Kredit für Firmen

Um einen Kredit für Firmen zu beantragen, ist etwas mehr Aufwand erforderlich als das Einreichen von Personalausweis, Arbeitsvertrag und Gehaltsabrechnung.

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen geben dem künftigen Kreditgeber Aufschluss darüber, ob das Unternehmen wirtschaftlich gesund ist, die Einnahmen zur Deckung der Kreditraten ausreichen und ob die Kreditaufnahme unter Rendite-Gesichtspunkten überhaupt sinnvoll ist.

  • Damit die Beurteilung der Kreditwürdigkeit nicht nur die aktuelle Situation widerspiegelt, sondern eine Entwicklung bzw.
  • Kontinuität zu erkennen ist, sollten Unterlagen der letzten zwei bis drei Jahre eingereicht werden.
  • Wertvolle Hilfe kann vom Steuerberater kommen.
  • Er erstellt die Steuererklärung ohnehin nicht „zu Fuß“, sondern bedient sich einer spezialisierten Software.
  • Diese Programme liefern üblicherweise die benötigten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen ohne Zusatzaufwand auf Knopfdruck.

Diese Kennzahlen sind für die Banken interessant

Aus dem großen Set der Kapitalkennzahlen schauen Kreditgeber besonders auf die Eigenkapitalquote bzw. den Verschuldungsgrad. Je mehr Eigenkapital vorhanden ist, desto geringer ist das Risiko eines Zahlungsausfalls. Von den Rentabilitätskennzahlen werden vor allem Gesamtkapitalrentabilität (GKR) und Eigenkapitalrentabilität (EKR) betrachtet. Die GKR muss über dem Kreditzins liegen, damit sich der Kredit für die Firma auch rechnet. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Wirkung auf die EKR. Denn wenn durch die Aufnahme von Fremdkapital der Unternehmensgewinn steigt, erhöht sich auch die EKR. Um die Risiken des Fremdkapitaleinsatzes zu begrenzen, ist aber wiederum der Blick auf die oben erwähnte Eigenkapitalquote wichtig. Ein nach diesen Kennzahlen gesundes Unternehmen kann trotzdem in Schwierigkeiten geraten, wenn die nötige Liquidität fehlt. Der Cashflow gibt Auskunft über Zuflüsse und Abflüsse liquider Mittel. Im Verhältnis zur Betriebsleistung ergibt sich die Cashflow-Rate, die in einem soliden Unternehmen über dem Kapitalmarktzins liegen sollte.

Probleme im klassischen Bankensystem

Freiberufler und Selbstständige haben gelegentlich Probleme, bei ihrer Hausbank oder anderen Filial- und Direktbanken ein Darlehen zu bekommen. Das betrifft sowohl den Kredit für Firmen als auch den Privatkredit für den Inhaber. Nach den schlechten Erfahrungen mit faulen Krediten aus der Zeit der Bankenkrise sind die Kreditgeber vorsichtig geworden, auch weil der Gesetzgeber die Daumenschrauben angezogen hat. Ein unregelmäßiges Einkommen aus unternehmerischer Tätigkeit, mag es noch so hoch ausfallen, kann aus Sicht der Bank die Kreditwürdigkeit deutlich vermindern. Möglicherweise lohnt für eine kleine Darlehenssumme der Aufwand einer betriebswirtschaftlichen Analyse nicht. Eine Alternative sind Vermittlungsplattformen für Kredite privater Investoren. Die Zinsen sind marktüblich hoch, aber die Vergabe erfolgt deutlich flexibler ohne starre Regeln. Da unter Umständen mehrere Geldgeber überzeugt werden müssen, weil diese sich zur Risikostreuung nur mit kleinen Beträgen an einem Kredit beteiligen, muss für die Kreditaufnahme etwas mehr Zeit eingeplant werden.

Kredit für UGs

Während für eine „richtige“ GmbH 25.000 Euro Startkapital nötig sind, reicht für die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), kurz UG, ein einziger Euro. Die Existenzgründung per UG ist deshalb beliebt, zugleich bedeutet das Konstrukt aber Schwierigkeiten beim Kredit für eine UG.

Die Mini-GmbH genießt bei Kreditgebern keinen guten Ruf.

