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Wie Banken den Zins für Ratenkredite berechnen

Wenn Sie einen Ratenkredit vergleichen, entscheidet nicht allein der beworbene Zinssatz darüber, wie teuer er für Sie wird. Die Bank berechnet Ihren persönlichen Zinssatz vor allem nach Ihrer Bonität, also Ihrer Kreditwürdigkeit und Ihrer finanziellen Rückzahlungsfähigkeit, und den Kreditbedingungen. Eine einheitliche Formel, mit der Sie den individuellen Zinssatz selbst berechnen können, gibt es nicht.

Für den Vergleich zählt deshalb der effektive Jahreszins: Er berücksichtigt neben dem Sollzins bestimmte verpflichtende Kreditkosten und Zahlungsbedingungen. Prüfen Sie außerdem den Gesamtbetrag der Rückzahlung und mögliche Zusatzprodukte. Der effektive Jahreszins zeigt nicht unbedingt alle Kosten, die für Sie anfallen.

Wie aus dem Risiko ein Zinssatz wird

Die Bank schätzt ein, ob Sie die Kreditraten voraussichtlich regelmäßig zahlen können. Dafür prüft sie Ihre finanzielle Lage und Ihre bisherige Kreditgeschichte. Ein höher eingeschätztes Ausfallrisiko kann zu einem höheren Zinssatz führen, weil die Bank einen Risikoaufschlag einrechnet. Die genaue Gewichtung der einzelnen Angaben legt jedes Institut selbst fest.

Zu den möglichen Faktoren gehören Ihr SCHUFA-Score und dort gespeicherte Einträge, die Höhe und Regelmäßigkeit Ihres Einkommens sowie Ihre laufenden Ausgaben. Auch bestehende Kredite und Ihr Beschäftigungsverhältnis können in die Einschätzung einfließen. Entscheidend ist dabei nicht nur, ob Sie ein Einkommen haben, sondern auch, welcher Betrag nach Ihren regelmäßigen Ausgaben für die Kreditrate übrig bleibt. Eine Übersicht zu diesen Einflussgrößen bietet der Ratgeber zum Einfluss der Bonität auf einen Kredit.

Auch die Kreditbedingungen spielen eine Rolle. Ein zweckgebundener Autokredit wird häufig mit dem Fahrzeug abgesichert. Weil die Bank dadurch ein zusätzliches Sicherungsmittel hat, kann der Zinssatz niedriger ausfallen als bei einem frei verwendbaren Kredit. Vergleichen Sie solche Angebote aber nur, wenn Sie den Kredit tatsächlich für den angegebenen Zweck einsetzen können.

Die Laufzeit und die Rückzahlungsbedingungen beeinflussen ebenfalls die Kosten. Eine längere Laufzeit verteilt die Rückzahlung auf mehr Monate und führt meist zu höheren gesamten Zinskosten. Vergleichen Sie daher Angebote mit derselben Kreditsumme und Laufzeit, statt nur die Monatsrate gegenüberzustellen.

Warum der effektive Jahreszins wichtiger ist als der Sollzins

Der Sollzins bezeichnet den Zins für das geliehene Geld. Der effektive Jahreszins berücksichtigt zusätzlich bestimmte verpflichtende Kosten und wann und wie der Kredit ausgezahlt und zurückgezahlt wird. Kreditangebote müssen den effektiven Jahreszins ausweisen. Für den Preisvergleich ist er aussagekräftiger als der Sollzins allein.

Ein Beispiel der Verbraucherzentrale zeigt, wie stark die Werte auseinandergehen können:

Angebot Sollzins Effektiver Jahreszins
Bank A 4,9 % 6,1 %
Bank B 5,2 % 5,4 %

Bank A wirkt beim Sollzins günstiger. Durch zusätzliche Kosten liegt ihr effektiver Jahreszins im Beispiel jedoch höher als bei Bank B. Die Zahlen stammen aus einem Beispiel zum Kreditvergleich.

Der effektive Jahreszins erfasst nicht automatisch jede Ausgabe, die Sie rund um den Kredit haben. Eine freiwillige Restschuldversicherung, die im Todesfall oder bei bestimmten Zahlungsausfällen einspringen soll, wird in der Regel separat angeboten. Prüfen Sie, ob die Versicherung tatsächlich freiwillig ist, was sie kostet und ob der Kredit auch ohne sie zu denselben Konditionen erhältlich ist. Vergleichen Sie außerdem den Gesamtbetrag, den Sie inklusive Zusatzprodukten zurückzahlen müssten. Die Verbraucherzentrale warnt vor den Kosten von Restschuldversicherungen.

