Sie haben einen Kredit beantragt, vielleicht bei mehreren Banken. Plötzlich lehnt ein Anbieter ab oder nennt deutlich schlechtere Konditionen als beworben. Sie vermuten, dass die Kreditanfrage Ihren SCHUFA-Score belastet hat. Als privater Verbraucher in Deutschland möchten Sie wissen, welche Fehler Sie vermeiden sollten, bevor Sie den nächsten Schritt tun.
Die SCHUFA ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen, keine Behörde. Sie erhält ihre Informationen hauptsächlich über ihre Vertragspartner aus der Wirtschaft, also Banken, Mobilfunkanbieter und andere Unternehmen, und berechnet daraus einen Score. Der Score gibt an, wie wahrscheinlich Sie Ihre Zahlungen wie vereinbart leisten, und Banken nutzen ihn, um zu entscheiden, ob und zu welchen Konditionen sie einen Kredit vergeben. Auch bei Mietverträgen oder Mobilfunkverträgen spielt der Score eine Rolle.
Eine einzelne Kreditanfrage ruiniert den Score nicht. Die Probleme entstehen durch typische Fehler rund um die Anfrage: Sie beantragen mehrere Kredite gleichzeitig, prüfen Ihre gespeicherten Daten nicht vorher oder reagieren nach einer Ablehnung falsch. Diese Fehler lassen sich vermeiden. Wenn der Score bereits belastet ist, gibt es konkrete Schritte, um die Lage zu klären.
Warum eine Kreditanfrage den Score überhaupt belastet
Der Score der SCHUFA basiert auf gespeicherten Informationen zu Ihrem Zahlungsverhalten. Dazu gehören laufende Kredite, Verträge und Zahlungsstörungen. Eine einzelne Kreditanfrage wirkt sich deutlich weniger stark aus als viele Anfragen in kurzer Zeit. Problematisch wird es, wenn innerhalb weniger Wochen mehrere Anfragen eingehen. Scoring-Modelle werten das als Zeichen für finanzielle Anspannung, weil Menschen in Geldnot typischerweise bei mehreren Banken gleichzeitig anfragen.
Wichtig ist der Unterschied zwischen zwei Arten von Anfragen:
| Anfrageart | Hinterlässt eine Spur für Banken? | Wofür geeignet? |
|---|---|---|
| Kreditanfrage, wenn Sie bei einer Bank einen Kredit beantragen | Ja | Wenn Sie tatsächlich einen Kredit abschließen wollen |
| Bonitätsauskunft oder Selbstauskunft, mit der Sie Ihre eigenen Daten prüfen | Nein | Um Ihre gespeicherten Daten zu kontrollieren |
Nutzen Sie die zweite Variante, bevor Sie einen Antrag stellen. Sie belastet den Score nicht und gibt Ihnen Klarheit über Ihre Ausgangslage.
Beachten Sie außerdem: Die SCHUFA ist nicht die einzige Auskunftei in Deutschland. Auch Creditreform Boniversum und CRIFBürgel sammeln Daten und berechnen Scores. Eine Kreditanfrage kann also an mehreren Stellen Spuren hinterlassen. Wenn Sie Ihre Lage vollständig prüfen wollen, fordern Sie Ihre Daten bei allen relevanten Auskunfteien an.
Die häufigsten Fehler vor und während der Kreditanfrage
Mehrere Kredite gleichzeitig beantragen
Der klassische Fehler: Sie vergleichen Angebote, stellen aber bei drei oder vier Banken gleichzeitig einen Antrag, statt nur zu vergleichen. Jede dieser Anfragen landet in Ihrer Akte. Informieren Sie sich vorher über Zinssätze und Konditionen, ohne einen Antrag zu stellen, und fragen Sie nur bei einer Bank ernsthaft an. Wenn Sie unsicher sind, welche Bank realistisch ist, fragen Sie vorab, ob eine Prüfung Ihrer Daten ohne Kreditanfrage möglich ist.
Die gespeicherten Daten nicht vorher prüfen
Bevor Sie einen Kredit beantragen, sollten Sie wissen, was über Sie gespeichert ist. Falsche Einträge verfälschen die Bewertung. Sie können dazu führen, dass Sie abgelehnt werden oder schlechtere Konditionen erhalten. Sie haben das Recht, bei der SCHUFA abzufragen, welche Daten gespeichert sind, und sich gegen falsche Einträge zu wehren. Die Verbraucherzentrale erklärt, wie Sie bei einem Schufa-Eintrag vorgehen. Diese Prüfung kostet keine Kreditanfrage und belastet den Score nicht.
