Buy now, pay later bedeutet: Die Ware kommt sofort, bezahlt wird aber erst nach einer bestimmten Frist oder in mehreren Raten. Üblich sind Zahlungsfristen von 14 oder 30 Tagen. Ratenzahlungen laufen je nach Angebot bis zu zwölf Monate. Anbieter wie Klarna, PayPal oder Ratepay treten dabei als Zahlungsdienstleister oder Kreditgeber auf.
Für die Kreditwürdigkeit zählt nicht nur eine einzelne Rechnung. Sie zeigt, wie zuverlässig jemand finanzielle Verpflichtungen erfüllt. Wichtig sind auch die Zahl der laufenden Zahlungen, die Fristen und der Umgang mit Zahlungsproblemen. Eine pünktlich bezahlte BNPL-Rechnung verschlechtert die Bonität nicht automatisch. Mehrere gleichzeitige Verpflichtungen und verspätete Zahlungen erschweren jedoch den Überblick. Sie können zusätzliche Kosten und negative Bonitätsmerkmale verursachen.
Warum spätere Zahlungen den Überblick erschweren
Die Zahlung erfolgt zeitlich getrennt vom Kauf. Dadurch wirkt ein Produkt beim Kauf günstiger, als es für das Monatsbudget wirklich ist. Der Kauf ist sofort sichtbar. Das Geld wird aber erst Wochen später vom Girokonto abgebucht.
Mehrere kleine Käufe können besonders riskant sein. Wer bei verschiedenen Händlern kauft, mehrere Zahlungsanbieter nutzt und unterschiedliche Fälligkeiten hat, muss die Gesamtsumme im Blick behalten. Dabei müssen Rücksendungen, Teilzahlungen, Mahnfristen und automatische Abbuchungen richtig zugeordnet werden.
Eine BaFin-Umfrage zu BNPL-Verpflichtungen ergab, dass 14 Prozent der befragten Verbraucher schon einmal den Überblick über solche Zahlungen verloren hatten. Bei den 14- bis 29-Jährigen lag der Anteil bei 24 Prozent.
Die Zahlen zeigen nicht, dass jede spätere Zahlung problematisch ist. Sie zeigen aber, dass die Trennung von Kauf und Zahlung zu Fehlern führen kann.
Ein einfaches Beispiel für die Belastung
Drei einzelne Rechnungen wirken zunächst überschaubar:
| Verpflichtung | Fälligkeit | Was leicht übersehen wird |
|---|---|---|
| Rechnung aus Kauf 1 | in 14 Tagen | Das Geld wird erst später benötigt |
| Rechnung aus Kauf 2 | in 30 Tagen | Die zweite Zahlung fällt zusätzlich an |
| Monatsrate aus Kauf 3 | über mehrere Monate | Die Verpflichtung endet nicht mit dem nächsten Gehalt |
Fragen Sie sich deshalb nicht nur: „Kann ich diese Rate heute bezahlen?“ Entscheidend ist: „Wie viel muss ich in den kommenden Wochen und Monaten insgesamt zurückzahlen?“
Wann BNPL die Kreditwürdigkeit beeinflusst
BNPL führt nicht automatisch zu einem SCHUFA-Eintrag oder einer schlechteren Bewertung. Das hängt vom Anbieter, vom Produkt, von der Kredithöhe und von der Zahlungsabwicklung ab. Für alle Angebote gilt daher nicht dieselbe Regel.
Laut ZDFheute prüfen Finanzdienstleister meist die Bonität ihrer Nutzer. Bei höheren Ratenbeträgen oder längeren Laufzeiten kann eine Kreditanfrage bei der SCHUFA erfolgen. Ob diese Anfrage den später sichtbaren Score beeinflusst, hängt unter anderem von ihrer Art und vom Bewertungsmodell ab.
Deutlicher ist die Lage bei Zahlungsstörungen:
- Eine verspätete Zahlung kann Verspätungs- oder Mahngebühren auslösen.
- Bleiben Raten offen, kann der Anbieter die Forderung an ein Inkassounternehmen übergeben.
- Zahlungsstörungen nach mehrfacher Mahnung gehören laut BR-Bericht zum neuen SCHUFA-Score zu den Kriterien, die in das neue Modell einfließen.
- Das Modell berücksichtigt dort ebenfalls laufende Ratenkredite und in den vergangenen zwölf Monaten aufgenommene Ratenkredite.
Eine pünktlich bezahlte BNPL-Rechnung verschlechtert die Bonität daher nicht automatisch. Problematisch wird es vor allem, wenn Zahlungen ausbleiben, mehrere Ratenkredite zusammenkommen oder neue Kreditanfragen auf eine wachsende finanzielle Belastung hinweisen.
Welche Kosten bei Zahlungsverzug entstehen
„Später zahlen“ kostet nicht immer nichts. Bei Ratenzahlungen fallen je nach Anbieter und Vertrag Zinsen an. Der SWR berichtet von Zinssätzen bis zu 15 Prozent. Zusätzlich können Mahnkosten, Verzugszinsen oder weitere Gebühren entstehen.
