Ob Haushaltsgerät, Möbel, Laptop oder Auto: Die Monatsrate zeigt nicht, was du insgesamt zahlst. Entscheidend sind die Gesamtauszahlung, der Warenpreis sowie mögliche Schlusszahlungen oder zusätzliche Kreditrahmen.
Kleine Raten und 0 Prozent können zwar ohne Finanzierungszinsen auskommen. Durch höhere Warenpreise, Gebühren oder Zusatzprodukte kann das Angebot trotzdem mehr kosten. Vergleiche für denselben Artikel und möglichst denselben Zeitraum immer die vollständigen Zahlungspläne beider Angebote. Ratenkauf kann sinnvoll sein, wenn die Anschaffung nötig ist, die Rate dauerhaft ins Budget passt und die Gesamtauszahlung klar ist. Prüfe vor dem Abschluss alle Teile des Vertrags. Lass unklare Positionen schriftlich erklären.
Ratenkauf und separater Kredit sind nicht dasselbe
Beim Ratenkauf im Geschäft oder Onlineshop schließt du oft mehr als nur den Kaufvertrag. Den Finanzierungsvertrag stellt oft eine Partnerbank oder ein Zahlungsdienstleister bereit. Einen separaten Ratenkredit beantragst du unabhängig vom Händler. Anschließend bezahlst du den Artikel selbst.
„Ratenkauf“ bezeichnet deshalb keine bestimmte Vertragsart. Je nach Angebot kann es sich um einen festen Ratenkredit, eine Zahlungsdienstleistung, eine Karte oder einen offenen Kreditrahmen handeln. Bei bestimmten Zahlungsdiensten wird laut Verbraucherzentrale der Darlehensvertrag nicht mit dem Verkäufer, sondern mit dem Dienstleister geschlossen.
Hier geht es zum passenden Kredit
Ein fester Ratenkredit hat meist einen festen Anfangsbetrag, eine vereinbarte Laufzeit und einen Zahlungsplan. Du siehst normalerweise, wie viele Raten fällig werden und wann der Vertrag laut Plan endet. Bei einem Karten- oder Rahmenkredit kann die Situation anders sein: Du erhältst möglicherweise ein Limit, nutzt davon nur einen Teil und zahlst zunächst eine Mindestzahlung. Nutzt du den Rahmen erneut oder zahlst du nur kleine Beträge zurück, kann die Rückzahlung viel länger dauern als bei einem festen Ratenkredit.
Prüfe vor dem Vergleich diese drei Rollen:
- Verkäufer: Wer verkauft dir den Artikel und stellt die Rechnung?
- Kreditgeber oder Zahlungsdienstleister: Wer erhält deine Raten?
- Zusätzliche Vertragspartner: Gibt es eine Bankkarte, ein Konto, eine Versicherung oder ein Servicepaket?
Diese Unterscheidung ist auch bei Problemen mit der Lieferung, einem Mangel oder einer Abbuchung wichtig. Der Händler ist vor allem für den Kauf und die Lieferung zuständig. Die Bank oder der Zahlungsdienstleister ist für die Kredit- oder Zahlungsvereinbarung zuständig. Manchmal gehören beide Verträge rechtlich zusammen. In anderen Fällen musst du dich getrennt an beide Stellen wenden. Bewahre daher Bestellbestätigung, Kreditunterlagen und Zahlungsplan gemeinsam auf.
Ein separater Ratenkredit kann trotz Zinsen insgesamt günstiger sein, wenn du den Artikel bei einem anderen Anbieter deutlich günstiger bekommst. Umgekehrt kann ein Händlerangebot mit 0 Prozent bei gleichem Warenpreis und ohne Extras rechnerisch genauso teuer sein wie die Sofortzahlung.
Für Verbraucherdarlehen müssen bestimmte vorvertragliche Angaben bereitgestellt werden. Dazu zählen je nach Vertragsart unter anderem Nettodarlehensbetrag, Sollzins, effektiver Jahreszins, Laufzeit, Teilzahlungen und Gesamtbetrag. Die gesetzlichen Angaben nach Artikel 247 § 3 EGBGB und die Europäischen Standardinformationen liefern dir wichtige Vergleichsdaten. Sie ersetzen aber nicht die Prüfung des Warenpreises.
Zinsen vieler Banken vergleichen und günstigen Kredit finden
Diese Kosten gehören getrennt in den Vergleich
Trenne zuerst den Artikelpreis von den Finanzierungskosten. Sonst wirkt ein Angebot mit einer niedrigen Rate schnell günstig, obwohl du insgesamt mehr zahlst.
Erstelle für jedes Angebot eine eigene Übersicht. Das kann ein Blatt Papier, eine Tabellenkalkulation oder eine Notiz auf dem Handy sein. Vermische dabei keine Werte aus den beiden Angeboten. Wenn ein Händler etwa den Versand im Preis enthält und ein anderer Versandkosten extra berechnet, müssen beide Varianten vollständig eingetragen werden.
Warenpreis
Der Warenpreis ist der Preis genau für den Artikel, den du finanzieren willst. Vergleiche nicht nur die Produktbezeichnung. Modellnummer, Größe, Speicher, Farbe, Ausstattung, Zubehör und Lieferumfang müssen übereinstimmen. Auch Versand, Aufbau, Montage oder Entsorgung können den Vergleich verändern, wenn sie nur in einem Angebot enthalten sind.
Bei Möbeln kann etwa eine Finanzierung für ein Sofa mit Lieferung und Aufbau angeboten werden, während ein niedrigerer Vergleichspreis nur die Abholung enthält. Bei einem Smartphone kann der günstigere Preis für eine kleinere Speichervariante gelten. Bei einem Auto können Überführungskosten, Sonderausstattung, Wartungspakete oder eine Schlussrate den Vergleich verändern. Ein Preisvergleich ist nur sinnvoll, wenn du gleichwertige Angebote vergleichst.
