Du brauchst keinen deutschen Pass, um in Deutschland einen Kreditantrag vorzubereiten. Entscheidend ist, was du nachweisen kannst: deine Identität, deinen Wohnort, dein Einkommen und deine Fähigkeit, den Kredit zurückzuzahlen. Kreditgeber schauen sich dafür mehrere Punkte an, etwa deine Identität, deinen Aufenthalts- und Beschäftigungsstatus, deinen Wohnsitz, dein Einkommen und deine Kreditwürdigkeit. Keiner dieser Punkte allein entscheidet, und die Staatsangehörigkeit steht auf keiner dieser Listen als eigenständiges Kriterium.
Warum das wichtig ist: Viele Menschen ohne deutschen Pass hören widersprüchliche Aussagen über angebliche Voraussetzungen, von "du brauchst mindestens X Jahre Aufenthalt" bis "ohne deutschen Ausweis geht gar nichts". Solche Pauschalaussagen sind nicht belegt. Kläre deshalb, welche Unterlagen deine Situation belegen, wie du sachlich nach einer Ablehnung fragst und wie du Angebote fair vergleichst. Verlasse dich nicht auf zweifelhafte Schnelllösungen.
Warum die Staatsangehörigkeit nicht allein entscheidet
Kreditgeber sind gesetzlich verpflichtet, deine Kreditwürdigkeit zu prüfen, bevor sie einen Verbraucherdarlehensvertrag mit dir abschließen. Diese Pflicht ergibt sich unmittelbar aus § 505a BGB, wonach ein Vertrag bei allgemeinen Verbraucherdarlehen nur geschlossen werden darf, wenn keine erheblichen Zweifel an der vertragsgemäßen Rückzahlung bestehen. Der Kreditgeber prüft dabei deine finanzielle Situation im Detail. Deine Staatsangehörigkeit sagt dabei nichts darüber aus, ob du deine Raten zahlen kannst.
Was bei der Prüfung wirklich zählt
Ein Kreditgeber prüft in der Regel mehrere Punkte gleichzeitig. Dazu zählen deine Identität, dein Wohnsitz, dein Aufenthalts- und Beschäftigungsstatus, dein Einkommen, deine laufenden Ausgaben, bestehende Verpflichtungen wie andere Kredite oder Unterhaltszahlungen sowie deine allgemeine Kreditwürdigkeit, die auch aus gespeicherten Bonitätsdaten abgeleitet wird. Jeder dieser Punkte ist wichtig. Ein hohes Einkommen ohne nachvollziehbare Identität hilft genauso wenig wie ein makelloser Bonitätsscore ohne belegbaren Wohnsitz. Welche dieser Punkte im Detail geprüft werden und mit welchen Unterlagen, unterscheidet sich je nach Kreditgeber und Kreditart. Ein Ratenkredit für ein Auto hat andere Anforderungen als ein Dispokredit oder eine Immobilienfinanzierung.
Wichtig ist auch: Ein Aufenthaltstitel muss nach § 4a AufenthG erkennen lassen, ob du erwerbstätig sein darfst und ob dabei Einschränkungen bestehen. Das ist ein rechtlich anderer Prüfpunkt als deine Staatsangehörigkeit. Ein Kreditgeber, der nach deinem Aufenthaltsstatus fragt, prüft damit im Kern, ob und wie du arbeiten darfst, nicht woher du kommst.
Gesetzliche Pflicht statt Zusagegarantie
Die Kreditwürdigkeitsprüfung ist eine gesetzliche Pflicht des Kreditgebers, aber sie ist keine Garantie in irgendeine Richtung. Sie führt weder automatisch zu einer Zusage noch automatisch zu einer Ablehnung. Bei Immobiliendarlehen konkretisiert die Verordnung zur Kreditwürdigkeitsprüfung, dass Einkommen, Ausgaben und weitere wirtschaftliche Umstände anhand notwendiger, ausreichender und angemessener Informationen bewertet werden müssen. Das bedeutet in der Praxis: Der Kreditgeber muss deine Situation realistisch einschätzen. Er darf dich aber nicht allein wegen eines Merkmals wie deines Passes pauschal ablehnen oder annehmen.
Für dich als Antragsteller bedeutet das: Je klarer und vollständiger deine Unterlagen sind, desto leichter kann der Kreditgeber deine Situation einschätzen. Das ist kein Versprechen auf eine Zusage, aber ein echter Hebel, den du selbst in der Hand hast.
