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Was ist ein Lombardkredit?

✓ Beantwortet von der Redaktion Kredit allgemein 6 Min. Lesezeit

Inhalt der Antwort
  1. Kurze Antwort
  2. Welche Sicherheiten und Regeln gelten?
  3. Worauf achtet die Bank?
  4. Wie wird der Beleihungswert berechnet?
  5. Welche Fehler sollten Sie vermeiden?
  6. Was tun, wenn der Antrag scheitert?
  7. Kernaussagen
  8. FAQ
FrageSo oder ähnlich fragen viele

Ich habe ein Wertpapierdepot mit Aktien und Fonds, Gesamtwert etwa 25.000 Euro. Für eine energetische Sanierung meines Hauses brauche ich 15.000 Euro, aber ich möchte meine Wertpapiere nicht verkaufen, weil ich sie langfristig halten will. Meine Hausbank hat mir gesagt, ich könne einen Lombardkredit aufnehmen, aber ich bin unsicher, wie das funktioniert.

Können Sie mir erklären, was ein Lombardkredit genau ist? Wie viel Geld bekomme ich tatsächlich als Kredit, und welche Risiken gibt es, wenn ich die Wertpapiere als Sicherheit hinterlege?

Redaktion KreditzentraleAntwort der Redaktion

Wenn Sie Geld benötigen und Wertpapiere, Bankguthaben oder Edelmetalle besitzen, können Sie diese bei einer Bank als Pfand hinterlegen. Dafür erhalten Sie einen Lombardkredit. Wie viel die Bank verleiht, hängt davon ab, wie viel die Sicherheit wert ist und wie gut sie sich verkaufen lässt.

Wichtig sind vor allem der Beleihungswert, also der von der Bank angesetzte Wert der Sicherheit, die Kosten und die Bedingungen für eine mögliche Nachbesicherung.

Kurze Antwort

Ein Lombardkredit ist ein Darlehen, das durch Vermögenswerte wie Wertpapiere oder Bankguthaben besichert wird. Die Bank berechnet dafür einen Beleihungswert und zahlt in der Regel nicht den gesamten Marktwert der Sicherheit aus. Die Bank zieht einen Sicherheitsabschlag ab. Deshalb liegt der Beleihungswert unter dem Depotwert. Können Sie den Kredit nicht wie vereinbart zurückzahlen, darf die Bank das Pfand unter den vertraglichen und gesetzlichen Voraussetzungen verwerten.

Ein Lombardkredit kann eine Option sein, wenn Sie Ihre Wertpapiere nicht verkaufen möchten. Vergleichen Sie aber auch, ob ein Ratenkredit ohne Sicherheiten günstiger ist: Über den Kreditvergleich von smava sehen Sie mit einer Schufa-neutralen Anfrage, welche Banken Ihnen Geld zu welchen Konditionen anbieten.

Welche Sicherheiten und Regeln gelten?

Bei Privatpersonen geht es meist um einen Wertpapierkredit, auch Effektenlombardkredit genannt. Als Sicherheit dienen zum Beispiel Aktien, Fonds, Anleihen oder Guthaben. Je nach Kreditgeber kommen auch Edelmetalle oder andere verwertbare Vermögenswerte infrage. Die Bank bewertet jede Sicherheit und legt fest, welcher Anteil ihres Marktwerts als Kredit zählt. Die konkreten Beleihungswerte stehen im Kreditvertrag oder im Preisaushang der Bank.

Eine Sicherheit ergibt deshalb nicht automatisch einen Kredit in gleicher Höhe. Die Bank zieht einen Abschlag ab. Dabei berücksichtigt sie unter anderem, wie stark der Kurs schwanken kann und wie gut sich das Wertpapier verkaufen lässt. Für bestimmte Wertpapiere kann der Beleihungswert niedrig oder sogar null sein. Die Volksbanken Raiffeisenbanken erläutern die Beleihung beispielhaft: Ein Abschlag kann dazu führen, dass der Beleihungswert unter dem Depotwert liegt.