  • Viele Existenzgründer haben mit diesem Problem zu kämpfen.
  • Die Geschäftsidee ist in ihren Augen ausgereift und bis zu Ende durchdacht, aber das Kapital für die Unternehmensgründung fehlt.
  • Eine Personengesellschaft ist denkbar.
  • Aber die voll haftenden Gesellschafter stehen dann mit ihrem gesamten Privatvermögen für die Schulden des Unternehmens ein.
  • Läuft die Sache nicht wie geplant, ist das Eigenheim der jungen Familie weg.

Die UG ist der politische Kompromiss, um Existenzgründern das Leben leichter zu machen. Ihrer Rechtsnatur nach ist sie eine GmbH. Der Name ist eigentlich nicht korrekt, denn die GmbH – Gesellschaft mit beschränkter Haftung – haftet als juristische Person unbeschränkt mit ihrem gesamten Vermögen. Aber eben nur mit dem Gesellschaftsvermögen, eine persönliche Haftung der Gesellschafter über ihre Einlagen hinaus kommt nicht in Betracht. Aus Sicht der Gläubiger gibt es also sehr wohl eine Haftungsbeschränkung. Die UG hat genau dieses Prinzip, deshalb ist der Zusatz „(haftungsbeschränkt)“ in der Firmierung, zum Beispiel auf einem Briefbogen, auch zwingend vorgeschrieben. Und eben diese Haftungsbeschränkung macht den Kredit für die UG so schwer zu bekommen.

Umfangreiche Bonitätsprüfung

In der Praxis wird eine UG wohl kaum mit einem Euro Gesellschaftskapital gegründet. Das Gründungskapital sollte dem Geschäftszweck angemessen sein. Sacheinlagen sind nicht zulässig. Ist das Kapital zu gering, besteht gleich in der Startphase eine hohe Insolvenzgefahr. Einen kleinen Trost für den Kreditgeber gibt es aber. Die UG darf nämlich zu Anfang ihrer Geschäftstätigkeit Gewinne nicht in voller Höhe ausschütten. Mindestens 25 % müssen so lange im Unternehmen verbleiben, bis das normale Mindestkapital einer GmbH von 25.000 Euro erreicht ist. Allerdings existiert dafür keine Frist, und wenn keine Gewinne anfallen, wird auch kein Stammkapital gebildet. Der Kreditsachbearbeiter bei der Bank wird einen Experten zu Rate ziehen und das Geschäftsmodell der UG genau durchleuchten. Dabei spielen zum Beispiel Kennzahlen zur Eigenkapitalausstattung und der prognostizierten Rendite eine große Rolle. Vom Ergebnis der Prüfung hängt ab, ob und zu welchen Konditionen es Kredit für die UG gibt.

Förderung durch die KfW

Die KfW, ehemals Kreditanstalt für Wiederaufbau und heute die größte nationale Förderbank der Welt, hält besondere Angebote für Existenzgründer unabhängig von der Rechtsform und auch bei geringen Sicherheiten bereit. Das StartGeld (Produkt 067) von bis zu 100.000 Euro wird aus Mitteln der EU garantiert und ist auch für Unternehmensnachfolger verfügbar. Weitere interessante Möglichkeiten sind die Aufstockung des Eigenkapitals (Produkt 058) bis 500.000 Euro und der universelle Gründerkredit (Produkte 073 bis 076), den es auch für Erweiterungen und Festigungen des Betriebes in einem Volumen bis zu 25 Millionen Euro gibt, sogar für Investitionen im Ausland.

Kredite für Firmen

Kredite für Firmen erhalten Unternehmer bei vielen Privatbanken. Ansprechpartner können Institute mit lokalen Zweigstellen sein, aber auch Direktbanken. Zuerst sollten sie aber immer prüfen, ob eine Finanzierung mit einem KfW-Kredit möglich ist. Die öffentlich-rechtliche Bank zeichnet sich durch preiswerte Förderkredite für Unternehmen aus. Interessierte beantragen diesen Kredit nicht direkt bei der KfW, sondern über eine private Bank.

Die Mitarbeiter entscheiden über den Kreditantrag. Dabei gehen sie aber deutlich liberaler als bei eigenen Angeboten vor: Die KfW-Bank stellt die Partnerbank nämlich weitgehend oder komplett von der Haftung frei, entsprechend kann bei dem vermittelnden Institut kaum oder gar kein wirtschaftlicher Schaden entstehen.