Unterlagen, die deine Situation belegen
Welche Dokumente du brauchst, hängt vom Kreditgeber ab. Öffentliche Kreditbedingungen zeigen deutliche Unterschiede: Manche Institute verlangen vor allem Volljährigkeit, einen deutschen Wohnsitz, ein Gehaltskonto und eine positive Bonitätsprüfung, wie es etwa die Bedingungen für einen Privatkredit zeigen. Andere fragen bei bestimmten Konstellationen zusätzlich nach Nachweisen zum Aufenthaltsstatus. Eine allgemeine, für alle Kreditgeber gültige Checkliste gibt es deshalb nicht. Reiche nur verlangte Unterlagen ein oder solche, die deine Situation verständlich ergänzen.
Identität und Wohnsitz nachweisen
Für die Identitätsprüfung gilt: Ein deutscher Pass ist keine gesetzliche Grundvoraussetzung. Das Geldwäschegesetz nennt für natürliche Personen mehrere zulässige Wege der Identifizierung, darunter auch einen nach ausländerrechtlichen Vorschriften anerkannten oder zugelassenen Pass, einen Personalausweis oder ein Pass- beziehungsweise Ausweisersatzpapier. Häufig kommt zusätzlich ein Video-Ident- oder Online-Ident-Verfahren zum Einsatz, besonders bei digitalen Antragsprozessen.
Halte deshalb ein gültiges Identitätsdokument bereit und frage direkt beim Kreditgeber nach, welches Dokument und welches Verfahren für deinen Antrag akzeptiert wird. Für den Wohnsitz reicht in der Regel deine aktuelle Adresse, teils zusätzlich eine Meldebescheinigung, wenn diese verlangt wird. Prüfe vorher, ob deine Adresse beim Kreditgeber, auf deinem Konto und bei der Auskunftei übereinstimmt. Abweichungen führen oft zu unnötigen Rückfragen.
Aufenthalt, Arbeit und Einkommen zeigen
Wenn ein Kreditgeber nach deinem Aufenthaltsstatus fragt, geht es in der Regel darum, ob du erwerbstätig sein darfst und wie stabil diese Erlaubnis ist. Das ist etwas anderes als eine allgemeine Bewertung deiner Herkunft. Sinnvolle Nachweise sind dein Aufenthaltstitel, sofern der Kreditgeber ihn verlangt, dein Arbeitsvertrag oder eine aktuelle Arbeitgeberbescheinigung sowie aktuelle Gehaltsabrechnungen. Bei befristeter Beschäftigung kann es helfen, vorhandene Nachweise beizulegen, die eine realistische Fortsetzung oder eine stabile Einkommensperspektive zeigen, falls solche Nachweise tatsächlich existieren. Erfinde hier nichts und übertreibe nicht: Ein Kreditgeber vergleicht deine Angaben ohnehin mit Kontoauszügen und Lohnabrechnungen.
Kontoauszüge im geforderten Umfang zeigen, dass dein Einkommen regelmäßig und nachvollziehbar eingeht. Das hilft besonders, wenn du erst seit kurzer Zeit beschäftigt bist oder noch keine lange deutsche Kontohistorie hast.
Verpflichtungen und Bonität dokumentieren
Eine ehrliche Haushaltsrechnung ist wichtig. Sie zeigt, was nach Miete, Versicherungen, Unterhaltszahlungen, laufenden Krediten, Leasingverträgen und Ratenkäufen tatsächlich übrig bleibt. Wenn du einen bestehenden Kredit abgelöst haben möchtest, gehört eine aktuelle Ablöseinformation dazu. So können der Kreditgeber und du besser einschätzen, welche Rate du dauerhaft zahlen kannst.
Vor dem Antrag lohnt sich außerdem ein Blick auf deine eigenen Bonitätsdaten. Eine kostenfreie Selbstauskunft bei einer Auskunftei zeigt dir, welche Daten über dich gespeichert sind, etwa Name, frühere Adressen, Geburtsdatum, Konten, laufende Kredite und mögliche Negativmerkmale. Diese Prüfung nimmst du am besten vor, bevor du überhaupt einen Antrag stellst, denn veraltete oder fehlerhafte Einträge lassen sich vorab klären.
