Kredit für Kaution

Bis zu drei Netto-Kaltmieten darf ein Vermieter vom Wohnungsmieter als Kaution fordern – ein stolzer Betrag, der bei vielen Familien nicht auf der hohen Kante liegt.

Einen Kredit für die Kaution aufzunehmen, ist eine Alternative zur bei uns noch wenig verbreiteten Kautionsbürgschaft.

  • Ganz ohne Kreditbedarf kommt der Mieter aus, wenn er dem Vermieter eine Kautionsbürgschaft anbietet.
  • Dann fließt zwar kein Geld, aber der Vermieter weiß, dass er sich für den Fall eines Schadensersatzanspruchs beim Auszug an den Kautionsversicherer halten kann.
  • Aus Mietersicht sprechen einige gute Gründe für diese Lösung.
  • Die Beantragung ist unkompliziert und geht in ein bis zwei Tagen über die Bühne.
  • Es gibt keine Belastung durch Kreditraten.

Gerade in einer Zeit, in der Umzug und gegebenenfalls neue Einrichtung zu finanzieren sind, kann das eine erhebliche Entlastung sein. Und schließlich vermeidet die Kautionsbürgschaft Streit darüber, dass der Vermieter auf das Geld zugreift, obwohl er es eigentlich nicht darf. Das betrifft zum Beispiel strittige Nachzahlungen aus der Betriebskostenabrechnung. Allerdings gibt es auch zwei handfeste Nachteile: Erstens ist die Bürgschaft hier noch nicht so bekannt. Vermieter sind misstrauisch und lassen sich nicht darauf ein, statt Geld nur eine Bürgschaft zu bekommen. Der zweite Punkt sind die Kosten. Während ein Kredit irgendwann einmal zurückgezahlt ist, zahlt man für die Kautionsbürgschaft so lange, wie man sie braucht. Für die Bürgschaft fallen jährlich etwa 5 % an, bei manchen Anbietern kommen noch mehr oder weniger transparent ausgewiesene Kosten hinzu. Kreditzinsen liegen abhängig von der Bonität in ähnlicher Größenordnung, fallen aber zeitlich begrenzt und nur für die jeweilige Restschuld an. Die Kautionsbürgschaft wird deshalb bei normaler Bonität teurer sein als ein Kredit für die Kaution. Für Arbeitslose, Studenten, Selbstständige oder Rentner, die nur schwer einen Kredit bekommen, ist sie aber eine überlegenswerte Alternative.

Ratenkredit als günstige Lösung

Wer nicht extra einen Kredit für die Kaution aufnehmen möchte, kann bei entsprechendem Dispo-Limit den Betrag auch durch Überziehen des Girokontos bereitstellen. Diese Option ist aber nur empfehlenswert, wenn das Konto sehr schnell – am besten mit der nächsten Gehaltszahlung – wieder ins Haben gebracht wird. Denn trotz niedriger Zinsen verlangen die Banken für den Dispo immer noch im Schnitt knapp unter 10 %. Für eine kurze Zeitspanne mögen die absoluten Kosten nicht ins Gewicht fallen, auf lange Sicht ist der Dispo aber zu teuer. Außerdem verliert er seine Funktion als Notgroschen, wenn er bereits ausgeschöpft ist. Ein gewöhnlicher Ratenkredit ist für Arbeitnehmer mit unbefristetem Arbeitsverhältnis eine gute Möglichkeit, die Mietkaution zu finanzieren. Bei einer Kaltmiete von zum Beispiel 700 Euro wäre ein Kredit für eine Kaution von drei Monatsmieten von 2.100 Euro erforderlich. Schon mit einer Rate von monatlich 90 Euro lässt sich dieses Darlehen bei 4 % Zinsen in rund zwei Jahren tilgen. Die Gesamtkosten dafür betragen nur 89 Euro. Zum Vergleich: Eine Kautionsbürgschaft zu 5 % kostet pro Jahr bereits 105 Euro.

