Persönliche Kreditwürdigkeit

Banken, Kreditkartenorganisationen, Versandhändler, Mobilfunkbetreiber, ja selbst Vermieter fragen heute die persönliche Kreditwürdigkeit ihrer künftigen Vertragspartner ab, bevor sie in Vorleistung gehen. Wer einen schlechten Bonitätsindex hat, wird Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme, dem Abschluss eines Handy-Vertrages oder bei der Wohnungsmiete haben.

Deshalb ist es wichtig, seine Bonität zu kennen und wenn möglich zu verbessern.

  • Die Methoden, nach denen die großen Wirtschaftsdatenbanken wie die SCHUFA eine Bonitätseinstufung genau vornehmen, sind nicht transparent.
  • Das Ermitteln der Zahlungsfähigkeit ist das Geschäftsmodell dieser Unternehmen und damit als Betriebsgeheimnis schützenswert, so der Bundesgerichtshof in einem Urteil aus dem Jahr 2014.
  • Außerdem ist es durchaus zu begrüßen, dass nicht jeder in der Lage ist, mit einigen Tricks seine persönliche Kreditwürdigkeit scheinbar heraufzusetzen, in Wahrheit aber an den Folgen von Schulden immer noch zu knabbern hat.

Mit gesundem Menschenverstand lassen sich aber durchaus Fakten ableiten, die in die Berechnung der sogenannten Scorewerte eingehen. Das sind Indizes, die die Wahrscheinlichkeit messen, mit denen ein Schuldner seine Zahlungsverpflichtungen erfüllt. Ideal wäre ein Wert von 100 %. Ein guter Scorewert sagt zwar nichts aus über die Bonität einer einzelnen Person, beschreibt aber das statistische Risiko einer Personengruppe mit gleichen Merkmalen.

Umgang mit Schulden

Kreditverpflichtungen zu haben, ist grundsätzlich kein Problem und führt auch nicht automatisch zu einer negativen Beurteilung der Kreditwürdigkeit. Ein eigenes Haus werden die wenigsten Menschen bar bezahlen können, sondern sie sichern einen Immobilienkredit über eine Hypothek oder Grundschuld ab. Wohneigentum wirkt sich durchaus positiv auf die Beurteilung der Bonität aus. Selbst ein großes Auto, das finanziert ist oder über einen Leasingvertrag genutzt wird, kann die Bonität verbessern. Immerhin beweist es ja, dass der Autohändler oder die dahinter stehende Bank dem Kunden vertraut.

Problematisch wird es, wenn Raten laufender Kredite oder andere Rechnungen nicht pünktlich bezahlt werden. Die eigene Zahlungsdisziplin ist deshalb die beste Möglichkeit, die persönliche Kreditwürdigkeit zu verbessern. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Girokonto gedeckt ist, wenn Abbuchungen anstehen. Rücklastschriften sind nicht nur teuer, sie wirken sich auch negativ auf Ihre Bonitätsbeurteilung aus. Zahlen Sie Rechnungsbeträge, die nicht abgebucht werden, immer innerhalb der gesetzten Zahlungsfrist. Warten Sie nicht auf die erste Mahnung, selbst wenn diese gebührenfrei sein sollte. Viele Kreditkarten zu haben, ist für das Image vielleicht vorteilhaft, für die Bonität ist es dagegen schlecht. Nutzen Sie lieber nur eine Karte mit entsprechend hohem Verfügungsrahmen und verzichten Sie darauf, die aufgelaufene Summe in Teilbeträgen abzustottern.

Persönliche Kreditwürdigkeit ist kein Selbstzweck, um sich an einem hohen Index zu erfreuen. Sie bekommen als guter Schuldner einen Kredit nicht nur einfacher, sondern auch zu günstigeren Konditionen. Und letztendlich ist es Ihr eigener Vorteil, wenn Ihre Finanzen in Ordnung sind und Sie sich um Geld keine Sorgen machen müssen.

Bonitätsprüfung im Schnelltest

Viele Kreditsuchende möchten zunächst ganz privat und ohne offizielle Anfrage ihre Kreditwürdigkeit testen.

Auch wenn die tatsächliche Kreditvergabe anhand unverbindlicher Tests nicht vorhersagbar ist, bietet der Schnelltest doch eine realistische Einschätzung der eigenen Situation.