Kredit kostenlos und Schufa-neutral anfragen
Der Alternativpreis ist ein tatsächlich verfügbarer Preis für denselben Artikel bei Sofortzahlung oder ohne die zu prüfende Finanzierung. Notiere Händler, Datum, Modellnummer, Lieferumfang und Versandkosten. Ein alter Prospektpreis oder ein nicht mehr bestellbarer Preis hilft dir nicht.
Wenn der Alternativpreis nur unter besonderen Bedingungen gilt, dokumentiere diese ebenfalls. Dazu können eine Mitgliedschaft, ein zeitlich begrenzter Rabattcode, eine Abholung in einer weit entfernten Filiale oder eine sehr lange Lieferzeit gehören. Solche Bedingungen machen den Preis nicht automatisch unbrauchbar, aber sie gehören in deine Entscheidung.
Finanzierungskosten
Zu den Finanzierungskosten gehören Zinsen und andere verpflichtende Kosten des Kreditvertrags. Übernimm die Beträge aus dem schriftlichen Angebot. Setze sie nicht automatisch mit dem effektiven Jahreszins gleich.
Der effektive Jahreszins zeigt standardisiert die jährlichen Gesamtkosten eines Verbraucherdarlehens im Verhältnis zum Nettodarlehensbetrag. Er hilft beim Vergleich ähnlicher Kreditangebote. Wenn zwei Händler aber unterschiedliche Warenpreise verlangen, musst du zusätzlich den Gesamtbetrag für den Artikel vergleichen.
Ein niedriger effektiver Jahreszins bedeutet nicht automatisch, dass du insgesamt am wenigsten zahlst. Das zeigt sich besonders deutlich, wenn der Kreditbetrag unterschiedlich ist. Ein Kredit mit Zinsen für einen günstigeren Artikel kann insgesamt weniger kosten als eine zinsfreie Finanzierung für einen deutlich teureren Warenpreis.
Bei Angeboten mit längerer Laufzeit solltest du prüfen, wie sich der Gesamtbetrag verändert, wenn du dieselbe Anschaffung schneller zurückzahlst. Eine niedrigere Rate kann angenehm wirken, bedeutet aber oft, dass die Zahlungen über viele Monate oder Jahre laufen. Bei verzinsten Krediten steigen dadurch häufig die gesamten Finanzierungskosten.
Einmalige und laufende Gebühren
Trage jede Gebühr einzeln ein. Dazu können je nach Vertrag einmalige oder laufende Kosten für ein Konto, eine Karte, Auszüge oder andere Zahlungsinstrumente gehören. Ob eine solche Gebühr anfällt, hängt vom jeweiligen Vertrag ab. Übernimm nur Kosten, die in den Unterlagen tatsächlich genannt werden.
Notiere bei einer laufenden Gebühr nicht nur den Monatsbetrag, sondern auch die vorgesehene Dauer. Eine Gebühr von 2 Euro pro Monat wirkt gering, ergibt über 24 Monate aber 48 Euro. Ist unklar, ob die Gebühr nur während der Finanzierung oder dauerhaft anfällt, musst du nachfragen: Wann kannst du kündigen? Musst du das Konto oder die Karte nach der letzten Rate weiterführen?
Manche Kosten werden nicht zusammen mit der Kreditrate abgebucht. Sie können separat über ein Konto, eine Karte oder eine jährliche Rechnung erscheinen. Prüfe deshalb nicht nur die Rate im Werbefeld, sondern alle Preis- und Vertragsinformationen.
Anzahlung, Raten und Schlusszahlung
Eine Anzahlung verringert zwar den finanzierten Betrag. Sie gehört aber trotzdem zur Gesamtauszahlung. Addiere sie vollständig.
Bei den Monatsraten zählt nicht nur der Betrag, sondern auch ihre Anzahl. Prüfe außerdem, ob sich die Rate nach einer Aktionsphase ändert. Eine Schlusszahlung, auch Ballon- oder Schlussrate genannt, gehört vollständig in die Rechnung. Sie kann die höchste Einzelzahlung des gesamten Vertrags sein.
Prüfe besonders den ersten Zahlungsmonat. Je nach Vertrag können kurz nacheinander eine Anzahlung, die erste Rate, Versandkosten und die Rate für ein Zusatzprodukt fällig werden. Die beworbene Monatsrate zeigt diese gemeinsame Belastung nicht immer. Für dein Budget zählt aber, was im selben Kalendermonat tatsächlich abgebucht wird.
Wenn eine Rate jeweils am Monatsanfang eingezogen wird, dein Einkommen aber erst später eingeht, kann auch der Fälligkeitstermin wichtig sein. Verschiebe Zahlungen nicht einfach eigenmächtig. Falls ein Termin dauerhaft nicht passt, frage vor Vertragsabschluss, ob es eine andere Fälligkeit oder eine andere Laufzeit gibt.
Zusatzprodukte
Garantieverlängerungen, Servicepakete und Versicherungen stehen manchmal neben der eigentlichen Finanzierung. Markiere jedes Produkt als:
- gewählt,
- abgewählt,
- verpflichtend laut Vertrag,
- unklar.
Nur ein ausgewähltes Produkt gehört in die Gesamtauszahlung. Ein ungewähltes Angebot darf nicht als Kosten eingerechnet werden. Ist die Auswahl unklar, verlange vor der Unterschrift eine korrigierte Unterlage.
Prüfe auch, ob das Zusatzprodukt in einer separaten Zeile erscheint oder in die Rate eingerechnet wurde. Ein Garantiepaket kann zum Beispiel nicht als eigener Vertrag auffallen, obwohl es die Monatsrate erhöht. Vergleiche die Rate ohne und mit Zusatzprodukt, wenn beide Varianten angeboten werden.
Bei Ratenschutz- oder Restschuldversicherungen solltest du Kosten und Leistungen besonders genau prüfen. Die Verbraucherzentrale weist auf mögliche hohe Kosten, Ausschlüsse und Wartezeiten hin. Für bestimmte Allgemein-Verbraucherdarlehen gelten zudem gesetzliche Regeln zur Kopplung und zum zeitlichen Abschluss einer solchen Versicherung. Ob diese Regeln auf deinen konkreten Vertrag zutreffen, hängt von der Vertragsart und den Umständen ab.
