Autokredit

Autofinanzierung im Vergleich

Die am meisten verbreitete Variante der Fahrzeugfinanzierung ist der Kredit beim Autohändler, der über die Autobank des Herstellers abgewickelt wird. Gerade bei Modellwechseln kann der Kunde hier sogar eine Nullprozent-Finanzierung ergattern. Trotzdem ist ein Kredit bei einer Bank oft günstiger. Denn bei der Händlerfinanzierung werden meist hohe Bearbeitungskosten und Gebühren erhoben. Gleichzeitig verzichtet man als Kunde bei dieser Variante auf einen Rabatt, den man nur dann erhält, wenn man das Geld bar auf den Tisch legt.

Außerdem verlangen die meisten Autobanken eine Restschuldversicherung, die man ebenfalls mit einkalkulieren muss.

Egal welche Variante der Fahrzeugfinanzierung man schließlich auswählt, je besser man die verschiedenen Angebote vergleicht und je mehr unterschiedliche Angebote man einholt, desto mehr spart man auch. Sogar Vertragshändler von ein und demselben Hersteller bieten teilweise unterschiedliche Konditionen für den Autokredit an. Ein kleiner Punkt, der häufig übersehen wird, ist aber die Sympathie. Mit der Fahrzeugfinanzierung bindet man sich für einige Jahre an einen Autohändler. Dieser führt alle Reparaturen aus und erledigt Inspektion und Wartung für das Auto. Daher sollte einem der Händler schon ein wenig sympathisch sein und ein gewisses Vertrauen muss ebenfalls vorhanden sein. Wer später schon mit einem unguten Gefühl zum Ölwechsel fährt und sich stets schlecht bedient fühlt, hat nichts gewonnen.

Bankkredit und Barzahlung beim Händler

Autokredit

Bei fast allen Händlern ist es immer noch die Regel, dass ein Kunde, der bar sein Auto bezahlen kann, höhere Rabatte eingeräumt bekommt. Vor allem Händler, die an keinen Hersteller gebunden sind und auch kleinere Händler eines Herstellers bevorzugen weiterhin eher Bargeld gegenüber einer Fahrzeugfinanzierung. Diese Händler haben häufig nicht selbst die Möglichkeit, überhaupt eine Fahrzeugfinanzierung anzubieten oder müssen wohlmöglich sogar beim Hersteller schlechtere Bedingungen in Kauf nehmen, wenn sie dem Kunden eine Fahrzeugfinanzierung ermöglichen wollen. Um die günstigen Konditionen dieser meist sehr kulanten und entgegenkommenden Händler zu nutzen, muss der Kunde entweder über die entsprechenden Summen an Bargeld verfügen oder selbst einen Bankkredit bei einem Geldinstitut abschließen.

Je nachdem über wie viele Sicherheiten der Bankkunde verfügt, kann die Bank den Fahrzeugbrief als Sicherheit während der Laufzeit verwahren oder eine zusätzliche Restschuldversicherung von dem Kunden verlangen. Auch die Höhe der Zinsen wird entsprechend der Sicherheiten angepasst. Viele Kreditinstitute verlangen von ihren Kunden den Abschluss einer Vollkaskoversicherung für das KFZ. Die eigene Hausbank ist nicht zwangsläufig die günstigste Bank für den Kreditnehmer, daher sollte auch hier stets ein guter Vergleich der unterschiedlichen Angebote von verschiedenen Kreditinstituten stattfinden. Dabei müssen die eventuell anfallenden Kosten für zusätzliche Versicherungen, die eine Bank verlangt, mit einberechnet werden.

Ratenkauf/Händlerkredit

Auf den ersten Blick ist der Kredit beim Autohändler die günstigste Variante. Es werden in der Regel vergünstigte Zinssätze angeboten. Je nachdem, wie dringend der Händler oder Autohersteller das ausgewählte Modell verkaufen möchte, können die Vergünstigungen erheblich ausfallen. Oft wird von den Händlerbanken keine Anzahlung für das Fahrzeug verlangt, oder ein in Zahlung gegebenes älteres Fahrzeug kann als Anzahlung gelten. Meist wird für die älteren KFZ, die der Kunde in Zahlung gibt von den Händlern sehr viel mehr angerechnet, als wenn sie dieses auf dem freien Markt verkaufen würden. Der Kunde sollte aber in jedem Fall informiert in das Gespräch gehen und selbst wissen, wie viel er in etwa für den Wagen erzielen könnte.

Die Gestaltung von Gebühren und Schlussraten kann allerdings recht unübersichtlich sein, so dass die Finanzierung am Ende teurer als gedacht ausfällt. Die Händlerbanken verlangen zudem häufig genauso wie eine herkömmliche Bank eine Restschuldversicherung und eine Vollkaskoversicherung für den Wagen, wenn man ihn finanzieren möchte. Wichtig ist jedoch, dass man einen Händlerkredit nur bei einem Händler abschließt, zu dem ein gewisses Vertrauen vorhanden ist. Schließlich hat man einige Jahre immer wieder mit dem Händler zu tun, da dieser auch die Wartung und die Inspektion des KFZ durchführt. Finanzieren muss Vertrauenssache sein und ein Vergleich von verschiedenen Händlern lohnt sich für den Kunden immer.

Leasing

Das Leasing eines Fahrzeugs ist bis zu einem gewissen Grad dem Mieten eines Autos sehr ähnlich. Allerdings sehen heute die meisten Autokäufer das Leasing eher als eine Finanzierungsvariante. Anders als bei einem Mietvertrag für ein Fahrzeug muss beim Leasing der Fahrzeugnutzer alle Wartungsarbeiten in regelmäßigen Abständen durchführen lassen und er muss diese, ebenso wie eventuell anfallende Instandsetzungsarbeiten, zahlen. Je nach Vertragsgestaltung muss er ebenfalls für eine Vollkaskoversicherung sorgen und natürlich genauso für diese zahlen. Dafür wird eine monatliche Pauschale an den eigentlichen Besitzer des Wagens gezahlt, die sogenannte Leasingrate.

