Online Privatkredit

Wer online nach einem Privatkredit sucht, hat vielleicht schon einen ganzen Stapel an Kreditabsagen gesammelt. Bereits mit einem befristeten Arbeitsvertrag sinken die Kreditchancen gegen Null, wenn der Antragsteller nicht in Begleitung eines solventen Bürgen zum Bankgespräch erscheint. Auch ein schwaches Einkommen, das unter dem Selbstbehalt bei Insolvenz liegt oder eine gemahnte Rechnung von Krankenkasse, Handytarifanbieter oder Onlinehändler können für die Bank Grund genug sein, einen Kunden abzulehnen.

Als Alternative zum klassischen Kreditinstitut haben sich jedoch sogenannte Kreditbörsen im Internet etabliert. Sie fungieren als Vermittlungsplattform zwischen potenziellen Geldgebern und Empfängern.

  • Dabei arbeitet jede Crowdfundingplattform mit einer eigenen Partnerbank zusammen, die sich um die Verteilung der angelegten Summen kümmert.
  • Investoren und Kreditsuchende können sich also darauf verlassen, dass sie es mit einem seriösen Geschäftspartner zu tun haben, der rechtskonform und transparent agiert.
  • Das Geld für die vergebenen Kredite kommt jedoch ausschließlich von privaten Anlegern, die ihr Guthaben nach eigenem Ermessen auf die unterschiedlichen Kreditprojekte aufteilen können.
  • Bei den Kreditsuchenden handelt es sich ebenfalls um Privatpersonen, die beispielsweise ein Darlehen zum Ausgleich ihres Girokontos benötigen.

Auch doppelte Mietzahlungen wegen eines bevorstehenden Umzugs, Maklerprovisionen oder der Kauf eines Gebrauchtwagens sind häufige Gründe für ein Privatdarlehen vom Onlineanbieter. Einen Eilkredit, der innerhalb von 24 Stunden ausbezahlt wird, bekommt hier allerdings niemand. Je nach Börse sind für die Finanzierungsphase, in der der Bewerber ausreichend Anleger in seinem Projekt versammeln muss, rund drei Wochen vorgesehen. Ist der Wunschbetrag nach Ablauf dieser Frist gedeckt, kann das Geld ausgezahlt werden. Wer sich online um einen Privatkredit bewerben will, sollte diese Vorlaufzeit also unbedingt einplanen.

Voraussetzungen für Kreditsuchende

An Kreditmarktplätzen entscheiden die Investoren, wem sie ihr Geld geben. Dabei müssen sie sich aber nicht ausschließlich auf ihr Bauchgefühl verlassen. Einige Sicherheitsmechanismen sind von Börse und Partnerbank der endgültigen Kreditauszahlung vorgeschaltet. Wer ein eigenes Projekt erstellen will, muss beispielsweise in eine Schufaprüfung einwilligen. Das Ergebnis dieser Prüfung ist anschließend für jeden Besucher der Projektseite einsehbar. Zum völligen Ausschluss des Bewerbers führen aber nur schwerwiegende Negativmerkmale wie die Anmeldung einer Privatinsolvenz oder Vollstreckungsbescheide.

Außerdem muss der Antragsteller einer Provisionszahlung an die Vermittlungsplattform zustimmen, die jedoch erst fällig wird, wenn sein Gesuch erfolgreich finanziert wurde. Kann er nicht genügend Investoren für sich begeistern, muss er auch keine Provision bezahlen. Weitere Voraussetzungen muss der Bewerber nicht erfüllen. Auch Einkommenshöhe oder Arbeitslosigkeit spielen keine Rolle für die Zulassung. Bessere Chancen auf Privatkredite haben allerdings Verbraucher, die ihren Kreditwunsch nachvollziehbar formulieren können und ausreichend Angaben zu ihren Einkünften und Zahlungsverpflichtungen machen.

Kein Geld ohne Schufa-Auskunft?

Wenn die persönliche Kreditwürdigkeit zu wünschen übrig lässt, ist ein Privatkredit ohne Schufa manchmal die letzte Möglichkeit, um an Geld zu kommen. Denn deutsche Banken handhaben die Kreditvergabe nach strengen Regeln, die nicht jeder Bürger erfüllen kann. Ein regelmäßiges Einkommen, eine tadellose Zahlungshistorie oder hochwertige Sicherheiten wie eigene Immobilien können Geringverdiener mit befristeten Arbeitsverträgen, Arbeitslose oder Selbstständige, die gerade dabei sind, ein eigenes Unternehmen aufzubauen, oft nicht vorweisen.

