Vor zwei Jahren hatte ich eine kurze Zahlungsstörung bei einem Mobilfunkvertrag, die ich nach zwei Monaten vollständig ausgeglichen habe. Seitdem bin ich immer pünktlich. Jetzt möchte ich einen Ratenkredit über 15.000 Euro für einen Gebrauchtwagen aufnehmen, den ich in fünf Jahren abzahlen will.
Was speichert die Schufa eigentlich über mich: nur meine Verträge und Zahlungsstörungen oder auch mein Einkommen und meinen Kontostand? Und wie lange bleibt so eine ausgeglichene Störung in meiner Akte, bevor sie gelöscht wird?
Wenn Sie einen Kredit beantragen, einen Mobilfunkvertrag abschließen oder eine Wohnung suchen, möchten Sie vielleicht wissen, welche Informationen die Schufa weitergibt. Die Schufa speichert vor allem Angaben zu Ihrer Person und zu bestimmten Verträgen. Dazu gehören auch Probleme mit vereinbarten Zahlungen, zum Beispiel unbezahlte Forderungen. Einkommen, Beruf und Kontostand gehören nach Angaben der Verbraucherzentrale Bayern nicht dazu.
Hier erfahren Sie, welche Angaben die Schufa speichert, wie lange sie gespeichert bleiben und wie Sie Ihre Datenkopie prüfen.
Kurze Antwort
Die Schufa speichert Ihren Namen, Ihr Geburtsdatum und aktuelle sowie frühere Anschriften. Dazu kommen Informationen über bestimmte Bankkonten, Kredite, Kreditkarten, Mobilfunk- und Leasingverträge sowie Zahlungsstörungen. Erledigte Zahlungsstörungen bleiben grundsätzlich drei Jahre gespeichert; unter bestimmten Voraussetzungen verkürzt sich die Frist auf 18 Monate. Einkommen, Arbeitgeber, Familienstand und Vermögen speichert die Schufa nach den Angaben der Verbraucherzentrale Bayern nicht.
Fordern Sie zuerst Ihre kostenlose Schufa-Datenkopie an, um zu sehen, welche Einträge vorhanden sind. Für den Kreditvergleich können Sie dann den Kreditvergleich von smava nutzen, der mit einer Schufa-neutralen Anfrage die Konditionen vieler Banken gegenüberstellt.
Welche Daten die Schufa speichert
Die Schufa bekommt Informationen vor allem von Unternehmen, bei denen Sie Verträge abschließen, zum Beispiel von Banken, Telekommunikationsunternehmen oder Versandhändlern. Sie nutzt auch öffentliche Register, darunter Schuldnerverzeichnisse und Insolvenzbekanntmachungen. Welche Angaben in Ihrer Auskunft stehen, hängt davon ab, welche Unternehmen der Schufa Daten über Sie gemeldet haben.
| Datenart | Beispiele |
|---|---|
| Angaben zur Person | Name, Geburtsdatum, aktuelle und frühere Anschriften |
| Vertragsdaten | Girokonten, Kreditkarten, Kredite, Leasing- und Mobilfunkverträge |
| Zahlungsinformationen | Zahlungsstörungen, gekündigte Verträge wegen Zahlungsverzugs |
| Öffentliche Informationen | Einträge aus Schuldnerverzeichnissen oder Insolvenzbekanntmachungen |
Nach Angaben der Verbraucherzentrale Bayern speichert die Schufa weder Ihr Einkommen noch Angaben zu Ihrem Arbeitgeber, Familienstand, Guthaben oder Wertpapierdepot. Auch Religion und Herkunft darf sie nicht als Merkmale für die Bonitätsbewertung verwenden.
