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Kreditkosten planen: Zinsen, Gebühren und die tatsächliche Belastung

Wer in Deutschland einen Ratenkredit plant, sollte zwei Fragen getrennt beantworten: Wie hoch ist die monatliche Rate, und wie viel kostet der Kredit insgesamt? Der Effektivzins erleichtert den Vergleich, weil er neben dem Sollzins weitere Kreditkosten berücksichtigt. Für Ihr Haushaltsbudget reicht er allein nicht: Rechnen Sie auch Zusatzkosten ein. Berücksichtigen Sie mögliche Zinsänderungen und die Rückzahlung des geliehenen Betrags.

Eine tragbare Planung beginnt deshalb beim eigenen monatlichen Spielraum. Vergleichen Sie anschließend Angebote mit denselben Kreditbedingungen und prüfen Sie, welche Kosten außerhalb der Rate anfallen. So sehen Sie sowohl die Belastung im Alltag als auch den Gesamtbetrag, den Sie zurückzahlen.

Effektivzins und Gesamtkosten richtig lesen

Der Sollzins bezeichnet den vereinbarten Zins für das geliehene Geld. Der Effektivzins zeigt die jährlichen Kreditkosten als Prozentsatz. Er berücksichtigt neben dem Sollzins weitere Kosten, die gesetzlich in die Berechnung gehören, sowie den Zeitpunkt der Zahlungen. Ähnliche Angebote lassen sich damit besser vergleichen als nur anhand des Sollzinses. Die Erläuterung zum Effektivzins beschreibt auch, welche Kosten dabei außen vor bleiben.

Der Effektivzins umfasst nicht alle Kosten, die beim Finanzieren anfallen. Dazu zählen etwa freiwillige Versicherungen und bei einer Immobilienfinanzierung Kaufnebenkosten wie Notar- und Grundbuchkosten oder die Grunderwerbsteuer. Auch Kosten, die durch Zahlungsverzug entstehen, gehören nicht in den normalen Effektivzins. Prüfen Sie deshalb neben dem Kreditangebot auch, welche zusätzlichen Zahlungen für Ihren konkreten Zweck anfallen.

Kostenbestandteil Im Effektivzins berücksichtigt? Bei der Planung prüfen
Sollzins und eingerechnete Kreditkosten Ja Effektivzins des Angebots
Rückzahlung des geliehenen Betrags Nein, sie ist der Kreditbetrag selbst Gesamtsumme der Raten
Freiwillige Versicherung In der Regel nicht Beitrag und tatsächlichen Nutzen separat bewerten
Kaufnebenkosten, etwa bei einer Immobilie Nein Zusätzlich zum Kreditbudget einplanen
Kosten durch verspätete Zahlung Nein Rate so wählen, dass sie auch bei Engpässen tragbar bleibt

Bei einem Kredit mit gleichbleibender Rate berechnen Sie die Rückzahlungssumme, indem Sie die Monatsrate mit der Anzahl der Raten multiplizieren. Ziehen Sie davon den ausgezahlten Nettokreditbetrag ab. So erhalten Sie die Kosten über die Laufzeit, sofern keine weiteren Zahlungen dazukommen. Kosten außerhalb der Rate rechnen Sie anschließend dazu. Bei variablen Zinsen steht die endgültige Rückzahlungssumme nicht von Anfang an fest; prüfen Sie dann, wie sich eine Zinsänderung auf Rate und Laufzeit auswirkt.

Die Rate am Haushaltsbudget ausrichten

Ermitteln Sie vor der Kreditanfrage, wie viel Geld nach den regelmäßigen Ausgaben tatsächlich übrig bleibt. Berücksichtigen Sie Miete und Energie. Hinzu kommen Versicherungen, Mobilität, Lebensmittel und bestehende Raten. Planen Sie auch Rücklagen für unregelmäßige Ausgaben ein. Rechnen Sie bei den Einnahmen nur mit festem Einkommen. Unsichere oder nicht vertraglich zugesicherte Sonderzahlungen gehören nicht als feste Grundlage in die Rechnung. Die Hinweise zur Haushaltsrechnung empfehlen außerdem, tatsächliche Ausgaben zu erfassen, statt sich allein auf pauschale Annahmen zu verlassen.

Als grobe Orientierung nennt Dr. Klein höchstens 35 Prozent des Nettohaushaltseinkommens für die monatliche Kreditrate. Das ist eine Empfehlung und keine persönliche Tragfähigkeitsprüfung. Bei der Bonitätsprüfung, also der Einschätzung Ihrer Kreditwürdigkeit, können Banken pauschale Lebenshaltungskosten ansetzen. Diese können von Ihren tatsächlichen Ausgaben abweichen. Legen Sie die Rate daher anhand Ihres eigenen Haushalts fest und lassen Sie genügend Spielraum für Reparaturen, Nachzahlungen oder Einkommensausfälle.

Praktisch hilft es, die Kontoauszüge mehrerer Monate durchzugehen und regelmäßige wie seltene Ausgaben einzutragen. Vergleichen Sie die geplante Kreditrate anschließend mit dem Betrag, der nach diesen Ausgaben verlässlich übrig bleibt. Wenn die Rate nur bezahlbar ist, solange keine unerwartete Rechnung kommt, ist sie zu hoch.