  • Für die KfW-Förderkredite sprechen mehrere Argumente.
  • Erstens haben insbesondere Gründer große Chancen auf einen Kredit, während sie bei normalen Bankkrediten häufig Absagen erhalten.
  • Zweitens überzeugt die KfW-Bank mit kundenfreundlichen Konditionen bei der Rückzahlung.
  • So profitieren Unternehmer von einer tilgungsfreien Zeitspanne zum Anfang.
  • Drittens bestechen die Finanzierung mit niedrigen Zinssätzen, die Privatbanken in der Regel nicht bieten können.

Gleichwohl sollten Interessierte die KfW-Konditionen mit den Krediten anderer Banken vergleichen, in Einzelfällen lässt es sich mit einem normalen Darlehen günstiger finanzieren. Das gilt insbesondere für Firmen, die über eine optimale Bonität verfügen.

Die KfW offeriert mehrere Kreditprogramme für unterschiedliche Zielgruppen. Es existieren zum Beispiel zwei Programme für Förderer, der ERP-Gründerkredit StartGeld und das ERP-Kapital für Gründung. Beim Startgeld bekommen Gründer bis zu 100.000 Euro, neben Investitionen dürfen sie damit auch Betriebsmittel wie Personalkosten finanzieren. Eigenkapital ist nicht notwendig. Beim ERP-Kapital für Gründung verzeichnen Unternehmer sogar bis zu 500.000 Euro, benötigen aber 10 % Eigenkapital und dürfen das Geld nicht für betriebliche Mittel beantragen. Die genaue Unternehmensform spielt bei diesen Krediten keine Rolle, es kann sich zum Beispiel um eine GmbH oder um einen Einzelunternehmer handeln.

Auch etablierte Unternehmen können Investitionen mit KfW-Krediten für Firmen stemmen. Diese Finanzierungen stellt die KfW unter dem Oberbegriff „Erweitern & Festigen“ zur Verfügung. Zur Angebotspalette gehören unter anderem der KfW-Unternehmerkredit, das ERP-Innovationsprogramm und das ERP-Regionalförderprogramm. Erfüllen Unternehmer die jeweiligen Voraussetzungen, können sie sich ebenfalls über günstige Zinssätze und vorteilhafte Rückzahlbedingungen freuen.

Überzeugender Businessplan als Grundlage

Eine Chance auf Kredite für Firmen besteht nur, wenn Gründer und Unternehmer ihr Vorhaben detailliert erläutern. Existenzgründer müssen hierfür einen überzeugenden Businessplan vorlegen. In diesem Plan erläutern sie ihre persönliche Qualifikation, stellen ihre Idee vor und beschreiben die Umsetzung. Sie beschäftigen sich mit unterschiedlichen Facetten wie Konkurrenzsituation, Vertriebskanäle und Marketing. Zudem bedarf es eines konkreten Finanzplans. Auch bereits existierende Unternehmen müssen bei einem Kreditantrag entsprechende Unterlagen vorlegen.

Kredit für Firmenübernahme

Ein Kredit für die Firmenübernahme ist nur ein Teilaspekt, bei dem die Bank wertvolle Hilfe leistet, wenn es um die Nachfolgeregelung in einem Betrieb geht. Große Banken halten Spezialisten bereit, die im Vorfeld wichtige Parameter abklopfen, die Übergabe des Unternehmens begleiten und koordinieren. Die Hilfe ist nicht nur im Sinn des Jungunternehmers, sondern mindert zugleich das Risiko eines Zahlungsausfalls für den Kreditgeber.

Denn nur ein gesundes Unternehmen, das auch nach der Übernahme Gewinne abwirft, sichert die Zahlungsfähigkeit des Schuldners.

  • Eine der wichtigsten Fragen beim Kredit für die Firmenübernahme ist die Angemessenheit des geforderten Kaufpreises.
  • Der Unternehmenswert lässt sich vereinfacht aus dem Ertrag ableiten.
  • Für eine ganz grobe Berechnung finden sich entsprechende Ertragswertrechner als Hilfen im Internet.
  • Besser ist es, Bank oder Steuerberater einzubeziehen.
  • Und der Ertragswert ist nicht alles.