  • Die Schufa, Deutschlands größte Wirtschafts-Datenbank rund um das Thema Kredite und Bonität, fasst die bei ihr gespeicherten Datensätze in einem sogenannten Schufa-Score zusammen.
  • In den Score fließen aber nicht nur Informationen über Konten, Kredite und Zahlungsverhalten ein.
  • Auch die Wohngegend ist entscheidend – wer in einem „armen“ Viertel wohnt, verschlechtert seinen Score.
  • Der theoretische Idealwert von 100 % ist in der Praxis nicht erreichbar, schon allein deshalb nicht, weil jeder von uns plötzlich sterben und die Zahlungen deshalb ausbleiben könnten.
  • Der Schufa-Basisscore ist aber dennoch ein sehr gutes Maß für die eigene Kreditwürdigkeit.

Leider ist er nicht kostenlos zu haben, sondern nur im Rahmen der kostenpflichtigen Abos für Privatkunden oder der Bonitätsauskunft einsehbar. Und der Score kann nur so gut sein wie die bei der Schufa gespeicherten Daten. Um diese zu erhalten, auf Vollständigkeit und Richtigkeit zu prüfen und gegebenenfalls Änderungen zu veranlassen, braucht man kein Abo. Die Schufa ist durch das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) zur Auskunft verpflichtet. Fordern Sie einfach die Datenübersicht nach § 34 BDSG an und lassen Sie sich nicht von der Werbung für die anderen Pakete irritieren. Die Übersicht in Papierform ist kostenlos.

Einschätzungen der Vergleichsportale

Auch bei den bekannten Vergleichsportalen im Internet wie zum Beispiel Check24 können Sie Ihre Kreditwürdigkeit testen. Das geht anonym und mit sehr wenigen Eingabedaten. Benötigt werden insbesondere Informationen über Einkommen und Dauer des aktuellen Arbeitsverhältnisses, die Größe des Haushalts, bestehende Kreditverpflichtungen und bekannte Negativmerkmale bei Schufa oder anderen Wirtschaftsdiensten. Man erkennt, dass wesentliche Kriterien wie zum Beispiel die Höhe der Miete oder eventuell vorhandenes Wohneigentum fehlen und die Bonitätsprüfung damit nur sehr grob ausfallen kann. Die Einschätzung erfolgt zudem nicht absolut, sondern bezogen auf einen bestimmten Kreditwunsch. Deshalb werden auch Kreditbetrag und vorgesehene Laufzeit abgefragt. Das ist aber insoweit sinnvoll, als die aus Darlehenssumme und Laufzeit berechnete Kreditrate zum verfügbaren Einkommen passen muss.

Kostenlose Scoring-Dienste

Auch kostenlose Scoring-Dienste bieten im Internet oder per App einen Test der eigenen Kreditwürdigkeit an. Hier stellt sich die berechtigte Frage, wer Interesse hat, ein solches Angebot bereitzustellen – besonders wenn es nicht werbefinanziert ist. Ein Blick in das Impressum offenbart, wem man sensible Daten anvertraut. Der recht bekannte Score Kompass wird beispielsweise von smava, der Vermittlungsplattform für Privatkredite, betrieben. In den AGB verpflichten sich die Nutzer, Angaben wahrheitsgemäß zu machen und aktuell zu halten. Außerdem findet eine Identitätsüberprüfung statt.

Wie Banken die Kunden durchleuchten

Fragen Bankkunden nach einem Darlehen, werden Banken zuerst deren Kreditwürdigkeit prüfen, bevor sie sich auf die Vergabe von Geld einlassen. Denn die Banken wollen grundsätzlich wissen, wie es um die Zahlungsfähigkeit ihres Kunden gestellt ist. Hat dieser Einträge bei Auskunfteien, die auf mangelnde Zahlungsmoral hinweisen, kommt das Geschäft nicht zustande.

Allein eine Anfrage bei einem Kreditinstitut kann dazu führen, dass es bei der Schufa einen Vermerk über den Kunden gibt. Auch deshalb kann sich die eigene Bonitätseinstufung schlagartig verschlechtern.

  • Wenn Banken und Sparkassen die Kreditwürdigkeit prüfen, unterscheiden sie zwischen zwei Formen.
  • Auf der einen Seite steht die persönliche Kreditwürdigkeit des Kunden, auf der anderen dessen materielle Kreditwürdigkeit.
  • Geprüft wird darüber hinaus die Kreditfähigkeit.
  • Die individuelle Situation des potenziellen Kreditnehmers bestimmt seine persönliche Kreditwürdigkeit.
  • Hier spielt die familiäre Situation eine Rolle.