Angaben prüfen, bevor du den Antrag abschickst
Bevor du auf "Absenden" klickst, prüfe deine Angaben kurz und ehrlich. Sie kostet dich zehn Minuten und kann dir spätere Rückfragen oder sogar eine Ablehnung ersparen.
Stimmen deine Angaben überein?
Gehe systematisch durch deine Unterlagen: Stimmen Name, Adresse und Geburtsdatum in allen Dokumenten überein? Ist deine aktuelle Adresse bei Konto, Arbeitgeber und Auskunftei identisch? Passen die im Antrag genannten Einnahmen zu deinen Lohnabrechnungen und den tatsächlichen Kontoeingängen? Hast du wirklich alle regelmäßigen Verpflichtungen angegeben, auch kleinere Raten oder Abonnements, die sich summieren?
Prüfe außerdem, ob die gewünschte Laufzeit realistisch zu deiner belegbaren Einkommens- und Aufenthaltsperspektive passt. Und überlege, ob der gewünschte Kreditbetrag auch mit einem finanziellen Puffer tragbar bleibt, falls unerwartete Ausgaben dazwischenkommen. Je klarer und widerspruchsfreier deine Angaben sind, desto leichter kann ein Kreditgeber deine Situation tatsächlich nachvollziehen.
Angebote wirklich vergleichbar machen
Du kannst Angebote nur vergleichen, wenn die Grundlagen gleich sind. Nach Artikel 247 § 3 EGBGB gehören bei allgemeinen Verbraucherdarlehen unter anderem der effektive Jahreszins, der Nettodarlehensbetrag, der Sollzinssatz, die Vertragslaufzeit, Betrag und Fälligkeit der Raten, der Gesamtbetrag, sonstige Kosten sowie Angaben zum Widerrufsrecht und zur vorzeitigen Rückzahlung zu den vorvertraglichen Informationen, die dir ein Kreditgeber mitteilen muss.
Vergleiche also niemals nur die Monatsrate. Stelle bei Angeboten mit identischem Kreditbetrag und identischer Laufzeit mindestens den effektiven Jahreszins, den Gesamtbetrag, sonstige Kosten und freiwillige Zusatzleistungen gegenüber. Der effektive Jahreszins ist wichtig, weil er verschiedene Kosten in einer standardisierten Zahl zusammenfasst. So kannst du auch unterschiedlich aufgebaute Angebote fair vergleichen.
Ein Punkt, den viele übersehen: Restschuldversicherungen können ein Angebot deutlich verteuern, besonders wenn die Versicherungsprämie mitfinanziert wird und dadurch selbst wieder Zinsen kostet. Die Verbraucherzentrale weist ausdrücklich darauf hin, dass solche Restschuldversicherungen oft teuer sind und wenig leisten. Prüfe deshalb, ob eine solche Versicherung optional ist oder als Voraussetzung verkauft wird, und rechne sie in jedem Fall in den Gesamtvergleich ein.
Klär vorab, ob es sich um eine unverbindliche Konditionsanfrage oder bereits um einen verbindlichen Kreditantrag handelt. Eine Konditionsanfrage kann dir helfen, mehrere Angebote zu vergleichen, ohne dass du dich sofort bindest oder unnötig viele Anfragen bei Auskunfteien auslöst.
Bei einer Ablehnung sachlich nachfragen
Eine Ablehnung ist frustrierend, muss aber nicht das Ende sein. Meist gibt es einen konkreten, klärbaren Grund dahinter, und den kannst du sachlich erfragen.
Die richtigen Fragen an den Kreditgeber
Schreib eine kurze, freundliche Nachricht und bitte um eine sachliche Einordnung. Sinnvolle Fragen sind: Fehlten Unterlagen oder waren Angaben nicht ausreichend nachvollziehbar? Wurden Einkommen, Ausgaben, Beschäftigung, Wohnsitz oder Aufenthaltsstatus berücksichtigt, die du inzwischen aktualisieren oder besser belegen kannst? Wurde für die Entscheidung eine Auskunftei oder ein Scoring verwendet, und wenn ja, welche Auskunftei war beteiligt? Und: Ist eine erneute Prüfung mit ergänzten Unterlagen grundsätzlich möglich, und welche Nachweise würden dafür benötigt?