Der beworbene Zins gilt nicht automatisch für Sie

Anzeigen nennen häufig einen besonders niedrigen Zinssatz, den nicht alle Antragsteller erhalten. Achten Sie deshalb auf den repräsentativen Beispielzins, auch „Zwei-Drittel-Zins“ genannt. Er muss für mindestens zwei Drittel der Kunden gelten, die das beworbene Kreditangebot erhalten. Er ist kein Versprechen für Ihren persönlichen Zinssatz, gibt aber eine bessere Orientierung als der günstigste Werbezins.

Ihren individuellen Zinssatz erfahren Sie erst, wenn die Bank Ihre Angaben geprüft hat. Holen Sie deshalb mehrere Angebote für dieselbe Kreditsumme und Laufzeit ein. Fragen Sie ausdrücklich, ob es sich um eine Konditionsanfrage handelt. Nach Angaben der Verbraucherzentrale bleibt eine solche Anfrage SCHUFA-neutral; eine Kreditanfrage wird dagegen bei der SCHUFA gespeichert.

So prüfen Sie ein Kreditangebot

Vergleichen Sie nicht nur Zinssätze, sondern auch die Nettodarlehenssumme (den Betrag, der Ihnen ausgezahlt wird), die Monatsrate und den Gesamtbetrag der Rückzahlung. Prüfen Sie, ob Gebühren oder Versicherungen zusätzlich berechnet werden und ob Sondertilgungen möglich sind. Sondertilgungen sind zusätzliche Rückzahlungen, mit denen Sie den Kredit schneller zurückzahlen können; sie sind nicht automatisch Teil des ausgewiesenen effektiven Jahreszinses.

Fordern Sie bei mindestens zwei Anbietern Angebote für denselben Kreditbetrag und dieselbe Laufzeit an. Fragen Sie außerdem nach einer Konditionsanfrage und einer Variante ohne freiwillige Zusatzversicherung. Stellen Sie anschließend effektiven Jahreszins, Monatsrate und Gesamtbetrag nebeneinander. So sehen Sie, ob eine niedrigere Rate tatsächlich mit geringeren Gesamtkosten einhergeht.

FAQ

Warum ist mein persönlicher Zinssatz höher als der beworbene?

Der beworbene Zinssatz ist häufig ein Bestzins, den nur ein Teil der Kreditnehmenden erhält. Die Bank prüft Ihre finanzielle Lage und Kreditgeschichte und berechnet danach Ihren persönlichen Zinssatz. Der repräsentative Beispielzins gibt eine realistischere Orientierung, ersetzt aber kein individuelles Angebot.

Welche Angaben sollte ich in zwei Angeboten vergleichen?

Vergleichen Sie effektiven Jahreszins, Nettodarlehenssumme, Monatsrate und Gesamtbetrag der Rückzahlung. Achten Sie außerdem auf Gebühren und Zusatzversicherungen. Die Angebote sollten dieselbe Kreditsumme und Laufzeit zugrunde legen.

Verschlechtert eine Konditionsanfrage meinen SCHUFA-Score?

Laut Verbraucherzentrale ist eine Konditionsanfrage SCHUFA-neutral. Fragen Sie vor dem Absenden nach, ob der Anbieter tatsächlich eine Konditionsanfrage stellt und keine Kreditanfrage.

Muss ich eine Restschuldversicherung abschließen?

Eine freiwillige Restschuldversicherung ist keine Voraussetzung, die Sie ungeprüft akzeptieren sollten. Fragen Sie, ob der Kredit ohne Versicherung zu denselben Konditionen angeboten wird, und vergleichen Sie die zusätzlichen Kosten mit dem möglichen Nutzen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass solche Versicherungen die Kreditkosten deutlich erhöhen können.

Kernaussagen

  • Vergleichen Sie den effektiven Jahreszins: Er berücksichtigt bestimmte verpflichtende Kosten und ist aussagekräftiger als der Sollzins allein.
  • Prüfen Sie den Zwei-Drittel-Zins: Der günstigste Werbezins gilt nicht automatisch für Ihren Kredit.
  • Achten Sie auf Ihre Rückzahlungsfähigkeit: Einkommen, Ausgaben, bestehende Kredite und Kreditgeschichte beeinflussen die Bonitätsprüfung.
  • Rechnen Sie Zusatzprodukte mit ein: Prüfen Sie besonders, ob eine Restschuldversicherung freiwillig ist und wie sie den Gesamtbetrag erhöht.
  • Holen Sie vergleichbare Angebote ein: Fragen Sie mindestens zwei Anbieter für denselben Betrag und dieselbe Laufzeit mit einer Konditionsanfrage an.

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