Kundenkreis, Lieferanten, die Finanzstruktur – all das gilt es zu untersuchen. Wie sieht es aus mit wichtigen Know-how-Trägern in der Belegschaft? Bleiben diese auch nach einem Eigentümerwechsel an Bord, oder drohen Probleme, wenn Kopfmonopole verloren gehen? Experten der Banken helfen bei einer Einschätzung der Risiken. Gemeinsam mit ihnen lässt sich der beste Übertragungsweg ermitteln und vor allem ein guter Zeitpunkt für den Übergang bestimmen.

Eigenkapital und Förderdarlehen einbeziehen

Ein Unternehmenskauf ohne Eigenkapital ist ein gewagtes Geschäft. Die Banken werden bei einer 100-%-Finanzierung an der Zinsschraube drehen, und der übernommene Betrieb muss mindestens so viel Profit abwerfen, dass neben den ohnehin anfallenden Kosten das Fremdkapital bedient werden kann. Auch der Unternehmerlohn muss entsprechend hoch ausfallen, denn Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung erhält der Selbstständige nicht. Auch seine Altersversorgung muss er aus eigener Tasche aufbauen. Auf jeden Fall ist es besser, mit Eigenkapital in die neue Selbstständigkeit zu starten. Wie viel das sein sollte, hängt vom Einzelfall ab. Der Kapitalbedarf für eine Firmenübernahme ist durchweg größer als bei einer Neugründung, denn „klein anfangen“ entfällt bei der Übernahme. Vielleicht akzeptiert der Verkäufer aber auch die Zahlung des Kaufpreises gestreckt über zwei bis drei Jahre. Glaubt er an seine Geschäftsidee und den erfolgreichen Nachfolger, sollte das kein Problem sein. Eine recht sichere und einfach zu finanzierende Variante ist auch die Übernahme einer Franchising-Filiale einer eingeführten Marke an einem guten Standort. Bei den Krediten für eine Firmenübernahme sollte stets die Verfügbarkeit von Darlehen der Förderbank KfW geprüft werden. Das StartGeld (Produkt 067) steht nicht nur Gründern zur Verfügung, sondern auch Nachfolgern. Auch die universellen Gründerkredite (073 bis 076) und das Eigenkapitalplus (058) sind gute Optionen, mit geringeren Sicherheiten an gute Zinsen zu kommen.

Kredit für Unternehmenskauf

Mit einem Kredit für einen Unternehmenskauf begibt sich der neue Inhaber über einen meist langen Zeitraum in eine erhebliche Verschuldung. Ein solcher Schritt will gut überlegt sein – je nach Rechtsform des Unternehmens haftet er nämlich mit seinem gesamten Privatvermögen für den Kredit, selbst wenn der Laden nicht wie geplant läuft.

Auch ein zinsgünstiger Förderkredit muss zurückgezahlt werden, egal, ob das gekaufte Unternehmen Gewinne abwirft oder nicht.

  • Liegt Ihnen bereits ein Angebot vor – persönlich oder aus einer der Unternehmensnachfolge-Börsen im Internet –, sollten Sie prüfen, ob der geforderte Preis realistisch ist.
  • Vor allem bei scheinbaren Schnäppchen, einem großen Missverhältnis zwischen dem angeblich höheren Unternehmenswert und dem niedrigeren Kaufpreis, sind gesunde Zweifel angebracht.
  • Ziehen Sie im Zweifel einen Experten hinzu, fragen Sie bei der Handels- oder Handwerkskammer.
  • Lassen Sie die Buchführung des angebotenen Unternehmens von einem Steuerberater einsehen. Über das Ertragswert-Verfahren lässt sich aus dem Gewinn zumindest näherungsweise ein Unternehmenswert errechnen.

Eigenkapital und Fremdkapital im richtigen Verhältnis

Ganz ohne Eigenkapital ist ein Kredit für den Unternehmenskauf schwierig. Die Darlehenssumme muss recht hoch ausfallen, und ohne Sicherheiten werden die Kreditkosten eine erhebliche Belastung darstellen. Das Unternehmen muss mehr abwerfen, damit nach Abzug dieser und weiterer Kosten noch genug übrig bleibt, das für Sie zum Leben reicht. Bedenken Sie, dass sie als Unternehmer für Ihre Sozialabgaben selbst aufkommen und Ihre Altersversorgung allein aufbauen müssen. Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung gibt es für Sie nicht. Experten empfehlen eine Eigenkapitalquote von mindestens 15 bis 20 %. Den Rest können Sie sich entweder durch Beteiligungskapital oder eben als Kredit für einen Unternehmenskauf besorgen.