Ein Kreditgeber muss dir nicht jede interne Entscheidungsregel offenlegen. Aber eine sachliche Nachfrage kann trotzdem helfen, zwischen fehlenden Nachweisen, fehlerhaften Daten, einer zu knappen Haushaltsrechnung und einer grundsätzlichen Produktvorgabe zu unterscheiden. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sich daraus die nächsten Schritte ergeben: Du kannst Unterlagen nachreichen, Daten korrigieren lassen, den Kreditbetrag anpassen oder einen anderen Kreditgeber ansprechen.
Eigene Bonitätsdaten kontrollieren
Auskunfteien speichern Daten, die nicht immer korrekt oder aktuell sind. Du hast das Recht, kostenfrei Auskunft über deine gespeicherten Daten zu verlangen, wie die Verbraucherzentrale zum Thema Scoring erklärt. Prüfe dabei besonders, ob Name, Adressen, Geburtsdatum und laufende Verträge korrekt hinterlegt sind. Wenn du Fehler findest, kannst du sie mit passenden Nachweisen, etwa Zahlungsbelegen oder Erledigungsbestätigungen, korrigieren lassen.
Für das Scoring selbst gelten nach § 31 BDSG bestimmte Anforderungen, etwa dass ausschließlich relevante Daten verwendet werden dürfen und nicht allein Anschriftendaten. Wichtig zu wissen: Scoring ist nur ein Baustein der gesamten Kreditprüfung, nicht die gesamte Entscheidung. Ein niedriger Score bedeutet nicht automatisch eine Ablehnung, und ein hoher Score garantiert keine Zusage. Frage deshalb konkret nach, ob und wie stark ein Score in deinem Fall überhaupt eine Rolle gespielt hat.
Realistische Optionen bei kurzer Aufenthaltsperspektive
Wenn dein Aufenthalt befristet ist oder du noch keine lange deutsche Kredithistorie vorweisen kannst, heißt das nicht, dass ein Kredit ausgeschlossen ist. Es bedeutet aber, dass du deine Unterlagen gezielter vorbereiten solltest.
Kreditbedarf und Laufzeit realistisch anpassen
Eine fehlende oder kurze deutsche Kredithistorie ist nicht dasselbe wie ein negativer Eintrag. Sie bedeutet lediglich, dass weniger Daten zur Einschätzung deiner Zahlungshistorie vorliegen. Genau deshalb hilft es, den Finanzierungsbedarf nicht größer zu wählen als nötig. Ein geringerer Kreditbetrag entlastet deine Haushaltsrechnung sichtbar und macht die Rückzahlung leichter nachvollziehbar, sowohl für dich als auch für den Kreditgeber.
Bei der Laufzeit gibt es keine pauschal richtige Antwort. Eine längere Laufzeit senkt die Monatsrate, bindet dich aber auch länger finanziell. Eine kürzere Laufzeit erhöht die Rate, verkürzt aber die Verpflichtung. Entscheidend ist, ob die Rate zu deiner tatsächlich nachweisbaren finanziellen Situation passt, nicht welche Laufzeit theoretisch am günstigsten wirkt. Wenn deine berufliche oder aufenthaltsrechtliche Situation Fragen aufwirft, helfen vollständige und gut vorbereitete Unterlagen mehr als ein hastiger Antrag mit Lücken.
Sprich außerdem vorab direkt mit dem Kreditgeber darüber, welche Dokumente in deiner konkreten Situation nötig sind. Das erspart dir mehrere blind gestellte Anträge, die unnötig Spuren bei Auskunfteien hinterlassen können. Und falls Unterlagen gerade unvollständig sind oder dein Einkommen schwankt, kann es die klügere Entscheidung sein, die Anschaffung zu verschieben oder zunächst zu sparen, statt einen für dich eigentlich zu teuren oder unpassenden Kredit einzugehen.
Warum du auf unseriöse Angebote verzichten solltest
Wenn ein Antrag mehrfach nicht klappt, ist die Versuchung groß, nach einem angeblich "schufafreien" Sofortkredit zu suchen. Genau davor warnt die Verbraucherzentrale ausdrücklich: Solche schufafreien Kreditangebote führen häufig zu kostspieligen Vermittlungsmodellen, ungewollten Zusatzprodukten wie Versicherungen oder Kreditkarten, oder sogar zu Inkassoforderungen, ohne dass am Ende wirklich Geld ausgezahlt wird. Diese Angebote richten sich oft gezielt an Menschen, die anderswo abgelehnt wurden, und nutzen genau diese Drucksituation aus.
