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Welche Kosten und Fristen zählen, wenn ein Umschuldungsangebot lockt

Dieser Artikel richtet sich an alle, die in Deutschland einen laufenden Ratenkredit, einen Dispokredit oder mehrere kleine Kredite haben und ein Angebot zur Umschuldung prüfen. Eine Umschuldung bedeutet, dass Sie einen bestehenden Kredit durch einen neuen, günstigeren Kredit ablösen.

Der beworbene Zinssatz allein entscheidet nicht. Ob sich der Wechsel lohnt, hängt von der Zinsdifferenz, der Vorfälligkeitsentschädigung, den Gebühren des neuen Kredits und mehreren Fristen ab. Wer diese Punkte vorher durchrechnet, vermeidet, dass der Wechsel teuer wird.

Wann sich die Umschuldung rechnet

Die Grundregel lautet: Eine Umschuldung lohnt sich, wenn die Zinsdifferenz mindestens ein bis zwei Prozentpunkte beträgt. Bei einem Kredit über 10.000 Euro spart ein Prozentpunkt Zins etwa 100 Euro pro Jahr

Balkendiagramm: Bei einer Kreditsumme von 10.000 Euro spart eine Zinsdifferenz von 1 Prozentpunkt etwa 100 Euro pro Jahr, 2 Prozentpunkte etwa 200 Euro und 3 Prozentpunkte etwa 300 Euro. , wie die Verbraucherzentrale Finanzen angibt. Liegt die Differenz darunter, fressen die Wechselkosten die Ersparnis häufig auf.

Besonders deutlich ist der Vorteil beim Dispokredit. Ein Dispo kostet je nach Bank

Balkendiagramm: Dispokredite kosten je nach Bank 10 bis 14 Prozent Zins pro Jahr, Ratenkredite 4 bis 7 Prozent. zwischen 10 und 14 Prozent Zins pro Jahr. Ersetzen Sie ihn durch einen Ratenkredit mit 4 bis 7 Prozent, sparen Sie erheblich

Balkendiagramm: Ein Dispokredit über 4.000 Euro zu 12 Prozent verursacht 480 Euro Zinsen pro Jahr. Ein Ratenkredit kostet bei 7 Prozent 280 Euro und bei 4 Prozent 160 Euro pro Jahr. , und die Umschuldung ist laut Verbraucherzentrale fast immer lohnend. Auch wer mehrere kleine Kredite laufen hat, profitiert oft: Die Zusammenfassung zu einem neuen Kredit ergibt eine einzige Rate statt mehrerer und kann den Gesamtzins senken.

Zwei weitere Umstände sprechen für eine Umschuldung. Wenn sich Ihre Bonität seit dem Abschluss des alten Kredits verbessert hat, etwa durch ein höheres und regelmäßiges Einkommen, erhalten Sie bei der neuen Bank bessere Konditionen. Ebenso lohnt sich der Wechsel, wenn das allgemeine Zinsniveau gesunken ist und Sie den alten Vertrag zu einem höheren Zins abgeschlossen haben.

Eine Umschuldung ist nicht sinnvoll, wenn die Restlaufzeit des alten Kredits unter zwölf Monaten liegt. Die verbleibende Zinsersparnis ist dann zu gering, um die Kosten des Wechsels auszugleichen. Prüfen Sie vor jeder Entscheidung, wie lange der alte Vertrag noch läuft und wie viel Zins Sie in dieser Zeit sparen könnten.

Welche Kosten wirklich zählen

Der wichtigste Kostenpunkt ist die Vorfälligkeitsentschädigung. Das ist die Ausgleichszahlung, die Ihre bisherige Bank verlangt, wenn Sie den Kredit vorzeitig zurückzahlen, weil ihr dadurch geplante Zinseinnahmen entgehen. Bei einem Ratenkredit fällt diese Entschädigung in der Regel geringer aus als bei einer Baufinanzierung, kann aber dennoch mehrere hundert Euro betragen. Banken dürfen die Höhe nicht willkürlich festsetzen, sondern sind gesetzlich begrenzt. Fordern Sie von Ihrer Bank eine schriftliche Ablösungssumme an, die bis zu einem bestimmten Datum gilt, und rechnen Sie diese Summe in Ihre Kalkulation ein.

Die entscheidende Rechnung lautet: Übersteigt die Vorfälligkeitsentschädigung die zu erwartende Zinsersparnis, ist die Umschuldung nicht sinnvoll. Ein Beispiel: Sie sparen durch den neuen Kredit rund 100 Euro Zins pro Jahr, der alte Vertrag läuft noch drei Jahre, die Ersparnis beträgt also ein Vielfaches dieses Jahresbetrags. Verlangt die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung, die unter dieser Ersparnis liegt, bleibt Ihnen ein Vorteil. Verlangt sie mehr, zahlen Sie drauf.

Neben der Vorfälligkeitsentschädigung sollten Sie die Kosten des neuen Kredits prüfen. Dazu zählen Bearbeitungsgebühren, Kontoführungsgebühren und gegebenenfalls eine Restschuldversicherung, die viele Anbieter in den Vertrag einrechnen. Vergleichen Sie nicht nur den Nominalzins, sondern den effektiven Jahreszins, der alle laufenden Kosten enthält. Ein Angebot mit niedrigem Zins, aber hohen Gebühren kann teurer sein als ein Angebot mit etwas höherem Zins und ohne Zusatzkosten.

Welche Fristen Sie einhalten müssen

Drei Fristen bestimmen den Ablauf einer Umschuldung: die Bindung des neuen Angebots, das Widerrufsrecht und die Kündigung des alten Vertrags.