Kautionskredit von der Sparkasse

Nach langem Suchen ist die Traumwohnung gefunden und der Mietvertrag unterschrieben – jetzt muss nur noch die Kaution her. Als Alternative zum Kredit für die Kaution von der Sparkasse oder einer Bank werden immer öfter sogenannte Kautionsversicherungen beworben. Auch bei den Vermietern findet das Angebot zunehmend Akzeptanz.

Zwar schont die Kautionsversicherung die Liquidität, beim reinen Kostenvergleich schneidet der Kredit aber in der Regel besser ab.

  • Mehr als drei Netto-Kaltmieten darf der Vermieter für Wohnraum nicht als Kaution verlangen.
  • Das steht im Gesetz.
  • Mit der Rückzahlung darf er sich bis zu sechs Monate Zeit lassen.
  • Das bedeutet, bei einem Umzug muss der Mieter im Normalfall die neue Kaution stellen, bevor er Geld vom bisherigen Vermieter zurückbekommt.
  • Einen Betrag von beispielsweise 2.000 Euro als Kaution haben viele Familien aber nicht auf der hohen Kante, zumal wenn gleichzeitig der Wohnungswechsel zu finanzieren ist.

Statt das Geld selbst aufzutreiben, kann die Kaution von einem Versicherer gestellt werden. Der marktübliche Beitrag für eine Kaution von 2.000 Euro liegt bei ungefähr 100 Euro im Jahr, also 5 % der Kautionssumme. Wohlgemerkt – mit der Zahlung des Beitrags ist keinerlei Sparvorgang verbunden. Vielmehr muss er den Beitrag so lange entrichten, wie der Mietvertrag läuft und er nicht anderweitig für die Kaution gesorgt hat. Der Versicherer haftet auch nicht mit der Kaution für eventuelle Schäden in der Wohnung. Fordert der Vermieter beim Auszug des Mieters Teile der Kaution für Mietrückstände, Schäden oder nicht vertragsmäßig durchgeführte Schönheitsreparaturen, wird der Versicherer sie zwar zuerst auslegen, dann aber von seinem Kunden zurückfordern. In guten Verträgen gibt es eine „Bürgschaft nicht auf erstes Anfordern“. Das bedeutet, Sie können sich zu der Forderung äußern und eine Zahlung des Versicherers, die Sie für unberechtigt halten, verhindern. Das ist wichtig, denn der Versicherer wird ansonsten das Geld von Ihnen zurückfordern, egal welche Argumente sie dem Vermieter gegenüber haben.

Gegenrechnung mit Kautionskredit

Die 100 Euro im Jahr oder gut 8 Euro im Monat für die Mietkautionsversicherung sind, wie oben erläutert, also endgültig weg. Was kostet im Vergleich dazu ein Kredit für die Kaution bei der Sparkasse oder einer Bank? Rechnen wir wieder mit dem Betrag von 2.000 Euro, 5 % Zinsen und einer Laufzeit von drei Jahren. Sie bezahlen dann eine gleichmäßige Monatsrate von 60 Euro. Zugegeben, das ist mehr als die 8 Euro für die Versicherung. Aber Sie schaffen sich damit in nur drei Jahren ein Sparpolster von 2.000 Euro. Lediglich knapp 160 Euro sind die eigentlichen Kreditkosten, also sind Sie nach zwanzig Monaten Mietdauer mit dem Kredit bereits günstiger als die Versicherungslösung. Einen kleinen positiven Effekt gibt es noch dadurch, dass der Vermieter Ihre Kaution verzinst anlegen muss. Das sind in einer Niedrigzinsphase zwar nur ein paar Cent, aber die Zinsen könnten ja auch in Zukunft einmal wieder steigen.

Darlehen für die Mietkaution aufnehmen

Die Traumwohnung ist gefunden, Sie haben sich unter vielen Interessenten durchgesetzt, aber jetzt muss ein Kredit für die Mietkaution her. Bis zu drei Monatsmieten dürfen Vermieter verlangen. Die Rücklagen reichen dafür oft nicht, und beim Wohnungswechsel fließt das Geld aus der bisherigen Kaution nur zeitverzögert an den Mieter zurück.