Auch der Eindruck, den er beim Beratungsgespräch macht, hat einen Einfluss. Eine Hausbank schaut außerdem bei einem Kunden, zu dem sie eine lange Geschäftsbeziehung hat, nach der Kontoführung in den vergangenen Jahren. Das Gesamtbild, dass sich im Hinblick auf die persönliche Kreditwürdigkeit ergibt, reicht jedoch nicht aus. Viel entscheidender ist die materielle Kreditwürdigkeit.

Kunden müssen alles offenlegen

Damit die Banken eine Bonitätseinschätzung treffen können, muss der Kunde praktisch alles zu seinen wirtschaftlichen Verhältnissen offenlegen. Informationen verlangen die Banken unter anderem über Lebensversicherungen und Bausparverträge. Auch über die Zahlungsverpflichtungen wollen sie informiert werden. Deshalb fragen sie nach Ratenzahlungsvereinbarungen, Krediten und Darlehen. Die Angaben, die ein Kreditsuchender in diesem Zusammenhang macht, müssen wahr sein. Kreditinstitute lassen sich vom Kunden deshalb Erklärungen unterschreiben. Wer an dieser Stelle mogelt, braucht bei seiner Bank nie mehr nach einem Darlehen zu fragen. Wenn sie die Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden prüfen, verstehen Banken und Sparkassen keinen Spaß.

Wichtige Angaben

Aus den Angaben leiten Kreditinstitute ab, ob ihr Kunde in der Lage ist, die Raten eines Kredits zu bedienen. Dafür stellen sie auch dessen Einnahmen und Ausgaben gegenüber. Zu den Ausgaben gehören die Lebenshaltungskosten. Hier setzen Kreditinstitute in der Regel Pauschalbeträge an, die sich nach der Größe des jeweiligen Haushalts richten. Übrigens schauen die Banken auch danach, wie es mit dem Sparverhalten des betreffenden Kunden aussieht. Wer gut sparen und dafür monatlich einen gewissen Betrag zur Seite legen kann, so die Logik, der kann über eine lange Zeit auch einen Kredit bedienen.

Eine Abfrage der Bonität bei Auskunfteien kommt noch dazu, wenn Banken die Kreditwürdigkeit prüfen. Wer hier keine böse Überraschung erleben will, kann selber seine Daten einer Prüfung unterziehen. Denn wenn eine Absage von der Bank kommt, weil bei der Schufa oder bei anderen Auskunfteien Negativmerkmale gespeichert sind, ist es zu spät. Deswegen lohnt es sich, mindestens einmal im Jahr eine Abfrage zu starten. Denn kennt der Verbraucher seinen eigenen Status und kann eventuelle Falscheinträge bei den Daten rechtzeitig korrigieren.

Banken prüfen die Kreditwürdigkeit

Ohne eine ausführliche Kreditwürdigkeitsprüfung läuft heute fast gar nichts mehr. Diese Erfahrung machen Verbraucher beinahe täglich. Nicht nur Banken und Sparkassen, die Kredite und Darlehen vergeben, schützen sich so gegen die gefürchteten Zahlungsausfälle. Auch Mobilfunkanbieter fragen zunächst erst einmal die Kreditwürdigkeit eines potenziellen Kunden ab, bevor sie mit ihm einen länger laufenden Vertrag abschließen.

Autohäuser setzen auf eine Kreditwürdigkeitsprüfung, genau wie Versandhäuser, Internethändler oder Vermieter. In der Regel ist es für interessierte Kunden ohne ausreichende Bonität nicht möglich, ein Geschäft abzuschließen.

  • Wie ein Verfahren zur Kreditwürdigkeitsprüfung genau ablaufen sollte, darüber gibt es keine besondere Regelungen.
  • Deshalb sind die Systeme zur Ermittlung der Kreditsicherheiten eines Kunden weder einheitlich noch geordnet.
  • Eine rechtliche Grundlage dafür sind zwar die Regelungen der einzelnen Bundesländer und natürlich als übergeordnete Verordnung das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG).
  • Doch das BDSG enthält nur Vorschriften, auf welche Weise die verschiedenen Auskunfteien mit Daten, die personenbezogen sind, umzugehen haben.
  • Außerdem ist in dem Gesetz festgelegt, welche Rechte die Verbraucher in Bezug auf die Verwendung ihrer Daten haben.

Wie genau Wertungen auf der Basis der gesammelten Daten die Kreditwürdigkeit des Kunden zu erfolgen haben, darüber sagt das Gesetz nichts aus. Die Kreditinstitute dürfen also ihre eigenen Maßstäbe zur Bewertung der Bonität eines Kunden anlegen.