Obwohl auch bei einem Leasingvertrag vom Leasinggeber eine Auskunft bei der Schufa über die Bonität des Kunden eingeholt wird und der Leasingvertrag in vielerlei Hinsicht einer Fahrzeugfinanzierung ähnelt, tun viele Kunden sich doch mit einem Leasingvertrag weniger schwer als mit einem Kredit. Offenbar ist es gesellschaftlich angesehener ein Leasingfahrzeug zu fahren als ein Auto zu finanzieren. In einzelnen Fällen kommen aber auch steuerliche Vorteile durch die Nutzung eines Leasingfahrzeugs für den Leasingnehmer zum Tragen. Unternehmen profitieren zudem häufig von bilanztechnischen Vorteilen beim Fahrzeugleasing. Die Leasingraten können sofort als Betriebsausgaben von einem Unternehmen geltend gemacht werden, während beim Kauf eines Fahrzeugs die Anschaffungskosten erst über einen längeren Zeitraum hinweg geltend gemacht werden können.

Gegenüber dem Kauf eines neuen Wagens stellt das Leasing eine gute Alternative dar. Der Leasingnehmer sucht sich genau aus, welchen Fahrzeugtyp und welche Ausstattung er wünscht und bekommt dann vom Leasinggeber exakt dieses Fahrzeug zur Verfügung gestellt gegen eine monatliche Leasingrate. Der Zeitraum, über den der Leasingvertrag lauten soll, wird ebenfalls vorab exakt festgelegt. In der Regel handelt es sich bei den Leasinggebern um Banken, die mit den Autohändlern zusammenarbeiten. Auch hier lohnt aber ein Vergleich vor dem Abschluss eines Leasingvertrages für ein Fahrzeug, denn die monatlichen Raten können durchaus variieren und auch die Schlussrate, die zu zahlen ist, wenn man das Fahrzeug nach Ablauf der Leasingdauer kaufen möchte, kann stark abweichen.

4.1 Einige Punkte sollte man beim Leasing nicht übersehen

Die Leasingrate, die monatlich zu zahlen ist, sollte genauso wie eine Kreditrate auch dann noch aufzubringen sein, wenn man einmal über einen längeren Zeitraum krank ist oder den Arbeitsplatz verliert. Außerdem muss man zu der monatlichen Leasingrate noch die laufenden Kosten für das Fahrzeug hinzurechnen. Eine Vollkaskoversicherung ist in jedem Fall ratsam, die meisten Leasinggeber verlangen sie aber ohnehin in ihren Leasingverträgen bereits vom Kunden. Der Leasingnehmer ist in jeder Hinsicht, also auch bei Raub, Feuer oder einem Unfall für das Fahrzeug verantwortlich. Jede Schramme oder Beule muss er instand setzen lassen, daher ist das finanzielle Risiko nur mit einer Vollkaskoversicherung einigermaßen überschaubar. Die Beiträge der Vollkaskoversicherung können vom Leasingnehmer immerhin noch etwas nach unten hin beeinflusst werden, wenn er eine etwas höhere Selbstbeteiligung wählt. Dabei muss man jedoch abwägen, inwieweit sich die Prämie der Versicherung tatsächlich reduziert mit einem höheren Selbstbehalt. Also heißt es auch bei der Vollkaskoversicherung stets erst vergleichen, dann einen Vertrag abschließen.

Das Fahrzeug muss nach Ablauf der Vertragslaufzeit in einem verkehrs- und betriebssicheren Zustand wieder zurückgegeben werden. Doch diese Regelung ist natürlich schwammig und weitreichend. Bei hochwertigen Fahrzeugen kann es durchaus finanziell lohnend sein, das Auto vor der Rückgabe von einer professionellen Firma aufbereiten zu lassen. Dabei wird der Wagen nicht nur gereinigt und gewartet, sondern es werden auch kleinere Lackschäden behoben, eventuelle kleine Dellen oder Beulen werden wieder herausgezogen und insgesamt wird das Fahrzeug optisch sehr überzeugend verjüngt. Besonders bei hohen Restwertfixierungen im Leasingvertrag bekommt man diese Ausgabe normalerweise bei der Rückgabe des Fahrzeugs mehrfach wieder herein.

Laufzeit und Restwert beim Leasing beachten

Beim Leasing existieren verschiedene Modelle. Beim Leasing mit Restwertfixierung wird bereits bei Vertragsabschluss die Höhe des Fahrzeugrestwertes festgelegt und im Leasingvertrag aufgeführt. Mit Ablauf des Vertrages wird der vorher festgelegte Restwert mit dem wirklichen aktuellen Verkehrswert verrechnet. Auf diesen aktuellen Wert hat der Leasingnehmer zwar einen gewissen Einfluss, indem er das Auto gepflegt und in gutem Zustand wieder übergibt, doch die dann herrschende Situation auf dem Gebrauchtwagenmarkt hat darauf ebenfalls einen ganz erheblichen Einfluss. Liegt dann der aktuelle Wert des Wagens unter dem im Vertrag festgelegten Restwert, muss der Leasingnehmer diese Differenz tragen. In seltenen Fällen verhält es sich auch umgekehrt und der Leasingnehmer wird an einem Mehrerlös beteiligt. Diese Fälle sind allerdings tatsächlich leider recht selten, da die Unternehmen sich sehr gut absichern und den fixierten Restwert eher optimistisch festlegen.

Leasing mit Kilometerabrechnung

Bei einer anderen Variante des Leasings ist die Kilometeranzahl entscheidend, die vermutlich während der Laufzeit des Vertrags gefahren wird. Dabei wird die Kilometerzahl im Leasingvertrag genau festgelegt. Wird die vereinbarte Kilometerzahl überschritten, muss der Leasingnehmer jeden zu viel gefahrenen Kilometer nachzahlen. Die Pauschalen, die pro Kilometer von den Leasinggebern verlangt werden, sind in der Regel recht hoch. Je nach Vertragsgestaltung kann der Leasingnehmer aber auch mit einer Rückzahlung rechnen, wenn er unter der vereinbarten Kilometeranzahl bleibt. Einige Leasinggeber schließen allerdings eine Rückzahlung von vornherein aus. Einen Vertrag mit einer festen Kilometerabrechnung sollten nur Leasingnehmer abschließen, die vollkommen sicher sind, dass sie die Kilometerbegrenzung nicht überschreiten werden.