Bei Darlehen, die von Privat an Privat vergeben werden, haben sie dennoch eine Chance auf Kredit.

  • Seit einigen Jahren gibt es virtuelle Marktplätze, auf denen jeder ein Kreditgesuch online stellen kann.
  • Private Anleger, die mit ihren Ersparnissen Rendite erzielen wollen, entscheiden dann darüber, ob sie das Gesuch finanzieren oder nicht.
  • Dabei können sie die Höhe ihres Einsatzes selbst festlegen.
  • Während der eine Anleger also 50 Euro einzubringen bereit ist, möchte der andere vielleicht das Vierfache investieren.
  • Nach spätestens drei Wochen müssen sich genügend Geldgeber gefunden haben, um den Zielbetrag zu vervollständigen.

Erst dann wird das Geld ausbezahlt.

Auch auf deutschen Kreditbörsen wird ein Privatkredit nicht ohne Schufa vergeben. Allerdings ist der Schufa-Score hier nicht das Maß aller Dinge. Wer einen niedrigen Wert erzielt, kann in seinem Gesuch beispielsweise die Gründe dafür darlegen oder als vertrauensfördernde Maßnahme das eigene Auto als Sicherheit eintragen lassen. Im Idealfall setzen sich Bewerber vor der Gesucherstellung intensiv mit ihrer finanziellen Situation auseinander. Schließlich müssen sie ihre potenziellen Geldgeber davon überzeugen, mit der Abgabe eines Gebotes kein Verlustgeschäft zu machen.

Aufgepasst bei Darlehen unter Freunden

Auch an Kreditbörsen gibt es bestimmte Festlegungen, was die Höhe der Zinssätze betrifft. Personen mit schlechter Bonität müssen hier mit Zinsen bis zu 15 Prozent rechnen. Gerade Bewerber die schon Schulden haben, laufen Gefahr sich damit zu überfordern. Für sie ist es vielleicht günstiger, sich die benötigte Summe von einem Bekannten oder Verwandten zu leihen. Auch das ist ein Privatkredit ohne Schufa Auskunft, der unter Berücksichtigung weniger Faktoren schnell und unbürokratisch zu bewerkstelligen ist.

Wer sich von einem Bekannten Geld leiht, sollte trotz des Vertrauensverhältnisses auf eine schriftliche Festlegung der Rahmenbedingungen bestehen. Vorlagen für einen solchen Vertrag finden sich in verschiedener Länge und Ausformulierung im Internet. Neben der geliehenen Summe und den genauen Rückzahlungsmodalitäten sollten die Vertragspartner auch einen angemessenen Zinssatz vereinbaren. Finanzämter interpretieren zinsfreie Darlehen unter Bekannten nämlich grundsätzlich als Schenkung. Der Schenkungsfreibetrag unter Freunden liegt bei 20.000 Euro. Höhere Darlehenssummen sollten demzufolge immer mit einem Zinssatz von 5 Prozent oder mehr abgeschlossen werden, damit darauf keine Schenkungssteuer erhoben wird.

Kreditbörsen

Seriöse Privatkredite ohne Schufa, bei denen sich Kreditgeber und Kreditnehmer keine Sorgen um die Abwicklung machen müssen, werden über Kreditbörsen vergeben. Dabei vermittelt die jeweilige Onlineplattform lediglich zwischen privaten Anlegern und Kreditsuchenden. Die Darlehen selbst werden aber weder vom Seitenbetreiber noch von den einzelnen Anlegern ausgezahlt, sondern von der Bank, mit der die Börse zusammenarbeitet.

Investoren können mit ihrer Geldanlage höhere Zinsen erzielen als auf dem Festgeldkonto. Kreditnehmer hingegen haben auf der P2P-Plattform auch dann eine Chance auf ihren Wunschbetrag, wenn eine problematische Schufa-Bewertung die Kreditaufnahme auf klassischem Weg bisher verhindert hat.