Eine Versicherung kann etwa bei Arbeitsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit oder Tod leisten sollen. Das bedeutet nicht automatisch, dass sie in deiner persönlichen Situation passend ist. Lies die Voraussetzungen, Ausschlüsse, Wartezeiten, Leistungsdauer und die genaue Höhe der Leistung. Prüfe außerdem, ob bereits andere Absicherungen bestehen, die zumindest Teile des Risikos abdecken.
Karte oder Kreditrahmen
Ein zusätzlicher Kreditrahmen ist nicht automatisch eine aktuelle Ausgabe. Wenn du ihn nicht nutzt, darfst du sein Limit nicht als bereits gezahlten Betrag in die Gesamtauszahlung eintragen.
Prüfe ihn trotzdem als eigenes Risiko in den Unterlagen. Notiere Kreditlimit, Sollzins, variable oder feste Verzinsung, Mindestzahlung, Karten- oder Kontokosten und die Folgen einer weiteren Nutzung. Nach Angaben der Verbraucherzentrale zu Null-Prozent-Finanzierungen können Rahmenkredite bei weiterer Nutzung und bloßen Mindestzahlungen lange laufen und zusätzliche Kosten verursachen.
Wenn du mit einem Rahmen nach dem ursprünglichen Kauf weitere Einkäufe bezahlst, können sich möglicherweise die Restschuld der ersten Anschaffung, neue Umsätze und unterschiedliche Zinszeiträume vermischen und den Rahmen besonders unübersichtlich machen. Halte deshalb fest, ob die Karte nach dem Kauf überhaupt benötigt wird. Falls nicht, prüfe anhand der Vertragsunterlagen, ob und wie sie nach vollständiger Rückzahlung beendet werden kann.
Die wichtigsten Formeln
Gesamtauszahlung
= Anzahlung
+ Summe aller Raten
+ Schlusszahlung
+ einmalige Pflichtkosten
+ laufende Pflichtkosten
+ Kosten gewählter Zusatzprodukte
Mehrkosten gegenüber dem Alternativpreis
= Gesamtauszahlung
- tatsächlich verfügbarer Alternativpreis
Höchste Monatsbelastung
= höchste Summe aller Zahlungen,
die im selben Kalendermonat fällig werden
Die Gesamtauszahlung beantwortet die Frage: „Wie viel kostet mich diese Variante insgesamt?“ Die höchste Monatsbelastung beantwortet eine andere Frage: „Kann ich die höchste fällige Summe in einem einzelnen Monat bezahlen?“ Für eine vernünftige Entscheidung brauchst du beide Werte.
0-Prozent-Finanzierung richtig einordnen
„0 Prozent“ bezieht sich zunächst auf den Sollzins der beworbenen Finanzierung. Das bedeutet nicht automatisch, dass der gesamte Kauf kostenlos ist. Es kann sich aber durchaus um eine echte zins- und gebührenfreie Finanzierung handeln.
Diese drei Fragen sind entscheidend:
- Gilt der Zinssatz von 0 Prozent für den gesamten finanzierten Betrag?
- Gilt er für die komplette Laufzeit?
- Entstehen neben dem Warenpreis weitere verpflichtende oder von dir ausgewählte Kosten?
Ein Angebot kann bei 0 Prozent trotzdem teurer sein als ein anderes, wenn der Händler einen höheren Warenpreis verlangt. Die Verbraucherzentrale beschreibt sowohl echte Vorteile einer zinsfreien Finanzierung als auch mögliche Nachteile durch höhere Artikelpreise, Zusatzverträge und weitere Kreditnutzungen. Daraus folgt keine pauschale Bewertung. Entscheidend sind die Unterlagen.
Achte besonders auf zeitliche Grenzen. Wenn 0 Prozent nur während einer ersten Phase gilt und danach ein anderer Zinssatz berechnet wird, brauchst du den Zahlungsplan für die gesamte Laufzeit. Dasselbe gilt für Angebote, die nur bis zu einem bestimmten Betrag oder nur für bestimmte Artikel gelten.
Prüfe außerdem, ob die 0-Prozent-Aktion an Bedingungen geknüpft ist. Möglich sind etwa eine Mindestbestellsumme, eine bestimmte Laufzeit, eine Anzahlung oder die Nutzung eines bestimmten Zahlungsdienstleisters. Diese Bedingungen müssen nicht nachteilig sein. Sie dürfen aber nicht erst nach der Entscheidung auffallen.
Auch eine Karte oder ein Kreditrahmen kann neben der eigentlichen 0-Prozent-Finanzierung eingerichtet werden. Der ungenutzte Rahmen wird nicht in die heutige Gesamtauszahlung eingerechnet. Du solltest aber vor der Unterschrift wissen, wie eine spätere Nutzung verzinst wird und welche Mindestzahlung vorgesehen ist.
Kurz gesagt:
Wenn Warenpreis, Laufzeit, Anzahlung, Raten, Schlusszahlung, Gebühren und Extras identisch oder vollständig bekannt sind, vergleiche die Gesamtauszahlung. Das Werbewort 0 Prozent reicht allein nicht aus.
Drei nachrechenbare Beispiele
Die folgenden Zahlen sind Rechenmuster und keine aktuellen Händler- oder Bankangebote. Sie zeigen, wie du die Werte aus deinen eigenen Unterlagen vergleichst.
