Meine Eltern sind bereit, mir beim Kauf eines neuen Laptops für die Schule zu helfen, aber das Geld reicht nicht ganz. Wir haben überlegt, einen kleinen Kredit aufzunehmen, etwa 800 Euro, den ich von meinem Ausbildungsgehalt zurückzahlen könnte, aber ich bin noch minderjährig.
Können meine Eltern den Kreditvertrag einfach mit unterschreiben? Und muss das Familiengericht immer zustimmen, oder gibt es Ausnahmen?
Wer unter 18 ist und zum Beispiel ein Handy oder ein anderes größeres Vorhaben finanzieren möchte, fragt sich oft, ob die Eltern den Kreditvertrag einfach unterschreiben können. Für einen Kredit gelten strengere Regeln als für einen normalen Kauf. Die Zustimmung der Eltern allein reicht nicht.
Hier erfährst du, welche Zustimmungen nötig sind und worauf Jugendliche und ihre Eltern achten sollten.
Kurze Antwort
Ein Minderjähriger kann einen Kredit grundsätzlich nur mit Zustimmung seiner gesetzlichen Vertreter und Genehmigung des Familiengerichts aufnehmen. Die gerichtliche Genehmigung muss vor der Auszahlung vorliegen. Eine Unterschrift der Eltern oder die Zahlung erster Raten aus dem Taschengeld ersetzt sie nicht. Mit 18 Jahren ist man volljährig und kann selbst einen Kredit beantragen; die Bank prüft dann unter anderem die Kreditwürdigkeit.
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Welche Regeln gelten für Minderjährige?
Kinder unter sieben Jahren sind geschäftsunfähig. Jugendliche ab sieben Jahren bis zur Volljährigkeit sind beschränkt geschäftsfähig. Für viele Verträge brauchen sie die Zustimmung ihrer gesetzlichen Vertreter. Bei Krediten muss zusätzlich das Familiengericht zustimmen, wie die Verbraucherzentrale erklärt. Ältere Texte verwenden dafür den Begriff Vormundschaftsgericht.
| Alter | Kreditaufnahme |
|---|---|
| Unter 7 Jahren | Das Kind kann keinen eigenen Kreditvertrag abschließen. |
| Ab 7 Jahren bis zur Volljährigkeit | Zustimmung der gesetzlichen Vertreter und Genehmigung des Familiengerichts erforderlich. |
| Ab 18 Jahren | Eigener Kreditantrag möglich; die Bank prüft die Kreditwürdigkeit. |
Fehlt die Zustimmung der Eltern, ist ein Vertrag zunächst schwebend unwirksam. Das bedeutet: Er wird erst wirksam, wenn die nötige Zustimmung erteilt wird. Bei einem Minderjährigenkredit kommt zusätzlich die gerichtliche Genehmigung hinzu. Eine allgemeine Erlaubnis der Eltern, etwa für ein Girokonto oder eine Bankkarte, gilt nicht automatisch für einen Kredit oder eine Kontoüberziehung.
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Auch der sogenannte Taschengeldparagraph hilft hier nicht. Er betrifft bestimmte Käufe, die sofort mit eigenen verfügbaren Mitteln bezahlt werden. Ein Kredit bleibt ein Kredit, selbst wenn der Jugendliche bereits einzelne Raten aus dem Taschengeld gezahlt hat.
Worauf achtet die Bank?
Die Bank muss vor einem Verbraucherdarlehen die Kreditwürdigkeit prüfen. Das heißt: Sie bewertet, ob die antragstellende Person die vereinbarten Raten voraussichtlich bezahlen kann. Die Pflicht zur Prüfung steht in § 505a BGB; sie wird im Kommentar zu § 505a BGB erläutert.
Bei Minderjährigen kommen die rechtlichen Voraussetzungen hinzu. Selbst ein regelmäßiges Einkommen ersetzt weder die Zustimmung der gesetzlichen Vertreter noch die Genehmigung des Familiengerichts. Auch nach der Prüfung entscheidet die Bank, ob sie den Kredit vergibt.
Ein Vergleich über smava ist für Minderjährige daher keine Abkürzung zu einem Kredit: smava nennt Volljährigkeit als Voraussetzung für eine Kreditvermittlung. Wer mit 18 Jahren Angebote vergleicht, sollte darauf achten, dass zunächst eine unverbindliche, SCHUFA-neutrale Konditionsanfrage gestellt wird. Sie dient dem Angebotsvergleich; eine verbindliche Kreditanfrage ist ein anderer Schritt. Vor dem Absenden sollte klar sein, welche Anfrage übermittelt wird.