Gesellschafter ins Boot holen

Beteiligungskapital kann einerseits durch eine offene Beteiligung anderer Gesellschafter erfolgen. Wie genau die Rechte und Pflichten geregelt sind, hängt von der jeweiligen Rechtsform ab. Grundsätzlich partizipieren Gesellschafter sowohl am Geschäftsergebnis als auch an der Wertentwicklung des Unternehmens. Eine andere Form ist die stille Beteiligung. Hier gibt der Gesellschafter eine Einlage, ohne dafür Unternehmensanteile zu erhalten. Er bekommt zwar Gewinnausschüttungen, ist aber nicht an der Entwicklung des Vermögens beteiligt. Kapitalgeber bei offenen oder stillen Beteiligungen sind nicht nur Privatpersonen, sondern auch spezialisierte Beteiligungsgesellschaften, sogenannte Private Equity Unternehmen. Auskunft dazu gibt es zum Beispiel beim Verband Deutscher Bürgschaftsbanken e. V. (VDB), in dem auch die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften der Bundesländer organisiert sind.

Förderkredite mit besonderen Voraussetzungen

Förderbanken, insbesondere die KfW, vergeben vergünstigte Kredite und Zuschüsse. Zugang zu diesen Darlehen erhält man über die Hausbank. Vor der Zusage eines Kredits zum Unternehmenskauf wird die persönliche und fachliche Eignung des Kreditnehmers für die angestrebte Tätigkeit geprüft, ebenso seine Bonität und Solidität. Eine Analyse des Business-Plans stellt die wirtschaftliche Tragfähigkeit des zu kaufenden Unternehmens sicher. Ist der Verkäufer von der Zukunftsfähigkeit seiner Firma überzeugt? Fragen Sie ihn, ob er einen Teil des Kaufpreises in ein Verkäufer-Darlehen umwandelt. Glaubt er an seine Geschäftsidee, ist sein Risiko dabei gering.

Jungunternehmer Kredit

Um sich selbstständig zu machen, braucht fast jeder Jungunternehmer einen Kredit von der Bank. Selten reicht das Eigenkapital aus, um die notwendigen Anschaffungen zu machen. Zulassungen, Lizenzen und vieles mehr kosten ebenfalls viel Geld, das kaum jemand aus eigener Tasche finanzieren kann. Auch Bargeld zur Deckung notwendiger kleiner Ausgaben muss zur Verfügung stehen.

Das größte Problem für Existenzgründer besteht darin, die Bank vom eigenen Konzept zu überzeugen, damit sie bereit ist, dem Jungunternehmer ein Darlehen zu gewähren. Nur mit der richtigen Vorbereitung wird es gelingen, das notwendige Kapital für die neue Geschäftsidee zu beschaffen.

  • Der wichtigste Schritt für die Erlangung des notwendigen Kapitals ist die Berechnung, wie viel Geld für die Neugründung tatsächlich benötigt wird.
  • Reicht ein Mikrokredit, wird ein Kredit in Höhe von 10000 Euro ausreichen oder muss ein höherer Betrag aufgenommen werden.
  • Danach richtet es sich, mit welcher Bank die Gespräche geführt werden.
  • Manche Start-ups können durch die KFW-Bank gefördert werden.
  • Es kann sich lohnen, wenn der Jungunternehmer sich nach den Voraussetzungen erkundigt und die notwendigen Unterlagen für einen Kredit bei der Förderbank zusammenstellt.

Für Geringverdiener sind Bankgespräche eine fast nicht zu überwindende Hürde. Wer mit wenig Einkommen oder trotz Hartz IV Geld für eine Existenzgründung aufnehmen möchte, wird von kaum einer Bank den gewünschten Jungunternehmer Kredit bekommen.

Die meisten Banken tun sich schwer damit, einem Jungunternehmer Kredit zu gewähren, da die Unsicherheit, ob der Kredit zurückgezahlt werden kann, recht groß ist. Nicht jedes neue Unternehmen macht Gewinn. Deshalb muss der Existenzgründer einen Geschäftsplan erstellen, aus dem hervorgeht, dass das Unternehmen in absehbarer Zukunft schwarze Zahlen schreiben wird. Außerdem kann es hilfreich sein, darzulegen, wie viel Eigenkapital vorhanden ist. Je höher dieser Betrag ist, desto günstiger ist es, einen Kredit von der Bank zu bekommen.