Beispiel 1: Echtes gebührenfreies 0-Prozent-Angebot
Du kaufst einen Laptop. Der Händler verlangt für das exakt gleiche Modell 1.200 Euro. Dieser Preis entspricht einem tatsächlich verfügbaren Sofortzahlungs-Alternativpreis. Es gibt keine Anzahlung, keine Gebühr, kein Zusatzprodukt und keine Schlussrate.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Alternativpreis | 1.200,00 € |
| Warenpreis beim Händler | 1.200,00 € |
| Anzahlung | 0,00 € |
| Finanzierungskosten | 0,00 € |
| Gebühren | 0,00 € |
| Zusatzprodukte | 0,00 € |
| Laufzeit | 12 Monate |
| Raten | 12 × 100,00 € |
| Schlussrate | 0,00 € |
Die Rechnung lautet:
Gesamtauszahlung
= 12 × 100,00 €
= 1.200,00 €
Mehrkosten gegenüber dem Alternativpreis
= 1.200,00 € - 1.200,00 €
= 0,00 €
Höchste Einzelzahlung
= 100,00 €
Höchste Monatsbelastung
= 100,00 €
Dieses Angebot ist nach den genannten Vertragsdaten tatsächlich gebühren- und zinsfrei. Es kostet insgesamt genauso viel wie der Alternativpreis. Die Finanzierung verteilt nur die Zahlung über zwölf Monate.
Trotzdem solltest du vor dem Abschluss prüfen, ob 100 Euro monatlich auch dann tragbar bleiben, wenn in einem Monat andere Ausgaben steigen. Bei einer bereits laufenden Finanzierung für Möbel, Auto oder Mobilfunkgerät kann die neue Rate die tatsächliche Belastung deutlich erhöhen. Auch ein rechnerisch günstiges Angebot passt nicht automatisch zu jeder Haushaltssituation.
Beispiel 2: 0 Prozent, aber höherer Warenpreis
Ein Fernseher wird beim Händler mit 0 Prozent angeboten. Der Warenpreis beträgt 1.740 Euro. Derselbe Artikel ist bei einem anderen tatsächlich verfügbaren Anbieter für 1.500 Euro erhältlich.
Angebot A: Händlerfinanzierung
| Position | Betrag |
|---|---|
| Alternativpreis | 1.500,00 € |
| Warenpreis beim Händler | 1.740,00 € |
| Anzahlung | 0,00 € |
| Finanzierungskosten | 0,00 € |
| Gebühren und Extras | 0,00 € |
| Laufzeit | 24 Monate |
| Raten | 24 × 72,50 € |
| Schlussrate | 0,00 € |
Gesamtauszahlung A
= 24 × 72,50 €
= 1.740,00 €
Mehrkosten gegenüber dem Alternativpreis
= 1.740,00 € - 1.500,00 €
= 240,00 €
Angebot B: Alternativpreis plus separater Ratenkredit
Für den separaten Kredit liegt ein schriftlicher Zahlungsplan über denselben Zeitraum vor. Der Kredit kostet insgesamt 1.620 Euro.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Warenpreis beim Alternativanbieter | 1.500,00 € |
| Finanzierungskosten laut Zahlungsplan | 120,00 € |
| Gesamtbetrag des Kredits | 1.620,00 € |
| Anzahlung | 0,00 € |
| Laufzeit | 24 Monate |
| Raten | 24 × 67,50 € |
| Schlussrate | 0,00 € |
Gesamtauszahlung B
= 24 × 67,50 €
= 1.620,00 €
Mehrkosten gegenüber dem Alternativpreis
= 1.620,00 € - 1.500,00 €
= 120,00 €
| Vergleichswert | Angebot A: Händler, 0 % | Angebot B: separater Kredit |
|---|---|---|
| Gesamtauszahlung | 1.740,00 € | 1.620,00 € |
| Mehrkosten gegenüber Alternativpreis | 240,00 € | 120,00 € |
| Höchste Monatsbelastung | 72,50 € | 67,50 € |
Obwohl Angebot A keinen Finanzierungszins verlangt, kostet es in diesem Rechenmuster 120 Euro mehr als Angebot B. Der Grund ist der höhere Warenpreis. Nicht der Zinssatz, sondern die Gesamtauszahlung entscheidet.
Für die Praxis solltest du zusätzlich Lieferzeit, Rückgabebedingungen, Versandkosten und Verfügbarkeit berücksichtigen. Wenn der günstigere Anbieter den Fernseher nicht liefern kann oder ein anderes Modell verkauft, ist der Vergleich nicht mehr vollständig. Sind die Angebote jedoch gleichwertig, zeigt dieses Beispiel deutlich, warum ein separater Kredit trotz Zinsen günstiger ausfallen kann.
Beispiel 3: 0 Prozent plus Zusatzprodukt und Kreditrahmen
Du finanzierst ein Haushaltsgerät für 1.000 Euro. Der Kredit selbst ist nach den Vertragsdaten zins- und gebührenfrei. Zusätzlich wählst du ein Garantie- und Servicepaket für 79 Euro, das in zehn Monatsbeträgen abgerechnet wird.
| Position | Gerät | Zusatzprodukt |
|---|---|---|
| Alternativpreis | 1.000,00 € | nicht zutreffend |
| Warenpreis | 1.000,00 € | nicht zutreffend |
| Finanzierungskosten | 0,00 € | nicht zutreffend |
| Laufzeit | 10 Monate | 10 Monate |
| Monatsrate | 10 × 100,00 € | 10 × 7,90 € |
| Gesamtkosten | 1.000,00 € | 79,00 € |
Ohne Zusatzprodukt:
Gesamtauszahlung
= 10 × 100,00 €
= 1.000,00 €
Mehrkosten gegenüber Alternativpreis
= 1.000,00 € - 1.000,00 €
= 0,00 €
Monatsbelastung
= 100,00 €
Mit ausgewähltem Zusatzprodukt:
Gesamtauszahlung
= (10 × 100,00 €) + (10 × 7,90 €)
= 1.000,00 € + 79,00 €
= 1.079,00 €
Mehrkosten gegenüber Alternativpreis
= 1.079,00 € - 1.000,00 €
= 79,00 €
Monatliche Belastung
= 100,00 € + 7,90 €
= 107,90 €
Angenommen, im selben Vertrag wird zusätzlich ein Kreditrahmen von unbekannter späterer Nutzung eingerichtet. Das Limit gehört nicht in die 1.079 Euro, solange du es nicht nutzt. Es muss aber separat dokumentiert werden, etwa mit dem Hinweis: „Kreditrahmen vorhanden, bisher nicht genutzt, spätere Kosten laut Vertrag prüfen.“
So erkennst du den Unterschied zwischen heutigen Kosten und einem möglichen späteren Risiko. Das Zusatzprodukt erhöht die aktuelle Gesamtauszahlung, weil du es ausgewählt hast. Der ungenutzte Rahmen erhöht sie noch nicht, kann aber später zu weiteren Zahlungen führen. Diese beiden Punkte sollten in deiner Übersicht nicht in derselben Zeile stehen.
