Wenn Sie in Deutschland einen Kredit beantragen, prüft die Bank vor allem, ob Ihr Einkommen für die Monatsrate reicht und welche regelmäßigen Zahlungen Sie bereits leisten. Dafür verlangt sie meist Einkommensnachweise, Angaben zu Miete und bestehenden Krediten sowie persönliche Daten. Welche Unterlagen Sie einreichen müssen, hängt von der Bank und der Kreditart ab.
Für einen Ratenkredit reichen oft einige Nachweise zu Einkommen und Konto. Bei einer Immobilienfinanzierung kommen viele Unterlagen zur Immobilie hinzu. Mit der folgenden Checkliste bereiten Sie den Antrag vor und reichen die Dokumente in einer sinnvollen Reihenfolge ein.
Schritt für Schritt zum Kreditantrag
1. Kreditbedarf und Monatsrate festlegen
Notieren Sie den benötigten Betrag und den Zweck des Kredits. Prüfen Sie anschließend, welche Monatsrate Sie nach Ihren regelmäßigen Ausgaben noch zahlen können. Berücksichtigen Sie dabei auch Miete oder Wohnkosten. Hinzu kommen Unterhaltszahlungen und Raten für andere Kredite.
Wenn Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben realistisch gegenüberstellen, sehen Sie, welchen Kreditbetrag Ihr verfügbares Einkommen trägt. Die Bank berücksichtigt bei der Bonitätsprüfung ebenfalls Einnahmen und Ausgaben sowie bestehende Verpflichtungen, wie die Erläuterungen zur Kredit- und Bonitätsprüfung beschreiben.
2. Angebote vergleichen, bevor Sie den Antrag stellen
Vergleichen Sie den effektiven Jahreszins und die Monatsrate. Beziehen Sie auch die Gesamtkosten ein. Ein beworbener Zinssatz „ab“ gilt nicht automatisch für jede Person. Aussagekräftiger ist der sogenannte Zweidrittel-Zins: Er bezeichnet den Zinssatz, den mindestens zwei Drittel der Kundinnen und Kunden tatsächlich erhalten. Die Erklärung zum Online-Kreditvergleich erläutert diese Kennzahl.
Achten Sie auch darauf, ob Sie zunächst nur unverbindliche Konditionen anfragen oder bereits einen konkreten Kreditantrag stellen. Mit einer Konditionenanfrage vergleichen Sie Angebote. Laut den Informationen zur Bonitätsprüfung wird sie SCHUFA-neutral behandelt. Eine konkrete Kreditanfrage bezieht sich dagegen auf einen tatsächlichen Antrag. Fragen Sie beim Anbieter nach, welche Art von Anfrage er übermittelt.
3. Unterlagen für einen Ratenkredit zusammenstellen
Banken verlangen typischerweise Nachweise zu Einkommen und laufenden Ausgaben. Halten Sie diese Dokumente bereit:
- Einkommensnachweise: aktuelle Gehaltsabrechnungen oder andere Nachweise über regelmäßige Einnahmen
- Kontoauszüge: zum Abgleich von Einnahmen und Ausgaben, falls die Bank sie verlangt
- Angaben zu Wohnkosten: etwa die monatliche Miete oder laufende Kosten der eigenen Immobilie
- Nachweise zu Verpflichtungen: zum Beispiel bestehende Kreditraten oder Unterhaltszahlungen
- Persönliche Angaben und Ausweis: für den Antrag und die spätere Identitätsprüfung
Welche Nachweise Sie für Ihren Antrag einreichen müssen, entscheidet die Bank. Reichen Sie nur Unterlagen über den vereinbarten sicheren Übermittlungsweg ein und prüfen Sie, ob alle Seiten lesbar sind.
4. Bei einer Baufinanzierung zusätzlich Objektunterlagen beschaffen
Für eine Immobilienfinanzierung braucht die Bank neben Ihren persönlichen Finanzdaten Unterlagen zum Haus oder zur Wohnung. Welche Dokumente nötig sind, hängt davon ab, ob Sie kaufen, bauen oder modernisieren. Eine Unterlagenübersicht zur Baufinanzierung nennt unter anderem:
| Situation | Typische zusätzliche Unterlagen |
|---|---|
| Kauf einer Immobilie | Kaufvertrag oder Entwurf, aktueller Grundbuchauszug, Lageplan und Gebäudeversicherung |
| Bau oder Umbau | Baubeschreibung, Bauzeichnungen, Baugenehmigung und Kostenaufstellung |
| Wohnung in einer Eigentümergemeinschaft | Teilungserklärung und Aufteilungsplan |
| Modernisierung | Kostenvoranschläge für die geplanten Arbeiten |
| Immobilie allgemein | Wohnflächenberechnung, Energieausweis und gegebenenfalls Berechnung des umbauten Raums |
Fragen Sie die Bank früh, welche Version der Unterlagen sie braucht und wie aktuell diese sein müssen. Bei einer Immobilie kann die Unterlagenbeschaffung mehr Zeit beanspruchen als der Kreditantrag selbst.