Einschätzung der Kreditwürdigkeit

Die Kreditwürdigkeit eines Kunden setzt sich aus zwei verschiedenen Aspekten zusammen. Auf der einen Seite steht die Zahlungswilligkeit einer privaten Person und auf der anderen Seite ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Bei der persönlichen Bonitätsprüfung wird die finanzielle Zuverlässigkeit des Kunden in Augenschein genommen. Hier fließen Faktoren wie die Ausbildung und die berufliche Tätigkeit, die Sicherheit des Arbeitsplatzes und das Zahlungsverhalten in den vergangenen Jahren ein. Über das Zahlungsverhalten informieren sich Banken, Versandhändler und andere potenzielle Vertragspartner mit einer Schufa-Abfrage und Anfragen an verschiedene andere Auskunfteien. Der Kunde muss dazu seine Einwilligung geben. Nur wenn ein Vertragspartner ein berechtigtes Interesse hat, darf eine Abfrage bei einer Auskunftei ohne Einwilligung erfolgen.

Eine wirtschaftliche Bonitätsabfrage hat die Einschätzung der finanziellen Leistungsfähigkeit eines Kunden zum Ziel. Interessant ist diese Art der Kreditwürdigkeitsprüfung in erster Linie für Banken und Sparkassen. Hier spielen Kriterien wie die Höhe des Gehalts, Verbindlichkeiten und Ausgaben des betreffenden Kunden, sein Sparverhalten und sein Vermögen eine Rolle. Damit die Institute diese Faktoren einschätzen können, muss der Kreditsuchende entsprechende Unterlagen einreichen. Er muss seinem Institut Einkommensnachweise liefern. Außerdem muss er aussagekräftige Unterlagen und Belege vorlegen, aus denen seine Bank erkennen kann, wie hoch die aktuellen Verbindlichkeiten, wie etwa die Miete und andere Ausgaben für das tägliche Leben, sind. Am Ende der Prüfung der persönlichen und der wirtschaftlichen Bonität wird der Kreditsuchende in Bonitätsstufen eingeordnet. Wenn die Auskunfteien für ihn eine gute Bonitätsstufe berechnen, sichert ihm das eine Zusage bei Krediten und Verträgen.

Wann bin ich kreditwürdig? Eine Frage der Bonität

Kreditwürdig zu sein, ist wichtig, auch wenn man kein Geld leihen möchte. Einen Kredit gewährt jeder, der in Vorleistung geht und darauf vertraut, dass seine Leistung später auch bezahlt wird.

Das sind, um nur einige Beispiele zu nennen, der Versandhändler, der auf Vorkasse verzichtet, der Elektronikmarkt, der Ihnen ein brandneues Flachbild-TV gegen Ratenzahlung mitgibt, der Mobilfunk-Provider, der Ihre Gespräche erst im Nachhinein abrechnet, und der Vermieter, der Sie nicht gleich beim ersten Mietrückstand aus der Wohnung werfen darf.

  • Kreditwürdigkeit bezeichnet der Fachmann als Bonität.
  • In manchen Fällen muss man seine Bonität direkt nachweisen, zum Beispiel beim Vermieter durch eine Selbstauskunft, der Gehaltsnachweise und vielleicht sogar ein Arbeitsvertrag beizufügen sind.
  • Viele Bonitätsabfragen laufen aber ohne eigenes Zutun im Hintergrund ab.
  • Die bekannteste Organisation, die in Deutschland die Zahlungsfähigkeit von Privatpersonen und Unternehmen beurteilt, ist die SCHUFA.
  • Anhand von Meldungen der angeschlossenen Unternehmen, aber auch durch selbst erhobene Daten erfährt die SCHUFA, wer wann ein Konto eröffnet, einen Kredit beantragt oder eine Rechnung nicht bezahlt hat.

Ob Sie kreditwürdig sind, wird bei der SCHUFA an einem Index abgelesen, der theoretisch von 0 bis 100 reicht. 100 ist der Wert eines idealen Schuldners, der immer alles pünktlich zahlt. Fragen Sie sich, wie nahe bin ich an diesem Idealzustand, müssen Sie die Bonitätsauskunft kostenpflichtig bestellen. Anspruch auf eine kostenlose Information haben Sie nach dem Bundesdatenschutzgesetz nur hinsichtlich der über Sie gespeicherten Daten, die Sie bei Fehlern auch berichtigen lassen dürfen. Die Berechnungen, die mit den Daten durchgeführt werden, sind Leistungen der SCHUFA und müssen deshalb bezahlt werden.