Laufzeit, Monatsrate und Budget gemeinsam prüfen
Eine niedrige Monatsrate bedeutet nicht automatisch, dass das Angebot günstig ist. Sie kann schlicht daraus entstehen, dass die Rückzahlung länger dauert. Bei einem verzinsten Kredit führt eine längere Laufzeit oft zu höheren Zinskosten. Bei einer zinsfreien Finanzierung kann eine längere Laufzeit zwar den Gesamtpreis nicht erhöhen, bindet aber dein monatliches Budget länger.
Notiere deshalb neben der Gesamtauszahlung immer diese drei Werte:
- Beginn der ersten Zahlung,
- Ende der letzten Zahlung,
- höchste Belastung innerhalb eines einzelnen Monats.
Ein Beispiel: Zwei Finanzierungen für denselben Artikel kosten insgesamt jeweils 1.200 Euro. Variante A läuft zwölf Monate mit 100 Euro monatlich. Variante B läuft 24 Monate mit 50 Euro monatlich. Die Gesamtauszahlung ist gleich. Variante B schafft monatlich mehr Spielraum, bindet dich aber doppelt so lange. Wenn in dieser Zeit eine andere notwendige Anschaffung anfällt, kann die bestehende Rate deine Möglichkeiten einschränken.
Bei einer Schlussrate ist der Unterschied noch wichtiger. Ein Angebot kann zwölf niedrige Monatsraten und danach eine hohe letzte Zahlung enthalten. Rechne nicht nur aus, ob du die normale Rate tragen kannst. Kläre frühzeitig, woher die Schlusszahlung kommen soll. Verlasse dich nicht darauf, dass später automatisch eine Anschlussfinanzierung möglich oder passend sein wird.
Für dein Haushaltsbudget kann eine einfache Rechnung helfen:
Monatlich verfügbares Geld
= regelmäßige Nettoeinnahmen
- Miete und Wohnkosten
- Versicherungen
- Energie, Telefon und Internet
- Lebensmittel und Mobilität
- Unterhalt und andere feste Verpflichtungen
- bereits laufende Raten
- realistischer Puffer
Von dem verbleibenden Betrag musst du die neue höchste Monatsbelastung bezahlen können. Der Puffer ist kein überflüssiger Rest. Er ist für schwankende Kosten, Reparaturen, Nachzahlungen, Medikamente, Kleidung oder andere unregelmäßige Ausgaben gedacht.
Bei unregelmäßigem Einkommen, etwa durch Schichtzulagen, Selbstständigkeit, befristete Beschäftigung oder saisonale Arbeit, solltest du vorsichtiger rechnen. Orientiere dich nicht am besten Monat, sondern an einem realistischen niedrigeren Durchschnitt. Prüfe auch, ob die Rate in einem Monat fällig wird, in dem ohnehin hohe Kosten anstehen, zum Beispiel Versicherungsbeiträge oder Jahresabrechnungen.
Basis- und Experten-Rechner sinnvoll verwenden
Der Basis-Rechner passt, wenn für beide Angebote ein vollständiger und gleichmäßiger Zahlungsplan vorliegt. Trage nicht nur die Monatsrate ein. Du brauchst mindestens Alternativpreis, Warenpreis, Anzahlung, Anzahl und Höhe der Raten, Laufzeit, Schlussrate, Pflichtkosten und gewählte Zusatzprodukte.
Berechne jedes Angebot separat. Ein sinnvoller Eintrag enthält:
- Bezeichnung des Angebots,
- genaue Artikelbeschreibung,
- tatsächlich verfügbaren Alternativpreis mit Datum,
- Warenpreis,
- Anzahlung,
- Finanzierungskosten,
- einmalige und laufende Pflichtkosten,
- gewählte Zusatzprodukte,
- Anzahl und Höhe der Raten,
- Schlusszahlung,
- Hinweis zu Karte oder Kreditrahmen.
Der Rechner sollte daraus die Gesamtauszahlung, die Mehrkosten gegenüber dem Alternativpreis, die Standardrate, die höchste Einzelzahlung und die höchste Monatsbelastung ermitteln. Ein ungenutzter Kreditrahmen darf dabei nicht als ausgezahlter Betrag erscheinen.
Achte bei der Eingabe auf Rundungen. Manche Raten werden auf Cent gerundet, sodass die letzte Rate leicht von den vorherigen Raten abweichen kann. Übernimm in diesem Fall den Zahlungsplan aus dem Vertrag statt die Rate selbst mit der Laufzeit zu multiplizieren. Die Vertragsunterlagen sind für deine konkrete Zahlungspflicht wichtiger als eine grobe Werberechnung.
Der Experten-Rechner ist sinnvoll, wenn die Zahlungen nicht gleichmäßig verlaufen. Das gilt etwa bei einer Schlussrate, einer zeitlich begrenzten 0-Prozent-Phase, unterschiedlichen Raten, parallel abgebuchten Zusatzprodukten oder einem Kartenkredit.
Dafür brauchst du möglichst genaue Fälligkeitsdaten oder zumindest den jeweiligen Fälligkeitsmonat. Erfasse außerdem:
- jede einzelne Zahlung,
- Änderungen des Zinssatzes oder der Rate,
- einmalige Belastungen,
- monatliche Karten- oder Kontokosten,
- Kreditlimit und den bereits genutzten Betrag,
- Mindestzahlung,
- Zusatzprodukte mit eigener Laufzeit,
- Schlusszahlung.