Angebote mit gleichen Bedingungen vergleichen

Ein niedriger Effektivzins ist nur dann ein fairer Vergleichswert, wenn die Angebote dieselben Eckdaten haben. Achten Sie auf denselben Nettokreditbetrag, eine vergleichbare Laufzeit und gleichartige Auszahlungsbedingungen. Prüfen Sie außerdem, ob Sondertilgungen erlaubt sind und welche Folgen eine frühere Rückzahlung hätte. Bei kürzerer Laufzeit ist die Monatsrate häufig höher. Eine längere Laufzeit verteilt die Zinskosten auf mehr Zeit.

Vergleichen Sie vor der Unterschrift auch alle Zusatzprodukte. Eine Null-Prozent-Finanzierung klingt zinsfrei, kann aber etwa mit einer Kreditkarte oder einem zusätzlichen Kreditrahmen verbunden sein. Die Verbraucherzentrale zu Null-Prozent-Finanzierungen rät, solche Angebote mit anderen Finanzierungen zu vergleichen und nur notwendige Käufe auf diese Weise zu finanzieren. Prüfen Sie, ob ein weiteres Produkt Kosten verursacht oder zusätzliche Schulden ermöglicht, die Sie nicht eingeplant hatten.

Für den Vergleich brauchen Sie mindestens Kreditbetrag, Laufzeit, Monatsrate, Effektivzins und Rückzahlungssumme. Fragen Sie außerdem, ob der Zinssatz fest bleibt und welche Kosten bei Sondertilgung oder vorzeitiger Rückzahlung anfallen. Bei einer Umschuldung lohnt sie sich finanziell nur, wenn die Zinsersparnis die anfallenden Kosten übersteigt. Berücksichtigen Sie dabei auch mögliche Vorfälligkeitskosten und lassen Sie sich den Vergleich für die verbleibende Laufzeit vorrechnen.

Gebühren und Zahlungsverzug im Blick behalten

Bei Verbraucherkrediten sind bestimmte Bankgebühren unzulässig. Dazu zählen laut Verbraucherzentrale etwa Bearbeitungsentgelte, Gebühren für die Führung eines Darlehenskontos sowie Entgelte für eine Kreditkündigung oder Mahnschreiben. Taucht eine solche Position im Angebot oder auf der Abrechnung auf, prüfen Sie den Vertrag und holen Sie sich bei Bedarf Beratung. Eine aufgeführte Gebühr ist nicht automatisch zulässig.

Zahlungsverzug verteuert den Kredit. Wenn Sie eine Rate nicht sicher zahlen können, warten Sie nicht auf eine Mahnung. Wenden Sie sich frühzeitig an den Kreditgeber und klären Sie, welche Möglichkeiten der Vertrag vorsieht. Planen Sie eine Rate, die Sie auch bei vorübergehend höheren Ausgaben zahlen können. Bei einem variabel verzinsten Kredit sollten Sie außerdem prüfen, ob Ihr Budget eine höhere Rate auffangen könnte.

Kernaussagen

  • Berechnen Sie Rate und Gesamtkosten getrennt: Der Effektivzins hilft beim Angebotsvergleich. Er bildet jedoch nicht alle Ausgaben rund um den Kredit ab.
  • Setzen Sie die Rate nach Ihrem echten Budget fest: Erfassen Sie regelmäßige und unregelmäßige Kosten und stützen Sie die Planung auf verlässliche Einnahmen.
  • Vergleichen Sie gleiche Kreditbedingungen: Nettokreditbetrag, Laufzeit, Auszahlungsbedingungen und Sondertilgungsrechte müssen zusammenpassen.
  • Prüfen Sie Zusatzprodukte und Gebühren: Eine Null-Prozent-Finanzierung kann weitere Kreditprodukte enthalten; bestimmte Bankentgelte sind bei Verbraucherkrediten unzulässig.
  • Planen Sie einen Puffer für Engpässe ein: Verspätete Raten verursachen zusätzliche Kosten, und variable Zinsen können die Belastung verändern.

FAQ

Was sagt der Effektivzins aus?

Der Effektivzins fasst den Sollzins und weitere gesetzlich einzurechnende Kreditkosten als jährlichen Prozentsatz zusammen. Er eignet sich besser als der Sollzins allein, um vergleichbare Kreditangebote gegenüberzustellen. Zusatzkosten wie freiwillige Versicherungen oder Kaufnebenkosten sind damit nicht automatisch abgedeckt.

Wie berechne ich die Rückzahlungssumme?

Bei einer gleichbleibenden Rate multiplizieren Sie die Monatsrate mit der Anzahl der Raten. Vergleichen Sie die Summe mit dem ausgezahlten Nettokreditbetrag und rechnen Sie zusätzliche Kosten hinzu, die nicht in den Raten stecken. Bei variablen Zinsen bleibt die spätere Gesamtsumme von der Zinsentwicklung abhängig.

Sind Bearbeitungsgebühren für einen Verbraucherkredit zulässig?

Die Verbraucherzentrale zählt Bearbeitungsentgelte für Verbraucherkredite zu den unzulässigen Bankgebühren. Auch bestimmte Entgelte für Kontoführung, Kündigung und Mahnschreiben sind demnach nicht erlaubt. Wenn eine solche Gebühr berechnet wird, prüfen Sie die Unterlagen und lassen Sie sich beraten.

Was mache ich, wenn die Kreditrate nicht mehr ins Budget passt?

Melden Sie sich möglichst früh beim Kreditgeber, bevor weitere Raten ausbleiben oder Mahnkosten entstehen. Prüfen Sie Ihre Ausgaben und klären Sie, welche Anpassungsmöglichkeiten der Vertrag bietet. Nehmen Sie keinen neuen Kredit auf, ohne die zusätzliche Gesamtbelastung zu berechnen.

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