Ich plane eine Umschuldung meines Autokredits, offen sind noch 8.000 Euro. Bei meiner Bank habe ich einen neuen Ratenkredit über 12.000 Euro beantragt, um auch ein paar offene Rechnungen zu begleichen. Im Vertrag steht ein Nettodarlehensbetrag von 12.000 Euro, aber mir wurde gesagt, dass die Bank einen Teil direkt an die alte Bank überweist.
Was genau ist der Nettodarlehensbetrag? Ist das der Betrag, den ich tatsächlich auf mein Konto bekomme, oder wird davon noch etwas für die Altschuld abgezogen? Und worauf muss ich bei den Auszahlungsbedingungen achten?
Wenn Sie einen Ratenkredit vergleichen, sehen Sie den Nettodarlehensbetrag im Angebot oder Vertrag. Er gibt an, welchen Kreditbetrag die Bank vereinbart, ohne die Zinsen, die während der Laufzeit anfallen. Bei einer Umschuldung oder mitfinanzierten Kosten wird nicht unbedingt der ganze Betrag auf Ihr Konto überwiesen.
Achten Sie deshalb auf den Unterschied zwischen dem vereinbarten Kreditbetrag und dem Betrag, den die Bank tatsächlich auszahlt.
Kurze Antwort
Der Nettodarlehensbetrag ist der Betrag, den die Bank Ihnen als Kredit zur Verfügung stellt, ohne die später anfallenden Zinsen. Er unterscheidet sich vom Gesamtbetrag, den Sie zurückzahlen: Dieser enthält zusätzlich die Kreditkosten. Bei einer Umschuldung überweist die Bank einen Teil des Betrags direkt an den bisherigen Kreditgeber, sodass Ihnen weniger Geld frei zur Verfügung steht. Prüfen Sie deshalb im Vertrag sowohl den Nettodarlehensbetrag als auch die Auszahlungsbedingungen.
Prüfen Sie im Vertrag, wie die Auszahlung erfolgt. Wenn Sie verschiedene Kreditangebote für die Umschuldung vergleichen möchten, können Sie über den Ratenkreditvergleich von smava mit einer Schufa-neutralen Anfrage sehen, welche Banken passende Konditionen anbieten.
Was der Vertrag und das Gesetz dazu sagen
Vor Abschluss eines Verbraucherdarlehens muss die Bank über den Kredit informieren und den Vertrag verständlich formulieren. Das Bürgerliche Gesetzbuch legt fest, welche Informationen und Erläuterungen die Bank vor dem Vertrag geben muss. Welche Angaben im Vertrag stehen müssen, regelt unter anderem Artikel 247 EGBGB.
Prüfen Sie im Angebot und im Vertrag den Nettodarlehensbetrag, den effektiven Jahreszins und den Gesamtbetrag. Der Sollzins bezeichnet die Verzinsung des geliehenen Betrags. Der effektive Jahreszins berücksichtigt zusätzlich weitere verpflichtende Kosten, wenn solche Kosten für den Kredit anfallen. Die Unterschiede zwischen Sollzins und effektivem Jahreszins erklärt auch der Kreditratgeber von smava.
Der Nettodarlehensbetrag steht Ihnen nicht immer vollständig für Ihren Kauf oder anderen Zweck zur Verfügung. Bei einer Umschuldung überweist die Bank einen Teil direkt an den bisherigen Kreditgeber. Werden Kosten oder eine Versicherung mitfinanziert, verwendet die Bank einen Teil des Kredits dafür. Prüfen Sie, ob die Bank den gesamten Betrag auf Ihr Konto überweist oder Geld an andere Empfänger zahlt.
Worauf Banken bei der Kreditsumme achten
Die Bank prüft, ob Kreditbetrag, Laufzeit und Monatsrate zu Ihrer finanziellen Lage passen. Dafür betrachtet sie Ihre Einnahmen und regelmäßigen Ausgaben. Auch Ihre Bonität fließt in die Prüfung ein. Die Bonität beschreibt, wie wahrscheinlich Sie den Kredit vertragsgemäß zurückzahlen. Ihre finanzielle Situation beeinflusst auch den Zinssatz, den die Bank Ihnen anbietet. Darauf weist etwa die Raiffeisenbank beim Wunschkredit hin.
Vergleichen Sie Angebote nicht nur nach der Monatsrate. Eine längere Laufzeit senkt die Rate, erhöht aber häufig den Gesamtbetrag, den Sie zurückzahlen. Beziehen Sie deshalb auch den Nettodarlehensbetrag, den effektiven Jahreszins und die Laufzeit in den Vergleich ein.