Mobilitätspakete

Immer mehr Hersteller besonders von hochpreisigen Wagen bieten Mobilitätspakete für die Kunden an. Diese Pakete sollen den Kunden von allen Sorgen befreien und es ihm ermöglichen, jederzeit mobil zu bleiben. Die Hersteller schnüren daher ganz unterschiedliche Pakete für ihre Kunden, die beispielsweise Leasingrate und Versicherungsprämie in einer Summe zusammenfassen. Dazu gibt es häufig eine Versicherungsgarantie, die besagt, dass die Versicherungsprämie auch nach einem Schadensfall nicht ansteigt. Viele dieser Fahrzeuge verfügen über eine serienmäßige Sicherheitsausstattung und eine radargestützte Kollisionswarnanlage, mit der beispielsweise Kollisionen beim Einparken verhindert werden.

Verschiedene Hersteller bieten weitere unterschiedliche Bestandteile für ihre Mobilitätspakete an. In ein Mobilitätspaket verpackt gibt es kaum etwas rund um das Auto, das es nicht gibt. Da besteht die Möglichkeit, für eine Zusatzgebühr alle Wartungsarbeiten und sogar Verschleißreparaturen in das Paket zu integrieren. Meist sind diese Mobilitätspakete aber nur für hochpreisige KFZ in Verbindung mit einem Leasingvertrag möglich oder sinnvoll. Der Kunde bekommt je nach Vertrag sofort einen Ersatzwagen, der ihm sogar, wenn das vereinbart ist, direkt nach Hause geliefert wird.

Ein Nachteil der Mobilitätspakete ist natürlich ihr recht hoher Preis. Im Grunde lohnt sich dieses Angebot nur für Manager und Geschäftsführer. Zudem wird das Mobilitätspaket von Kunden und auch sogar von Händlern oft mit der üblichen Mobilitätsgarantie verwechselt. So kommt es häufig vor, dass Vertragswerkstätten den Ersatzwagen oder die neuen Scheibenwischer beispielsweise dem Kunden in Rechnung stellen. Dann haben die Kunden den teuren Mobilitätsservice völlig umsonst gezahlt. Außerdem wird oft nicht das passende Ersatzfahrzeug für den Kunden zur Verfügung gestellt. Denn anders als bei der einfachen Mobilitätsgarantie muss der Ersatzwagen gleichwertig oder hochwertiger sein als der eigene Wagen. Bei der einfachen Mobilitätsgarantie muss das Auto, das zur Verfügung gestellt wird nicht in der gleichen Klasse angesiedelt sein.

Drei-Wege-Finanzierung

Auch Kreditinstitute und Autobanken entwickeln eine gewisse Kreativität, wenn es darum geht, Kunden zu gewinnen. So erfinden sie auch immer wieder einmal eine neue Fahrzeugfinanzierung, die es den Kunden erleichtern soll, einen Wagen anzuschaffen. Eine der neuen Varianten ist die Dreiwegefinanzierung, die in der Hauptsache von Autohäusern und deren Autobanken angeboten wird. Hier wird dem Kunden eine Finanzierung aus drei Komponenten angeboten. Außerdem kann der Kreditkunde am Ende der Finanzierung wählen, welche der ebenfalls drei Möglichkeiten er nun wählen will. Die drei Komponenten Anzahlung, monatliche Rate und Schlussrate unterscheiden sich zunächst auf den ersten Blick nicht von der Ballonfinanzierung, die ebenfalls genau diese Einzelheiten ausweist. Doch am Ende der Finanzierung bietet die Dreiwegefinanzierung drei sehr variable Möglichkeiten für den Kunden.

Ein Kunde, der die Dreiwegefinanzierung ausgewählt hat, kann sich am Ende der Vertragslaufzeit seiner Finanzierung entscheiden, ob er die Schlussrate ganz einfach begleichen möchte und damit das Fahrzeug behält. Er kann aber auch das Fahrzeug, ähnlich wie bei einem Leasing, einfach an den Händler zurückgeben. Sei es nun, weil er die Schlussrate vielleicht nicht aufbringen kann oder weil ihm das Fahrzeug nicht mehr zusagt. Dann wird ebenfalls wie bei einem Leasingfahrzeug der aktuelle Wert des Wagens festgestellt. Ist der Wagen stark herabgewirtschaftet worden von dem Kunden muss er eventuell auch bei dieser Form der Finanzierung draufzahlen. Doch bei dieser Art der Finanzierung kann er noch eine dritte Form wählen. Die Schlussrate wird dann durch einen erneuten Kredit gezahlt und der Kunde behält das Auto. Dazu wird die Schlussrate durch die Autobank umfinanziert. Jedoch sind die Konditionen dafür in vielen Fällen schlechter, als die ursprüngliche Autofinanzierung und man sollte sich vorsichtshalber doch umschauen, ob man diese Schlussrate wenn nötig, nicht bei einer herkömmlichen Bank günstiger finanzieren kann.

Auf den ersten Blick wirkt eine Dreiwegefinanzierung für die meisten Autokäufer sehr attraktiv mit all ihren Möglichkeiten. Auch mit einem der üblichen Finanzierungsrechner ist diese Form der Finanzierung mit dem in der Regel recht günstigen Zinssatzes noch nicht beizukommen. Doch sie wird letzten Endes schnell teurer als eine normale Autofinanzierung, die lediglich eine Anzahlung und laufende monatliche Raten beinhaltet. Dieser Nachteil ergibt sich aus den Zinsen für die Schlussrate, die über die gesamte Laufzeit hin mit gezahlt werden müssen. Darin ähnelt die Dreiwegefinanzierung der Ballonfinanzierung, die ebenfalls deutlich zu teuer gegenüber einer herkömmlichen Finanzierung ist. Der Vorteil der höheren Flexibilität wird bei dieser Form der Finanzierung verhältnismäßig teuer bezahlt.

Ballonfinanzierung

Als Ballonfinanzierung bezeichnet man einen Ratenkredit zur Fahrzeugfinanzierung, der in gewisser Weise dem Leasing eher ähnelt als einem herkömmlichen Kredit. Während der Laufzeit des Kredits werden nur kleine Raten für das KFZ gezahlt, die meist nur die Zinszahlungen abdecken. Am Ende der Kreditlaufzeit muss der Käufer des Fahrzeugs dann eine große Restzahlung aufbringen. So werden die monatlichen Raten für einen Kredit zwar sehr gering ausfallen, doch viele Käufer unterschätzen die hohe Schlussrate des Kredits. Die Ballonfinanzierung ist für den Käufer daher auf den ersten Blick vielleicht sehr günstig, doch bei genauerem Hinsehen hat sie einige Haken und ist kein wahres Schnäppchen.