Auswege bei schlechter Bonität

Im Internet stolpert man häufig über Vertragsangebote bei schlechter Bonität ohne SCHUFA-Abfrage. Seien Sie sicher, niemand gibt Ihnen Geld oder eine andere Leistung aus reiner Menschenfreundlichkeit, wenn bereits abzusehen ist, dass das Geld nicht zurückfließt oder die Rechnung nicht bezahlt wird. Je höher das Risiko eines Zahlungsausfalls, desto schlechter sind die Konditionen, also zum Beispiel der Zinssatz, den Sie für einen Kredit ohne SCHUFA zu zahlen haben.

Einen Kleinkredit schnell und unkompliziert im Ausland zu nehmen, mag manchmal funktionieren, wenn die Banken dort weniger strengen Vergaberegeln unterliegen als in Deutschland. Bedenken Sie aber ein mögliches Währungsrisiko, wenn der Kredit nicht in Euro gewährt wird. Auch Kredite von Privatpersonen, die im Internet seriös vermittelt werden, sind ein möglicher Ausweg, wenn Ihre Hausbank sie für nicht kreditwürdig hält. Billig ist das allerdings nicht, denn auch hier sind keine Wohltäter am Werk, sondern Kapitalanleger, die sich ein höheres Risiko bezahlen lassen. Bei dauernden Zahlungsschwierigkeiten ist die Schuldnerberatung eine gute Adresse.

Banken setzen auf Kreditwürdigkeit

Wer sich bei einer Bank oder eine Sparkasse Geld leihen will, sollte für den Begriff Kreditwürdigkeit die Definition genau kennen. Denn die Kreditinstitute vergeben Geld nur an Kunden, die sie für kreditwürdig halten. Auch wenn es in verschiedenen Publikationen Unterschiede bei der Erklärung des Begriffs gibt, läuft bei der Kreditwürdigkeit die Definition auf zwei grundlegende Aussagen hinaus.

Um von den Banken als kreditwürdig und kreditfähig eingeschätzt zu werden, muss der Kunde erstens in der Lage und zweitens willens sein, das geliehene Geld innerhalb der vereinbarten Frist zurückzuzahlen.

  • Ab wann ist man kreditwürdig, fragen sich viele Kunden.
  • Die Antwort ist einfach.
  • In der Lage, den Kredit zurückzuzahlen, ist der Kunde immer dann, wenn seine finanzielle Situation in Ordnung ist.
  • Bei der Definition der Kreditwürdigkeit ist das die materielle Seite.
  • Die materielle Kreditwürdigkeit des Kunden beruht auf seiner wirtschaftlichen Leistungskraft und seinen wirtschaftlichen Verhältnissen.

Er muss aufgrund seiner Einkommens- und Vermögensverhältnisse in der Lage sein, die Raten für das Darlehen plus Zinsen ohne Ausfälle zurückzuzahlen. Deshalb verlangen die Banken und Sparkassen Auskunft über bereits bestehende Verpflichtungen des potenziellen Darlehensnehmers. Das können zum Beispiel Bausparverträge oder Lebensversicherungen sein. Auch bereits bestehende Kredite gehören zu den Zahlungsverpflichtungen des Kunden. Die Kreditinstitute haken deshalb auch hier detailliert nach. Außerdem stellen sie die Einnahmen des Kunden dessen Ausgaben gegenüber. Zu den Einnahmen gehören Lohn oder Gehalt, am besten aus sozialversicherungspflichtiger Tätigkeit. Zu den Ausgaben zählen unter anderem die Lebenshaltungskosten. Banken und Sparkassen rechnen hier mit Pauschalbeträgen. Sie richten sich nach der Haushaltsgröße.

Die persönliche Kreditwürdigkeit des Darlehensnehmers ist eine weitere Größe, die von den Banken bewertet wird. Dazu beurteilen sie das Charakterbild ihres Kunden, Es zeigt sich im Beratungsgespräch. Zur persönlichen Situation gehören auch das Alter des Kreditsuchenden, sein Geschlecht und Familienstand, die Zahl seiner Kinder und bei vielen Kreditinstituten auch die Dauer eines festen Wohnsitzes. Daraus leiten sie unter anderem ab, wie solide ein Kunde ist. Seine fachlichen Qualifikationen zeigen sich in der beruflichen Tätigkeit. Ein langjähriger Angestellter hat wahrscheinlich bessere Chancen als ein Arbeitnehmer, der häufig seine Arbeitsstelle wechselt, obwohl viele Kreditinstitute hier ganz eigene Maßstäbe ansetzen. Nicht zuletzt schauen Banken auf die Sparfreude des Verbrauchers. Wer fleißig spart, der zahlt auch pünktlich, lautet hier das Credo.

