Ein Ladengeschäft benötigt vor dem ersten Umsatz Kapital für Kaution, Umbau, Einrichtung, Kasse, Warenlager, Personal und laufende Rechnungen. Sie müssen auch die Anlaufzeit finanzieren, bis die Umsätze die laufenden Zahlungen sicher decken.
Eine zu knappe Finanzierung führt oft zu teuren Nachfinanzierungen unter Zeitdruck. Eine zu hohe Finanzierung verursacht unnötige Zinsen und bindet Liquidität. Berechnen Sie den Kapitalbedarf deshalb realistisch, planen Sie eine Reserve ein, kombinieren Sie Eigen- und Fremdmittel passend und vergleichen Sie Angebote nach der gesamten Belastung.
Kapitalbedarf vor dem Mietvertrag vollständig erfassen
Erstellen Sie zuerst eine Tabelle mit jeder Ausgabe, dem Betrag und dem Zahlungszeitpunkt. Trennen Sie einmalige Kosten, laufende Kosten und private Lebenshaltung. Das Existenzgründungsportal des Bundes empfiehlt, neben Investitionen auch die Anlaufphase, private Ausgaben und einen Finanzierungspuffer einzuplanen.
| Planungsblock | Eigene Eingabe | Typische Positionen |
|---|---|---|
| Kaution und Mietbeginn | € | Kaution, erste Miete, Nebenkostenvorauszahlung |
| Umbau und Betriebsbereitschaft | € | Elektrik, Beleuchtung, Boden, Sanitär, Kühlung, Beschilderung |
| Einrichtung | € | Regale, Theke, Lager, Büro, Sicherheitstechnik |
| Kasse und Zahlungssysteme | € | Kassensystem, Warenwirtschaft, Kartenterminal, Software, Einrichtung |
| Gründung und Beratung | € | Anmeldungen, Genehmigungen, Steuer-, Rechts- und Gründungsberatung |
| Erstausstattung | € | Verpackungen, Verbrauchsmaterial, Arbeitsmittel, Reinigung |
| Erstes Warenlager | € | Sortiment, Material, Lieferkosten, gegebenenfalls Einfuhrkosten |
| Marketing zum Start | € | Website, Fotos, Schaufenster, lokale Werbung, Eröffnungsaktion |
| Laufende Kosten der Anlaufphase | € | Miete, Energie, Personal, Versicherungen, Software, Reinigung |
| Private Lebenshaltung | € | Wohnen, Krankenversicherung, Lebensmittel, Mobilität, Unterhalt |
| Liquiditätsreserve | € | Verzögerungen, Nachträge, Reparaturen, schwache Monate |
| Gesamter Kapitalbedarf | € | Summe aller Positionen |
| Abzüglich Eigenmittel | € | Tatsächlich verfügbare eigene Mittel |
| Fremdfinanzierungsbedarf | € | Noch zu finanzierender Betrag |
Die Höhe der Kosten hängt vom Standort, Sortiment, Mietvertrag, Zustand der Fläche und Personalmodell ab. Für Kaution, lokale Genehmigungen, Energie, Versicherungen, Kassentechnik und Umbau gibt es deshalb keinen verlässlichen Einheitswert. Holen Sie Angebote ein. Erfassen Sie neben dem Kaufpreis auch Montage, Einrichtung, laufende Gebühren und Zahlungsfristen.
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Vorlauf und Reserve nicht unterschätzen
Oft entstehen schon vor der Eröffnung Kosten. Dazu zählen Miete während des Umbaus, Anzahlungen an Handwerker, Einrichtung, Warenbestellungen und Marketing. Nach der Eröffnung laufen weitere Ausgaben an. Kundenzahl und Umsatz sind zu diesem Zeitpunkt oft noch nicht stabil.
Das Existenzgründungsportal nennt für die Vorfinanzierung der Anlaufphase, abhängig von der Branche, vier bis sechs Monate als Planungsansatz. Das ist keine allgemeingültige Vorgabe. Bei Saisonbetrieb, verspäteter Eröffnung, umfangreichem Umbau oder langsamem Warenumschlag kann eine längere Reserve erforderlich sein.
