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Schufa und Wohnungssuche: Wie Kredite Ihre Miete beeinflussen

Wenn Sie eine Wohnung suchen und einen Kredit haben, zählt die monatliche Rate zu Ihren Ausgaben. Zahlungsprobleme können außerdem in den Daten einer Auskunftei wie der SCHUFA auftauchen. Eine Auskunftei sammelt bestimmte Informationen zur Zahlungsfähigkeit und berechnet daraus einen Score, also einen Wert zur Einschätzung der Kreditwürdigkeit.

Ein laufender Kredit führt nicht automatisch zu einer schlechten Bewertung oder zu einer Absage bei der Wohnungssuche. Entscheidend sind Ihre finanzielle Lage, die gespeicherten Daten und die Kriterien, nach denen ein Vermieter Ihre Bewerbung beurteilt. Prüfen Sie deshalb Ihre Auskunft und Ihr Budget, bevor Sie Unterlagen einreichen.

So wirkt sich ein Kredit auf die Wohnungssuche aus

Eine Kreditrate bindet jeden Monat Geld, das Ihnen dann für Miete, Nebenkosten und andere Ausgaben fehlt. Wenn Ihr Einkommen kaum Spielraum lässt, bleibt Ihnen durch eine zusätzliche Rate weniger Geld für andere Ausgaben. Ein Beispiel: Bleibt nach der Kreditrate wenig Puffer, fällt es schwerer, eine höhere Miete oder unerwartete Ausgaben abzufangen.

Daneben kann eine Zahlungsschwierigkeit Folgen für Ihre Kreditwürdigkeit haben. Auskunfteien wie die SCHUFA führen Daten und erstellen daraus Scores. Banken, Mobilfunkanbieter und Onlinehändler nutzen solche Bewertungen bei Vertragsentscheidungen. Die Verbraucherzentrale nennt als mögliche Folgen im Alltag schlechtere Kreditkonditionen oder einen abgelehnten Vertrag. Bei der Wohnungssuche kann ein Bonitätsnachweis, also ein Nachweis Ihrer Zahlungsfähigkeit, eine Rolle spielen. Ein Score entscheidet aber nicht anhand einer allgemein geltenden Punkteschwelle automatisch über eine Zu- oder Absage.

Ausgangslage Möglicher Weg zur Wohnungsfrage
Laufender Kredit, Raten werden bezahlt Die Rate verringert Ihr monatliches Budget. Das allein belegt keine schlechte Bonität.
Zahlungsprobleme beim Kredit Prüfen Sie, ob und welche Angaben dazu bei einer Auskunftei gespeichert sind. Ein falscher oder unzulässiger Eintrag kann Vertragsentscheidungen beeinflussen.
Mietzahlung gerät wegen knapper Kasse in Gefahr Rückstände können das Mietverhältnis belasten. Sprechen Sie früh mit dem Vermieter und holen Sie sich Beratung.

Dass Sie einen Kredit haben, sagt allein nicht aus, ob eine Auskunftei Angaben dazu oder zu Zahlungsschwierigkeiten gespeichert hat. Auch verschiedene Auskunfteien verwenden unterschiedliche Daten und Berechnungsweisen. Ein guter Wert bei einer Auskunftei bedeutet daher nicht automatisch, dass andere Auskunfteien denselben Wert ausweisen.

Prüfen Sie Ihre Auskunft, bevor Sie sich bewerben

Fordern Sie bei der SCHUFA eine „Datenkopie nach Art. 15 DSGVO“ an. Bei anderen Auskunfteien heißt das Angebot häufig Selbstauskunft. Nach Angaben der Verbraucherzentrale ist die Auskunft kostenlos; achten Sie darauf, nicht versehentlich ein kostenpflichtiges Produkt zu bestellen. Eine kostenlose Auskunft ist nicht auf einmal pro Jahr begrenzt. Wenn sich Ihre Daten geändert haben, können Sie erneut danach fragen.

Kontrollieren Sie, ob persönliche Angaben und gespeicherte Zahlungsvorgänge stimmen. Finden Sie einen Fehler, wenden Sie sich schriftlich an die Auskunftei, nennen Sie den betroffenen Eintrag und bitten Sie um Berichtigung. Falsche oder unzulässig gespeicherte Daten müssen unentgeltlich berichtigt, gelöscht oder in ihrer Verarbeitung eingeschränkt werden. Bewahren Sie Ihre Anfrage und die Antwort auf.

Wenn ein Anbieter einen Vertrag ablehnt oder schlechtere Konditionen anbietet, fragen Sie zuerst dort nach, ob eine Bonitätsprüfung stattgefunden hat und welcher Score maßgeblich war. So erfahren Sie eher, welche Auskunftei und welche Information Sie anschließend prüfen müssen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt dieses Vorgehen, weil Betroffene die Ursache einer Entscheidung sonst oft nicht erkennen.