Auch eine beworbene Null-Prozent-Finanzierung sollten Sie genau prüfen. Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass unter bestimmten Bedingungen später Zinsen oder Mahnkosten anfallen können, etwa wenn eine Rate nicht rechtzeitig eingeht oder die Zahlungsart nach Ablauf eines Aktionszeitraums wechselt. Maßgeblich sind die Vertragsbedingungen; die Werbung auf der Produktseite allein reicht für die Prüfung nicht aus.
Eine verspätete Zahlung macht den ursprünglichen Kauf teurer und erschwert die Rückzahlung. Wird die Forderung nach mehreren Mahnungen an Inkasso übergeben, kommen weitere Kosten hinzu. Wer eine Rechnung nicht pünktlich bezahlen kann, sollte sofort den Anbieter kontaktieren und schriftlich nach einer Lösung fragen.
So kontrollieren Sie alle offenen Verpflichtungen
Am besten beginnen Sie mit einer gemeinsamen Liste. Tragen Sie jede offene BNPL-Zahlung in diese Liste ein, unabhängig vom Anbieter.
Notieren Sie mindestens:
- Anbieter und ursprünglichen Kauf
- noch offenen Betrag
- nächste Fälligkeit
- verbleibende Raten
- Zinsen und mögliche Gebühren
- verwendetes Konto oder Zahlungsmittel
- Status einer Rücksendung oder Erstattung
Ein Haushaltsbuch macht die Übersicht vollständig. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt, Einnahmen und Ausgaben einschließlich der Fixkosten aufzuschreiben. Der verbleibende Betrag zeigt, wie viel Geld wirklich für neue Ausgaben übrig ist.
Eine praktikable Kontrollroutine
- Prüfen Sie die Konten und Anbieter-Apps. Suchen Sie nach offenen Rechnungen, geplanten Abbuchungen und noch laufenden Raten.
- Übertragen Sie alle Beträge in eine gemeinsame Liste. Sortieren Sie die Einträge nach Fälligkeit.
- Addieren Sie die Zahlungen für den nächsten Monat. Vergleichen Sie die Summe mit dem Geld, das nach Miete, Energie, Versicherungen und Lebenshaltungskosten übrig bleibt.
- Stoppen Sie neue spätere Zahlungen, wenn die Summe nicht sicher gedeckt ist. Bezahlen Sie neue Käufe nur aus bereits vorhandenem Geld.
- Richten Sie Erinnerungen mehrere Tage vor jeder Fälligkeit ein. Prüfen Sie außerdem, ob das angegebene Konto ausreichend gedeckt ist.
- Klären Sie Rücksendungen sofort. Eine Retoure beendet die Zahlung nicht immer automatisch. Bewahren Sie Versand- und Erstattungsnachweise auf.
Eine einfache Regel lautet: Wenn fällige BNPL-Zahlungen und Fixkosten fast das gesamte verfügbare Einkommen verbrauchen, sollten Sie keinen weiteren Kauf aufschieben.
Was bei Zahlungsproblemen zuerst zu tun ist
Ignorieren Sie auch eine einzelne verpasste Zahlung nicht. Prüfen Sie zuerst, ob ein technischer Fehler, eine Rücksendung oder eine falsche Abbuchung die Ursache ist. Zahlen Sie den unstrittigen Betrag möglichst schnell und kontaktieren Sie den Anbieter schriftlich.
Wenn das Geld nicht reicht, helfen diese Schritte:
- Fälligkeiten priorisieren: Bearbeiten Sie Forderungen mit kurzer Frist, drohenden Mahnkosten oder bereits angekündigtem Inkasso zuerst.
- Kontakt aufnehmen: Bitten Sie den Anbieter um eine nachvollziehbare Zahlungsaufstellung und fragen Sie nach einer tragfähigen Ratenvereinbarung.
- Keine neue Verschuldung aufbauen: Begleichen Sie alte BNPL-Rechnungen nicht mit weiteren Käufen auf Rechnung oder neuen kurzfristigen Krediten.
- Beratung nutzen: Bei mehreren offenen Forderungen hilft eine anerkannte Schuldnerberatung, die Gesamtlage zu ordnen und Gläubiger zu kontaktieren.
- Unterlagen sichern: Speichern Sie Rechnungen, Mahnungen, Zahlungsbelege, Rücksendungsnachweise und den gesamten Schriftverkehr.
Ein Inkassoschreiben bedeutet nicht automatisch, dass alle geforderten Beträge richtig sind. Prüfen Sie die Forderung und die Kostenpositionen. Bei Unsicherheit sollten Sie eine Verbraucherzentrale oder Schuldnerberatung einschalten.
Bonitätsdaten selbst prüfen
Verbraucher haben laut BR bereits Anspruch auf eine kostenlose jährliche Selbstauskunft. Damit sehen Sie, welche Kredit- und Zahlungsdaten gespeichert sind und ob sie veraltet oder falsch sind.