Check bei Auskunfteien

Um schlechte Risiken bei der Vergabe von Darlehen auszuschließen, setzen Kreditinstitute nicht zuletzt auf Bonitätsauskünfte. Sie fragen bei Auskunfteien wie der Schufa nach dem Zahlungsverhalten ihres Kreditnehmers. Wenn es in der Vergangenheit Probleme gab, wenn der Kunde viele Mahnbescheide bekam oder auf andere Weise seine Verpflichtungen aus einem Vertrag verletzte, dann ist das bei den Auskunfteien vermerkt. Für viele Banken ist dies das wichtigste Kriterium bei der Beurteilung der persönlichen Kreditwürdigkeit eines Kunden. Wer ein Darlehen braucht und Überraschungen vermeiden will, sollte vorher eine persönliche Bonitätsauskunft beantragen. Bei der Schufa kann man das sogar online prüfen.

Ab wann bin ich kreditwürdig?

Jeder Kreditgeber prüft vor der Vergabe eines Darlehens die Bonität des Schuldners.

Die Frage „Ab wann ist man kreditwürdig?“ lässt sich aber nicht pauschal beantworten, denn Bonität ist nicht gleichzusetzen mit der Höhe des Einkommens.

  • Zunächst hat die Bonität eine sehr subjektive Komponente.
  • Selbst wenn ein Schuldner eigentlich genügend Geld hat, um seinen Verpflichtungen nachzukommen, kann seine bei der Schufa gespeicherte Zahlungshistorie dennoch ausgesprochen negative Merkmale aufweisen.
  • Vielleicht aus Nachlässigkeit, vielleicht sogar mit Absicht lässt er sich lieber an fällige Zahlungen erinnern und begleicht Rechnungen erst nach einer Mahnung.
  • Das mag die Ausnahme sein, ist aber ein gutes Beispiel, um zu verstehen, dass Kreditwürdigkeit nicht bei einer bestimmten Einkommensgrenze beginnt.
  • Zudem ist auch die Zahlungsfähigkeit nicht ausschließlich vom Einkommen abhängig.

Fixe Kosten müssen dem Einkommen gegenübergestellt werden, um zu sehen, welche Beträge für die Tilgung eines Kredits sicher zur Verfügung stehen. 3.500 Euro Bruttogehalt reichen für einen Single-Haushalt locker, für eine vierköpfige Familie wird es dagegen schon knapp, wenn schon 1.000 Euro für die Miete draufgehen. In die Bonitätsberechnung fließt auch ein, wie sicher das Einkommen ist. Ist ein abhängig Beschäftigter schon lange beim selben Arbeitgeber und genießt umfassenden Kündigungsschutz, oder absolviert er gerade erst seine Probezeit? Wie sicher ist das Geschäftsmodell eines Selbstständigen oder Freiberuflers? Diese Berufsgruppen haben es bei klassischen Bankkrediten schwer, weil die Einkünfte unregelmäßig sind.

Sicherheiten erhöhen die Bonität

Wenn Sie überlegen, „Ab wann bin ich kreditwürdig?“, denken Sie nicht nur an Ihr Gehalt oder sonstige Einkünfte, sondern auch an Sicherheiten, die Sie dem Kreditgeber anbieten könnten. Ein Immobilienkredit ist deshalb so günstig zu haben, weil er durch ein Grundpfandrecht, also Hypothek oder Grundschuld, gesichert ist. Die Bank geht ein sehr begrenztes Risiko ein, denn wenn der Kreditnehmer nicht zahlt, kann sie das Haus zwangsversteigern lassen. Ähnlich ist es auch beim Autokredit, denn hier wird das gekaufte Fahrzeug sicherungshalber der Bank übereignet. Bei anderen Krediten kann zum Beispiel ein Wertpapierdepot, das Sie derzeit nicht verkaufen möchten, als Sicherheit dienen. Oder Sie beleihen eine Lebensversicherung bis zur Höhe des angesparten Rückkaufswertes. Haben Sie weder regelmäßiges und ausreichendes Einkommen noch Sicherheiten, kann auch ein Bürge helfen.