Hier geht es zum passenden Kredit
Aus den gespeicherten Angaben berechnet die Schufa einen Score. Dieser Wert schätzt ein, wie wahrscheinlich eine Person ihre Rechnungen und anderen Zahlungsverpflichtungen bezahlt. Seit März 2026 führt die Schufa schrittweise einen neuen Score mit Werten zwischen 100 und 999 Punkten ein. Während der Umstellung können Unternehmen noch verschiedene Score-Verfahren nutzen. Die Verbraucherzentrale erklärt die Auskunfts- und Informationsrechte.
Wie lange die Einträge gespeichert bleiben
Wie lange die Schufa einen Eintrag speichert, hängt von der Art des Eintrags ab. Kreditinformationen löscht sie laut Finanztip zur Schufa-Auskunft in der Regel drei Jahre nach der vollständigen Rückzahlung. Anfragen speichert sie meist zwölf Monate. Die genaue Frist können Sie in Ihrer Datenkopie für jeden Eintrag prüfen.
Die Schufa speichert eine erledigte Zahlungsstörung grundsätzlich drei Jahre. Seit 2025 gilt eine kürzere Frist von 18 Monaten, wenn Sie die Forderung innerhalb von 100 Tagen nach der Meldung an die Schufa bezahlt haben und keine weiteren negativen Einträge oder passenden Register- und Insolvenzangaben vorliegen. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, verkürzt sich die Frist laut Finanztip zu den Speicherfristen automatisch.
Eine offene Rechnung führt nicht automatisch zu einem Schufa-Eintrag. Für eine Meldung müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Bei einem möglichen Meldeweg muss die Forderung zum Beispiel unbestritten sein. Außerdem muss das Unternehmen zweimal schriftlich gemahnt haben. Zwischen der ersten Mahnung und der Meldung müssen mindestens vier Wochen liegen, und das Unternehmen muss Sie vorher über die drohende Meldung informieren. Für andere rechtlich vorgesehene Fälle gelten möglicherweise eigene Bedingungen.
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Worauf Banken bei einem Kreditantrag achten
Eine Bank bezieht den Schufa-Score in ihre Kreditprüfung ein. Sie prüft auch Ihre Einnahmen, regelmäßigen Ausgaben und bestehenden Verpflichtungen. Ein bestimmter Schufa-Wert entscheidet deshalb nicht allein darüber, ob die Bank Ihren Kreditantrag annimmt oder ablehnt. Jede Bank legt ihre eigenen Prüfmaßstäbe fest. Die Commerzbank erläutert die Rolle der Schufa bei Krediten.
Eine Anfrage nach Kreditkonditionen dient dazu, Angebote zu vergleichen. Nach Angaben der Schufa fließt sie nicht in die Score-Berechnung ein. Wenn Sie Angebote über ein Portal wie smava vergleichen, achten Sie darauf, dass das Portal zunächst eine schufaneutrale Konditionsanfrage stellt. Diese Anfrage ist unverbindlich. Eine konkrete Kreditanfrage stellen Sie erst später, wenn Sie sich für ein Angebot entschieden haben.
Rechenbeispiel: So wirkt sich eine Kreditrate auf Ihr Budget aus
Ihre Kreditrate und die Gesamtkosten hängen unter anderem von Ihrer Bonität und den Vertragsbedingungen ab. Auch die Bank spielt dabei eine Rolle. Prüfen Sie im Kreditangebot den effektiven Jahreszins und die Gesamtkosten. Überlegen Sie auch, ob Ihnen nach Miete, Lebenshaltungskosten und anderen Raten genug Geld für eine weitere Kreditrate bleibt.
Typische Fehler bei der Schufa-Auskunft
Nicht jede unbezahlte Rechnung führt sofort zu einem negativen Eintrag. Für eine Meldung müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Ein Eintrag kann falsch, veraltet oder der falschen Person zugeordnet sein.