Bleib deshalb bei seriösen Wegen: Unterlagen vervollständigen, gespeicherte Daten prüfen, gezielt nachfragen und wenn nötig den Kreditbedarf realistisch anpassen. Das dauert länger als ein Klick auf ein Werbebanner, schützt dich aber vor einer teuren Kostenfalle.
Das AGG richtig einordnen
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, kurz AGG, schützt im Zivilrechtsverkehr bei sogenannten Massengeschäften wie Kreditverträgen vor Benachteiligungen aus bestimmten Gründen. Nach § 19 AGG zählen dazu unter anderem die ethnische Herkunft, das Geschlecht, die Religion oder Weltanschauung, eine Behinderung, das Alter und die sexuelle Identität. Die Staatsangehörigkeit wird im Gesetz nicht ausdrücklich als eigenes geschütztes Merkmal genannt.
Das bedeutet aber nicht, dass Staatsangehörigkeit für das AGG völlig irrelevant ist. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes erläutert, dass eine Differenzierung nach Staatsangehörigkeit sich im Einzelfall mit einer Benachteiligung wegen ethnischer Herkunft überschneiden kann, besonders dann, wenn die Staatsangehörigkeit nur als Vorwand für pauschale Zuschreibungen dient. Wenn du also den Eindruck hast, dass nicht deine Unterlagen oder deine Rückzahlungsfähigkeit ausschlaggebend waren, sondern pauschale Annahmen über deine Herkunft, ist das ein Punkt, den du festhalten und bei Bedarf unabhängig prüfen lassen solltest.
Gleichzeitig ist wichtig, hier keine falschen Erwartungen zu wecken. Das AGG begründet keine automatische Kreditpflicht. Es schützt vor unzulässiger Benachteiligung in bestimmten Konstellationen, verpflichtet einen Kreditgeber aber nicht dazu, jeden Antrag anzunehmen. Eine Kreditentscheidung bleibt eine Einzelfallprüfung, die weiterhin von Identität, Einkommen, Verpflichtungen und Bonität abhängen darf. Wer eine Ablehnung erlebt, sollte deshalb zunächst die sachlichen Gründe klären, bevor er von einer Diskriminierung ausgeht. Beide Fehler wären ungenau: zu behaupten, jede Ablehnung sei automatisch diskriminierend, oder umgekehrt zu behaupten, das AGG spiele bei Kreditentscheidungen grundsätzlich keine Rolle.
Welche Punkte du vor dem Antrag konkret prüfen solltest
Die folgenden Punkte helfen dir dabei, vor dem Antrag die wichtigsten Fragen zu Unterlagen, Vergleich und möglichen Ablehnungsgründen noch einmal konkret durchzugehen. Sie ersetzen keine individuelle Beratung, geben dir aber eine klare Orientierung für die nächsten Schritte.
- Staatsangehörigkeit ist kein Prüfkriterium: Kreditgeber bewerten Identität, Aufenthalts- und Beschäftigungsstatus, Wohnsitz, Einkommen und Kreditwürdigkeit, nicht den Pass allein.
- Unterlagen variieren je nach Kreditgeber: Frage vor dem Antrag konkret nach der geforderten Dokumentenliste, statt dich auf pauschale Annahmen zu verlassen.
- Plausibilität vor Absenden prüfen: Stimmen Name, Adresse, Einkommen und Verpflichtungen in allen Unterlagen überein, sinkt das Risiko unnötiger Rückfragen oder Ablehnungen.
- Bei Ablehnung sachlich nachfragen: Kläre, ob Unterlagen fehlten, Daten fehlerhaft waren oder ein Score eine Rolle spielte, bevor du erneut einen Antrag stellst.
- Unseriöse Ausweichangebote meiden: Angeblich schufafreie Sofortkredite führen häufig zu Kostenfallen statt zu einer echten Lösung.
Diese Punkte sind keine Schritt-für-Schritt-Anleitung, helfen dir aber dabei, Unterlagen gezielter vorzubereiten, Angebote fair zu vergleichen und nach einer Ablehnung den nächsten sinnvollen Schritt zu wählen.
