Dieser Artikel hilft Menschen in Deutschland, die einen befristeten Arbeitsvertrag haben und trotzdem einen Kredit brauchen, zum Beispiel für eine neue Waschmaschine, eine Autoreparatur oder eine unerwartete Nachzahlung. Ein befristeter Arbeitsvertrag hat ein festes Enddatum. Die Bank sieht darin ein höheres Risiko, weil Ihr Einkommen nach Ablauf des Vertrags nicht sicher ist. Deshalb prüft sie Ihre Bonität genauer als bei einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. Bonität bedeutet, wie gut Sie den Kredit zurückzahlen können.
Ein Kredit ist mit befristetem Job nicht ausgeschlossen. Wer aber Fehler macht, bekommt entweder keine Zusage oder einen teuren Vertrag, der die finanzielle Lage verschlechtert. Die wichtigsten Fehler sind: mehrere Kreditanfragen gleichzeitig stellen, die Befristung verschweigen, eine Laufzeit wählen, die länger ist als die Restlaufzeit des Vertrags, und aus Zeitdruck das erste Angebot unterschreiben. Wer diese Fehler vermeidet, die richtigen Unterlagen vorlegt und die Laufzeit passend wählt, hat gute Chancen auf einen fairen Vertrag.
Warum die Befristung die Kreditentscheidung verändert
Die Bank prüft bei jedem Kreditantrag, ob Sie die Raten bis zum Ende der Laufzeit zahlen können. Dafür rechnet sie Ihr regelmäßiges Einkommen gegen Ihre laufenden Ausgaben. Bei einem befristeten Vertrag zählt nicht nur die Höhe des Gehalts, sondern auch die Restlaufzeit. Endet der Vertrag in sechs Monaten und soll der Kredit über fünf Jahre laufen, fehlt der Bank die Sicherheit, dass das Einkommen über die gesamte Laufzeit fließt. Viele Institute lehnen dann ab oder verlangen einen Bürgen.
Die Werbung der Banken nennt das knapp mit dem Zusatz „Bonität vorausgesetzt“. Ein Beispiel: Die TARGOBANK nennt für Ratenkredite einen effektiven Jahreszins, der je nach Bonität variiert.
Der niedrige Zins gilt nur für Kreditnehmer mit sehr guter Bonität. Bei befristeter Anstellung fällt das Angebot häufig höher aus, oder die Bank verlangt zusätzliche Sicherheiten.
Welche Unterlagen die Bank sehen will, ist bei befristeten Verträgen weitgehend gleich: Personalausweis, die letzten drei Gehaltsabrechnungen, den Arbeitsvertrag mit dem Enddatum und oft Kontoauszüge der letzten Monate. Manche Banken akzeptieren zusätzlich eine Bestätigung des Arbeitgebers, dass eine Verlängerung geplant ist. Eine solche Bestätigung verbessert Ihre Position, weil sie die Unsicherheit über das Einkommen verringert.
Beantragen Sie den Kredit, solange die Restlaufzeit des Vertrags noch lang ist. Ein Vertrag, der in zwei Monaten endet, ist ein schlechter Zeitpunkt. Warten Sie im Zweifel auf die Verlängerung oder den neuen Vertrag.
Die häufigsten Fehler und die bessere Alternative
Der größte Fehler ist, mehrere Kreditanfragen gleichzeitig zu stellen. Jede echte Anfrage bei einer Bank wird in Ihrer Schufa-Auskunft vermerkt. Mehrere Anfragen in kurzer Zeit lassen Sie riskanter erscheinen, und die Banken bieten dann schlechtere Konditionen oder lehnen ab. Vergleichen Sie zuerst die Angebote und stellen Sie erst dann einen Antrag, wenn Sie ein passendes Angebot gefunden haben. Eine eigene Datenkopie bei der SCHUFA anzufordern, kostet nichts und senkt Ihren Score nicht.
Ein zweiter Fehler ist, die Befristung im Antrag zu verschweigen. Die Bank prüft Ihre Beschäftigung über die Gehaltsabrechnungen und den Arbeitgeber. Fällt die falsche Angabe auf, lehnt die Bank ab, und der Eintrag der Anfrage bleibt trotzdem bestehen. Ehrlichkeit ist hier die Grundlage für ein belastbares Angebot.