Kreditsumme, Zinsen und Laufzeit bestimmen die Raten

Ab wann man kreditwürdig ist, hängt natürlich auch von der gewünschten Höhe des Darlehens ab. Vielleicht hält die Bank Sie für kreditwürdig bei einem Kleinkredit von 1.000 Euro, verweigert Ihnen aber 300.000 Euro für einen Hausbau, weil sie Zweifel hat, dass Sie diese hohe Summe in angemessener Zeit zurückzahlen können. Wichtig ist, sich mit der Höhe der Raten – zusammengesetzt aus Tilgung und Zinsen – nicht zu überschätzen. Setzen Sie besser auf eine etwas längere Vertragslaufzeit, auch wenn Sie dafür in der Summe mehr Zinsen zahlen müssen, denn das verringert die monatliche Belastung deutlich.

Kreditwürdigkeit schützt Kunden

In Deutschland spielt bei der Vergabe von Krediten die materielle Kreditwürdigkeit des Kreditsuchenden eine wichtige Rolle. Denn die Kreditinstitute wollen bei der Vergabe von Geld sicher gehen, dass sie die Beträge auch innerhalb der vereinbarten Frist zurückbekommen. Die materielle Kreditwürdigkeit ist neben der persönlichen Kreditwürdigkeit ein wichtiges Kriterium dafür. Die persönliche Kreditwürdigkeit baut auf persönlich-subjektive Eigenschaften auf, wie Charakter, Zuverlässigkeit, Qualifikation, Alter oder Geschlecht. Das stellt die so genannten weichen Faktoren in den Mittelpunkt, auf die ein Kreditkunde bis zu einem bestimmten Maß noch selbst Einfluss hat. Die materielle Kreditwürdigkeit setzt dagegen bei den harten Fakten an.

Diese werden bestimmt durch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Kreditkunden und durch seine wirtschaftlichen Verhältnisse. Von einer materiellen Kreditwürdigkeit wird gesprochen, wenn Einkommen und Vermögen eines Kreditsuchenden, etwa eines privaten Haushalts, so gestaltet sind, dass dieser Tilgung plus Zinsen eines Darlehens über lange Zeit ohne Ausfälle stemmen kann.

  • Kreditinstitute, an die sich ein Kreditsuchender wendet, müssen in der Lage sein, sowohl die persönliche als auch die materielle Kreditfähigkeit des Antragstellers zu überprüfen.
  • Wichtig ist zunächst die persönliche Kreditwürdigkeit, die auch Zahlungswilligkeit genannt wird.
  • Darüber geben persönliche Unterlagen des Kreditkunden Auskunft, wie Arbeitsverträge, Kontoauszüge oder die Selbstauskunft.
  • Außerdem können Geldgeber sich informieren, ob es einen Schufa Eintrag gibt, der die persönliche Kreditwürdigkeit des Kunden belastet.
  • Auch Vermieter können hier Einkünfte über potenzielle Mieter einholen.

Auch über die materielle Kreditwürdigkeit, sie wird auch wirtschaftliche Rückzahlungsfähigkeit genannt, gibt es Unterlagen. Bei privaten Kreditsuchenden, so genannten natürlichen Personen, können das Kontounterlagen, Gehaltsnachweise oder Haushaltsrechnungen mit Einnahme- und Ausgaberechnungen sein. Sie lassen einen guten Schluss zum persönlichen Umfeld zu. Bei den juristischen Personen, wie Unternehmen oder Vereine, sorgen unter anderem die Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanzen oder betriebswirtschaftliche Abrechnungen für eine entsprechende Einschätzung.

Realistische Einschätzung

Die Erhebung aller Auskünfte zur Einschätzung, der materiellen Kreditwürdigkeit schützt auch den Kreditkunden in gewisser Weise. Denn sie dient dazu, seine wirtschaftlichen Fähigkeiten objektiv einzuschätzen. Erst wenn der Kunden über ausreichend Einkünfte oder über Vermögen verfügt, erscheint es realistisch, dass er seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Vor allem bei Darlehen, die über eine längere Frist laufen, ist diese Einschätzung wichtig. Kann ein Kunde seinen Pflichten nicht nachkommen, schadet das nicht nur dem Kreditgeber. Auch der Weg in die finanzielle Abhängigkeit vom Gläubiger ist dann vorgezeichnet. Natürlich können sich wirtschaftliche Verhältnisse auch schnell ändern. Deshalb sind Rücklagen und Vermögen für die Kreditwürdigkeit so außerordentlich wichtig. Sie sichern, genau wie zum Beispiel Immobilienbesitz, größere Darlehen ab.