Achten Sie bei der Prüfung besonders auf:
- Ihnen unbekannte Ratenkredite oder Zahlungsdienstleister
- bereits erledigte Forderungen, die weiterhin als offen erscheinen
- doppelte Einträge
- falsche persönliche Daten
- Zahlungsstörungen, die Sie nicht zuordnen können
Fehlerhafte oder veraltete Angaben sollten Sie beim meldenden Unternehmen und bei der Auskunftei beanstanden. Fügen Sie geeignete Nachweise bei, etwa Zahlungsbelege oder eine Bestätigung über die Erledigung der Forderung. Nach Angaben des BR soll der persönliche SCHUFA-Score ab Ende März 2026 zusätzlich kostenlos online über ein SCHUFA-Konto einsehbar sein. Für die konkrete Verfügbarkeit gelten die Angaben des Anbieters.
Ratenzahlung vor dem Kauf vergleichen
Die günstigste Zahlungsart ist häufig die, bei der der Kaufpreis sofort aus dem vorhandenen Budget bezahlt wird. Wenn eine Ratenzahlung nötig erscheint, vergleichen Sie nicht nur die Monatsrate.
Prüfen Sie vor dem Abschluss:
- effektiven Jahreszins und Gesamtkosten
- Laufzeit und Anzahl der Raten
- Gebühren bei verspäteter Zahlung
- Folgen einer Rücksendung
- automatische Abbuchung und verwendetes Konto
- Art der Bonitätsprüfung
- Hinweise zu Meldungen an Auskunfteien
- Voraussetzungen für eine Null-Prozent-Finanzierung
Eine niedrige Rate kann über eine lange Laufzeit und höhere Gesamtkosten hinwegtäuschen. Addieren Sie deshalb alle Zahlungen und vergleichen Sie den Gesamtbetrag mit dem ursprünglichen Kaufpreis.
Kernaussagen
- Erfassen Sie jede Fälligkeit an einer Stelle: Mehrere kleine BNPL-Zahlungen werden erst in der gemeinsamen Übersicht als Monatsbelastung sichtbar.
- Prüfen Sie die Vertragskosten: Ratenzahlungen können Zinsen, Mahnkosten und weitere Gebühren enthalten, auch wenn der Kauf zunächst günstig wirkt.
- Vermeiden Sie Zahlungsverzug: Offene Raten können nach mehrfacher Mahnung zu Inkasso und einem negativen Bonitätsmerkmal führen.
- Unterscheiden Sie Anbieter und Produkt: Eine fristgerecht bezahlte BNPL-Rechnung verschlechtert die Kreditwürdigkeit nicht automatisch, die Bonitätsprüfung und Meldepraxis sind aber nicht überall gleich.
- Kontrollieren Sie Ihre Bonitätsdaten: Nutzen Sie die kostenlose Selbstauskunft und lassen Sie falsche oder veraltete Einträge korrigieren.
FAQ
Verschlechtert Buy now, pay later automatisch meine SCHUFA?
Nein. Eine fristgerecht bezahlte BNPL-Verpflichtung führt nicht automatisch zu einer schlechteren Bonitätsbewertung. Anbieter prüfen jedoch je nach Produkt die Bonität, und Zahlungsstörungen nach mehrfacher Mahnung können berücksichtigt oder gemeldet werden.
Werden alle BNPL-Käufe an die SCHUFA gemeldet?
Dafür gibt es keine einheitliche Regel für alle Anbieter und Produkte. Die Behandlung hängt unter anderem von der Zahlungsart, der Kredithöhe, der Laufzeit und der konkreten Meldepraxis ab. Prüfen Sie deshalb die Vertragsinformationen und fragen Sie den Anbieter bei Unklarheit ausdrücklich danach.
Wie behalte ich mehrere spätere Zahlungen im Blick?
Führen Sie eine gemeinsame Liste mit Anbieter, offenem Betrag, Fälligkeit und verbleibenden Raten. Sortieren Sie die Einträge nach Datum und vergleichen Sie die monatliche Gesamtsumme mit dem Betrag, der nach Ihren Fixkosten übrig bleibt.
Was passiert, wenn ich eine BNPL-Rechnung zu spät bezahle?
Zunächst drohen Verspätungs- oder Mahngebühren. Bei dauerhaft ausbleibender Zahlung kann der Anbieter die Forderung an ein Inkassounternehmen übergeben; Zahlungsstörungen nach mehreren Mahnungen können außerdem die Bonitätsbewertung belasten.
Was mache ich, wenn ich mehrere Raten nicht mehr bezahlen kann?
Stoppen Sie zunächst neue Käufe auf Rechnung oder Ratenzahlung und erstellen Sie eine vollständige Liste aller Forderungen. Kontaktieren Sie die Anbieter schriftlich und holen Sie bei mehreren Gläubigern frühzeitig Hilfe bei einer anerkannten Schuldnerberatung.
Kann ich falsche Bonitätseinträge korrigieren lassen?
Ja. Prüfen Sie zunächst die kostenlose Selbstauskunft und beanstanden Sie falsche oder veraltete Angaben bei der Auskunftei sowie beim meldenden Unternehmen. Zahlungsbelege, Erledigungsbestätigungen und andere Nachweise beschleunigen die Prüfung.