Wenn das Geld vor dem nächsten Gehalt knapp wird, liegt ein Dispokredit als kurzfristige Überbrückung nahe. Bei einem negativen Schufa-Eintrag entscheidet die Prüfung der Bank über die Zusage: Ein regelmäßiger Gehaltseingang hilft, garantiert aber keinen Kreditrahmen.
Welche Faktoren bei der Entscheidung eine Rolle spielen und was Sie bei einer Ablehnung tun können, lesen Sie hier.
Kurze Antwort
Ja, ein Dispo trotz negativer Schufa ist im Einzelfall möglich, aber viele Banken lehnen ihn ab oder räumen einen kleineren Rahmen ein. Entscheidend sind neben den Schufa-Daten vor allem Ihr Einkommen, Ihre laufenden Ausgaben und die Führung des Girokontos. Eine gesetzlich festgelegte Schufa-Punktzahl, ab der jede Bank einen Dispo bewilligen muss, gibt es nicht. Der Dispo ist zudem teuer: Bei einem Zinssatz von 11,42 Prozent kostet eine Überziehung von 500 Euro für einen Monat rechnerisch rund 4,76 Euro Zinsen.
Welche Regeln für den Dispo gelten
Ein Dispokredit, auch Dispositionskredit genannt, ist ein vereinbarter Kreditrahmen auf dem Girokonto. Sie können Ihr Konto bis zu diesem Betrag überziehen und zahlen Zinsen für den in Anspruch genommenen Betrag. Die Bank entscheidet, ob sie den Rahmen einrichtet und wie hoch er ausfällt.
Bei einem Verbraucherdarlehen muss die Bank die Kreditwürdigkeit prüfen. Dafür darf sie Ihre Angaben und bei Bedarf auch Auskünfte von Stellen wie der Schufa nutzen. Die Regeln zur Kreditwürdigkeitsprüfung im Bürgerlichen Gesetzbuch schreiben keine einheitliche Mindestpunktzahl für einen Dispo vor. Auch ein negativer Eintrag führt deshalb nicht automatisch bei jeder Bank zur gleichen Entscheidung.
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Ein geduldeter Überziehungsbetrag ist etwas anderes als ein vereinbarter Dispo: Die Bank erlaubt dabei eine Überziehung über den eingeräumten Rahmen hinaus oder ohne vereinbarten Kreditrahmen. Sie muss diese Überziehung nicht zulassen. Die Verbraucherzentrale zu Überziehungen und Bankgebühren weist darauf hin, dass Banken solche Entscheidungen teilweise automatisiert, teilweise im Einzelfall treffen.
Worauf die Bank bei Ihrem Antrag achtet
Die Bank prüft, ob Ihr Einkommen voraussichtlich reicht, um den genutzten Dispo zurückzuzahlen. Die Bank betrachtet regelmäßige Geldeingänge und feste Ausgaben. Sie bezieht auch weitere Kreditverpflichtungen ein. Auch wie Sie Ihr Girokonto nutzen und um welche Art von Schufa-Eintrag es geht, kann eine Rolle spielen. Ein regelmäßiges Gehalt verbessert die Ausgangslage, gleicht aber eine untragbare finanzielle Belastung nicht aus.
Prüfen Sie vor einem Antrag, ob Ihr Schufa-Eintrag sachlich richtig und noch aktuell ist. Prüfen Sie auch Ihre Kontoauszüge: Häufige Rücklastschriften können bei der Prüfung relevant sein. Auch ein dauerhaft ausgeschöpfter Dispo oder andere regelmäßige Abbuchungen können eine Rolle spielen. Die Bank muss Ihre Kreditwürdigkeit als Ganzes beurteilen. Ein einzelner Wert führt nicht bei jeder Bank automatisch zur gleichen Entscheidung.
Rechenbeispiel: Was 500 Euro Dispo kosten
Die folgende Rechnung verwendet einen Zinssatz von 11,42 Prozent pro Jahr als Beispielwert. Ein Vergleichsportal nennt diesen Wert als Durchschnitt für Dispozinsen; Ihr persönlicher Zinssatz steht im Kreditvertrag oder im Preis- und Leistungsverzeichnis Ihrer Bank. Banken setzen unterschiedliche Zinssätze fest.
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| Überzogener Betrag | Zeitraum | Beispielzins pro Jahr | Zinsen ungefähr |
|---|---|---|---|
| 500 Euro | 1 Monat | 11,42 Prozent | 4,76 Euro |
Die Rechnung lautet: 500 Euro × 11,42 Prozent × 1/12. Der Betrag ist eine Näherung, denn Banken berechnen Zinsen nach den vertraglichen Bedingungen und der tatsächlichen Dauer der Überziehung. Die Kostenübersicht zum Überziehen des Girokontos nennt diesen Rechenwert ebenfalls. Prüfen Sie den aktuellen Zinssatz Ihrer Bank, bevor Sie den Dispo nutzen.