Welche Fehler führen häufig zu Problemen?
Ein häufiger Irrtum ist, dass die Unterschrift der Eltern genügt. Bei einem Kredit braucht es zusätzlich die Genehmigung des Familiengerichts. Ebenso wenig wird ein Kredit dadurch gültig, dass der Jugendliche bereits Raten bezahlt hat.
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Auch Ratenkauf, Rechnungskauf, Kontoüberziehung und Kredit sind nicht automatisch dasselbe. Eine Bankkarte, für die die Eltern ihre Zustimmung gegeben haben, erlaubt nicht ohne Weiteres, das Konto zu überziehen. Bei einem Ratenkauf gelten eigene Vertragsregeln; sobald ein Darlehen beteiligt ist, sollte geklärt werden, ob zusätzlich die gerichtliche Genehmigung erforderlich ist.
Wer bereits ohne die nötigen Genehmigungen Geld erhalten hat, sollte nicht einfach davon ausgehen, dass es behalten werden darf. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass eine Rückzahlungspflicht trotz unwirksamen Kreditvertrags bestehen kann. Eltern haften für die Schulden ihres Kindes nicht automatisch; eine Haftung setzt grundsätzlich voraus, dass sie diese ausdrücklich übernommen haben.
Was tun, wenn der Kredit nicht klappt?
Unter 18 sollte man zuerst klären, ob das Vorhaben wirklich einen Kredit erfordert. Ein kleinerer Kauf, auf den man zunächst spart, vermeidet Zinsen und Rückzahlungsrisiken. Soll der Kredit trotzdem geprüft werden, sollten die gesetzlichen Vertreter vor einer Unterschrift mit der Bank klären, welche gerichtliche Genehmigung nötig ist und welche Unterlagen das Familiengericht verlangt. Die Bank darf das Geld erst auszahlen, wenn die Genehmigung vorliegt.
Ist bereits ein Vertrag geschlossen oder Geld ausgezahlt worden, sollte der Jugendliche mit den gesetzlichen Vertretern den Vertrag und die Zahlungsaufforderungen prüfen lassen. Die Verbraucherzentrale NRW erklärt außerdem, dass bestimmte Haftungsbeschränkungen beim Eintritt der Volljährigkeit aktiv geltend gemacht werden müssen. Bei einer Zahlungsaufforderung sollte man deshalb zeitnah reagieren und sich beraten lassen.
Kernaussagen
- Warte auf beide Genehmigungen: Ein Kredit unter 18 setzt die Zustimmung der gesetzlichen Vertreter und die Genehmigung des Familiengerichts voraus.
- Verlass dich nicht auf das Taschengeld: Erste gezahlte Raten oder eine erlaubte Bankkarte machen einen Kreditvertrag nicht wirksam.
- Prüfe die Kosten vor einer Unterschrift: Das konkrete Kreditangebot und der Vertrag nennen Monatsrate, Zinsen und weitere Kosten.
- Reagiere bei einem bereits geschlossenen Vertrag: Lass Vertrag und Zahlungsaufforderungen zeitnah prüfen, statt eine Rückzahlungspflicht auszuschließen.
FAQ
Reicht die Zustimmung meiner Eltern für einen Kredit?
Nein. Für einen Kredit eines Minderjährigen ist zusätzlich die Genehmigung des Familiengerichts erforderlich. Die Bank darf das Geld erst nach der nötigen Genehmigung auszahlen.
Kann ich mit meinem Taschengeld einen Kredit abbezahlen?
Das macht den Kreditvertrag nicht wirksam. Der Taschengeldparagraph gilt nicht für Kreditgeschäfte, auch wenn bereits Raten gezahlt wurden.
Was ist, wenn ich online einen Kredit abgeschlossen habe?
Fehlen die erforderlichen Genehmigungen, ist der Vertrag nicht ohne Weiteres wirksam. Ob du ausgezahltes Geld behalten darfst, ist damit nicht automatisch beantwortet. Besprich den Vertrag mit deinen gesetzlichen Vertretern und lass dich beraten, bevor du auf eine Zahlungsaufforderung reagierst.
Kann ich mit 18 selbst einen Kredit beantragen?
Ja. Ab 18 Jahren kannst du selbst einen Kreditantrag stellen. Die Bank prüft dann deine Kreditwürdigkeit und entscheidet, ob sie den Kredit vergibt.