  • An einer Kreditbörse bewerben sich aber nicht nur Personen mit schlechter Schufa um ein Darlehen.
  • Auch Verbraucher mit geringem Einkommen oder Selbstständige gehören zum Empfängerkreis.
  • Dabei ist es üblich, dass stets ein ganze Gruppe an Anlegern ein Kreditprojekt finanziert.
  • Die Mindestanlage beträgt je nach Plattform 50 Euro oder mehr.
  • Damit ein Projekt die Chance hat, ausreichend Investoren von sich zu begeistern, bleibt es für etwa vier Wochen geschaltet, in denen die Anleger die Summe ihrer Wahl beitragen können.

Ist die anvisierte Summe erreicht, wird das Darlehen ausbezahlt. Die Rückzahlung des Darlehens erfolgt wie beim normalen Ratenkredit in monatlich gleichbleibend hohen Beträgen, die der Kreditnehmer an die Partnerbank der Börse überweist. Diese teilt die Raten dann anteilig unter den Investoren auf. Privatkredite ohne Schufa müssen nicht zusätzlich besichert werden. Eine Bürgschaft oder ein hinterlegter Kfz-Schein können die Bonitätsbewertung des Projektstarters allerdings verbessern und das Vertrauen der Anleger in seiner Seriösität stärken.

Gängige Zinsen und Ausschlusskriterien

Auch bei P2P-Krediten orientiert sich die Zinshöhe an der Bonität des Kreditnehmers. Wer den Anlegern weniger Sicherheit, beispielsweise in Form eines guten Einkommens oder einer guten Schufa-Bewertung bieten kann, muss für seinen Wunschkredit verhältnismäßig hohe Gebühren bezahlen. Dabei kann der effektive Jahreszins durchaus an der 10 %-Marke kratzen. Für Bewerber mit guter Bonität sind jedoch auch weitaus günstigere Zinssätze drin. Die Schufadaten des jeweiligen Bewerbers werden also durchaus abgefragt. Allerdings spielen sie, anders als bei klassischen Bankdarlehen, nicht die ausschlaggebende Rolle.

Der Bewerber muss lediglich einer Veröffentlichung seiner Bewertung zustimmen, sodass die Anleger selbst entscheiden können, ob sie das Risiko einer Investition auf sich nehmen wollen. Privatkredite ohne Schufa sind daher nicht gänzlich Schufa-frei, sondern werden lediglich trotz negativem Schufaeintrag vergeben. Vorausgesetzt, es handelt sich nicht um ein hartes Negativmerkmal. Wer bereits einen Verbraucherinsolvenzantrag stellen musste oder Vollstreckungsbescheide kassiert hat, wird auch an der Kreditbörse abgewiesen. Die finale Entscheidung über Vergabe oder Ablehnung des Kredits trifft nämlich die Partnerbank des Onlinevermittlers.

Privatkredite vertraglich absichern

Wer einen Kredit im Freundeskreis aufnehmen will, muss keinen Anwalt mit der Vertragsgestaltung beauftragen, sondern kann für das Privatdarlehen eine Vorlage aus dem Internet verwenden. Welcher Mustervertrag für die eigenen Zwecke am besten geeignet ist, hängt von den Vorstellungen der beiden Vertragspartner ab. Gänzlich ohne schriftliche Niederlegung sollte aber niemand einen Privatkredit vergeben oder annehmen.

Eine rechtssichere Alternative zum Darlehen aus dem persönlichen Umfeld ist der P2P-Kredit vom Kreditmarktplatz. Schwerwiegende Schufa-Einträge sind allerdings auch bei der Online-Vermittlungsplattform ein zwingender Ausschlussgrund.

  • Wer wenig verdient oder negativ bei einer der großen Wirtschaftsauskunfteien vermerkt ist, bekommt auf konventionellem Weg über die Bank meist keinen Kredit.
  • Auch Zeitarbeiter, Selbstständige und Freiberufler haben aufgrund ihrer unsicheren beruflichen Ausgangsituation oft große Schwierigkeiten, einen Geldgeber zu finden.
  • Ein privates Darlehen innerhalb der eigenen Familie oder im Bekanntenkreis ist für sie häufig die einzige Möglichkeit, den Kreditwunsch zu realisieren.
  • Vonseiten des Gesetzgebers ist das private Leihgeschäft auch nicht verboten, kann aber unter Umständen zum Fall für das Finanzamt werden.