Gute Vorbereitung auf das Bankgespräch

Auf den Termin mit der Bank sollte sich der Jungunternehmer gut vorbereiten. Er muss sich darauf gefasst machen, dass sich der Sachbearbeiter nicht mit kritischen Fragen zurückhalten wird. Je überzeugter von seiner Idee der Antragsteller auftritt, desto eher wird er Erfolg haben und einen Jungunternehmer Kredit gewährt bekommen. Dass das Auftreten bei der Bank auch durch angemessene Kleidung unterstrichen werden sollte, versteht sich von selbst. Eine wertvolle Unterstützung bei der Existenzgründung bieten Gründerberater. Vor allem unerfahrene Jungunternehmer profitieren durch die Beratung durch den versierten Fachmann. Er hilft bei der Erstellung der Business- und Finanzierungspläne, sodass der Weg in die Selbstständigkeit erfolgreich eingeschlagen werden kann.

Darlehen für Unternehmen

Bei der Vergabe von Darlehen an Unternehmen legen Banken besondere Kriterien an. Während sie bei Privatkunden ausschließlich die Bonität prüfen, fordern sie von Gewerbetreibenden ein umfassendes Konzept und prüfen Bilanzen.

Nur auf dieser Basis können sie das Ausfallrisiko einschätzen.

  • Hierbei gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen Existenzgründern und bestehenden Unternehmen.
  • Bei Existenzgründern liegen noch keine aktuellen Geschäftszahlen vor, deswegen fällen Bankmitarbeiter ihr Urteil allein auf der Basis des Gründungskonzepts.
  • In diesem müssen Gründer ihre fachliche und betriebswirtschaftliche Eignung belegen.
  • Zusätzlich müssen sie ihren geschäftlichen Ansatz umfassend beschreiben.
  • Dieser Abschnitt beinhaltet unter anderem die Vorstellung des Produkts beziehungsweise der Dienstleistung, die spezifischen Merkmale des Angebots, das vorgesehene Marketing und die Auseinandersetzung mit der Konkurrenzsituation.

Das letzte Kapitel enthält ein detailliertes Zahlenwerk. Die Autoren listen die einmaligen und dauerhaften Ausgaben auf und stellen dem die voraussichtlichen Einnahmen entgegen. In einer Liquiditätsanalyse zeigen sie auf, dass das Eigenkapital, das gewünschte Fremdkapital sowie die Einnahmen eine Zahlungsunfähigkeit unwahrscheinlich machen.

Bereits am Markt etablierte Selbstständige müssen weniger Aufwand betreiben. Sie reichen zum einen aktuelle Geschäftszahlen ein. Bei Freiberuflern reichen häufig die Einnahme- und Überschussrechnung sowie die Steuerbescheide aus den vergangenen Jahren aus. Andere Unternehmer müssen ausführliche Bilanzen vorlegen. Zum anderen müssen sie darlegen, aus welchem Grund sie das Geld benötigen. Sollte es sich zum Beispiel um Investitionen in eine Geschäftserweiterung oder um die Einführung eines neuen Produkts handeln, fordern die Banken speziell für dieses Vorhaben Konzepte und Wirtschaftlichkeitsanalysen. Die konkreten Anforderungen differieren: Wenn ein etablierter und zuverlässiger Kunde ein Darlehen für sein Unternehmen beantragt, agieren die Institute oftmals weniger streng.

Die Kosten minimieren

Bevor Selbstständige ein Darlehen einer Privatbank aufnehmen, sollten sie sich über staatliche Fördermöglichkeiten informieren. Vor allem die öffentlich-rechtliche KfW-Bank verdient Erwähnung. Eine ihrer Kernaufgaben ist es, Existenzgründungen sowie wirtschaftliche Investitionen zu unterstützen. Dafür hat sie zahlreiche Kreditprogramme aufgelegt, beispielsweise für Gründer und für Geschäftserweiterungen. Diese Darlehen für Unternehmen gehen mit mehreren Vorteilen einher: Die Vergabepraxis ist erstens liberal. Zweitens zahlen Kreditnehmer niedrige Zinsen. Drittens kommen ihnen die kundenfreundliche Rückzahlungsbedingungen entgegen.