Der vermutete Restwert des Autos zum Ende der Kreditlaufzeit wird als Schlussrate angesetzt. Diese Summe wird daher während der Laufzeit überhaupt nicht getilgt. Allerdings muss der Kreditkunde dennoch für diesen Restwert während der gesamten Laufzeit Zinsen zahlen. Viele Kunden lassen sich von den geringen monatlichen Kosten täuschen, während sie in Wahrheit fast nur Zinsen zahlen und kaum Abtrag leisten für das KFZ. Fachleute haben ermittelt, dass in der Regel ein Kunde bei einer Ballonfinanzierung für ein KFZ etwa zwei Drittel mehr an Zinsen zahlt, als ein Kreditkunde, der einen ganz herkömmlichen Finanzierungsvertrag abschließt.

Der Zahlungsaufschub des Restwertes für das Fahrzeug macht es natürlich vielen Käufern möglich, sich überhaupt ein Fahrzeug mit dieser Form der Fahrzeugfinanzierung anzuschaffen. Wer sich allerdings die monatlichen Raten der Ballonfinanzierung nur mit Mühe leisten kann, wird am Ende der Laufzeit ganz sicher nicht die große Restsumme für die Abschlussrate der Autofinanzierung aufbringen können. Diese Art der Finanzierung sollte daher nur gewählt werden, wenn es dem Kreditnehmer möglich ist, über die Laufzeit selbst noch Geld zurückzulegen für die Abschlussrate. Allerdings ist dann in Wahrheit ein ganz normaler Fahrzeugkredit deutlich günstiger in der Zinssumme, die während der Laufzeit gezahlt wird.

Autofinanzierungsmodelle vergleichen

So unterschiedlich wie die einzelnen Kunden und die verschiedenen Automodelle, so unterschiedlich sind inzwischen auch die einzelnen Formen der Autofinanzierung. Verhältnismäßig kleine monatliche Raten zeichnen die Ballanonfinanzierung und auch die Dreiwegefinanzierung aus. Doch sie bieten außer diesen kleinen Raten auch erhebliche Nachteile, denn die hohe Schlussrate muss über die gesamte Laufzeit hinweg mit verzinst werden. Dadurch werden diese beiden Varianten im Vergleich bis zu zwei Drittel teurer als ein normaler Autokredit. Außerdem werden diese beiden Autofinanzierungsmodelle fast ausschließlich von den Autobanken angeboten und sind immer an den Hersteller gebunden. Die Preisverhandlungen für das KFZ werden eingeschränkt, wenn der Kunden mit diesen Varianten finanzieren möchte. Wer dennoch eine dieser Möglichkeiten wählen möchte oder muss, sollte zunächst beim Autohaus als Barzahler nach dem entsprechenden Autopreis fragen und erst anschließend in die Verhandlungen um das Auto einsteigen.

Die beiden besseren Varianten für den Kunden sind die Autokredite bei einer Autobank des Fahrzeugherstellers oder bei einer herkömmlichen Bank. Bei beiden Varianten wird meist der Fahrzeugbrief während der Laufzeit des Kredits einbehalten werden. Die die Autobanken untrennbar mit dem jeweiligen Fahrzeughersteller verbunden sind, können sie als Anreiz für den Kauf häufig sehr günstige effektive Jahreszinsen anbieten. Gerade wenn ein Modellwechsel ansteht oder um ein hochpreisiges neues Modell auf dem Markt einzuführen werden dann vielfach sogar Null-Prozent Finanzierungen angeboten. Meistens wird für diese Fahrzeugkredite auch keine Anzahlung vom Autohaus verlangt. Bei einer Null-Prozent Finanzierung sollte man natürlich nicht darauf dringen, dass man eine Anzahlung leisten kann. Im Gegenteil sollte man versuchen ein vorhandenes Fahrzeug nicht in Zahlung zu geben, sondern vielleicht auf dem freien Markt verkaufen.

Die Autohändler haben jedoch oft Nachteile gegenüber dem Hersteller oder der Autobank, wenn ein Fahrzeug finanziert wird. Sie bekommen in der Regel eine deutlich geringere Provision vom Hersteller oder müssen einen Teil der Provision an die Autobank abtreten, um deren Kosten aufzufangen. Daher ist auch hier angeraten, erst einmal als Barzahler die Verhandlungen über das Fahrzeug mit dem Autohaus zu führen und erst nach dieser Besprechung das Gespräch auf die Finanzierung zu bringen. Vielfach wird der Händler dann nicht mehr zurückrudern und zähneknirschend auf das Geschäft eingehen. Rückt man früher mit dem Kreditwunsch heraus, wird einem meistens der hohe Rabatt auf den Listenpreis verwehrt.

Wer über eine gute Bonität verfügt, bekommt jedoch oft ein Darlehen bei einem Geldinstitut günstiger als bei der Autobank. Das liegt an den Restschuldversicherungen, die von den Autobanken verlangt werden. Außerdem ist es häufig möglich, durch die Position als Barzahler beim Autohändler noch einige kleine aber kostenintensive Vergünstigungen herauszuschlagen. Dies können im günstigsten Fall zusätzliche Winterreifen oder eine kostenlose Erstinspektion sein. Auch wenn das neueste Modell des Autos noch so sehr reizt, es ist nicht nur aus Kostengründen nicht sinnvoll ein ganz neues Modell direkt nach der Markteinführung zu kaufen. Neue Modelle haben vielfach noch kleine Kinderkrankheiten, sei es ein Quietschen, das nicht gefunden werden kann oder auch größere Macken, wie eine Start-Stopp-Automatik, die den Wagen lahmlegt. Man sollte ruhig anderen das Ausmerzen dieser kleinen Tücken überlassen und das deutlich günstigere Vorgängermodell wählen.

Anzahlung

Je höher die mögliche Anzahlung, die der Kunde für sein neues Auto aufbringen kann, desto geringer wird natürlich zwangsläufig die monatliche Rate oder desto kürzer kann die Laufzeit der Autofinanzierung ausfallen. Was natürlich bedeutet, dass auch die Kosten für den Gesamtkredit erheblich nach unten korrigiert werden können. Denn für den Anteil, der bereits in der Anzahlung bezahlt wurde, werden schließlich keinerlei Zinsen mehr berechnet.