Ein dritter Fehler ist, die Kreditlaufzeit länger zu wählen als die Restlaufzeit des Arbeitsvertrags. Die Rate muss auch dann bezahlbar sein, wenn der Vertrag nicht verlängert wird. Rechnen Sie mit dem Einkommen, das Sie sicher haben, nicht mit dem, das Sie erhoffen. Eine kürzere Laufzeit bedeutet höhere Raten, aber weniger Risiko.
Ein vierter Fehler ist, aus Zeitdruck das erste Angebot zu unterschreiben. Vergleichen Sie den effektiven Jahreszins, nicht den Sollzins. Der effektive Jahreszins enthält alle Kosten und macht Angebote vergleichbar.
Achten Sie außerdem auf Sondertilgungsmöglichkeiten: Manche Anbieter erlauben kostenlose Sonderzahlungen, etwa bis zu einem bestimmten Prozentsatz des Kapitalsaldos alle zwölf Monate, oder das Aussetzen einer Rate pro Jahr. Sonderzahlungen bauen den Kredit schneller ab, wenn das Geld später doch da ist.
Ein fünfter Fehler ist, sich eine teure Restschuldversicherung aufdrängen zu lassen. Diese Versicherung soll die Raten bei Arbeitslosigkeit oder Krankheit absichern, kostet aber Geld und ist freiwillig. Verlangen Sie ein Angebot ohne Versicherung und vergleichen Sie die Konditionen.
Ein sechster Fehler ist, auf Angebote zu setzen, die einen Kredit ohne Bonitätsprüfung versprechen. Seriöse Banken prüfen immer. Angebote ohne Prüfung kommen meist von ausländischen Anbietern oder Vermittlern, verlangen Vorabgebühren und haben extrem hohe Zinsen. Wer vor der Auszahlung Geld zahlen soll, sollte den Kontakt sofort abbrechen.
| Fehler | Bessere Alternative |
|---|---|
| Mehrere Anträge gleichzeitig stellen | Erst vergleichen, dann einen Antrag stellen |
| Befristung verschweigen | Arbeitsvertrag und Gehaltsabrechnungen offen vorlegen |
| Laufzeit länger als Restlaufzeit | Laufzeit an die Vertragsdauer anpassen |
| Erstes Angebot unterschreiben | Effektiven Jahreszins und Gesamtbetrag vergleichen |
| Restschuldversicherung mitnehmen | Angebot ohne Versicherung verlangen |
| Kredit ohne Bonitätsprüfung | Nur bei seriösen Banken mit Prüfung abschließen |
Was Sie vor der Unterschrift prüfen sollten
Bevor Sie einen Kreditvertrag unterschreiben, prüfen Sie die Pflichtangaben, die die Bank Ihnen vorab geben muss. Dazu gehören der Nettodarlehensbetrag, der Sollzinssatz, der effektive Jahreszins, die Anzahl der Raten, die Höhe der monatlichen Rate und der Gesamtbetrag, den Sie am Ende zurückzahlen. Der Gesamtbetrag ist die entscheidende Zahl: Er zeigt, was der Kredit wirklich kostet.

Nach der Unterschrift haben Sie eine gesetzliche Frist, den Vertrag ohne Begründung zu widerrufen. Die Frist beginnt, sobald Sie den Vertrag und alle Pflichtangaben erhalten haben. Nutzen Sie diese Zeit, um das Angebot in Ruhe zu prüfen. Bearbeitungsgebühren, die früher üblich waren, hat der Bundesgerichtshof für Verbraucherdarlehen für unzulässig erklärt. Wenn eine Bank eine solche Gebühr verlangt, ist das ein Warnsignal.
Wenn die Bank Ihre Bonität geprüft hat, haben Sie das Recht, das Ergebnis der Auskunft kostenlos zu verlangen. Zusätzlich können Sie bei der SCHUFA einmal im Jahr kostenlos eine Kopie Ihrer gespeicherten Daten anfordern. Prüfen Sie, ob die Einträge stimmen, und lassen Sie falsche Einträge korrigieren.
Achten Sie auch auf die Möglichkeit, den Kredit vorzeitig abzulösen. Das ist jederzeit erlaubt, die Bank kann dafür eine begrenzte Entschädigung verlangen. Wenn Sie mit einem Bonus oder einer Gehaltserhöhung rechnen, kann eine Sondertilgungsoption den Kredit deutlich verbilligen.