Ein Kreditangebot ist nicht unbegrenzt gültig. Die Bank legt fest, wie lange der Zinssatz verbindlich bleibt, häufig einige Wochen. Diese Angebotsbindung sollten Sie nutzen, um die Ablösungssumme der alten Bank einzuholen und beide Zahlen zu vergleichen. Lassen Sie sich das Angebot schriftlich geben und achten Sie darauf, dass der genannte Zins bis zur Auszahlung gilt.

Nach Abschluss des neuen Kreditvertrags haben Sie als Verbraucher ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen, in denen Sie den Vertrag ohne Angabe von Gründen rückgängig machen können. Die Frist beginnt erst, wenn Sie den Vertrag und die Widerrufsbelehrung erhalten haben. Nutzen Sie diese Zeit, um den Vertrag in Ruhe zu prüfen, statt sofort die alte Bank abzulösen.

Beim alten Kredit gilt: Sie können einen Ratenkredit jederzeit vorzeitig kündigen, müssen dann aber die Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. Eine feste Kündigungsfrist gibt es für Sie als Verbraucher nicht, wohl aber für die Bank: Sie muss Ihnen eine Frist einräumen. Planen Sie den Wechsel so, dass der neue Kredit ausgezahlt ist, bevor die nächste Rate des alten Kredits fällig wird. Die neue Bank überweist die Ablösungssumme in der Regel direkt an die alte Bank, sodass Sie keine Zwischenfinanzierung brauchen. Klären Sie vorher, wie lange die Auszahlung dauert, und stimmen Sie den Termin mit der Fälligkeit Ihrer alten Rate ab.

Welche Unterlagen Sie brauchen und wann Beratung sinnvoll ist

Für die Anfrage bei der neuen Bank benötigen Sie in der Regel den Kreditvertrag des alten Kredits, die aktuelle Restschuld, die Ablösungssumme Ihrer bisherigen Bank sowie Einkommensnachweise der letzten Monate. Die Bank prüft Ihre Bonität und entscheidet auf dieser Grundlage über Zins und Zusage. Fordern Sie die Ablösungssumme frühzeitig an, da die Bank dafür einige Tage Bearbeitungszeit benötigt.

Wenn Sie mehrere Kredite oder einen hohen Dispo haben und den Überblick verlieren, ist eine unabhängige Beratung sinnvoll. Die Verbraucherzentralen bieten kostenpflichtige Kreditberatungen an, in denen Sie Angebote prüfen lassen können. Bei Zahlungsschwierigkeiten, laufenden Mahnungen oder drohender Überschuldung wenden Sie sich an eine anerkannte Schuldnerberatung. Diese Stellen sind kostenlos oder kostengünstig, arbeiten unabhängig von Banken und helfen auch bei der Frage, ob eine Umschuldung der richtige Weg ist oder ob eine andere Lösung wie eine Ratenanpassung oder ein Vergleich besser passt.

Kernaussagen

  • Zinsdifferenz prüfen: Eine Umschuldung lohnt sich erst ab ein bis zwei Prozentpunkten Unterschied; bei 10.000 Euro spart ein Prozentpunkt etwa 100 Euro pro Jahr.
  • Vorfälligkeitsentschädigung einrechnen: Fordern Sie die Ablösungssumme schriftlich an und vergleichen Sie sie mit der Zinsersparnis, sonst zahlen Sie drauf.
  • Restlaufzeit beachten: Liegt die Restlaufzeit des alten Kredits unter zwölf Monaten, lohnt sich der Wechsel in der Regel nicht.
  • Effektiven Jahreszins vergleichen: Nicht der Nominalzins, sondern der effektive Jahreszins inklusive Gebühren entscheidet über die tatsächlichen Kosten.
  • Fristen einhalten: Nutzen Sie die Angebotsbindung für den Vergleich und das 14-tägige Widerrufsrecht für die Prüfung; planen Sie die Auszahlung vor Fälligkeit der alten Rate.

FAQ

Wann lohnt sich eine Umschuldung wirklich?

Eine Umschuldung lohnt sich, wenn die Zinsdifferenz mindestens ein bis zwei Prozentpunkte beträgt und die Vorfälligkeitsentschädigung die Ersparnis nicht übersteigt. Besonders lohnend ist der Wechsel vom Dispokredit zu einem Ratenkredit, da der Zinsunterschied dort meist groß ist.

Was ist eine Vorfälligkeitsentschädigung?

Das ist die Ausgleichszahlung an Ihre bisherige Bank, wenn Sie den Kredit vorzeitig zurückzahlen. Die Bank verlangt sie, weil ihr geplante Zinseinnahmen entgehen. Die Höhe ist gesetzlich begrenzt und bei Ratenkrediten meist geringer als bei Baufinanzierungen.

Wie lange habe ich Zeit, ein Kreditangebot anzunehmen?

Die Angebotsbindung legt die Bank fest und beträgt häufig einige Wochen. Innerhalb dieser Frist sollten Sie die Ablösungssumme der alten Bank einholen und beide Zahlen vergleichen. Nach Vertragsabschluss haben Sie zusätzlich ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen.

Welche Unterlagen brauche ich für die Umschuldung?

In der Regel benötigen Sie den alten Kreditvertrag, die aktuelle Restschuld, die Ablösungssumme Ihrer bisherigen Bank und Einkommensnachweise der letzten Monate. Fordern Sie die Ablösungssumme frühzeitig an, da die Bank dafür Bearbeitungszeit benötigt.

Wann sollte ich eine Schuldnerberatung aufsuchen?

Wenn Sie mehrere Kredite haben, Zahlungen verpassen oder Mahnungen erhalten, ist eine anerkannte Schuldnerberatung sinnvoll. Sie arbeitet unabhängig von Banken, ist kostenlos oder kostengünstig und hilft zu klären, ob eine Umschuldung der richtige Weg ist oder eine andere Lösung besser passt.

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