Als Anzahlung wird sehr häufig das bisherige Fahrzeug des Kunden verwertet. So manches Mal kann dieses aber auf dem freien Markt mehr wert sein. Zusätzlich ist ohne ein Auto, das in Zahlung gegeben werden soll, der Verhandlungsspielraum beim Preis deutlich größer und zusätzlich besser erkennbar. Daher ist es nur eine sehr kleine Mühe sich einmal umzuhören, was der eigene Wagen auf einem Gebrauchtfahrzeugportal beispielsweise im Internet tatsächlich einbringen würde. Auf jeden Fall sollte man sich vor der Verhandlung mit einem Autohaus in der Schwackeliste informieren, wie viel ein Fahrzeug dieses Typs, Alters und Fahrleistung zurzeit wert ist.

Monatliche Rate

Besonders kleine monatliche Raten erzielt man mit der Ballonfinanzierung oder der Dreiwegefinanzierung. Allerdings gehen diese günstigen monatlichen Raten Hand in Hand mit zu teuren Gesamtkosten beim Autokredit. Empfehlenswert sind höhere monatliche Raten, wenn es irgend möglich ist. Da die Gesamtkosten dadurch gering gehalten werden. Der Kunde sollte deshalb genau rechnen und planen, wie hoch seine monatliche Belastung sein darf. Doch bei allem Sparwillen sollte man die Unterhaltskosten nicht vergessen und auch keine zu optimistischen Berechnungen anstellen. Die Kosten für Treibstoff werden eher weiter steigen und die Versicherung für den Wagen wird auch nicht günstiger in den nächsten Jahren, das muss der Kreditnehmer unbedingt berücksichtigen bei seiner Kalkulation.

Schlussrate

Fast jeder Autokredit, der die Zahlung einer Schlussrate beinhaltet, ist von der Gesamtbelastung her teurer als ein herkömmlicher Autokredit. Die Schlussrate wird über die gesamte Laufzeit hin mit dem Kredit verzinst. Dadurch kommt der höhere Kostenfaktor dieser Finanzierungsarten zustande. Natürlich kann sich nicht jeder eine Autofinanzierung leisten, die ohne eine Schlussrate auskommt. Doch man sollte wenigstens einen Vergleich anstellen und nicht das erstbeste Angebot für einen Ballonkredit oder eine Dreiwegefinanzierung annehmen. Bei diesen zwei Varianten ist die Dreiwegefinanzierung die flexiblere, da der Kunde sich am Schluss entscheiden kann, ob er das Fahrzeug behalten will und die Schlussrate zahlt oder ob er die Schlussrate neu finanzieren lassen will. Er kann das Fahrzeug aber auch zurückgeben.

Bei der erneuten Finanzierung der Schlussrate werden die Konditionen gänzlich neu bestimmt durch die Autobank. Diese neuen Konditionen sind zu Vertragsbeginn im Regelfall nicht bekannt. Grundsätzlich entfällt für die Autobank natürlich der Anreiz dem Kunden einen besonders günstigen Zinssatz zu bieten und dementsprechend fallen meist die Konditionen für die Finanzierung für den Kunden eher nachteilig aus. Allerdings hat der Kunde die Möglichkeit die Schlussrate auch bei einem anderen Geldinstitut zu finanzieren. So könnte er die Endzahlung in einer Summe zahlen und bei seiner Bank eventuelle günstigere Konditionen erhalten. Diese wird allerdings in vielen Fällen den Fahrzeugbrief verlangen, den der Kunde meistens noch nicht hat, da der noch bei der Autobank liegt. Da ist einiges an Verhandlungsgeschick notwendig damit der Kunde also bei beiden Banken am Ende die für ihn besten Ergebnisse erzielt.

Wer das Fahrzeug zurückgeben will, sollte sich wiederum informieren, was das Auto vielleicht zurzeit auf dem freien Markt wert ist. Sollte diese Summe höher sein als die Schlussrate könnte sich der Eigenverkauf lohnen, wenn man die Möglichkeit hat, die Schlussrate für die Zwischenzeit zu finanzieren. Meist ist das Fahrzeug aber sicher nicht mehr wert als diese Rate und dann gilt es, das Auto in einem bestmöglichen Zustand zurückzugeben. Professionelle Fahrzeugaufbereiter säubern den Wagen nicht nur sehr viel besser als man selbst dies könnte, sie ziehen auch kleine Beulen und Dellen aus der Karosserie. Schrammen und Lackschäden werden mit speziellen Polituren beseitigt und der Wagen wirkt nach der Behandlung nahezu wie neu. Diese Fahrzeugaufbereitung ist natürlich nicht ganz billig, rechnet sich aber bei der Rückgabe von Fahrzeugen aus der Dreiwegefinanzierung oder dem Leasing.

Effektive Gesamtbelastung

Die effektive Gesamtbelastung wird nicht nur durch einen niedrigen Zinssatz erzielt. Eine hohe Anzahlung mit wenigen Raten verringert die Kosten für eine Finanzierung erheblich. Zusätzliche Gebühren müssen von dem Geldinstitut ebenso wie von der Autobank offengelegt werden. Die eventuell notwendige Kreditrisikoversicherung muss in die Gesamtbelastung ebenso eingerechnet werden wie Kosten für eine Fahrzeugaufbereitung. Wer unter anderen Umständen keine Vollkaskoversicherung abschließen würde, muss in seine Gesamtbelastung ebenfalls die dafür anfallenden Mehrkosten einbeziehen. Im Internet gibt es zahlreiche Vergleichsrechner, die den günstigsten Fahrzeugkredit ermitteln wollen. Kaum einer bezieht aber wirklich alle Variablen, die es in der Vertragsgestaltung beim Autokredit gibt mit ein. Man sollte sich also die Mühe machen und mehrere Angebote einholen. Dann muss man sich tatsächlich hinsetzen und alle Kosten für jeden der Autokredite mit den folgenden Unterhaltskosten aufrechnen. Nur so kann man wirklich sichergehen, den günstigsten Kredit zu erhalten. Doch auch wenn es auf den ersten Blick sehr mühsam erscheint, der Stundenlohn für diese Arbeit ist sehr gut, wenn man das eingesparte Geld einmal gegenrechnet.