Einen Kredit beantragen, der gar nicht nötig ist
Manche Menschen beantragen einen Kredit nur, um zu testen, ob sie einen bekommen würden, und hinterlassen damit eine Anfrage in der Akte, ohne einen Nutzen daraus zu ziehen. Auch ein Kredit, den Sie nur wegen eines günstigen Angebots aufnehmen, erhöht Ihre monatlichen Verpflichtungen und kann den Score belasten. Fragen Sie sich vor jeder Anfrage, ob der Kredit wirklich notwendig ist.
Nach einer Ablehnung sofort weiterzusuchen
Wenn Sie nach einer Ablehnung sofort bei der nächsten Bank anfragen, verschärfen Sie das Problem. Jede weitere Anfrage erhöht die Zahl der Anfragen in kurzer Zeit und bestätigt das Bild finanzieller Anspannung. Klären Sie zuerst, warum die Bank abgelehnt hat. Oft nennt die Bank den Grund, etwa fehlende Bonität oder unvollständige Unterlagen. Erst wenn Sie die Ursache kennen, sollten Sie über einen neuen Antrag nachdenken.
Einen Vermittler beauftragen, der mehrere Banken anfragt
Kreditvermittler versprechen oft, mehrere Banken gleichzeitig zu prüfen. Das klingt praktisch, bedeutet aber, dass mehrere Anfragen in Ihrer Akte landen. Fragen Sie vorher genau, wie der Vermittler vorgeht und ob er nur eine Bank anfragt oder mehrere. Wenn Sie selbst vergleichen möchten, nutzen Sie Vergleichsportale mit unverbindlicher Prüfung und achten Sie darauf, dass dabei keine Kreditanfrage ausgelöst wird.
Was Sie tun können, wenn der Score bereits belastet ist
Wenn die Anfragen schon in Ihrer Akte stehen, hilft es nicht, weiterzuantragen. Gehen Sie stattdessen systematisch vor.
Fordern Sie zuerst eine Datenkopie bei der SCHUFA und den anderen Auskunfteien an. Nach der Datenschutz-Grundverordnung haben Sie das Recht, kostenlos zu erfahren, welche Daten über Sie gespeichert sind. Prüfen Sie jeden Eintrag: Stimmen die Verträge, die Adressen, die Zahlungsinformationen? Die SCHUFA speichert nicht alle Daten und nicht auf Dauer. Manche Einträge verschwinden nach einer gewissen Zeit von selbst. Nicht jede Information, die ein Unternehmen meldet, ist korrekt.
Wenn Sie einen falschen Eintrag finden, wehren Sie sich schriftlich. Erklären Sie, warum der Eintrag nicht stimmt, und fordern Sie die Korrektur. Die Auskunftei muss den Eintrag prüfen und richtigstellen. Die Verbraucherzentrale rät, bei falschen Einträgen aktiv zu werden und sich nicht abwimmeln zu lassen. Bewahren Sie Belege wie Verträge, Kontoauszüge oder Zahlungsnachweise auf, um Ihre Position zu belegen.
Vermeiden Sie in der Zwischenzeit neue Kreditanfragen. Geben Sie dem Score Zeit, sich zu erholen. Ein einzelner Eintrag verliert mit der Zeit an Bedeutung, wenn keine neuen negativen Ereignisse dazukommen. Nutzen Sie die Wartezeit, um Ihre Finanzen zu ordnen: Zahlen Sie Rechnungen pünktlich, kündigen Sie ungenutzte Verträge und bauen Sie, wenn möglich, Rücklagen auf.
Vorsicht vor Anbietern, die gegen Geld versprechen, Ihre Bonität zu verbessern oder eine Kreditzusage verbindlich zuzusichern. Unseriöse Kreditanbieter verlangen oft Vorabzahlungen oder locken mit Zusagen, die sie nicht halten können. Seriöse Auskunfteien verlangen für die Datenkopie kein Geld, und seriöse Banken verlangen keine Vorabgebühren für die Bearbeitung eines Antrags.
Wann Beratung oder amtliche Hilfe sinnvoll ist
Sie müssen die Situation nicht allein bewältigen. Wenn Sie unsicher sind, ob ein Eintrag korrekt ist, oder wenn eine Bank Sie ablehnt und Sie den Grund nicht nachvollziehen können, hilft die Verbraucherzentrale weiter. Sie berät zu Schufa-Einträgen, Kreditverträgen und den Rechten von Verbrauchern.