Das gilt insbesondere bei Personen, die nicht ersten Grades miteinander verwandt sind. Leihen sie sich mehr als 20.000 Euro, ohne dafür einen marktüblichen Zins zu vereinbaren, kann die Geldleihe als steuerpflichtige Schenkung aufgefasst werden. Experten raten jedoch nicht nur bei größeren Summen dazu, die Einzelheiten des Kreditgeschäfts schriftlich zu fixieren, um Missverständnisse zu vermeiden. Insbesondere die Höhe des Leihbetrages und die Rückzahlungsmodalitäten sollten klar geregelt sein. Bei den meisten Privatdarlehen ist eine Vorlage vom Onlinerechtsportal zu diesem Zweck völlig ausreichend.

P2P-Kredite von anonymen Investoren

Bei vielen Anbietern steht der Mustervertrag sogar kostenlos zum Download bereit. Idealerweise füllen die Beteiligten die Vorlage für das Privatdarlehen gemeinsam aus. Außerdem sollten sie stets zwei Ausführungen anfertigen, sodass jeder Vertragspartner ein Original in seinen Unterlagen abheften kann. Beim P2P-Kredit muss sich der Bewerber nicht um die Ausgestaltung der Rahmenbedingungen kümmern. Diese Aufgabe übernimmt die Partnerbank der Vermittlungsplattform. Per Crowdfunding finanzierte Darlehen sind in puncto Zins und Rückzahlung daher ganz normale Ratenkredite.

Mit dem Unterschied, dass das Geld nicht vom Kreditinstitut selbst, sondern von einer Gruppe privater Anleger zur Verfügung gestellt wird. Für ihre Bereitschaft auch in riskante Kreditgesuche zu investieren, erhalten die Anleger einen Zinssatz, der meist über der von Banken veranschlagten Gebühr für einen Kredit liegt. Für ein gewisses Maß an Sicherheit soll außerdem die Schufa-Prüfung sorgen, der jeder Antragsteller zustimmen muss. Allerdings werden nur Verbraucher, die bereits Privatinsolvenz anmelden mussten oder gegen die Vollstreckungsbescheide vorliegen, von der Kreditaufnahme über die Crowdfundingplattform ausgeschlossen.

Privatdarlehen

Auf einer Crowdfundingplattform muss der gewünschte Privatkredit mit einem Formular beantragt werden, wie es Kunden von der Onlinebank kennen. Auch einer Überprüfung der Schufa-Daten müssen die Nutzer zustimmen. Eine Garantie auf Bewilligung gibt es an der Kreditbörse ebenfalls nicht und die Gebühren liegen oft weit über dem Zinssatz, mit dem Banken ihre Kreditprodukte bewerben.

Dennoch hat das Darlehen aus dem anonymen Anlegerpool Vorteile gegenüber der Geldleihe bei Freunden oder Verwandten. Nicht nur, weil keine persönliche Beziehung zwischen Geldgeber und Kreditnehmer besteht.

  • Bei Privatdarlehen im Bekanntenkreis ist die Versuchung, die Raten schleifen zu lassen, besonders groß.
  • Schließlich handelt es sich beim Kreditgeber um einen guten Freund, wenn nicht gar Angehörigen, von dem man Nachsicht und Geduld erwartet, wenn es mit der Rückzahlung nicht so klappt wie vereinbart.
  • Wer seine persönlichen Beziehungen nicht durch Geldgeschäfte belasten will, sollte sich daher nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten umsehen.
  • Geldgeber finden sich beispielsweise an Kreditbörsen, an denen Privatinvestoren ihr Vermögen gegen Zinsen anlegen.

Bei den Bewerbern handelt es sich meist um Personen, die aufgrund ihrer finanziellen oder beruflichen Situation kein Geld bei ihrer Hausbank erhalten. Dennoch handelt es sich beim P2P-Kredit aus dem Internet um ein seriöses Darlehen, dessen Abwicklung von der Partnerbank der Vermittlungsplattform streng überwacht wird. Einzig der Bewerbungsprozess unterscheidet sich vom Antrag beim klassischen Kreditinstitut. Die Nutzer füllen für ihren Privatkredit ein Formular aus, in sie ihre Einnahmen und Lebenshaltungskosten angeben und sich den zukünftigen Geldgebern vorstellen können.