Vorüberlegungen beim Autokauf

Wenn man sich erst einmal entschieden hat, dass ein neues Auto angeschafft werden soll oder vielleicht muss, geht es heute meist nicht mehr nur darum, welchen Typ und welches Modell man kaufen möchte, es steht auch die Frage der Finanzierung für das KFZ im Raum. Doch dazu muss erst einmal das passende Fahrzeug ausgewählt werden. Erst wenn man alle Spezifikationen für das betreffende Fahrzeug ausgesucht hat, kann man die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Finanzierung oder zum Leasing des Autos wirklich miteinander vergleichen. Solange noch einige Punkte variabel bleiben, ist ein ehrlicher Vergleich eher schwer. Allerdings sollte man dennoch ebenfalls einen parallelen Vergleich zu einem etwas neueren oder effizienteren Modell wagen, da es durch die mögliche Benzineinsparung durchaus sein kann, dass dieses letzten Endes sogar günstiger ist. Besonders für Vielfahrer ist das Hochrechnen des Benzinverbrauchs sehr wichtig.

Bevorzugt man einen bestimmten Hersteller für das neue Auto, bleibt nun noch die Wahl des Modells, dann der Motorisierung und die Auswahl der sonstigen Ausstattung des Fahrzeugs. Dabei muss nicht notwendigerweise das größere Modell oder der größere Motor teurer sein. Man sollte sich immer auch nach passenden Sondermodellen umsehen, die über erheblich mehr Ausstattungsmerkmale und Komfort für einen meist niedrigeren Preis verfügen. Manch ein Händler schlägt diese Sondermodelle seinen Kunden nicht von sich aus vor, weil bei diesen Modellen häufig kaum Spielraum für den Ankauf der gebrauchten Fahrzeuge des Kunden bleibt und sein eigener Gewinn ebenfalls vom Hersteller klein gehalten wird. Diese Sondermodelle verfügen aber häufig über kostenlose Klimaanlagen, Lederlenkräder und besondere Audiosysteme oder Lackierungen, die ansonsten mit bis zu mehreren Tausend Euro zu Buche schlagen würden. Oft ist dieses besser ausgestattete Auto sogar günstiger als das gleiche Modell in der Grundausstattung. Daher sollte man gezielt danach fragen, wenn man ein neues KFZ kaufen und finanzieren möchte. Teilweise werden Sondermodelle sogar mit einer Null-Prozent Finanzierung von der angeschlossenen Autobank ausgestattet, die eine Auswahl zusätzlich erleichtert.

Eine weitere Vorüberlegung muss schließlich die Finanzierung des Wagens sein. In Zeiten sehr niedriger Zinsen kann es sogar sinnvoll sein, das Fahrzeug zu finanzieren, statt es gleich bar zu bezahlen. Wer vielleicht das Geld gewinnbringend zu guten Zinsen angelegt hat, kann unter Umständen mit einem Kredit günstiger das Fahrzeug abzahlen als mit dem eigenen festangelegten Vermögen. Vor allem, da eine Autofinanzierung häufig vom Hersteller bezuschusst und damit durch die hauseigene Autobank stark verbilligt wird. Je nach Dringlichkeit, die der Hersteller sieht, um seine Modelle an den Kunden zu bringen, kann die Fahrzeugfinanzierung sogar völlig kostenlos angeboten werden. Der Kunde muss allerdings dennoch meist entsprechende Sicherheiten, wie eine feste Beschäftigung und eine makellose Schufa-Auskunft vorweisen können, um an eine Finanzierung zu kommen.

Wie sicher ist mein aktuelles Einkommen?

Die Frage nach der Sicherheit des eigenen Einkommens kann heute kaum noch jemand mit garantiert sicher beantworten. Selbst als Beamter gibt es leichte Unwägbarkeiten, die natürlich aber deutlich geringer ausfallen, als bei anderen Arbeitnehmern. Wer als Angestellter tätig ist, hat häufig über viele Jahre erst einmal nur befristete Verträge, bevor er, wenn überhaupt, einen unbefristeten Arbeitsplatz ergattert. Arbeitnehmer, die in der Zeitarbeitsbranche eingesetzt sind, trifft es noch härter, denn wer nicht mindestens ein halbes Jahr beim gleichen Arbeitgeber mit einem sicheren Einkommen nachweisen kann, wird bei der Kreditvergabe kaum berücksichtigt durch Banken und Geldinstitute.

Für einen Autokredit durch eine Autobank gelten jedoch häufig nicht ganz so starre Regeln wie für einen anderen Kredit, da die Hersteller gerade Auslaufmodelle und unbeliebte Fahrzeugtypen dringend an den Kunden bringen möchten. Außerdem wird bei einem Autokredit ohnehin in der Regel der Fahrzeugbrief vom Kreditgeber einbehalten. Zusätzliche Sicherheit bietet für die Autobank dann die Verpflichtung zu einer Vollkaskoversicherung, die vielfach bei einem Autokredit verlangt wird. Daneben kann die mangelnde Kreditwürdigkeit des Kunden mit einer Kreditversicherung ausgeglichen werden. Es ist nicht immer sinnvoll, diese Versicherung gleichzeitig mit dem Autokredit abzuschließen, da die Banken und Kreditgeber natürlich nicht daran interessiert sind, eine besonders günstige Versicherung an ihre Kreditnehmer zu vermitteln. Wichtig ist aber selbst bei einem noch so guten Angebot immer ein Vergleich der unterschiedlichen Konditionen.

Wer arbeitslos ist oder Sozialleistungen wie Hartz IV bezieht kann sich auf den ersten Blick gesehen natürlich kein Auto anschaffen. Doch die Jobcenter und auch die Arbeitsagenturen haben Möglichkeiten ihren Kunden bei der Anschaffung eines Wagens zu helfen, wenn bestimmte Voraussetzungen zutreffen. Diese Hilfe kann ein Zuschuss in Form von Bargeld sein oder ein kostenloses Darlehen. In der Regel ist die Voraussetzung, dass der Arbeitslose nur mit dem Auto eine neue Stelle erreichen kann, die ihm gerade angeboten wurde. Die Höhe des Zuschusses und die Bedingungen variieren etwas, je nach Sachbearbeiter und Bundesland. Doch wenn damit ein fester Arbeitsplatz für den Autokäufer erzielt werden kann, sind die meisten Sachbearbeiter sehr hilfsbereit.

9.2 Welche monatliche Belastung kann ich mir leisten?

Die Rate, die man monatlich abzahlen möchte für das neue Auto, sollte auch dann noch bezahlbar sein, wenn man einmal arbeitslos oder länger krank wird. Verschiedene Umstände können leicht die Finanzen aus dem Gleichgewicht bringen, sei es eine größere Reparatur am Haus oder auch Kurzarbeit, die weniger Geld in die Haushaltskasse bringt. Es gibt zwar sogenannte Kreditversicherungen, die das Risiko bis zu einem gewissen Grad abfedern können. Wer sich also bezüglich seines Arbeitsplatzes oder der Sicherheit der Zahlungen absichern möchte, kann mit dieser Versicherung zumindest einige Ratenzahlungen überbrücken.