Besonders junge Menschen geraten in Verlegenheit, wenn gleichzeitig die Wohnung eingerichtet und der Umzug, vielleicht sogar doppelte Mieten bezahlt werden müssen.

  • Eine bei uns noch recht wenig bekannte Alternative zum Kredit für die Mietkaution gewann in den letzten Jahren immer mehr Anhänger, die Kautionsbürgschaft oder Kautionsversicherung.
  • Das Prinzip ist recht einfach: Statt Geld als Kaution zu hinterlegen, erhält der Vermieter die Bürgschaft durch ein finanzkräftiges Versicherungsunternehmen.
  • Er muss sich nicht um die aufwändige Verwaltung eines Kautionssparbuchs oder einer vergleichbaren Geldanlage kümmern, und im Fall des Falles kann er sicher sein, gefordertes Geld auch zu bekommen.
  • Für den Mieter entfällt die Belastung durch die Kaution in einer finanziell angespannten Phase.

Rückforderung, wenn die Kaution in Anspruch genommen wird

Die Vorteile erkauft sich der Mieter allerdings durch einen recht hohen Beitrag. Mit etwa 5 % der Kautionssumme pro Jahr müssen Sie rechnen. Beträgt Ihre Netto-Kaltmiete beispielsweise 700 Euro und verlangt der Vermieter drei Monatsmieten Kaution, kostet Sie die Bürgschaftsversicherung über 100 Euro im Jahr oder knapp 9 Euro im Monat. Je nach Versicherer gibt es Extraleistungen wie Beitragsfreiheit bei Arbeitslosigkeit. Ein häufiges Missverständnis gilt es aber auszuräumen: Der Versicherer zahlt nicht für Schäden, die Sie in der Wohnung anrichten, oder für rückständige Betriebskosten. Nimmt der Vermieter die Kaution in Anspruch, fordert der Versicherer das verauslagte Geld von Ihnen zurück. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Kaution „nicht auf erste Anforderung“ vereinbart sein sollte. Das bedeutet, dass der Versicherer zuerst nachfragt, ob die Forderung berechtigt ist. Sie haben damit noch die Möglichkeit, die Zahlung zu verhindern.

Kreditkosten sind in der Regel geringer

Die Mietkautionsversicherung hat keine feste Laufzeit. So lange, wie die Kaution benötigt wird, so lange ist auch der Beitrag fällig. Ein Kredit verursacht dagegen nur Kosten, wenn er noch nicht getilgt ist. Machen wir zum obigen Beispiel eine Alternativrechnung: Sie nehmen für die 2.100 Euro Mietkaution einen Kredit, den Sie zu 4 % Zinsen erhalten können. Sie haben ausgerechnet, dass eine monatliche Rate von 150 Euro für Sie vertretbar ist. Mit diesen Rahmenbedingungen wäre der Kredit nach rund 15 Monaten zurückgezahlt und hätte Sie in der gesamten Zeit gerade einmal 54 Euro gekostet – halb so viel wie ein Jahresbeitrag zur Kautionsversicherung. Und außerdem haben Sie sich auf diese Weise unmerklich 2.100 Euro zusammengespart – anders als bei der Bürgschaft gehört das Geld Ihnen, und zum Ende der Mietzeit erhalten Sie es im Normalfall zurück.


Marcel Ziegler

Als ehemaliger Finanz- und Honorarberater habe ich jahrelang direkt mit Privatkunden gearbeitet und weiß daher aus eigener Erfahrung, welche Fehler Menschen beim Umgang mit Geld machen. Ich kenne die Fallstricke von Bank- und Versicherungsprodukten und habe es mir zur Aufgabe gemacht, das Thema Finanzen so zu erklären, dass es wirklich jeder versteht.


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