Kredit kostenlos und Schufa-neutral anfragen
Die kostenlose Datenkopie nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung ist etwas anderes als eine kostenpflichtige Bonitätsauskunft. Die Datenkopie ist für Sie selbst bestimmt und zeigt, welche Daten die Schufa über Sie verarbeitet. Eine Bonitätsauskunft können Sie zum Beispiel einem Vermieter vorlegen. Die Schufa beschreibt die Möglichkeiten zur kostenlosen Auskunft und Bonitätsauskunft.
Sie können die Datenkopie bei der Schufa beantragen und Ihre gespeicherten Angaben regelmäßig prüfen. Die Datenschutz-Grundverordnung legt keine feste Höchstzahl für Anfragen pro Jahr fest. Bei sehr häufigen Anfragen darf die Schufa unter bestimmten Umständen ein Entgelt verlangen oder eine Anfrage ablehnen. Schicken Sie nicht ungefragt eine Ausweiskopie mit. Wenn die Schufa damit Ihre Identität klären muss, schwärzen Sie alle Angaben, die dafür nicht nötig sind.
Was Sie bei falschen Daten tun können
Prüfen Sie in der Datenkopie zuerst Ihre Namen und Anschriften sowie die aufgeführten Verträge, offenen Forderungen und Erledigungsdaten. Ist ein Eintrag falsch oder darf er nicht mehr gespeichert werden, schreiben Sie an die Schufa und nennen Sie genau, um welchen Eintrag es geht. Legen Sie passende Nachweise bei, zum Beispiel eine Bestätigung über die vollständige Zahlung.
Während die Schufa einen strittigen Eintrag prüft, muss sie die Nutzung der betreffenden Daten einschränken. Melden Sie den Fehler auch dem Unternehmen, das die Information an die Schufa übermittelt hat. Dieses Unternehmen kann die Korrektur oder Löschung veranlassen. Bleibt der Streit bestehen, können Sie das Ombudsverfahren der Schufa nutzen oder sich an die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde wenden.
FAQ
Kann ich kostenlos sehen, was die Schufa über mich gespeichert hat?
Ja. Sie können eine kostenlose Datenkopie nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung beantragen. Achten Sie darauf, die Datenkopie auszuwählen und sie nicht mit einer kostenpflichtigen Bonitätsauskunft zu verwechseln.
Speichert die Schufa mein Einkommen oder meinen Kontostand?
Nach Angaben der Verbraucherzentrale Bayern speichert die Schufa weder Ihr Einkommen noch Ihren Kontostand, Ihr Vermögen oder Ihren Arbeitgeber. Ihre Bank kann diese Angaben jedoch im Rahmen eines Kreditantrags selbst prüfen.
Wie lange bleibt ein negativer Eintrag bestehen?
Erledigte Zahlungsstörungen bleiben grundsätzlich drei Jahre gespeichert. Unter bestimmten Voraussetzungen, darunter die Zahlung innerhalb von 100 Tagen nach der Übermittlung und das Fehlen weiterer relevanter Negativdaten, gilt eine verkürzte Frist von 18 Monaten.
Verschlechtert eine Kreditanfrage meinen Score?
Eine Anfrage nach Kreditkonditionen fließt laut Schufa nicht in die Score-Berechnung ein. Achten Sie bei einem Kreditvergleich darauf, dass zunächst eine Konditionsanfrage und nicht bereits eine konkrete Kreditanfrage gestellt wird.
Kernaussagen
- Prüfen Sie die Datenkopie: Sie zeigt, welche persönlichen, vertraglichen und zahlungsbezogenen Angaben die Schufa über Sie führt.
- Unterscheiden Sie die Fristen: Die Schufa speichert erledigte Zahlungsstörungen grundsätzlich drei Jahre; unter festgelegten Bedingungen gilt eine Frist von 18 Monaten.
- Korrigieren Sie Fehler schriftlich: Benennen Sie den Eintrag genau und fügen Sie passende Nachweise bei.
- Vergleichen Sie Kredite schufaneutral: Achten Sie im ersten Vergleichsschritt auf eine Konditionsanfrage statt einer konkreten Kreditanfrage.