Berechnen Sie deshalb einen konkreten Mindestkontostand. Dieser sollte auch dann nicht unterschritten werden, wenn sich die Eröffnung verschiebt, der Umsatz langsamer steigt oder ein Nachtrag beim Umbau entsteht. Private Lebenshaltung gehört in dieselbe Gesamtplanung. Ohne die eigenen Lebenshaltungskosten fällt der berechnete Finanzierungsbedarf zu niedrig aus.
Rentabilität, Liquidität und Finanzierung getrennt rechnen
Jede dieser drei Rechnungen beantwortet eine andere Frage:
| Frage | Recheninstrument | Wichtige Größen |
|---|---|---|
| Rechnet sich der Laden langfristig? | Rentabilitätsvorschau | Umsatz, Wareneinsatz, Rohertrag, Fixkosten, Zinsen |
| Können alle Rechnungen pünktlich bezahlt werden? | Monatlicher Liquiditätsplan | Zahlungseingänge, Warenzahlungen, Miete, Steuer, Tilgung, Kontostand |
| Woher kommt das benötigte Geld? | Finanzierungsplan | Eigenmittel, Darlehen, Leasing, Lieferantenziele, Kreditlinie |
Rentabilität mit Rohertrag und Break-even
Der Rohertrag zeigt, was vom Nettoumsatz nach Abzug der verkauften Ware übrig bleibt:
Netto-Umsatz
– Wareneinsatz
= Rohertrag
Rohertrag
– Fixkosten
– sonstige betriebliche Kosten
– Zinsen
– Abschreibungen
= Betriebsergebnis
Der Wareneinsatz ist dabei nicht mit jeder Warenbestellung gleichzusetzen. Für die Rentabilität zählt grundsätzlich die Ware, die verkauft wurde. Für die Liquidität zählt dagegen, wann die Rechnung für die Bestellung bezahlt werden muss.
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Der Break-even ist der Umsatz, bei dem der Rohertrag die Fixkosten deckt. Zum Kapitaldienst gehören die monatlichen Zinsen und Tilgungen für den Kredit. Ein Beispiel mit frei gewählten Eingaben:
- Netto-Umsatz bei geplanter Auslastung: 24.000 Euro im Monat
- Wareneinsatzquote: frei gewählte Quote
- Rohertragsquote: frei gewählte Quote
- Fixkosten ohne Wareneinsatz: 8.000 Euro im Monat
- zusätzlicher Kapitaldienst nach der tilgungsfreien Zeit: 1.000 Euro im Monat
Rohertrag = 24.000 € × angenommene Rohertragsquote = 10.800 €
Break-even ohne Kapitaldienst
= 8.000 € ÷ angenommene Rohertragsquote
= 17.778 € Netto-Umsatz
Umsatzbedarf einschließlich Kapitaldienst
= (8.000 € + 1.000 €) ÷ angenommene Rohertragsquote
= 20.000 € Netto-Umsatz
Die Werte sind ausschließlich Recheneingaben und keine Branchenwerte. Ersetzen Sie sie durch Ihre eigenen Annahmen aus Angeboten, Einkaufskonditionen, Mietvertrag und Umsatzplanung. Berücksichtigen Sie außerdem Unternehmerlohn oder Geschäftsführergehalt und den Aufbau einer Reserve. Die offizielle Rentabilitätsvorschau rechnet ohne Mehrwertsteuer und trennt unter anderem Umsatz, Wareneinsatz, Rohgewinn, Personal-, Raum-, Versicherungs-, Werbe-, Leasing- und Zinskosten.
Liquidität monatlich planen
Der Liquiditätsplan bildet tatsächliche Geldbewegungen ab:
Kontostand am Monatsanfang
+ tatsächliche Zahlungseingänge
– fällige Zahlungen
= Kontostand am Monatsende
Planen Sie die Vorlaufmonate und das erste Betriebsjahr mindestens monatlich. Bei starkem Saisonverlauf kann ein längerer Zeitraum sinnvoll sein.
| Monat | Zahlungseingänge | Warenzahlungen | Miete, Nebenkosten, Energie | Personal | Marketing | Steuerzahlungen | Zinsen | Tilgung | Privatentnahme | Kontostand am Monatsende |
|---|
Tragen Sie Kaution, Anzahlungen, Nachbestellungen, Zahlungsziele, Kartenauszahlungen und Steuerzahlungen in dem Monat ein, in dem das Geld tatsächlich fließt. Die amtliche Vorlage zur Liquiditätsvorschau führt unter anderem Miete, Lieferanten, Personal, Umsatzsteuer, Versicherungen, Kreditzinsen, Tilgung und Privatentnahmen auf.