Bei Krediten von Privatbanken sollten Unternehmer gezielt nach den besten Darlehen Ausschau halten. Sie können viel Geld sparen, wenn sie eine Bank mit geringen Zinsen finden. Deshalb sollten sie sich nicht auf die bisherige Hausbank beschränken, sondern bei unterschiedlichen Dienstleistern anfragen. Da die Zinssätze von zahlreichen Faktoren abhängen, erfahren sie ihre individuellen Konditionen erst nach dem Vorlegen ihrer Unterlagen. Die Erfahrung zeigt, dass Banken bei größeren Darlehenssummen vielfach zum Verhandeln bereit sind.

Kreditwürdigkeit Unternehmen

Genau wie bei Privatpersonen wird auch die Kreditwürdigkeit von Unternehmen geprüft, bevor eine Bank ein Darlehen vergibt. Neben der wirtschaftlichen Situation des Betriebs spielt auch die subjektive Beurteilung der handelnden Personen eine Rolle – nicht nur bei kleinen, inhabergeführten Geschäften, sondern auch bei den Kapitalgesellschaften.

Entscheidend sind aber vor allem die Kennzahlen zur Rentabilität, zur Kapitalstruktur und zur Liquidität.

  • Selbstverständlich ist auch der Erfolg einer großen Kapitalgesellschaft, also einer AG oder GmbH, von der Führungsstärke des Vorstands bzw.
  • der Geschäftsführung, von der Qualifikation der leitenden Angestellten und dem Ansehen des Unternehmens bei seinen Kunden abhängig.
  • Personengesellschaften wie OHG und KG, insbesondere aber Einzelunternehmen leben weit stärker von der Mitarbeit der Gesellschafter oder des Inhabers.
  • Die subjektive Beurteilung ihrer Fähigkeiten und ihrer Zuverlässigkeit spielt also bei der Bonitätsprüfung eine entscheidende Rolle.
  • Hinzu kommt: Während Kapitalgesellschaften als sogenannte juristische Personen nur mit dem Gesellschaftsvermögen für Verbindlichkeiten haften, stehen für Schulden einer Personengesellschaft die Gesellschafter mit ihrem Privatvermögen gerade.

Eine Ausnahme bilden lediglich die Kommanditisten bei der KG. Auch der Inhaber eines Einzelunternehmens haftet unbeschränkt.

Ein ganzer Strauß von Kennzahlen

Benötigen Sie für Ihren Betrieb frisches Geld und möchten dazu die Kreditwürdigkeit des Unternehmens prüfen lassen, wird die Bank viele betriebswirtschaftliche Kennzahlen bei Ihnen abfragen. Falls ein Steuerberater Ihre Buchhaltung erledigt, holen Sie ihn auf jeden Fall mit ins Boot. Wahrscheinlich verwendet er eine Software, die die benötigten Daten auf Knopfdruck bereitstellen kann, so dass Ihnen kein Aufwand entsteht. Eine wichtige Größe ist beispielsweise die Rentabilität des Gesamtkapitals, also der Jahresüberschuss im Verhältnis zur Summe aus Eigen- und Fremdkapital. Hieraus kann man ableiten, ob die Kreditaufnahme überhaupt lohnt – denn dazu muss der Zinssatz niedriger sein als die angestrebte Rentabilität.

Wenn man bei der Bank durchs Raster fällt

Viele Selbstständige und Freiberufler haben trotz guter Geschäftszahlen Probleme mit den eher starren Richtlinien der Banken zur Kreditvergabe, wenn die Einnahmen unsicher sind und unregelmäßig fließen. Ein Ausweg können Darlehen von privaten Investoren sein, die über einschlägige Vermittlungsplattformen im Internet angeboten werden. Billiger wird es dort nicht, denn es geht den Geldgebern gerade darum, eine höhere Rendite zu erzielen. Dafür dürfen sie aber auch mehr Risiken eingehen, als eine Bank das aufgrund interner Vorgaben oder gesetzlicher Bestimmungen kann. Eine Prüfung der Kreditwürdigkeit des Unternehmens findet auch bei privat vergebenen Krediten statt, und zwar durch die vermittelnde Plattform. Da sich die einzelnen Anleger regelmäßig nur mit kleinen Summen beteiligen und so ihr Risiko streuen, kann es etwas länger dauern, bis der gewünschte Betrag zusammenkommt. Planen Sie also für Prüfung und Zeichnungsphase etwas Zeit ein.