Welche Unterlagen und Rückfragen bei einem Kredit für Ausländer konkret weiterhelfen
Nicht deine Staatsangehörigkeit ist entscheidend, sondern ob du deine Situation sauber belegen kannst. Bevor du einen Antrag stellst, sortiere deshalb deine Unterlagen zu Identität, Aufenthalt, Einkommen und Verpflichtungen, prüfe deine gespeicherten Bonitätsdaten und vergleiche nur Angebote mit gleichen Eckdaten wie Betrag, Laufzeit und effektivem Jahreszins.
Wenn nach einer Ablehnung etwas unklar bleibt, frag den Kreditgeber schriftlich und sachlich, welche Nachweise in deiner Situation fehlten oder geprüft wurden. Damit kommst du meist weiter als mit pauschalen Vermutungen über Regeln, die so gar nicht belegt sind.
FAQ
Brauche ich für einen Kredit in Deutschland als Ausländer einen deutschen Pass?
Nicht automatisch. Kreditgeber müssen deine Identität prüfen, akzeptieren dafür aber je nach Verfahren unterschiedliche gültige Identitätsdokumente, darunter auch anerkannte ausländische Pässe oder andere zulässige Ausweisdokumente nach dem Geldwäschegesetz. Frage vor dem Antrag, welches Dokument und welches Ident-Verfahren dein Kreditgeber konkret verlangt.
Bekomme ich mit einer Aufenthaltserlaubnis als Ausländer automatisch einen Kredit?
Nein. Eine Aufenthaltserlaubnis ist keine automatische Kreditzusage, und ihr Fehlen führt nicht automatisch zu einer Ablehnung. Aufenthaltsstatus, Erwerbserlaubnis, Einkommen, Wohnsitz, Laufzeit, bestehende Verpflichtungen und Bonität werden gemeinsam betrachtet.
Warum fragt ein Kreditgeber nach meinem Aufenthaltstitel?
Weil ein Aufenthaltstitel nach § 4a AufenthG erkennen lässt, ob du erwerbstätig sein darfst und ob dabei Einschränkungen bestehen. Das dient der Einschätzung deiner Beschäftigungssituation, nicht einer Bewertung deiner Staatsangehörigkeit.
Welche Unterlagen sollte ich als Ausländer vor einem Kreditantrag bereitlegen?
Sinnvoll sind ein gültiges Identitätsdokument, Angaben zum Wohnsitz, aktuelle Einkommensnachweise, Unterlagen zum Arbeitsverhältnis, eine Übersicht über feste Ausgaben und bestehende Kredite sowie gegebenenfalls Nachweise zum Aufenthaltsstatus. Die genaue Liste unterscheidet sich je nach Kreditgeber, wie öffentliche Kreditbedingungen zeigen.
Meine Kreditanfrage wurde abgelehnt. Was kann ich jetzt tun?
Frage schriftlich und sachlich nach, ob Unterlagen fehlten, Angaben nicht nachvollziehbar waren oder eine Auskunftei beziehungsweise ein Score relevant war. Prüfe anschließend deine gespeicherten Bonitätsdaten und lass Fehler korrigieren, bevor du einen weiteren Antrag stellst.
Kann eine fehlende deutsche Kredithistorie bei Ausländern der Grund für eine Ablehnung sein?
Eine kurze oder fehlende deutsche Kredithistorie ist nicht automatisch ein negativer Eintrag, kann aber bedeuten, dass weniger Daten zur Einschätzung vorliegen. Vollständige Unterlagen zu Einkommen, Beschäftigung, Wohnsitz und Verpflichtungen gleichen das teilweise aus.
Sollte ich mehrere Angebote gleichzeitig beantragen?
Vergleiche Angebote zunächst nur unter gleichen Bedingungen und frage ausdrücklich, ob es sich um eine unverbindliche Konditionsanfrage handelt. Das hilft dir beim Vergleich, ohne dass du dich sofort bindest oder unnötig viele Anfragen bei Auskunfteien auslöst.
Muss ein Kreditgeber wegen des AGG meinen Antrag annehmen?
Nein. Das AGG begründet keine automatische Kreditpflicht. Es schützt in bestimmten Konstellationen vor unzulässiger Benachteiligung, eine Kreditentscheidung darf aber weiterhin von einer individuellen Kreditwürdigkeitsprüfung abhängen.