Im Liquiditätsplan zählt bei der Umsatzsteuer vor allem der Zahlungszeitpunkt. Umsatzsteuer, Vorsteuer und Zahlungstermine müssen dort berücksichtigt werden, während Umsätze und Kosten in der Rentabilitätsrechnung ohne Umsatzsteuer betrachtet werden. Die konkrete steuerliche Behandlung, etwa Voranmeldungszeitraum oder Vorsteuerabzug, sollte individuell steuerlich geprüft werden.
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Umsatzramp-up, Saison und Warenumschlag
Verteilen Sie den geplanten Jahresumsatz nicht einfach gleichmäßig auf zwölf Monate. Erstellen Sie stattdessen eine Monatskurve:
- Wie viele Kundinnen und Kunden erwarten Sie monatlich?
- Wie hoch ist der durchschnittliche Einkaufswert?
- Welche Monate sind saisonal stark oder schwach?
- Wann müssen Sie Ware nachbestellen?
- Wie lange bleibt Kapital in langsam verkäuflichen Artikeln gebunden?
- Wann zahlen Kunden, Lieferanten und Zahlungsdienstleister?
Ein großer Warenbestand kann den Laden attraktiver machen, bindet aber Kapital. Planen Sie den Lageraufbau deshalb in Phasen und prüfen Sie, welche Artikel schnell nachbestellbar sind. Lieferantenziele können den anfänglichen Geldbedarf verschieben, ersetzen aber keine Reserve. Das Bundesportal nennt Zahlungsziele von beispielsweise 30 Tagen als mögliche Form des Lieferantenkredits und weist auf Eigentumsvorbehalte hin. Bei Skonto sollten Sie berechnen, ob die frühere Zahlung günstiger ist als eine alternative Finanzierung.
Finanzierung strukturieren und Angebote vergleichen
Der Finanzierungsplan zeigt, wie Sie den Kapitalbedarf decken:
Gesamter Kapitalbedarf
– verfügbare Eigenmittel
– verbindlich zugesagte sonstige Mittel
= Fremdfinanzierungsbedarf
Ordnen Sie die Finanzierung der jeweiligen Verwendung zu. Langfristig gebundene Einrichtung und Umbauten passen eher zu einem langfristigen Darlehen. Warenlager und Anlaufverluste benötigen Betriebsmittel. Ein Kontokorrentkredit eignet sich für kurzfristige Schwankungen, nicht als dauerhafte Finanzierung von Umbauten oder langlebiger Einrichtung. Der Finanzierungsplan des Existenzgründungsportals unterscheidet unter anderem Eigenmittel, Förderdarlehen, Bankdarlehen, Leasing und Betriebsmittelkredite.
ERP-Gründerkredit StartGeld aktuell einordnen
Nach der KfW-Produktseite und dem Merkblatt mit Stand 18. Juni 2026 gelten für den ERP-Gründerkredit StartGeld, Kredit 067, unter anderem folgende Eckpunkte:
- Gefördert werden Gründerinnen und Gründer, Freiberufler sowie kleine Unternehmen. Auch die Festigung innerhalb von fünf Jahren nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit ist förderfähig.
- Der Unternehmenssitz und der Investitionsort müssen in Deutschland liegen.
- Möglich sind bis zu 200.000 Euro je Vorhaben beziehungsweise kumuliert je Antragsteller. Davon dürfen höchstens 80.000 Euro auf Betriebsmittel entfallen.
- Finanzierbar sind unter anderem Investitionen, Betriebsmittel sowie Material- und Warenlager. Die KfW nennt beispielsweise Einrichtung, Miete, Personal, Marketing, Beratung und Leasingraten.
- Der Kredit kann den Gesamtfremdfinanzierungsbedarf innerhalb der Programmgrenzen abdecken.
- Vorgesehen sind Laufzeiten von bis zu fünf Jahren mit höchstens einem tilgungsfreien Jahr oder bis zu zehn Jahren mit bis zu zwei tilgungsfreien Jahren. Die Mindestlaufzeit beträgt zwei Jahre.
- Die Zinsbindung gilt über die gesamte Kreditlaufzeit. Während der tilgungsfreien Zeit fallen weiterhin Zinsen an.