Wenn nicht einzelne Anfragen, sondern Schulden die Ursache für den schlechten Score sind, ist eine Schuldnerberatung der richtige Ansprechpartner. Sie bietet in vielen Städten kostenlose oder kostengünstige Hilfe bei der Ordnung der Finanzen, bei Verhandlungen mit Gläubigern und bei der Frage, ob eine Insolvenz in Frage kommt.
Ein Sonderfall ist Betrug: Wenn jemand in Ihrem Namen einen Kredit beantragt hat, müssen Sie das zur Anzeige bringen und die betroffenen Unternehmen informieren. [Die Verbraucherzentrale fordert besseren Schutz bei Online-Krediten, weil Betrugsfälle dort zunehmen
](https://www.vzbv.de/pressemitteilungen/kreditbetrug-verbraucherzentrale-fuer-besseren-schutz-bei-online-krediten). Je schneller Sie handeln, desto eher lassen sich falsche Einträge verhindern oder korrigieren.
Kernaussagen
- Vor der Anfrage prüfen: Bevor Sie einen Kredit beantragen, fordern Sie zuerst eine kostenlose Datenkopie bei der SCHUFA und anderen Auskunfteien an. Falsche Einträge verfälschen den Score und lassen sich nur korrigieren, wenn Sie sie kennen.
- Nur einmal anfragen: Stellen Sie nicht bei mehreren Banken gleichzeitig Anträge. Jede Kreditanfrage hinterlässt eine Spur, und viele Anfragen in kurzer Zeit werten Modelle als Zeichen finanzieller Anspannung.
- Nach einer Ablehnung nicht sofort neu beantragen: Klären Sie zuerst den Ablehnungsgrund und warten Sie ab. Weitere Anfragen verschlechtern die Lage, während eine Pause dem Score Zeit zur Erholung gibt.
- Falsche Einträge schriftlich korrigieren lassen: Wehren Sie sich gegen unrichtige Daten mit Belegen. Die SCHUFA speichert nicht alle Daten und nicht auf Dauer, aber Sie müssen aktiv werden.
- Hilfe holen statt zahlen: Bei Unsicherheit berät die Verbraucherzentrale, bei Schulden die Schuldnerberatung. Angebote, die gegen Geld eine bessere Bonität versprechen, sind unseriös.
FAQ
Belastet jede Kreditanfrage meinen SCHUFA-Score?
Eine einzelne Anfrage ist normal und führt nicht automatisch zu einem schlechten Score. Problematisch wird es, wenn innerhalb kurzer Zeit viele Anfragen eingehen oder wenn zusätzlich negative Einträge wie Zahlungsstörungen vorliegen. Die SCHUFA speichert nicht alle Daten und nicht auf Dauer, sodass auch Anfragen mit der Zeit an Bedeutung verlieren.
Wie erfahre ich, welche Daten die SCHUFA über mich gespeichert hat?
Sie haben das Recht, eine kostenlose Datenkopie anzufordern. Die SCHUFA und andere Auskunfteien wie Creditreform Boniversum und CRIFBürgel müssen Ihnen mitteilen, welche Daten sie gespeichert haben. Prüfen Sie die Einträge sorgfältig, denn diese Prüfung selbst belastet Ihren Score nicht.
Kann ich einen falschen Schufa-Eintrag korrigieren lassen?
Ja, Sie können sich schriftlich gegen einen falschen Eintrag wehren und die Korrektur verlangen. Sammeln Sie Belege wie Verträge oder Zahlungsnachweise, die Ihre Angaben stützen. Die Verbraucherzentrale beschreibt das Vorgehen im Detail.
Wie lange bleibt eine Kreditanfrage in meiner Akte?
Eine genaue Frist lässt sich pauschal nicht nennen, weil die Speicherdauer von der Art des Eintrags und der Auskunftei abhängt. Die SCHUFA speichert nicht alle Daten und nicht auf Dauer. Entscheidend ist, dass Sie in der Zwischenzeit keine neuen negativen Einträge verursachen, damit der Eintrag mit der Zeit an Gewicht verliert.
Was mache ich, wenn ich nach einer Ablehnung trotzdem einen Kredit brauche?
Warten Sie, klären Sie den Ablehnungsgrund und prüfen Sie Ihre gespeicherten Daten. Wenn ein falscher Eintrag die Ablehnung verursacht hat, lassen Sie ihn korrigieren, bevor Sie einen neuen Antrag stellen. Wenn Schulden die Ursache sind, suchen Sie frühzeitig eine Schuldnerberatung auf, statt weitere Kreditanfragen zu riskieren.