Vielfach wird aber bereits von den Banken und Kreditgebern eine derartige Versicherung für den Kredit verlangt, besonders dann, wenn der Arbeitsplatz nicht sicher ist. Auch wenn der Kreditrahmen schon relativ ausgeschöpft ist, vielleicht weil man noch eine Hypothek für das eigene Heim abzahlen muss, wird in der Regel eine derartige Versicherung verlangt. Diese sollte aber nicht zwangsläufig mit dem Kredit für das Auto zusammen abgeschlossen werden. Der Kreditnehmer darf sich hierbei nicht von seiner Bank oder dem Händler überfahren lassen, denn oft sind die gemeinsam mit dem Autokredit angebotenen Kreditversicherungen recht überteuert. Ein Vergleich von Leistungen und Prämien ist immer angebracht, bevor man diese Versicherung abschließt.

Die monatliche Belastung, die man sich wirklich leisten kann, sollte auch die Unterhaltskosten für das neue Fahrzeug berücksichtigen. Kraftfahrzeugsteuer und Versicherung sind häufig höher, je älter der Wagen ist und müssen unbedingt ebenso wie der vermutliche Spritverbrauch des ausgewählten Autos in die monatliche Belastung eingerechnet werden. Wer weite Wege zur Arbeit pendeln muss, sollte ganz genau die Benzinkosten im Auge behalten. Verbraucht der neue Wagen vielleicht weniger, sollte man auch diese Ersparnis in die Berechnungen einbeziehen. Denn dadurch kann man sich vielleicht sogar bei der Finanzierung für ein ganz neues Fahrzeug entscheiden, dass man sich sonst gar nicht geleistet hätte. Dennoch kommt man unter Einbeziehung der Folgekosten günstiger, als wenn man vielleicht ein älteres KFZ gekauft hätte.

9.3 Wie lange will ich das Fahrzeug behalten?

Wer sich nicht sicher ist, wie lange er das Auto überhaupt fahren möchte, muss natürlich eine möglichst kurze Laufzeit der Finanzierung wählen oder ein Leasingfahrzeug nehmen. Will man das Auto jedoch nur einige Monate fahren und möchte allen weiteren Formalitäten aus dem Wege gehen, dann gibt es inzwischen auch die Möglichkeit der Langzeitmiete. Viele Autovermietungen bieten diese Variante seit einiger Zeit zu einem gegenüber der normalen Fahrzeugmiete recht günstigen Preis an. Darin sind dann in der Regel natürlich auch die Versicherung und die Steuer für das KFZ enthalten. Der Mieter des Wagens muss allerdings meist sehr starre Kilometerbegrenzungen einhalten, die nur zu hohen Zusatzkosten überschritten werden können.

Ähnlich wie bei einem Leasingfahrzeug wird der Wagen bei der Rückgabe sehr genau auf eventuelle Beschädigungen geprüft. Daher ist es zu empfehlen, derartige Langzeitmieten nur bei einem seriösen Anbieter abzuschließen. Bei der Langzeitmiete kann allerdings normalerweise der Kunde nicht selbst wählen welche Ausstattung oder welche Farbe das Auto haben soll. Es steht zur Langzeitmiete nur eine recht begrenzte Auswahl an Modellen zur Verfügung. Außerdem wird das Fahrzeug, das man mietet, nicht unbedingt neu sein bei der Übergabe an den Kunden.

Winterfahrzeug gut auswählen

Wer plant ein Fahrzeug lediglich über einen Winter zu fahren, sollte dennoch nicht das billigste auf dem Markt auswählen. Die Ersparnis, die durch den sehr niedrigen Anschaffungspreis eintritt, wird durch hohe Benzinkosten und meist enorme Versicherungsbeiträge schnell wieder aufgebraucht. Auch hier muss man genau berechnen, wie viele Kilometer man monatlich mit dem Wagen fährt. Rechnet man dann die Benzinkosten dagegen, hat sich ein sehr altes Auto, das vielleicht nur einige Hundert Euro kostet, schnell zu einem finanziellen Desaster gewandelt. Kommt dann noch eine Reparatur dazu, sind die Ersatzteile für ältere Modelle schwer zu bekommen und ebenfalls noch einmal teurer.

9.3.2 Langes Leben für eine junge Liebe

Möchte man hingegen seinen Wagen für zehn oder mehr Jahre fahren, darf dieser natürlich zwangsläufig nicht bereits mehrere Jahre auf dem Buckel haben. Allerdings sollte ein Auto, das einen über diesen langen Zeitraum durchs Leben begleiten soll, nicht nur jung sein, sondern auch besonders hochwertig und auf dem neuesten Stand der Technik. Denn das Modell, das im Moment schon nicht ganz mit den modernen Wagen anderer Modelle mithalten kann, wird in einigen Jahren erst recht als finanzielles Risiko gelten. Der Autokäufer darf in diesem Fall ruhig an die Obergrenze seines Budgets gehen, um für die Zukunft wirklich gerüstet zu sein. Leider ist auch nicht unbedingt das schönste Modell das für die Zukunft günstigste. Wer wirklich plant den Wagen über einen sehr langen Zeitraum zu fahren muss leider extrem vernünftig seine neue Liebe aussuchen.

9.4 Soll es ein Neuwagen oder ein Gebrauchter sein?

Durch die bereits erwähnten Sondermodelle kann sich unter Umständen ein Neuwagen preislich kaum von einem jungen gebrauchten Auto unterscheiden. Ein älterer Gebrauchtwagen sollte nach Möglichkeit nicht von einem Privatverkäufer erworben werden, da es dann keinerlei Gewährleistung für den Kunden gibt. Kauft man aber einen Gebrauchtwagen bei einem Händler, muss dieser einem eine Garantie von mindestens einem Jahr gewähren. So kann man sich wenigstens einigermaßen sicher sein, dass der Wagen nicht nach wenigen Metern bereits auseinanderfällt und wenn doch, ist der Händler immerhin verpflichtet, den Wagen wieder instand zu setzen. Außerdem kann man bei einem Händler häufig auch einen kostspieligen gebrauchten Wagen mit einer Autofinanzierung bekommen. Ein weiterer Punkt, auf den man achten sollte, bei einem älteren Auto ist der TÜV. Auch wenn dieser vielleicht noch nicht fällig ist, sollte man vom Verkäufer verlangen, dass die TÜV-Plakette erneuert wird, bevor man das Fahrzeug erwirbt.