Geregelte Rahmenbedingungen an Kreditbörsen

Sobald ein Kreditprojekt veröffentlicht wird, haben die Anleger etwa 20 Tage Zeit, um sich daran zu beteiligen. Wie viel Geld sie in welches Gesuch investieren, ist dabei ihnen selbst überlassen. Bei manchen Kreditportalen gibt es allerdings einen Mindestbetrag, den sie setzen müssen. Wird die Zielsumme innerhalb der Projektfrist vollständig finanziert, kann der Kredit ausbezahlt werden. Anders als bei der Hausbank bezahlt der Kreditnehmer eine Vermittlungsgebühr an die Onlinebörse, die mit der Leihsumme verrechnet wird. Er bekommt also geringfügig weniger ausbezahlt, als er beantragt hat.

Vom Zeitpunkt der Auszahlung an, verhält sich das Darlehen wie jeder andere Ratenkredit. Der Empfänger überweist gleichbleibend hohe Raten an die Partnerbank der Börse, bis die Schuld getilgt ist. Die Bank wiederum verteilt das Geld an die einzelnen Anleger. Auch die Zinsfestlegung ähnelt dem Vorgehen beim klassischen Geldinstitut. Wie viel Gebühren der einzelne Kreditnehmer bezahlt, hängt auf Crowdfundingplattformen nämlich maßgeblich von seiner Bonität ab. Dementsprechend billiger wird es für Nutzer, die ihre Rechnungen bisher immer pünktlich beglichen haben.

Private Kreditgeber – Geldprobleme gelöst?

Einen Privatkredit in Berlin und Umgebung zu erhalten, dürfte für die meisten Menschen kein Problem sein. Rund 25 Banken haben in Berlin und Brandenburg ihren Sitz, mehr als 120 Banken sind im Bankleitzahl-Bereich 1 registriert. Trotz Ausdünnung der Filialnetze ist in der Großstadt praktisch immer eine Bank in der Nähe, und dank Online-Banking gibt es günstige Darlehen auch vom heimischen Sofa aus.

Und doch bekommen bestimmte Risikogruppen im herkömmlichen Bankensystem kein Darlehen. Private Kreditgeber können eine Lösung sein.

  • Was sind schon 25 Banken gegen die 3,5 Millionen Einwohner Berlins?
  • Einige davon werden sicher Geld übrig haben, um es an Privatpersonen zu verleihen.
  • Das tun sie nicht aus Nächstenliebe, sondern weil sie sich für das höhere Risiko auch mehr Rendite versprechen, als derzeit für Tagesgeld oder Festgeld zu haben ist.
  • Das bedeutet aber auch, dass ein Kredit von Privat nicht billig ist.
  • Im Gegenteil, denn wer ohne Gehaltsnachweis oder sonstige Sicherheiten ein Darlehen für Privatzwecke oder einen Geschäftskredit für eine eher unsichere Idee haben möchte, zahlt dafür auch hohe Zinsen.

Ein Dispokredit ist im Vergleich etwa genauso teuer.

Plattformen im Internet bringen Kreditsuchende und Geldgeber zusammen, schätzen aber wie eine Bank das Risiko ein und empfehlen darauf aufbauend Zinsen, die das Ausfallrisiko, etwa bei Insolvenz der Privatperson, abdecken. Dabei können durchaus Zinssätze über zehn Prozent herauskommen. Zahlt der Schuldner nicht, kann er keine Nachsicht erwarten, nur weil der Gläubiger keine Bank ist. Er wird sich genauso mit einem Inkassobüro oder dem Gerichtsvollzieher auseinandersetzen müssen.

Kreditzusage nur häppchenweise

Um ihr Risiko zu begrenzen, beteiligen sich die Geldgeber in der Regel nur mit sehr kleinen Beträgen ab 25 Euro an vielen Projekten. Kommt es zu einem Ausfall, ist nur wenig Geld verloren. Umgekehrt heißt das, dass der Kredit erst dann gewährt werden kann, wenn genügend Zusagen zusammengekommen sind. Interessenten sollten bei der Auswahl der Plattform unbedingt darauf achten, dass keine Gebühren anfallen, wenn gar kein Kreditvertrag zustande kommt.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass ein Privatkredit in Berlin oder sonst wo in Deutschland für bestimmte Zielgruppen leichter zu bekommen ist, wenn man die Prüfkriterien des klassischen Bankensystems meidet. Unregelmäßiges Einkommen bei Selbstständigkeit, negative SCHUFA-Einträge und risikoreiche Projekte sind typische Beispiele. Peer-to-peer-Kredite sind eine seriöse Alternative, aber in aller Regel nicht billiger als ein Bankdarlehen. Vor allem sind sie kein gangbarer Weg aus einer Schuldenfalle. Verweigert die Hausbank den Kredit wegen bestehender Schulden, sollte der erste Weg zu einer Schuldnerberatung führen. Öffentliche und privat organisierte Beratungsangebote gibt es in allen Berliner Bezirken.