- Die Auszahlung und der Abruf richten sich nach den Programmbedingungen. Für nicht abgerufene Beträge kann nach einer Frist eine monatliche Bereitstellungsprovision anfallen.
- Der Antrag läuft über einen Finanzierungspartner und muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden.
- Die KfW übernimmt gegenüber dem Finanzierungspartner eine Haftungsfreistellung von 80 Prozent. Das entbindet Kreditnehmer nicht von Rückzahlungspflichten.
- Bankübliche Sicherheiten werden mit dem Finanzierungspartner vereinbart.
Die KfW nennt keine feste Mindesteigenkapitalquote. Vorhandene Eigenmittel sollen laut Merkblatt jedoch nach Möglichkeit eingesetzt werden und fließen in die Bonitätsbeurteilung ein. „Kein Eigenkapital erforderlich“ bedeutet daher nicht, dass Eigenmittel für die Gesamtprüfung ohne Bedeutung sind.
Auch eine haftungsbeschränkte Rechtsform beseitigt nicht automatisch persönliche Risiken. Bei bestimmten haftungsbeschränkten Rechtsformen verlangt das KfW-Merkblatt zusätzliche Mitverpflichtungen oder Bürgschaften beteiligter natürlicher Personen. Lassen Sie die konkrete Vereinbarung vor der Unterschrift fachkundig prüfen.
Kreditangebote nach Gesamtbelastung prüfen
Vergleichen Sie nicht nur den Sollzins oder die Monatsrate. Fordern Sie für jedes Angebot den konkreten Tilgungsplan und sämtliche Gebühren an.
| Vergleichspunkt | Was Sie prüfen |
|---|---|
| Auszahlbarer Betrag | Kommt die benötigte Summe vollständig und rechtzeitig an? |
| Effektiver Jahreszins | Welche Kreditkosten werden in der Vergleichsgröße berücksichtigt? |
| Gesamtzahlung | Wie viel zahlen Sie bis zum Ende von Zins und Tilgung insgesamt? |
| Laufzeit und Zinsbindung | Wie lange bleibt die Belastung planbar? |
| Tilgungsfreie Zeit | Wie hoch sind Zinsen zunächst und Raten später? |
| Sondertilgung | Ist sie möglich und welche Kosten entstehen? |
| Gebühren | Bearbeitung, Kontoführung, Besicherung, Bereitstellung und weitere Kosten |
| Sicherheiten und Haftung | Welche privaten oder betrieblichen Werte sind betroffen? |
| Nebenbedingungen | Eigenmitteleinsatz, Verwendungsnachweise, Abruffristen und weitere Vorgaben |
| Betriebsmittelanteil | Reicht der Kredit auch für Lager und Anlaufverluste? |
Der effektive Jahreszins kann verschiedene Kosten einbeziehen, bildet aber nicht jede individuelle Nebenbedingung gleich ab. Der KfW-Hinweis zum effektiven Jahreszins und das Existenzgründungsportal nennen deshalb neben Zinsen auch mögliche Bearbeitungs-, Schätz-, Kontoführungs- und Versicherungskosten als Prüfpunkte. Vergleichen Sie Angebote immer bei gleicher Kreditsumme, gleichem Auszahlungstermin und gleicher Laufzeit.
Leasing und Lieferantenkredit richtig bewerten
Leasing kann die Anfangsliquidität schonen, ist nach Angaben des Existenzgründungsportals aber in der Regel teurer als Barkauf oder Bankfinanzierung. Addieren Sie Sonderzahlung, monatliche Raten, Restwert, Rückgabepflichten und Kosten am Vertragsende. Eine niedrige Monatsrate sagt allein wenig über den Gesamtpreis aus.
Beim Lieferantenkredit verschiebt ein Zahlungsziel die Belastung. Prüfen Sie, ob Nachbestellungen, offene Rechnungen und Eigentumsvorbehalte in den Liquiditätsplan passen. Eine kurzfristige Entlastung wird riskant, wenn der Warenumsatz langsamer eintrifft als die Lieferantenrechnung fällig wird.