Bei mehreren Zahlungen im selben Monat addierst du diese zu einer Monatsbelastung. Das ist besonders wichtig, wenn die erste Kreditrate zusammen mit einer Anzahlung oder einem Zusatzprodukt fällig wird. Eine Tabelle mit einer Zeile pro Monat kann dabei übersichtlicher sein als eine bloße Gesamtsumme.
Wichtig: Unbekannte Kosten dürfen nicht als 0 Euro erscheinen. Wenn aus den Unterlagen nicht hervorgeht, ob eine Gebühr anfällt, notiere „unklar“ oder „nicht bestimmbar“. Sonst wirkt die Rechnung genauer, als sie ist.
Checklisten für Angebot, Unterlagen und Gespräch
Vergleiche beide Angebote für denselben Artikel und möglichst denselben Zeitraum. Ein günstigerer Preis hilft dir nur, wenn das Produkt verfügbar ist und Lieferumfang sowie Zusatzleistungen übereinstimmen.
Sichere deshalb Screenshots, Ausdrucke oder Angebotsnummern. Preise und Bedingungen können sich ändern. Für die eigene Entscheidung zählt der Preis, den du zum jeweiligen Prüfdatum tatsächlich bestellen oder vereinbaren kannst.
Wenn du im Laden kaufst, nimm die Unterlagen nach Möglichkeit mit nach Hause. Eine Entscheidung unter Zeitdruck kann dazu führen, dass du ein Zusatzprodukt oder einen Kreditrahmen übersiehst. Wenn du online kaufst, speichere nicht nur die Produktseite, sondern auch die Auswahl der Zahlungsart, die Bestellübersicht und die nachträglich per E-Mail zugesandten Vertragsinformationen.
Angebotscheckliste
- Stimmen Marke, Modellnummer, Ausführung und Lieferumfang überein?
- Ist der Alternativpreis aktuell tatsächlich verfügbar?
- Sind Versand, Aufbau, Montage und Entsorgung vergleichbar?
- Wie hoch ist der Warenpreis in jedem Angebot?
- Gibt es eine Anzahlung?
- Wie viele Raten fallen an?
- Wann werden die Raten fällig?
- Gibt es eine Schluss- oder Ballonrate?
- Gilt 0 Prozent für den gesamten Betrag und die gesamte Laufzeit?
- Ändert sich die Rate nach einer Aktionsphase?
- Gibt es einmalige oder laufende Gebühren?
- Wurde eine Versicherung, Garantie oder ein Servicepaket ausgewählt?
- Wird eine Karte, ein Konto oder ein Kreditrahmen eröffnet?
- Passt die höchste Monatsbelastung zu deinem verfügbaren Budget?
Die Monatsrate sollte nicht so knapp kalkuliert sein, dass eine Reparatur, Nachzahlung oder andere unerwartete Ausgabe sofort zu Zahlungsproblemen führt. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Raten über die gesamte Laufzeit aus dem monatlich verfügbaren Geld tragen zu können und einen Puffer für Unvorhergesehenes zu behalten.
Unterlagencheckliste
Vor der Unterschrift solltest du möglichst diese Dokumente erhalten und in Ruhe lesen:
- Kaufangebot oder Bestellung mit Warenpreis,
- Kreditangebot oder Kreditvertrag,
- vorvertragliche Standardinformationen,
- vollständiger Zahlungsplan,
- Angaben zu Sollzins und effektivem Jahreszins,
- Nettodarlehensbetrag und Gesamtbetrag,
- alle Pflichtkosten,
- Angaben zu Anzahlung, Rate, Laufzeit und Schlusszahlung,
- Unterlagen zu Karte, Konto oder Kreditrahmen,
- Unterlagen zu Versicherung, Garantie oder Service,
- Kontaktdaten von Händler, Kreditgeber und Versicherer,
- Nachweis des Alternativpreises mit Datum.
Vergleiche die Angaben in diesen Unterlagen miteinander. Wenn auf der Bestellseite 0 Prozent steht, der Kreditvertrag aber eine andere Laufzeit, einen anderen Betrag oder ein zusätzliches Produkt nennt, kläre den Unterschied vor dem Abschluss. Auch abweichende Namen können relevant sein: Der Händlername auf der Rechnung muss nicht mit dem Namen des Kreditgebers übereinstimmen.
Prüfe bei einer Online-Bestellung außerdem, welche Zahlungsart am Ende tatsächlich ausgewählt ist. Nach Angaben der Verbraucherzentrale zu Bezahldiensten kann die Darstellung verschiedener Zahlungsoptionen dazu führen, dass Verbraucher versehentlich eine Ratenzahlung statt eines Rechnungskaufs auswählen.
Fragen für das Gespräch
Stelle Händler, Bank oder Zahlungsdienstleister konkrete Fragen und notiere die Antworten schriftlich:
- „Ist das ein fester Ratenkredit oder ein Karten- beziehungsweise Rahmenkredit?“
- „Gilt der Zinssatz von 0 Prozent für die gesamte Laufzeit?“
- „Wie viel zahle ich insgesamt, einschließlich aller Gebühren?“
- „Welche Zahlung fällt am Anfang an?“
- „Wie viele Raten gibt es, und wann sind sie fällig?“
- „Gibt es eine Schlusszahlung?“
- „Welche Zusatzprodukte sind freiwillig?“
- „Wird eine Karte oder ein Kreditrahmen eröffnet?“
- „Welche Kosten entstehen bei einer späteren Nutzung des Rahmens?“
- „Wie hoch sind Sollzins und Mindestzahlung des Rahmens?“
- „Welcher Preis gilt für denselben Artikel ohne diese Finanzierung?“
- „Wer ist bei Lieferproblemen oder Mängeln mein Ansprechpartner?“
Verlange bei einer nicht eindeutigen Antwort eine schriftliche Ergänzung, denn ein Satz wie „Das ist nur formal“ reicht für deine Kostenrechnung nicht aus. Das gilt besonders, wenn du am Verkaufstresen nur eine mündliche Erklärung erhältst, aber im Vertrag zusätzliche Positionen stehen.