Steuervorteil für Zinsen nutzen

Zinsen für Privatdarlehen sind der Abgeltungssteuer unterworfen. Das klingt zunächst nicht wie eine gute Nachricht, ist es genau genommen aber doch, denn die Abgeltungssteuer ist für die meisten Steuerzahler niedriger als der persönliche Einkommensteuersatz.

Es gibt aber Ausnahmen von der günstigen Regelung.

  • Das Einkommensteuergesetz kennt sieben steuerpflichtige Einkommensarten.
  • Der Lottogewinn gehört nicht dazu, Kapitalerträge aber wohl.
  • Wenn Sie also Ihre Lotto-Million auf einem Festgeldkonto parken und Zinsen kassieren, müssen Sie zwar nicht den Gewinn selbst, aber die Zinsen versteuern.
  • Ist das Festgeldkonto bei einer deutschen Bank, behält die Bank automatisch 25 % Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls auch noch Kirchensteuer ein.
  • Der Vorteil ist, dass Ihre Steuerschuld damit erledigt ist, auch wenn Ihr persönlicher Steuersatz höher liegt als 25 %.

Das ist bei den meisten Arbeitnehmern der Fall. Müssten Sie dagegen eigentlich weniger als 25 % Steuern zahlen, können Sie eine sogenannte Günstigerprüfung beantragen. Das Finanzamt erstattet Ihnen die zu viel gezahlte Abgeltungssteuer.

Was für die Zinsen des Festgeldkontos gilt, gilt genauso, wenn Sie als Privatperson einem anderen Privatmann oder Unternehmen einen Kredit gewähren und dafür Zinsen bekommen. Zwar gibt es bei Privatdarlehen keine Abgeltungssteuer, die automatisch einbehalten wird, der Vorteil des Steuersatzes von nur 25 % oder der niedrigeren persönlichen Einkommensteuer steht Ihnen aber dennoch zu.

Ausgenommen von der günstigen Abgeltungssteuer sind allerdings Kredite zwischen nahen Angehörigen, wenn der Kreditnehmer die Zinsen steuerlich absetzt, zum Beispiel als Werbungskosten oder Betriebsausgaben. Privatdarlehen sind dann nicht mit der Abgeltungssteuer von 25 %, sondern mit dem jeweiligen Einkommensteuersatz zu versteuern. Das beugt Missbrauch vor.

Freibeträge nutzen

Vielleicht sind Sie bislang nicht auf die Idee gekommen, dass privat vereinbarte Zinsen überhaupt zu versteuern sind. Sie zu verschweigen, ist aber keine gute Idee. Steuerhinterziehung ist ein Straftatbestand. Und die Finanzämter haben durchaus Möglichkeiten, Zinsen von Privatdarlehen zu ermitteln. Stellen Sie sich vor, dass der Darlehensnehmer die Kapitalkosten seinerseits von der Steuer absetzen will, zum Beispiel weil er mit dem Darlehen eine vermietete Eigentumswohnung erwirbt. Ein einfacher Quercheck der Finanzämter lässt den Betrug auffliegen. Noch größer ist das Risiko, erwischt zu werden, bei Privatkrediten, die über die bekannten Anbieter im Internet vermittelt werden. Eine Betriebsprüfung beim Vermittler reicht, um eine Vielzahl steuerpflichtiger Zinserträge zu erfassen.

Sparer haben aber einen jährlichen Freibetrag von 801 EUR. Kapitalerträge bis zu dieser Höhe sind steuerfrei, und bei niedrigem Zinsniveau im Markt muss man schon eine Menge Geld anlegen, um an den Freibetrag heranzukommen. Denken Sie aber bei Ihrer Steuererklärung daran, die Zinsen aus Privatdarlehen anzugeben und zu den Kapitalerträgen zu addieren, die Ihnen die Banken bescheinigt haben. Die Gesamtsumme ist entscheidend, und alles, was 801 EUR übersteigt, ist zu versteuern.