Das Pfand bleibt grundsätzlich Eigentum der kreditnehmenden Person. Die Bank erhält daran jedoch ein Pfandrecht. Wird die Forderung fällig und bleibt die Rückzahlung aus, kann die Bank die Sicherheit nach den gesetzlichen Vorgaben und dem Vertrag verwerten. Für die Verwertung eines Pfands gelten unter anderem Regeln zur Fälligkeit und zur Androhung des Verkaufs; die rechtlichen Voraussetzungen beim Lombardkredit hängen auch davon ab, was im Vertrag vereinbart wurde.

Die Laufzeit ist häufig kurz. Die Volksbanken Raiffeisenbanken nennen Laufzeiten von bis zu zwei Jahren; maßgeblich ist das Angebot der jeweiligen Bank. Auch der Zinssatz ist nicht einheitlich. Er steht im Kreditvertrag oder im Preisaushang und kann je nach Sicherheit und Anbieter unterschiedlich ausfallen.

Worauf achtet die Bank?

Die Bank prüft vor allem, welche Sicherheiten Sie anbieten und wie stabil ihr Wert voraussichtlich ist. Ein breit gestreutes Depot aus gut handelbaren Wertpapieren wird anders bewertet als einzelne stark schwankende Aktien. Auch der mögliche Erlös bei einem Verkauf spielt eine Rolle. Ein hoher Depotwert garantiert deshalb weder eine bestimmte Kredithöhe noch eine Kreditzusage.

Auch wenn Sie eine Sicherheit stellen, kann die Bank Ihre finanzielle Lage prüfen. Banken können zusätzlich Einkommen, laufende Verpflichtungen und die Rückzahlungsfähigkeit prüfen. Ob und wie sie eine SCHUFA-Auskunft einholen oder einen Kredit melden, unterscheidet sich nach Anbieter und Produkt. Fragen Sie vor dem Antrag konkret nach, welche Anfrage gestellt und ob der Kredit an die SCHUFA gemeldet wird.

Sinkt der Wert der verpfändeten Wertpapiere, kann die Sicherheit im Verhältnis zum Kredit zu klein werden. Je nach Vertrag kann die Bank dann zusätzliche Sicherheiten verlangen oder eine teilweise Rückzahlung fordern. Können Sie darauf nicht reagieren, droht die Verwertung des Pfands zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Risiken eines Wertpapierkredits sollten Sie deshalb auch dann einplanen, wenn Sie die Wertpapiere eigentlich behalten möchten.

Wie wird der Beleihungswert berechnet?

Die Bank zieht vom Marktwert der Sicherheit einen Abschlag ab, dessen Höhe von der Sicherheit und ihrer Bewertung abhängt. Der Beleihungswert entspricht nicht automatisch dem Betrag, den Sie tatsächlich leihen können. Die Bank kann weitere Grenzen festlegen. Zinsen und mögliche Gebühren kommen hinzu; ihre Höhe finden Sie im konkreten Angebot. Bei einem variablen Zinssatz kann sich die Zinsbelastung während der Laufzeit ändern.

Welche Fehler sollten Sie vermeiden?

Ein häufiger Fehler ist, den Depotwert mit dem möglichen Kreditbetrag gleichzusetzen. Entscheidend ist der Beleihungswert, den die Bank für die einzelnen Anlagen ansetzt. Prüfen Sie daher vor dem Antrag, welche Wertpapiere die Bank akzeptiert und wie hoch sie diese bewertet.

Planen Sie außerdem nicht mit der Annahme, die Bank werde bei fallenden Kursen untätig bleiben. Lesen Sie im Vertrag nach, ob eine Nachbesicherung oder Rückzahlung verlangt werden kann, welche Fristen gelten und wann die Bank Wertpapiere verkaufen darf. Ein Kredit, mit dem Sie weitere Wertpapiere kaufen, erhöht das Risiko zusätzlich: Bei fallenden Kursen sinkt der Depotwert, während der Kredit samt Zinsen zurückgezahlt werden muss.