Kredit für Unternehmensübernahme

Der Kredit für eine Unternehmensübernahme fällt unter die vielfältigen Möglichkeiten, mit denen die KfW – früher Kreditanstalt für Wiederaufbau – Existenzgründungen sowie kleine und mittlere Unternehmen fördert. Das Geld dazu stammt noch aus dem US-amerikanischen Marshallplan, der nach Ende des zweiten Weltkriegs den Wiederaufbau Europas und seiner Wirtschaft sicherstellen sollte.

Bis heute verwaltet die KfW als größte nationale Förderbank diese Mittel und setzt sie unter anderem zur Wirtschaftsförderung ein.

  • Drei Produkte der KfW kommen für eine Unternehmensnachfolge hauptsächlich in Frage.
  • Ob Sie ein paar tausend Euro für die Übernahme eines Kiosks brauchen oder bis zu 25 Millionen Euro universellen Gründerkredit – die KfW ist Ihr Partner für Darlehen im Bereich der Existenzgründung oder Nachfolge mit Zinsen weit unter Marktniveau.
  • Es gilt durchweg das Hausbankprinzip.
  • Das bedeutet, die Hausbank prüft den Kreditantrag für die Unternehmensübernahme und entscheidet auch darüber.
  • Das ist nötig, denn bei den meisten Angeboten der KfW haftet die Hausbank zumindest teilweise mit.

Ihr Risiko wird aber durch umfassende Haftungsfreistellungen für die Ausfallrisiken begrenzt, und das erleichtert die Zusage auch bei geringen Sicherheiten. Der Kreditnehmer ist nicht von Rückzahlungspflichten befreit, aber kommt es doch zum Zahlungsausfall, minimiert sich der Verlust der vermittelnden Bank, und sie muss auch während der Vertragslaufzeit nicht so viel Eigenkapital vorhalten.

Die Förderprodukte im Einzelnen

Das kleinste Angebot der KfW ist das Produkt 067, das sogenannte StartGeld bis 100.000 Euro ohne Eigenkapital. Die Hausbank erhält aus ERP-Mitteln eine Haftungsfreistellung bis zu 80 %. ERP steht für European Recovery Program, dem offiziellen Namen des Marshallplans. Stolze zwölf Milliarden Euro beträgt das ERP-Sondervermögen heute. Mehr Geld und sogar zu noch niedrigeren Zinsen gibt es in den Produkten 073 bis 076, dem ERP-Gründerkredit Universell. Ohne Eigenkapital werden Investitionen und Betriebsmittel bis 25 Millionen Euro gefördert. Sowohl die Kredite 067 als auch 073 bis 076 zählen in der Rechnungslegung als Fremdkapital. Eine interessante Alternative ist deshalb das Eigenkapitalplus (Produkt 058). Der Sollzins ist minimal, die Haftungsfreistellung beträgt volle 100 %, und durch den Charakter als Eigenkapital wird die Aufnahme zusätzlicher Kredite erleichtert.

Banken mit Branchenkenntnis einbeziehen

Gut ist es, beim Kredit für eine Unternehmensübernahme eine Hausbank mit spezifischen Kenntnissen der jeweiligen Branche an seiner Seite zu haben. Die Kreditberater können dann besser beurteilen, ob geforderte Kaufpreise realistisch sind, ob die Buchführung des bisherigen Inhabers die reale Ertragssituation widerspiegelt oder ob es versteckte Hinweise auf zu hohe Kosten oder einbrechende Erträge gibt. Die apoBank, Deutsche Apotheker- und Ärztebank, begleitet beispielsweise Unternehmensnachfolgen im medizinischen Bereich mit Seminaren und einer umfassenden Online-Börse, in der etwa Beteiligungen an Gemeinschaftspraxen oder Übernahmen angeboten werden können.


Marcel Ziegler

Als ehemaliger Finanz- und Honorarberater habe ich jahrelang direkt mit Privatkunden gearbeitet und weiß daher aus eigener Erfahrung, welche Fehler Menschen beim Umgang mit Geld machen. Ich kenne die Fallstricke von Bank- und Versicherungsprodukten und habe es mir zur Aufgabe gemacht, das Thema Finanzen so zu erklären, dass es wirklich jeder versteht.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.