Darlehen für Behinderte

Kredit und Behinderung: Bonität zählt

Ein frei verfügbares Darlehen für Behinderte existiert in Deutschland nicht, allerdings gibt es durchaus Kredite und Zuschüsse, die körperlich eingeschränkte Menschen in ihrer besonderen Lebenssituation unterstützen sollen. Zumindest, wenn das Geld für Umbauten und Anschaffungen verwendet werden soll, die in direktem Zusammenhang mit dem Handicap des Kreditnehmers stehen. Bei allen anderen Darlehen spielt die körperliche Einschränkung des Bewerbers keine Rolle. Für die Bank zählt einzig die Bonität, also die berufliche und finanzielle Situation des Antragstellers sowie sein bisheriges Zahlverhalten, wie es bei der Schufa und anderen Infodiensten vermerkt ist.

Kreditwürdig mit Behinderung

Kredit

Geht der Antragsteller trotz seiner körperlichen Einschränkung einer regelmäßigen beruflichen Tätigkeit mit normaler Bezahlung nach, sind seine Chancen auf einen Ratenkredit genauso hoch wie bei einem körperlich Gesunden. Umso mehr, wenn er im öffentlichen Dienst tätig ist, einem Sektor, in dem Menschen mit Behinderung bevorzugt eingestellt werden. Neben der Höhe des Gehalts interessiert sich die Bank auch für Dauer und Stabilität des Beschäftigungsverhältnisses sowie etwaige Vermögenswerte, die zur Sicherheit herangezogen werden können. Ist auch die Schufa-Auskunft in Ordnung, steht der Bewilligung des Kreditantrags nichts im Wege.

Zuschüsse und Darlehen, die für Behinderte aber auch für ältere Verbraucher gedacht sind, die für die Zukunft vorsorgen wollen, sind geförderte Kredite zum behindertengerechten Umbau der Wohnung oder zur Anschaffung von Hilfsmitteln. Sie sind beispielsweise bei Förderbanken, aber auch bei Einrichtungen des Bundes und der Länder erhältlich. Im Unterschied zum normalen Bankkredit dürfen sie aber nur für den angegebenen Zweck verwendet werden und beispielsweise nicht, um Konsumgüter zu kaufen.

Herausforderung bei Erwerbsminderungsrente

Schlechter stehen die Chance auf ein Darlehen für Behinderte, deren Einschränkungen so stark ausgeprägt sind, dass sie keiner beruflichen Tätigkeit mehr nachgehen oder nur noch sehr reduziert arbeiten können. Sie erhalten meist eine Erwerbsminderungsrente, die zwar einen regelmäßigen Geldeingang auf dem Konto darstellt, für gewöhnlich aber zu niedrig ist, um die Kreditvergabe zu rechtfertigen. Dabei orientieren sich Banken an der jeweils geltenden Pfändungsfreigrenze, unterhalb derer sie bei Zahlungsrückständen nicht auf das Einkommen des Schuldners zugreifen können.

Wer Erwerbsminderungsrente bezieht, ist also auf die Unterstützung eines solventen Bürgen angewiesen. Bei sehr kleinen Leihsummen sind vielleicht Minikredite vom Onlineanbieter eine Alternative. Da es sich um Kurzzeitdarlehen mit einer Maximalhöhe von 3000 Euro handelt, sind auch die Anforderungen an die Einkommenshöhe des Bewerbers nicht ganz so hoch. Ein für Minikredite üblicher Zinssatz liegt allerdings weit über dem, was eine klassische Bank verlangt. An Kreditbörsen verleihen private Kreditgeber Summen ab einer Höhe von rund 1500 Euro. Auch hier sind die Hürden für Bewerber niedriger und die Zinsen entsprechend höher.

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