberichte mit Bon-Kredit beweisen, dass weder offen noch versteckt kassiert wird, bevor die Vermittlung erfolgreich war. Dieser Punkt ist besonders wichtig, denn unseriöse Vermittler sind sehr erfinderisch, was das Ausnutzen von Notlagen angeht. Wertlose Kreditkarten gegen horrende Gebühren, die per Nachnahme kassiert werden, teure 0900-Rufnummern, Info-Pakete ohne Mehrwert zum kostenpflichtigen Download, Antragsgebühren, bezahlte Vertreterbesuche oder eine Finanzberatung, die in den Abschluss überflüssiger weiterer Verträge mündet, sind die Negativbeispiele der Branche. Lassen Sie von allem die Finger, was Sie erst einmal Geld kostet. Seien Sie auch skeptisch gegenüber Zusatzangeboten wie etwa einer Ratenschutzversicherung. Nicht alles ist Unsinn, aber vergleichen Sie stets Leistungen und Preise, bevor sie unterschreiben.

Währungsrisiken meiden

Kredite in Fremdwährung bergen stets ein Kursrisiko. Nicht nur Schweiz-Urlauber, auch deutsche Kunden Schweizer Banken mussten Anfang 2015 diese teure Erfahrung machen, als der Wert des Schweizer Franken gegenüber dem Euro ohne Stabilisierung durch die Schweizer Notenbank innerhalb von Minuten zeitweise um mehr als 20 % in die Höhe schoss. Wer als Bewohner der Euro-Zone Franken auf dem Konto hatte und das Geld dann umtauschte, machte entsprechenden Gewinn, aber wer seine Ferienwohnung oder eben seinen Kredit in Franken bezahlen wollte, musste dafür plötzlich 20 % mehr Euro einsetzen. Achten Sie deshalb darauf, dass die Vertragswährung auch bei einer Schweizer Bank auf Euro lautet. Natürlich werden sich die Banken ihrerseits das Währungsrisiko mit einem Zinsaufschlag bezahlen lassen. Dafür haben Sie als Kreditnehmer aber auch eine entsprechende Sicherheit.


Marcel Ziegler

Als ehemaliger Finanz- und Honorarberater habe ich jahrelang direkt mit Privatkunden gearbeitet und weiß daher aus eigener Erfahrung, welche Fehler Menschen beim Umgang mit Geld machen. Ich kenne die Fallstricke von Bank- und Versicherungsprodukten und habe es mir zur Aufgabe gemacht, das Thema Finanzen so zu erklären, dass es wirklich jeder versteht.


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