Privatkredit über eine Kreditplattform

Über eine Privatkredit Plattform können Verbraucher ein Darlehen vereinbaren, das kommt insbesondere für Menschen mit niedrigem beziehungsweise unsicherem Einkommen infrage: Die Plattform fungiert hierbei als Vermittler, das Geld stammt von privaten Anlegern. Diese Privatdarlehen erfreuen sich zunehmend großer Beliebtheit.

Auf diesem Weg können auch Verbraucher ihren Finanzbedarf decken, die bei Banken keine Chance auf einen Kredit haben.

  • Der genaue Ablauf kann sich zwischen den einzelnen Dienstleistern etwas unterscheiden, aber grundsätzlich setzen sie auf das gleiche Prinzip: Im ersten Schritt melden sich Interessierte an einem Darlehen auf der Plattform an und reichen Einkommensnachweise ein.
  • Der Anbieter prüft anschließend diese Dokumente sowie die Schufa-Datei.
  • Bei einem negativen Schufa-Eintrag müssen Verbraucher mit einer Ablehnung rechnen, in diesem Punkt verfahren die Plattformen gleich wie Banken.
  • Beim Einkommen zeigen sie sich dagegen wesentlich liberaler.
  • Bei einem positiven Entscheid folgt der zweite Schritt: Das Portal ordnet Nutzer einer bestimmten Bonitätsstufe und damit einem Zinssatz zu.

Zu diesem Zinssatz können User anschließend in der Community einen Kredit anfragen. Menschen mit guter Bonität erhalten günstige Zinsen zugewiesen, andere müssen höhere Kosten einplanen.

Nun folgt die wesentliche Herausforderung: Nutzer formulieren ihren Kreditwunsch. Private Anleger haben während einer gewissen Frist Zeit, die komplette Kreditsumme oder Teilbeträge zu zeichnen. Nur wenn bis zum Fristende der vollständige Betrag zusammenkommt, erhalten User tatsächlich ein Darlehen. Entsprechend sollten sie sich bei ihrer Vorstellung Mühe geben. Sie sollten ihren persönlichen Hintergrund beschreiben und den Grund für den Finanzbedarf nennen. Zudem sollten sie überzeugend erläutern, warum sie den Kredit sicher zurückzahlen können. Es empfiehlt sich auch ein Profilfoto, auf dem das Gesicht gut erkennbar ist. Ein solches Foto schafft Vertrauen. Nachfragen aus der Community sollten Nutzer zeitnah und freundlich beantworten.

Die Kosten

Bei Bankkrediten fallen nur die Zinskosten an. Auch bei einem Darlehen über eine Kreditplattform von privat für privat spielt dieser Kostenpunkt eine wichtige Rolle. Darüber hinaus fordern die Dienstleister Gebühren. Das lässt sich leicht nachvollziehen: Die Zinsen kassieren ausschließlich die privaten Anleger, die Plattformen wollen selbstverständlich auch Geld verdienen. Deshalb erheben sie in unterschiedlicher Form Vermittlungsgebühren. Es kann sich zum Beispiel um einen Pauschalbetrag plus einer Summe handeln, die sich prozentual an der Kredithöhe berechnet. Für die Partnerbank des Dienstleisters, welche sämtliche finanziellen Transaktionen wie die Auszahlung des Kredits und die anteilige Weiterleitung der Raten übernimmt, kann es extra Kosten geben. Insgesamt lässt sich feststellen: Eine Privatkredit Plattform eignet sich für alle, die keinen Bankkredit abschließen können. Wer dagegen ein Bankdarlehen vereinbaren kann, sollte das aufgrund meist geringerer Kosten bevorzugen.


Marcel Ziegler

Als ehemaliger Finanz- und Honorarberater habe ich jahrelang direkt mit Privatkunden gearbeitet und weiß daher aus eigener Erfahrung, welche Fehler Menschen beim Umgang mit Geld machen. Ich kenne die Fallstricke von Bank- und Versicherungsprodukten und habe es mir zur Aufgabe gemacht, das Thema Finanzen so zu erklären, dass es wirklich jeder versteht.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.