Was du bei Ablehnung, knappem Budget oder Problemen tun kannst
Reagiere auf eine Ablehnung nicht sofort mit mehreren Kreditanträgen oder einem zusätzlichen Kreditrahmen. Bewahre die Unterlagen und die Mitteilung auf. Prüfe zunächst, ob der Kauf verschoben, der Artikel günstiger ausgewählt oder die benötigte Ausstattung reduziert werden kann.
Die Gründe einer Ablehnung werden nicht immer transparent mitgeteilt, wie die Verbraucherzentrale zu abgelehnten Krediten beschreibt. Du kannst den Kreditgeber sachlich nach weiteren Informationen fragen, hast daraus aber nicht automatisch Anspruch auf eine bestimmte Begründung oder ein anderes Ergebnis.
Wenn eine Anschaffung notwendig ist, kann es sinnvoll sein, Alternativen ohne neue langfristige Rate zu prüfen. Das kann ein günstigeres Modell, ein gebrauchter Artikel mit nachvollziehbarem Zustand, eine Reparatur, ein Miet- oder Leihangebot oder ein späterer Kauf sein. Welche Option passt, hängt vom Gegenstand und deiner Situation ab. Wichtig ist, dass du nicht nur wegen einer Ablehnung ein unübersichtlicheres oder teureres Ersatzangebot annimmst.
Bei einem engen Monatsbudget rechne mit der höchsten Monatsbelastung, nicht mit der beworbenen Standardrate. Markiere Anzahlung, erste Rate, Zusatzprodukte und Schlussrate im Kalender. Wenn die Finanzierung nur funktioniert, weil du regelmäßig das Girokonto überziehst, passt sie wahrscheinlich nicht zu deinem aktuellen Budget. Eine kleinere Anschaffung, ein späterer Kauf oder ein nachweisbar günstigerer Artikel kann die Belastung senken.
Wenn du bereits Raten zahlst und merkst, dass eine Zahlung voraussichtlich nicht möglich sein wird, warte nicht bis nach einer Mahnung. Sieh in die Vertragsunterlagen und nimm möglichst früh Kontakt mit dem Kreditgeber auf. Beschreibe deine Situation sachlich und frage, welche Möglichkeiten es im konkreten Vertrag gibt. Zusagen zu Stundungen, Ratenänderungen oder anderen Lösungen sollten schriftlich bestätigt werden. Zusätzliche Vereinbarungen können selbst Kosten oder eine längere Laufzeit verursachen, deshalb musst du auch dann die Gesamtauszahlung neu prüfen.
Bei einer ausbleibenden Lieferung oder einem Mangel dokumentierst du Datum, Bestellnummer, Lieferschein, Fotos und Schriftverkehr. Kontaktiere den Händler schriftlich und informiere bei einer Finanzierung zusätzlich den Kreditgeber oder Zahlungsdienstleister. Verlasse dich nicht darauf, dass Kauf- und Kreditvertrag automatisch gleichzeitig enden oder dass du jede Rate ohne weitere Prüfung stoppen darfst. Die konkreten Folgen hängen von Vertragsart und Sachverhalt ab. Die Verbraucherzentrale zu Kreditverträgen empfiehlt eine getrennte Betrachtung von Kauf- und Kreditseite.
Bei einer unklaren Zusatzvereinbarung verlange den Namen des Vertrags, den Preis, die Laufzeit, die Zahlungsweise und die Bedingungen für Beendigung oder Kündigung. Entferne voreingestellte Extras oder lasse einen neuen Vertrag ausstellen. Unterschreibe nicht, solange nicht feststeht, ob die Position verpflichtend, optional, abgewählt oder bereits aktiviert ist.
Quellen und Stand
Die rechtlichen und verbraucherbezogenen Angaben entsprechen dem Recherche- und Prüfstand 1. August 2026. Maßgeblich sind die jeweils geltenden Vertragsunterlagen und die zum Abschlusszeitpunkt geltende Rechtslage.
Für die Einordnung von 0-Prozent-Finanzierungen, Zusatzverträgen, Karten- und Rahmenkrediten wurden insbesondere die Informationen der Verbraucherzentrale zu Null-Prozent-Finanzierungen, zu Null-Prozent-Finanzierungen und möglichen Zusatzkosten, zu Ratenzahlungen und Bezahldiensten sowie zu Liefer- und Kreditproblemen herangezogen.
Gesetzliche Vergleichsangaben ergeben sich unter anderem aus § 491a BGB, § 492 BGB, Artikel 247 § 3 EGBGB, Anlage 4 zu Artikel 253 EGBGB und § 17 Preisangabenverordnung. Die konkrete Anwendung hängt von der jeweiligen Vertragsart ab und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.
Kernaussagen zum Ratenkauf- und Kreditvergleich
Für die Entscheidung zählt das vollständige Bild aus Warenpreis, Zahlungsplan und tatsächlicher Belastung, nicht ein einzelnes Werbeversprechen. Die folgenden Punkte bündeln, worauf du beim Vergleich besonders achten solltest.
- Vergleiche Zahlungspläne statt Werbezinsen: Entscheidend sind Gesamtauszahlung, Mehrkosten, höchste Einzelzahlung und höchste Monatsbelastung.
- Trenne Warenpreis und Finanzierung: Ein 0-Prozent-Kredit kann insgesamt teurer sein, wenn der finanzierte Warenpreis über einem tatsächlich verfügbaren Alternativpreis liegt.
- Rechne jede Zahlung ein: Anzahlung, sämtliche Raten, Schlusszahlung, Pflichtgebühren und ausgewählte Zusatzprodukte gehören in die Gesamtauszahlung.
- Prüfe Laufzeit und Fälligkeiten: Eine niedrige Rate kann eine lange Bindung, eine hohe erste Belastung oder eine spätere Schlusszahlung verdecken.