Durch die höheren Kosten für Treibstoff und Versicherung kann es vor allem für Pendler sinnlos sein, einen gebrauchten Wagen zu kaufen. Je neuer ein Auto ist, desto weniger Treibstoff benötigt es in der Regel. Ebenfalls geringer sind meistens die Versicherungsbeiträge und die Kraftfahrzeugsteuer. Aber auch Dinge, die man auf den ersten Blick nicht bedenkt, kommen bei einem neuen KFZ häufig günstiger als bei einem gebrauchten Wagen. Dazu zählen Ersatzteile und Zubehör. Will man nachträglich noch eine Anhängerkupplung beispielsweise anbringen, kann es sein, dass diese für ein älteres Modell gar nicht mehr erhältlich ist oder nur zu hohen Kosten. Mit einer günstigen Autofinanzierung kann daher gerade für einen Pendler vielfach der neue Wagen letzten Endes sogar billiger sein, als der gebrauchte Spritschlucker. Daher muss man bei der Auswahl des Fahrzeugs wirklich das komplette Bild betrachten und nicht nur den Anschaffungspreis des Wagens sehen.

Ein weiterer Nachteil bei einem gebrauchten Wagen kann die Ersatzteilbeschaffung sein. Wenn dann wirklich einmal eine größere Reparatur ansteht, ist es durchaus möglich das der Wagen erst einmal einige Wochen nicht fahrbereit ist, weil die Werkstatt auf die Teile warten muss oder diese gar nicht zu bekommen sind. Häufig muss man dann die Suche auf Schrottplätze ausdehnen, um die entsprechenden Teile zu erhalten oder sie müssen sogar extra angefertigt werden. Dies übersteigt natürlich meist den eigentlichen Wert des Wagens bei Weitem und lohnt sich nicht mehr.

Unterhaltskosten für das Fahrzeug einkalkulieren

Auch wenn man bei der Frage, ob man einen Neuwagen oder ein gebrauchtes Fahrzeug kaufen möchte, ursprünglich bereits aus Kostengründen für den Gebrauchtwagen entschieden hat, sollte man diese Antwort nun noch einmal überarbeiten. Denn der billige Gebrauchtwagen kann sehr schnell zu einem finanziellen Bumerang werden. Verursacht das Auto dann Tag für Tag enorme Folgekosten, hätte man in vielen Fällen auch mit einem günstigen Autokredit recht leicht ein neues Fahrzeug finanzieren können. Die Händler sind außerdem deutlich entgegenkommender mit Rabatten, wenn ein neues Auto gekauft werden soll, und nehmen dann auch den alten noch vorhandenen Wagen in Zahlung.

Gerade bei sehr günstigen Gebrauchtwagen gibt es häufig einen Haken und der lautet meist Unterhaltskosten. Bevor man einen Wagen kauft, sollte man daher die Kosten für Versicherung und KFZ-Steuer prüfen. Dies ist allerdings nur der leichte Teil der Arbeit, wenn man einen etwas älteren Wagen überprüfen möchte. Je nach Herkunft können die kleinsten Ersatzteile für einen Wagen ungeheuer kostspielig sein. Bei manch einem Koreaner oder Franzosen ist ein ganz simpler Ölfilter nur nach wochenlanger Bestellung zu sehr hohen Kosten verfügbar. Für den Preis bekommt man bei vielen anderen Fahrzeugen bereits den ganzen Ölwechsel in der Werkstatt. Daher sollte man auch über die Kleinteile einmal eine Recherche durchlaufen lassen auf den Suchmaschinen im Internet. Zahlreiche Foren beschäftigen sich schon längst mit dem Thema und bieten daher gute Informationen zu den speziellen Fahrzeugtypen.

9.5.1 Benzin und Diesel schlagen mit hohen Kosten zu Buche

Ein Gebrauchtwagen ist schnell gekauft, wenn die Preise nur niedrig genug sind. Doch die Folgekosten für Benzin oder Diesel fressen die Freude am günstigen Kauf sehr schnell wieder auf. Auch hierüber sollte man sich im Internet informieren. Denn die Angaben, die der Händler einem macht, sind allenfalls die ursprünglichen Angaben des Herstellers, die vielleicht Gültigkeit hatten, als der Wagen noch neu war. Nun, nach vielen Kilometern und Jahren ist das gute Stück aber inzwischen sehr viel durstiger. Einige Fahrzeugtypen sind auch dafür berüchtigt mehr Öl als Benzin zu verbrauchen, diese Mängel muss man kennen, um Folgekosten zu vermeiden. Daher ist es wichtig, sich eine objektive Einschätzung im Internet von anderen Besitzern dieses Typs einzuholen. Der Preis für einen Liter Benzin wird in den nächsten Jahren sicher nicht sinken, sondern im Gegenteil noch weiter steigen. Diese Entwicklung kann man zwar nicht ganz genau vorhersehen, man sollte jedoch versuchen, sie in seine Überlegungen einzukalkulieren. Wenn ein Neuwagen angeschafft wird, ist für einen Pendler vielleicht sogar ein mit Gas betriebenes Fahrzeug günstiger.

9.5.2 Lohnt sich Autogas oder ein Dieselfahrzeug?

Grundsätzlich kann man heute sagen, je neuer der Wagen, desto weniger Unterschied liegt beim Verbrauch zwischen Benzinern und Dieselfahrzeugen. Wer sich also gern ein älteres Modell kaufen möchte und viele Kilometer zurücklegt, ist immer noch mit einem Dieselfahrzeug besser bedient als mit einem Benziner. Gebrauchte Fahrzeuge, die mit Gas betrieben werden, sind recht selten auf dem Markt. Doch auch sie sind je nach Kilometerzahl, die der Halter im Jahr zurücklegt, meistens günstiger im Unterhalt. Die neueren Modelle der verschiedenen Hersteller bieten heute aber kaum noch Vorteile als Dieselfahrzeuge. Dazu müsste der Halter schon eine enorme Kilometerleistung erzielen, vor allem da sich auch der Preis für den Liter Diesel immer stärker an den Benzinpreis angenähert hat.