Rechenbeispiel: Nettodarlehensbetrag und Gesamtrückzahlung
Ein Rechenbeispiel zeigt den Unterschied zwischen Nettodarlehensbetrag und Gesamtrückzahlung, ist aber kein persönliches Kreditangebot. Die Differenz zwischen Nettodarlehensbetrag und Gesamtbetrag entspricht den ausgewiesenen Kreditkosten. Ein veröffentlichtes Kreditbeispiel zeigt diesen Zusammenhang. Wie hoch die tatsächlichen Kosten sind, hängt vom Angebot, Zinssatz und der Laufzeit ab.
Typische Missverständnisse
Eine niedrige Monatsrate macht einen Kredit nicht automatisch günstig. Bei einer längeren Laufzeit zahlen Sie über mehr Monate zurück. Dadurch können die Gesamtkosten steigen. Vergleichen Sie deshalb auch den Gesamtbetrag und den effektiven Jahreszins.
Zinsen vieler Banken vergleichen und günstigen Kredit finden
Der Nettodarlehensbetrag zeigt auch nicht immer, wie viel Geld für Ihren Kauf übrig bleibt. Bei einer Umschuldung überweist die Bank einen Teil an den bisherigen Kreditgeber. Wenn Sie Zusatzkosten mitfinanzieren, steht auch dieser Teil nicht für den Kauf zur Verfügung. Fragen Sie die Bank, wie viel sie auszahlt und an wen, falls das Angebot dazu keine klaren Angaben enthält.
Was Sie tun können, wenn der Kredit nicht zustande kommt
Passt die gewünschte Kreditsumme nicht zu Ihrem Einkommen oder Ihren Ausgaben, prüfen Sie, ob Sie weniger leihen oder die Rückzahlung anders planen können. Eine längere Laufzeit senkt die Monatsrate, kann aber den Gesamtbetrag erhöhen. Lassen Sie sich vor einer Änderung beide Werte neu berechnen.
Wenn Sie Angebote über ein Portal wie smava vergleichen, prüfen Sie, ob das Portal zunächst eine Konditionsanfrage stellt. Damit lassen sich mögliche Kreditkonditionen vergleichen. Sie unterscheidet sich von einer verbindlichen Kreditanfrage. Lesen Sie vor dem Absenden, wie das Portal die Anfrage bezeichnet und welche Daten es an Banken weitergibt. Eine Kreditzusage folgt daraus nicht automatisch.
Fazit
Der Nettodarlehensbetrag gibt den Kreditbetrag ohne die späteren Zinsen an. Für Ihre Planung sind auch der tatsächliche Auszahlungsbetrag und der Gesamtbetrag im Vertrag wichtig.
Kernaussagen
- Prüfen Sie den Nettodarlehensbetrag: Er gibt den Kreditbetrag ohne spätere Zinsen an.
- Vergleichen Sie den Gesamtbetrag: Er zeigt, wie viel Sie zurückzahlen.
- Klären Sie die Auszahlung: Bei Umschuldungen oder mitfinanzierten Kosten steht Ihnen nicht immer die ganze Kreditsumme frei zur Verfügung.
- Vergleichen Sie mehrere Angaben: Monatsrate, Laufzeit und effektiver Jahreszins ergeben erst zusammen ein aussagekräftiges Bild.
FAQ
Ist der Nettodarlehensbetrag dasselbe wie der Auszahlungsbetrag?
Nicht immer. Bei einer direkten Umschuldung überweist die Bank einen Teil an den bisherigen Kreditgeber; bei mitfinanzierten Kosten fließt ein Teil in diese Posten. Prüfen Sie im Vertrag, welcher Betrag auf Ihr Konto und welcher an andere Empfänger geht.
Was ist der Unterschied zwischen Nettodarlehensbetrag und Gesamtbetrag?
Der Nettodarlehensbetrag bezeichnet den Kreditbetrag ohne die späteren Zinsen. Der Gesamtbetrag enthält die Summe, die Sie über die Laufzeit zurückzahlen, einschließlich der ausgewiesenen Kreditkosten.
Wo finde ich den Nettodarlehensbetrag?
Suchen Sie im Kreditangebot und im Vertrag nach der Angabe „Nettodarlehensbetrag“. Prüfen Sie daneben den Gesamtbetrag und die Bedingungen für die Auszahlung.
Wie frage ich bei einem Vergleichsportal schufaneutral an?
Achten Sie darauf, dass das Portal die erste Anfrage als Konditionsanfrage bezeichnet, mit der es mögliche Angebote ermittelt und vergleicht. Lesen Sie vor dem Absenden die Hinweise des Portals. Eine Konditionsanfrage ist kein verbindlicher Kreditantrag.