Vergleichen Sie auch die Gesamtkosten mit einem normalen Ratenkredit. Ein Lombardkredit kann praktisch sein, wenn Sie kurzfristig Geld benötigen und die verpfändeten Anlagen nicht verkaufen möchten. Der variable Zins, mögliche Nachschusspflichten und das Risiko eines Verkaufs können den Vorteil aber aufheben. Wenn Sie einen Ratenkredit über ein Vergleichsportal wie smava prüfen, achten Sie darauf, dass das Portal zuerst eine SCHUFA-neutrale Konditionsanfrage stellt, also eine Anfrage zum Angebotsvergleich. Prüfen Sie im Portal, wie diese Anfrage gekennzeichnet ist und abläuft, bevor Sie eine verbindliche Kreditanfrage stellen. Ein solcher Vergleich ersetzt nicht die Prüfung, ob ein Lombardkredit für Ihre Situation geeignet ist.

Was tun, wenn der Antrag scheitert?

Fragen Sie die Bank nach dem konkreten Grund. Liegt es am Beleihungswert, kann ein anderes akzeptiertes Wertpapier oder eine andere Sicherheit die Berechnung verändern. Das lohnt sich nur, wenn Sie die zusätzliche Sicherheit auch bei einem möglichen Kursrückgang entbehren können.

Ist die monatliche Rückzahlung das Problem, vergleichen Sie einen kleineren Kreditbetrag oder einen Ratenkredit mit fester Rate. Prüfen Sie dabei den effektiven Jahreszins, die Laufzeit und die Gesamtkosten. Wenn Sie bereits einen Lombardkredit haben und die Bank eine Nachbesicherung verlangt, nehmen Sie frühzeitig Kontakt auf und klären Sie schriftlich, welche Frist gilt und welche Möglichkeiten zur Rückzahlung bestehen. Warten Sie nicht darauf, dass sich der Depotwert von selbst erholt.

Kernaussagen

  • Beleihungswert prüfen: Die Bank leiht in der Regel nur einen Teil des Marktwerts Ihrer Sicherheit; der Abschlag steht im Angebot oder Vertrag.
  • Nachschusspflichten einplanen: Fallen die Kurse, kann die Bank zusätzliche Sicherheiten oder eine Rückzahlung verlangen.
  • Verwertungsklauseln lesen: Prüfen Sie vor dem Abschluss, wann die Bank das Pfand verkaufen darf und welche Fristen gelten.
  • Kosten vergleichen: Stellen Sie Zinsen, Laufzeit und Risiken einem Ratenkredit gegenüber, bevor Sie Wertpapiere verpfänden.

FAQ

Muss ich für einen Lombardkredit Wertpapiere besitzen?

Nein. Banken können je nach Angebot auch Bankguthaben, Edelmetalle oder andere verwertbare Vermögenswerte als Sicherheit akzeptieren. Welche Sicherheiten zählen, legt der jeweilige Anbieter fest.

Kann ich die verpfändeten Wertpapiere weiter verkaufen?

Das hängt von der Vereinbarung mit der Bank ab. Weil die Wertpapiere als Pfand dienen, können Verfügungen darüber eingeschränkt sein; prüfen Sie die Bedingungen im Kreditvertrag, bevor Sie einzelne Anlagen verkaufen.

Wird ein Lombardkredit bei der SCHUFA gemeldet?

Das ist nicht bei allen Anbietern gleich. Fragen Sie vor dem Antrag, ob die Bank eine SCHUFA-Auskunft einholt und ob sie den Kredit meldet.

Was passiert, wenn mein Depot an Wert verliert?

Die Bank kann je nach Vertrag zusätzliche Sicherheiten oder eine teilweise Rückzahlung verlangen. Reagieren Sie nicht fristgerecht, kann die Bank das Pfand nach den geltenden Regeln und Vertragsbedingungen verwerten.

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