Wann Beratung oder amtliche Hilfe sinnvoll ist
Ein Kredit ist nicht die einzige Lösung, und manchmal ist er die falsche. Wenn Sie den Kredit brauchen, um andere Schulden abzuzahlen, oder wenn die Raten zusammen mit den laufenden Ausgaben kaum noch Spielraum lassen, suchen Sie vorher eine kostenlose Schuldnerberatung auf. Die Beratungsstellen der Caritas, der Diakonie und vieler Kommunen beraten kostenlos und vertraulich. Auch die Verbraucherzentralen helfen bei Fragen zu Kreditverträgen und prüfen, ob ein Angebot fair ist.
Bevor Sie einen teuren Kredit aufnehmen, lohnt sich der Blick auf günstigere Alternativen. Ein Gehaltsvorschuss vom Arbeitgeber ist oft zinsfrei. Ein Ratenkauf beim Händler kann günstiger sein als ein Barkredit, wenn der effektive Jahreszins niedriger ist. Und wenn Sie Anspruch auf Wohngeld, Bürgergeld oder andere Leistungen haben, klären Sie das vorher, denn ein Kredit kann diese Ansprüche nicht ersetzen.
Wenn die Schulden bereits so hoch sind, dass Sie die Raten nicht mehr zahlen können, ist ein neuer Kredit die falsche Antwort. Dann hilft eine Schuldnerberatung, die mit den Gläubigern verhandelt und im Ernstfall eine Verbraucherinsolvenz vorbereitet. Das klingt drastisch, ist aber der Weg, der eine Überschuldung beendet, statt sie zu verlängern.
Kernaussagen
- Erst vergleichen, dann beantragen: Jede echte Kreditanfrage wird bei der SCHUFA vermerkt; mehrere Anfragen in kurzer Zeit verschlechtern Ihre Konditionen.
- Laufzeit an die Restlaufzeit des Vertrags anpassen: Die Rate muss auch dann tragbar sein, wenn der befristete Vertrag nicht verlängert wird.
- Die Befristung nicht verschweigen: Die Bank prüft die Beschäftigung; falsche Angaben führen zur Ablehnung und belasten die Auskunft.
- Den effektiven Jahreszins und den Gesamtbetrag vergleichen: Der Sollzins allein sagt nichts über die tatsächliche Belastung.
- Bei Überschuldung keine neuen Kredite aufnehmen: Kostenlose Schuldnerberatung und Verbraucherzentralen helfen früher und günstiger als ein Notkredit.
FAQ
Kann ich mit einem befristeten Arbeitsvertrag überhaupt einen Kredit bekommen?
Ja, das ist möglich. Die Bank entscheidet anhand der Restlaufzeit des Vertrags, der Höhe Ihres Einkommens und Ihrer Ausgaben. Je länger der Vertrag noch läuft und je niedriger die gewünschte Rate, desto besser sind Ihre Chancen.
Wie viele Kreditanfragen kann ich stellen, ohne die Schufa zu belasten?
Jede echte Kreditanfrage wird vermerkt. Mehrere Anfragen in kurzer Zeit können Ihren Score senken. Stellen Sie daher nur einen Antrag, nachdem Sie die Angebote verglichen haben. Eine eigene Datenkopie bei der SCHUFA anzufordern, kostet nichts und hat keinen Einfluss auf den Score.
Soll ich die Befristung im Kreditantrag verschweigen?
Nein. Die Bank prüft Ihre Beschäftigung über Gehaltsabrechnungen und Arbeitgeberangaben. Eine falsche Angabe führt zur Ablehnung und kann spätere Anträge erschweren. Legen Sie den Arbeitsvertrag offen und fragen Sie, ob eine Bestätigung des Arbeitgebers über eine geplante Verlängerung hilft.
Was mache ich, wenn die Bank den Kredit ablehnt?
Fragen Sie nach dem Grund und verlangen Sie das Ergebnis der Bonitätsauskunft kostenlos. Prüfen Sie, ob die Daten stimmen, und lassen Sie falsche Einträge korrigieren. Danach können Sie die Kreditsumme verkleinern, die Laufzeit verkürzen oder einen Bürgen anbieten.
Sind Angebote ohne Bonitätsprüfung eine Option?
In der Regel nicht. Seriöse Banken prüfen immer die Bonität. Angebote, die darauf verzichten, stammen meist von ausländischen Anbietern oder Vermittlern, verlangen Vorabgebühren und haben extrem hohe Zinsen. Wer vor der Auszahlung Geld zahlen soll, sollte den Kontakt abbrechen.