Geben Sie bei der Wohnungsbewerbung nur passende Angaben

Eine Mieterselbstauskunft ist ein von Ihnen ausgefülltes Formular. Sie ist weder ein amtlicher Nachweis noch eine SCHUFA-Auskunft. Laut Ratgeber zur Mieterselbstauskunft werden Einkommens- oder Bonitätsunterlagen meist erst später im Bewerbungsverfahren wichtig. Welche Angaben ein Vermieter verlangen darf, hängt auch davon ab, in welcher Phase des Bewerbungsverfahrens Sie sich befinden.

Fragen Sie nach, wozu ein Nachweis benötigt wird, und reichen Sie nur die dafür erforderlichen Unterlagen ein. Prüfen Sie auch, ob Sie wirklich ein kostenpflichtiges Produkt benötigen: Die kostenlose Datenkopie für Ihre eigene Kontrolle ist nicht dasselbe wie ein Nachweis, den Sie einem Vermieter vorlegen möchten. Lesen Sie vor einer Bestellung Preis und Laufzeit; kostenpflichtige Angebote sind nicht die kostenlose Auskunft.

Beantworten Sie wichtige Fragen, die der Vermieter stellen darf, wahrheitsgemäß. Wenn Sie unsicher sind, ob eine Frage zulässig ist, geben Sie nicht vorschnell sensible Informationen heraus und holen Sie sich eine unabhängige Beratung.

Wenn die Kreditrate die Miete gefährdet

Warten Sie nicht, bis die Miete ausbleibt: Prüfen Sie Ihre monatlichen Einnahmen und Ausgaben und planen Sie zuerst Geld für die Miete und andere notwendige Wohnkosten ein. Wenn absehbar ist, dass Sie nicht rechtzeitig zahlen können, nehmen Sie früh Kontakt mit dem Vermieter auf und schlagen Sie eine konkrete Lösung vor.

Mietrückstände können das Mietverhältnis gefährden. Der Ratgeber Mietschulden und Kündigung erklärt, dass ein Rückstand in Höhe von zwei Monatsmieten eine fristlose Kündigung begründen kann. Holen Sie bei drohenden Rückständen zeitnah Hilfe, etwa bei einer Schuldnerberatung oder einem Mieterverein. Eine Schuldnerberatung hilft dabei, Einnahmen und Ausgaben zu ordnen und einen Rückzahlungsplan zu entwickeln; kommunale Beratungsangebote unterscheiden sich je nach Wohnort.

Kernaussagen

  • Prüfen Sie Ihre Datenkopie: Eine kostenlose Auskunft zeigt, welche Informationen eine Auskunftei über Sie gespeichert hat.
  • Rechnen Sie die Kreditrate ins Mietbudget ein: Eine bezahlte Rate ist nicht automatisch ein negativer SCHUFA-Eintrag, verringert aber Ihr verfügbares Einkommen.
  • Fragen Sie nach einer Ablehnung gezielt nach: Erkundigen Sie sich beim Anbieter, ob ein Score verwendet wurde und welcher Wert maßgeblich war.
  • Handeln Sie vor dem Mietrückstand: Sprechen Sie früh mit dem Vermieter und wenden Sie sich an eine Schuldnerberatung, wenn die Miete knapp wird.

FAQ

Macht ein laufender Kredit meine SCHUFA automatisch schlechter?

Nein. Ein laufender Kredit bedeutet für sich genommen nicht automatisch eine schlechte Bewertung. Prüfen Sie Ihre Auskunft, um festzustellen, ob ein negativer Eintrag vorliegt. Das Bestehen des Kredits allein sagt darüber nichts aus.

Kann ein Vermieter meinen SCHUFA-Score sehen?

Ein Vermieter kann im Bewerbungsverfahren einen Bonitätsnachweis verlangen. Welche Unterlagen in welcher Phase angemessen sind, hängt von der konkreten Situation ab. Fragen Sie nach dem Zweck eines Nachweises und geben Sie nur erforderliche Daten weiter.

Was mache ich, wenn die SCHUFA falsche Daten speichert?

Schreiben Sie der Auskunftei und benennen Sie den falschen Eintrag mit der Bitte um Berichtigung. Fügen Sie passende Belege bei und bewahren Sie Ihre Anfrage sowie die Antwort auf. Die Verbraucherzentrale erklärt, wie Sie eine Auskunft bei SCHUFA und anderen Auskunfteien anfordern und Daten beanstanden.

Was kann ich tun, wenn die Kreditrate die Miete gefährdet?

Erstellen Sie sofort eine Übersicht über Einnahmen, feste Ausgaben und fällige Zahlungen. Kontaktieren Sie den Vermieter, bevor ein Rückstand entsteht, und vereinbaren Sie bei Bedarf Beratung bei einer Schuldnerberatungsstelle.

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