Drei Szenarien statt einer einzigen Prognose
Verwenden Sie mindestens drei klar gekennzeichnete Varianten:
| Eingabe | Basisszenario | Vorsichtiges Szenario | Stressszenario |
|---|---|---|---|
| Eröffnung | geplanter Termin | etwas später | deutlicher Verzug |
| Umsatzentwicklung | eigene realistische Monatskurve | langsameres Wachstum | deutlich weniger Kundschaft oder niedrigere durchschnittliche Einkaufswerte |
| Rohertrag | geplante Quote | etwas niedriger | niedriger durch Rabatte oder teureren Einkauf |
| Warenbestand | geplanter Aufbau | höhere Bindung | langsamer Abverkauf und zusätzliche Nachbestellungen |
| Umbau | Angebotssumme | Nachträge eingeplant | erheblicher Mehrbedarf |
| Zahlungen | vereinbarte Fristen | vorsichtiger Zahlungseingang | spätere Kundenzahlungen, frühere Lieferantenzahlungen |
Mit dem Basisszenario sehen Sie, unter welchen Bedingungen der Laden funktioniert. Das vorsichtige Szenario zeigt, ob die Reserve bei einem langsameren Umsatzanstieg reicht. Im Stressszenario prüfen Sie, wann eine Finanzierungslücke entsteht und welche Kosten Sie dann reduzieren, verschieben oder staffeln können.
Unterlagen und nächste Schritte
Für das Finanzierungsgespräch sollten Sie diese Unterlagen sortiert vorbereiten:
- Geschäftskonzept mit Sortiment, Zielgruppe, Standort, Wettbewerb und Marketing
- Lebenslauf und Nachweise Ihrer fachlichen und kaufmännischen Qualifikation
- Mietvertragsentwurf oder belastbare Eckdaten zur Fläche
- Angebote für Umbau, Einrichtung, Kasse, Technik, Warenlager und Marketing
- Investitionsplan mit Netto-, Umsatzsteuer- und Bruttobeträgen
- monatlicher Liquiditätsplan mit Basis-, vorsichtigem und Stressszenario
- Rentabilitätsvorschau für Umsatz, Wareneinsatz, Rohertrag und Fixkosten
- Finanzierungsplan mit Eigenmitteln, Darlehen, Leasing und Lieferantenzielen
- Übersicht über Vermögen, Verbindlichkeiten und mögliche Sicherheiten
- je nach Finanzierungspartner Steuer-, Einkommens- und weitere persönliche Unterlagen
Wenn die erste Finanzierung nicht passt, sollten Sie den Kreditbetrag nicht einfach erhöhen. Prüfen Sie zunächst, ob die Fläche kleiner oder der Umbau in Stufen umgesetzt werden kann. Schärfen Sie Angebote nach, bauen Sie das Lager phasenweise auf und rechnen Sie Reserve, Starttermin und Umsatzramp-up neu. Vergleichen Sie weitere Finanzierungspartner, prüfen Sie Förderoptionen anhand aktueller Bedingungen und nutzen Sie bei Mietvertrag, Rechtsform, Steuern, Genehmigungen oder persönlicher Haftung fachkundige Gründungsberatung.
Der Antrag für ein Förderdarlehen sollte vor verbindlichem Vorhabensbeginn geklärt werden. Für das StartGeld ist der Finanzierungspartner der richtige erste Ansprechpartner, nicht die direkte Auszahlung durch die KfW.
Kernaussagen zur Finanzierung der Ladeneröffnung
- Berechnen Sie zuerst den vollständigen Kapitalbedarf: Rechnen Sie Kaution, Umbau, Einrichtung, Warenlager, Anlaufkosten, private Lebenshaltung und Reserve gemeinsam ein.
- Trennen Sie Rentabilität und Liquidität: Gewinn kann auf dem Papier entstehen, während Tilgung, Umsatzsteuer, Warenzahlungen oder Kaution das Konto belasten.
- Planen Sie monatlich und in drei Szenarien: Umsatzramp-up, Saison, Warenumschlag, Zahlungsziele und ein späterer Tilgungsbeginn müssen sichtbar sein.
- Prüfen Sie das StartGeld vor Vorhabensbeginn: Der aktuelle KfW-Stand vom 18. Juni 2026 nennt bis zu 200.000 Euro, davon höchstens 80.000 Euro für Betriebsmittel, mit Antrag über einen Finanzierungspartner und individueller Prüfung.
- Vergleichen Sie die Gesamtbelastung: Effektiver Preis, Gebühren, Laufzeit, Zinsbindung, Sondertilgung, Sicherheiten und persönliche Haftung sind genauso relevant wie der beworbene Zinssatz.