- Prüfe Rahmenkredite separat: Ein ungenutztes Limit ist keine heutige Ausgabe, kann bei späterer Nutzung aber eigene Zinsen, Mindestzahlungen und weitere Kosten auslösen.
- Verlange unklare Unterlagen schriftlich: Lass Zusatzverträge, Laufzeiten, Gebühren und Zahlungsänderungen erklären oder korrigieren, bevor du unterschreibst.
FAQ
Ist eine 0-Prozent-Finanzierung immer günstiger als ein separater Kredit?
Nein. Bei gleichem Warenpreis und ohne weitere Kosten kann sie genauso teuer sein wie eine Sofortzahlung. Ein separater Kredit kann trotz Zinsen insgesamt günstiger sein, wenn der Artikel außerhalb des Händlerangebots deutlich weniger kostet.
Reicht der effektive Jahreszins für den Vergleich?
Nein. Der effektive Jahreszins hilft dir, Kreditkosten vergleichbarer Darlehen einzuordnen. Bei unterschiedlichen Warenpreisen musst du zusätzlich die vollständige Gesamtauszahlung für denselben Artikel berechnen.
Was bedeutet „Gesamtbetrag“ im Kreditvertrag?
Der Gesamtbetrag ist die Summe, die du nach dem vorgesehenen Zahlungsplan insgesamt zurückzahlst. Prüfe trotzdem, ob daneben ein separates Zusatzprodukt, eine Karte oder ein weiterer Kreditrahmen vereinbart wird.
Wie finde ich einen brauchbaren Alternativpreis?
Suche exakt dieselbe Modellnummer und Ausführung. Prüfe, ob der Artikel tatsächlich bestellbar ist, und notiere Preis, Versandkosten, Händler, Datum und Lieferumfang in einem Screenshot oder Ausdruck.
Muss ich eine Anzahlung in die Gesamtkosten einrechnen?
Ja. Die Anzahlung ist eine Zahlung für den Kauf und gehört vollständig zur Gesamtauszahlung. Sie senkt lediglich den Betrag, der anschließend in Raten finanziert wird.
Was mache ich mit einer Schlussrate?
Trage sie als eigene Zahlung ein. Vergleiche sie mit der normalen Rate und markiere sie im Kalender, weil sie die höchste Einzelzahlung des Vertrags sein kann. Prüfe vor dem Abschluss, ob du sie aus eigenen Mitteln zahlen kannst.
Ist eine längere Laufzeit immer besser, weil die Rate kleiner ist?
Nein. Eine kleinere Rate kann zwar dein Monatsbudget entlasten, bindet dich aber länger. Bei verzinsten Krediten können dadurch die gesamten Kreditkosten steigen. Vergleiche daher immer Laufzeit, Gesamtauszahlung und höchste Monatsbelastung zusammen.
Ist ein ungenutzter Kreditrahmen schon eine Ausgabe?
Nein. Ein nicht genutzter Kreditrahmen darf nicht als gezahlter Betrag in die aktuelle Gesamtauszahlung einfließen. Er muss aber separat mit Limit, Zinssatz, Mindestzahlung und möglichen Gebühren dokumentiert werden.
Was passiert, wenn ich den Kreditrahmen später nutze?
Dann gelten die Bedingungen des Rahmen- oder Kartenvertrags für den genutzten Betrag. Zinssatz, Mindestzahlung und Laufzeit hängen vom konkreten Vertrag ab. Prüfe diese Angaben vor jeder weiteren Nutzung.
Muss ich eine Ratenschutzversicherung abschließen?
Das lässt sich nur anhand des konkreten Vertrags beurteilen. Führe sie jedenfalls als separates Produkt auf und prüfe Preis, Laufzeit, Ausschlüsse und Leistungen. Für bestimmte Verbraucherdarlehen bestehen gesetzliche Regeln zur Kopplung, die von der Vertragsart abhängen.
Was ist wichtiger, Monatsrate oder Gesamtauszahlung?
Beides beantwortet eine andere Frage. Die Gesamtauszahlung zeigt den Gesamtpreis, die Monatsbelastung zeigt, ob du die Zahlungen regelmäßig tragen kannst. Eine niedrige Rate kann mit einer langen Laufzeit oder einer hohen Schlusszahlung verbunden sein.
Kann ich bei einer verspäteten Lieferung die Raten sofort stoppen?
Verlasse dich nicht auf eine pauschale Regel. Informiere Händler und Kreditgeber schriftlich, dokumentiere den Vorgang und prüfe den konkreten Kauf- und Kreditvertrag, bevor du Zahlungen veränderst.
Was mache ich, wenn ich versehentlich Ratenzahlung ausgewählt habe?
Sichere die Bestell- und Zahlungsbestätigung und wende dich sofort schriftlich an den Händler oder Zahlungsdienstleister. Bitte um eine klare Auskunft, welche Zahlungsart und welcher Vertrag tatsächlich zustande gekommen sind.
Was kann ich nach einer Kreditablehnung tun?
Unterschreibe nicht vorschnell ein teureres Ersatzangebot. Prüfe dein Budget, den Kaufzeitpunkt und eine günstigere oder kleinere Anschaffung. Du kannst den Kreditgeber sachlich nach weiteren Informationen fragen, ohne dass eine bestimmte Antwort oder ein anderes Ergebnis zugesichert ist.
Wie vergleiche ich zwei Angebote mit unterschiedlichen Laufzeiten?
Bringe beide zunächst auf denselben Artikel und erfasse für jedes Angebot alle Zahlungen. Wenn die Laufzeiten bewusst unterschiedlich bleiben, stelle Gesamtauszahlung und monatliche Belastung getrennt dar und markiere, dass der Zeitraum nicht identisch ist.
Was mache ich, wenn eine Zusatzvereinbarung unverständlich ist?
Lass dir Vertragsname, Kosten, Laufzeit, Zahlungsweg und Beendigungsbedingungen schriftlich erklären. Bitte um eine korrigierte Unterlage und unterschreibe erst, wenn klar ist, ob das Zusatzprodukt verpflichtend, optional oder abgewählt ist.