5. Antrag vollständig ausfüllen und Nachweise übermitteln
Tragen Sie persönliche Daten und Angaben zu Beschäftigung und Einkommen sowie zu regelmäßigen Ausgaben vollständig ein. Wenn die Angaben im Formular nicht mit den Nachweisen übereinstimmen, fragt die Bank nach oder fordert weitere Dokumente an. Prüfen Sie daher vor dem Absenden, ob Namen und Beträge stimmen und die Zeiträume korrekt sind.
Welche Nachweise Selbstständige einreichen müssen, hängt von der Bank ab. Die Anforderungen unterscheiden sich von denen bei einem festen Gehalt. Fragen Sie vorab, welche Steuer- und Einkommensunterlagen die Bank akzeptiert. Eine allgemeingültige Dokumentenliste für Selbstständige gibt es nicht.
6. Bonitätsprüfung und Identitätsprüfung abschließen
Nach Eingang des Antrags prüft die Bank Ihre finanziellen Angaben und fragt üblicherweise Unternehmen wie die SCHUFA ab, die Informationen zur Kreditwürdigkeit sammeln. Sie prüft, ob Sie den Kredit voraussichtlich zurückzahlen können, und entscheidet über den Antrag und die angebotenen Konditionen. Für den Vertragsabschluss muss die Bank außerdem Ihre Identität prüfen. Bei Online-Anträgen geht das zum Beispiel per VideoIdent-Verfahren, bei dem Sie sich per Video ausweisen.
Sie können vorab eine kostenlose Datenkopie bei der SCHUFA anfordern und die gespeicherten Angaben prüfen. Finden Sie einen Fehler, klären Sie ihn mit der Auskunftei, bevor Sie weitere Kreditanträge stellen.
7. Vertrag und Kosten vor der Unterschrift prüfen
Lesen Sie den Kreditvertrag und kontrollieren Sie Betrag, Laufzeit, Monatsrate, Zinssatz und Gesamtkosten. Achten Sie außerdem darauf, ob zusätzliche Leistungen oder Versicherungen aufgeführt sind und ob diese freiwillig oder Voraussetzung des Angebots sind. Unterschreiben Sie erst, wenn Sie alle Vertragsbestandteile verstanden haben.
Kernaussagen
- Sammeln Sie zuerst Einkommens- und Ausgabennachweise: Gehaltsabrechnungen, gegebenenfalls Kontoauszüge, Wohnkosten und bestehende Verpflichtungen bilden die Grundlage vieler Ratenkreditanträge.
- Fragen Sie die Bank nach ihrer konkreten Unterlagenliste: Anforderungen unterscheiden sich nach Kreditart, Bank und persönlicher Situation.
- Holen Sie bei einer Baufinanzierung Objektunterlagen früh ein: Kaufvertrag, Grundbuchauszug, Pläne und Kostenaufstellungen können zusätzlich erforderlich sein.
- Unterscheiden Sie Konditionenanfrage und Kreditantrag: Klären Sie vor dem Vergleich, welche Anfrage der Anbieter an eine Auskunftei meldet.
- Prüfen Sie den Vertrag vor der Unterschrift: Entscheidend sind neben der Monatsrate auch Zinssatz, Laufzeit und Gesamtkosten.
FAQ
Welche Unterlagen brauche ich für einen normalen Ratenkredit?
Häufig verlangt die Bank Einkommensnachweise und Angaben zu Miete, Unterhalt und bestehenden Krediten. Je nach Anbieter kommen Kontoauszüge und ein Identitätsnachweis hinzu. Die verbindliche Liste erhalten Sie von der Bank.
Brauche ich für einen Kreditantrag Kontoauszüge?
Manche Banken verlangen Kontoauszüge, andere prüfen Einkommen und Ausgaben anhand anderer Unterlagen oder digitaler Angaben. Reichen Sie Kontoauszüge deshalb nur ein, wenn die Bank sie anfordert, und nutzen Sie den vorgesehenen sicheren Übermittlungsweg.
Welche Unterlagen brauche ich als Selbstständige oder Selbstständiger?
Die Anforderungen unterscheiden sich nach Bank und Einkommenssituation. Fragen Sie vor dem Antrag nach, welche Steuer- und Einkommensnachweise akzeptiert werden, statt ungeprüft eine Standardliste zu verwenden.
Was passiert, wenn Unterlagen fehlen?
Die Bank fordert meist weitere Nachweise an oder kann den Antrag erst nach vollständiger Prüfung bearbeiten. Reichen Sie fehlende Dokumente zeitnah nach und achten Sie darauf, dass Angaben und Beträge mit dem Antrag übereinstimmen.
Ist eine Konditionenanfrage dasselbe wie ein Kreditantrag?
Nein. Eine Konditionenanfrage dient dem Vergleich möglicher Kreditbedingungen; eine Kreditanfrage bezieht sich auf einen konkreten Antrag. Fragen Sie den Anbieter, welche Anfrage er übermittelt und wie sie bei der Auskunftei gespeichert wird.