Typische Fehler beim Dispo trotz negativer Schufa
Ein regelmäßiger Gehaltseingang ist keine Zusage. Auch wer seit Jahren dasselbe Konto nutzt, hat keinen automatischen Anspruch auf einen Disporahmen. Die Bank entscheidet über den Antrag anhand der Kreditwürdigkeitsprüfung und ihrer eigenen Vergaberegeln.
Verwechseln Sie außerdem den Dispo nicht mit einer geduldeten Überziehung. Wenn die Bank eine Zahlung trotz fehlender Deckung annimmt, bedeutet das nicht, dass sie auch die nächste Zahlung ausführt. Eine abgelehnte Lastschrift kann zusätzliche Kosten auslösen.
Ein weiterer Fehler ist, den Dispo dauerhaft auszuschöpfen. Er ist als kurzfristige Überbrückung gedacht und kann bei längerer Nutzung teuer werden. Wenn Sie laufende Ausgaben nur noch durch Überziehungen bezahlen, rechnen Sie Ihr monatliches Budget neu durch, bevor Sie einen weiteren Kredit aufnehmen.
Was Sie tun können, wenn die Bank ablehnt
Fragen Sie die Bank, welche Angaben für ihre Entscheidung wichtig waren. Prüfen Sie anschließend Ihre Schufa-Daten und lassen Sie unrichtige Einträge berichtigen. Wenn Ihr Einkommen gestiegen ist oder sich Ihre Ausgaben verringert haben, können Sie der Bank aktuelle Nachweise vorlegen und um eine erneute Prüfung bitten. Eine Zusage ist damit nicht sicher.
Falls Sie einen größeren Betrag länger zurückzahlen müssen, vergleichen Sie einen Ratenkredit mit dem Dispo. Bei einem Vergleichsportal wie smava können Sie nach einer Konditionsanfrage suchen: Dabei wird zunächst geprüft, welche Konditionen für Sie infrage kommen, ohne dass die Anfrage als verbindlicher Kreditantrag behandelt wird. Achten Sie vor dem Absenden darauf, dass tatsächlich eine schufaneutrale Konditionsanfrage gestellt wird. Ein späterer Kreditantrag ist ein eigener Schritt und das vorläufige Angebot kann sich nach Prüfung Ihrer Unterlagen ändern. Die Erläuterung zu Schufa-Anfragen erklärt den Unterschied zwischen Konditionsanfrage und Kreditanfrage.
Wenn Sie ein Konto brauchen, aber keinen Dispo bekommen, ist ein Konto auf Guthabenbasis eine mögliche Alternative. Ein Basiskonto bietet grundlegende Zahlungsfunktionen, aber keinen Kreditrahmen. Die Verbraucherzentrale erklärt die Unterschiede bei Giro- und Basiskonten; Gebühren und Kontofunktionen können Sie außerdem im BaFin-Kontenvergleich vergleichen.
Kernaussagen
- Rechnen Sie mit einer Einzelfallentscheidung: Auch mit einem negativen Schufa-Eintrag kann die Bank einen Dispo bewilligen. Sie ist dazu jedoch nicht verpflichtet.
- Prüfen Sie Ihre Daten und Ihr Budget: Korrigieren Sie falsche Schufa-Angaben und berücksichtigen Sie Einkommen, feste Ausgaben sowie bestehende Schulden.
- Vergleichen Sie die Kosten: Der Zinssatz steht im Vertrag oder Preisverzeichnis; bei 500 Euro und 11,42 Prozent Jahreszins ergeben sich für einen Monat ungefähr 4,76 Euro.
- Vermeiden Sie Dauerüberziehungen: Wenn Sie den Dispo regelmäßig ausschöpfen, prüfen Sie einen Ratenkredit oder ein Konto auf Guthabenbasis.
FAQ
Bekomme ich bei jedem negativen Schufa-Eintrag keinen Dispo?
Nein. Die Bank bewertet Ihre Kreditwürdigkeit insgesamt. Ein negativer Eintrag kann zur Ablehnung führen, aber die Entscheidung hängt auch von Einkommen, Ausgaben und Kontoführung ab.
Wie finde ich heraus, ob mein Schufa-Eintrag stimmt?
Sehen Sie Ihre Schufa-Auskunft durch und vergleichen Sie die Angaben mit Ihren Unterlagen. Wenn ein Eintrag falsch oder nicht mehr aktuell ist, wenden Sie sich an die Schufa und gegebenenfalls an das Unternehmen, das die Daten gemeldet hat.
Kann ich einen Dispo ohne Schufa-Prüfung bekommen?
Verlassen Sie sich nicht darauf. Banken prüfen bei einem Dispokredit die Kreditwürdigkeit; dazu können sie Schufa-Daten heranziehen. Ein Konto auf Guthabenbasis ist eine Alternative für den Zahlungsverkehr, bietet aber keinen Dispo.
Verbessert eine schufaneutrale Konditionsanfrage meine Chancen?
Sie erhöht nicht automatisch die Chance auf eine Zusage. Sie hilft dabei, mögliche Kreditkonditionen zu vergleichen, ohne sofort einen verbindlichen Kreditantrag zu stellen. Prüfen Sie vor dem Absenden, dass das Portal tatsächlich eine Konditionsanfrage übermittelt.