Quellen und Datenstand zum KfW-StartGeld
Die Programmdaten zum ERP-Gründerkredit StartGeld beziehen sich auf die KfW-Produktseite und das KfW-Merkblatt mit Stand 18. Juni 2026. Die Berechnungen zu Kapitalbedarf, Liquidität, Rentabilität, Finanzierung, Leasing und Lieferantenkredit basieren auf den verlinkten Vorlagen und Informationen des Existenzgründungsportals des Bundes. Konditionen, Genehmigungen, Steuerfolgen, Sicherheiten und die Kreditentscheidung bleiben vom Einzelfall abhängig.
FAQ
Wie viel Kredit brauche ich für eine Ladeneröffnung?
Das lässt sich nur aus Ihrem eigenen Kapitalbedarfsplan ableiten. Addieren Sie einmalige Kosten, Warenlager, laufende Kosten bis zur Umsatzstabilisierung, private Lebenshaltung und Reserve. Ziehen Sie anschließend tatsächlich verfügbare Eigenmittel ab.
Reicht es, wenn der Laden laut Planung Gewinn macht?
Nein. Ein Betrieb kann rentabel sein und trotzdem in einzelnen Monaten zahlungsunfähig werden. Der Liquiditätsplan muss zeigen, ob Miete, Waren, Steuern, Tilgung und private Entnahmen zum jeweiligen Fälligkeitstermin bezahlt werden können.
Kann ich Warenlager und Anlaufkosten mit dem StartGeld finanzieren?
Das aktuelle KfW-Merkblatt nennt Material-, Waren- und Ersatzteillager sowie Betriebsmittel als mögliche Finanzierungszwecke. Für Betriebsmittel gilt im StartGeld eine Obergrenze von 80.000 Euro. Ob die konkrete Planung finanziert wird, entscheidet der Finanzierungspartner im Einzelfall.
Brauche ich für das KfW-StartGeld Eigenmittel?
Eine feste Mindesteigenkapitalquote nennt die KfW nicht. Vorhandene Eigenmittel sollen laut Merkblatt nach Möglichkeit eingesetzt werden und fließen in die Bonitätsbeurteilung ein. Ob Sie Mittel vollständig einsetzen oder teilweise als Reserve zurückhalten, sollte mit dem Finanzierungsplan abgestimmt werden.
Beantrage ich das StartGeld direkt bei der KfW?
Nein. Der Antrag wird über einen Finanzierungspartner gestellt. Er muss vor Beginn des Vorhabens erfolgen, deshalb sollten Sie vor verbindlichen Bestellungen, Umbauten oder anderen relevanten Schritten mit dem Finanzierungspartner sprechen.
Was bringt eine tilgungsfreie Zeit?
Während der tilgungsfreien Zeit zahlen Sie beim StartGeld zunächst nur Zinsen. Danach beginnt die Tilgung zusätzlich zu den Zinsen. Das entlastet die Anfangsmonate, erhöht aber die spätere monatliche Belastung und senkt die Restschuld nicht.
Ist Leasing günstiger als ein Kredit?
Nicht automatisch. Leasing kann die Anfangsliquidität schonen, ist laut Existenzgründungsportal aber in der Regel teurer als Barkauf oder Bankfinanzierung. Vergleichen Sie Sonderzahlung, Raten, Restwert, Vertragslaufzeit, Rückgabe und Gesamtzahlung.
Was passiert, wenn der Umbau teurer wird oder sich die Eröffnung verschiebt?
Aktualisieren Sie sofort Investitionsplan, Liquiditätsplan und Reserve. Prüfen Sie, ob der Umbau gestaffelt, die Fläche angepasst oder der Lageraufbau verschoben werden kann. Eine Nachfinanzierung sollte nicht erst beantragt werden, wenn die Reserve bereits aufgebraucht ist.
Welche Sicherheiten kann der Finanzierungspartner verlangen?
Beim StartGeld werden Art und Umfang banküblicher Sicherheiten mit dem Finanzierungspartner vereinbart. Je nach Vertrag können betriebliche oder private Sicherheiten und bei bestimmten Rechtsformen persönliche Mitverpflichtungen eine Rolle spielen. Lassen Sie die konkrete Haftung vor Vertragsabschluss prüfen.