Scoreverfahren bleiben geheim

Die Verfahren, nach den Auskunfteien wie die SCHUFA die Kreditwürdigkeit berechnen, bleiben Geschäftsgeheimnis der Unternehmen. Das hat der Bundesgerichtshof 2014 entschieden. Das Urteil ärgert Verbraucherschützer und Menschen, die sich zu Unrecht in ihrer Bonität herabgestuft fühlen.

Es hat aber auch seine guten Seiten.

  • Scoreverfahren können je nach Anbieter sehr unterschiedlich sein.
  • Am einfachsten verständlich und sehr verbreitet sind Index- oder Prozentwerte.
  • Die Zahl gibt an, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Schuldner seinen Verpflichtungen nachkommt.
  • Ein idealer Schuldner würde hier einen Wert von 100 % erreichen.
  • Ein Scorewert über 97,5 % bedeutet ein sehr geringes Risiko.

Unter 50 % werden Sie es dagegen schwer haben, einen Kredit zu bekommen oder einen Handy-Vertrag abzuschließen.

Wer Daten zu einer Person legal speichert, muss dem Betroffenen Auskunft über diese Daten erteilen. Das ist im Bundesdatenschutzgesetz festgehalten. Zwar müssen SCHUFA und andere Wirtschaftsdatenbanken die Berechnungen ihrer Scorewerte nicht veröffentlichen, aber immerhin haben Sie Anspruch darauf zu wissen, welche Informationen über Sie gespeichert sind und damit für das Scoring herangezogen werden können. Die Datenübersicht nach § 34 BDSG können Sie einmal jährlich kostenlos erhalten, ohne dafür eines der Info-Pakete der SCHUFA abonnieren zu müssen. Datenauskunft und Bonitätsauskunft sind allerdings zwei Paar Schuhe. Die Bonität, also das, was aus Ihren Daten berechnet wird, ist eine kostenpflichtige Leistung.

Bonität einfach verbessern

Stellen Sie sich vor, die Verfahren, nach denen Unternehmen die Kreditwürdigkeit berechnen, seien öffentlich. Damit wäre Manipulationen Tür und Tor geöffnet. Jeder, der weiß, wo er geschickt eingreifen muss, könnte sein Bonitätsranking verbessern, obwohl sich in Wahrheit gar nichts verändert. Den Schaden tragen letztendlich die ehrlichen Kunden, die für das Ausfallrisiko mehr zahlen müssen. Wenn man aber überlegt, welche Kriterien herangezogen werden, ist es einfach, selbst etwas an seinem Scorewert zu tun und dabei auch tatsächlich seine Finanzen in Ordnung zu bringen.

Haben Sie mehrere Girokonten und Kreditkarten oder wechseln Sie häufig das Konto? Das wird negativ ausgelegt, weil Sie an vielen Stellen unkontrolliert ins Minus geraten könnten. Andererseits bedeutet ein hohes Dispolimit, dass Ihre Bank Ihnen vertraut. Verzichten Sie darauf, Kreditkarten-Schulden in Teilbeträgen zurückzuzahlen. Zahlen Sie Ihre Rechnungen immer pünktlich, warten Sie nicht die erste Mahnung ab. Zuverlässige Zahlungen verbessern Ihr Scoring. Sorgen Sie für ausreichende Deckung Ihres Kontos, damit es nicht zu Rücklastschriften kommt. Fragen Sie Ihre SCHUFA-Daten regelmäßig ab und lassen Sie offensichtliche Fehler korrigieren.

Manche Faktoren, die in den Scorewert eingehen, ergeben sich aus Ihren Lebensumständen. Berufe mit saisonal schwankendem Beschäftigungsgrad, zum Beispiel in der Baubranche, bedeuten automatisch eine geringere Bonität. Selbst Ihr Wohnort darf herangezogen werden, um Ihre Kreditwürdigkeit zu berechnen. Nach eigener Aussage macht die SCHUFA das aber nur, wenn keine anderen aussagekräftigen Daten vorliegen.


Marcel Ziegler

Als ehemaliger Finanz- und Honorarberater habe ich jahrelang direkt mit Privatkunden gearbeitet und weiß daher aus eigener Erfahrung, welche Fehler Menschen beim Umgang mit Geld machen. Ich kenne die Fallstricke von Bank- und Versicherungsprodukten und habe es mir zur Aufgabe gemacht, das Thema Finanzen so zu erklären, dass es wirklich jeder versteht.


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