Für einen Ratenkredit in Deutschland brauchen Sie meistens fünf Unterlagengruppen. Dazu gehören ein Identitätsnachweis und ein Nachweis Ihrer Anschrift. Außerdem benötigen Sie Einkommensbelege, Angaben zu Ihrem Arbeitsverhältnis und ein deutsches Girokonto für Auszahlung und Rückzahlung. Je nach Kreditart und persönlicher Situation verlangt der Kreditgeber weitere Unterlagen.
Die Bank prüft damit, ob Sie die monatlichen Raten voraussichtlich dauerhaft bezahlen können. Zur Bonitätsprüfung, also zur Einschätzung Ihrer Zahlungsfähigkeit, gehört meist auch eine Anfrage bei der SCHUFA. Eine vollständige und widerspruchsfreie Mappe beschleunigt die Prüfung. Fehlende oder veraltete Nachweise führen dagegen häufig zu Rückfragen.
Welche Unterlagen Sie brauchen, hängt von Ihrer Beschäftigungsform, dem Kreditbetrag, dem Verwendungszweck und den Vorgaben des Kreditgebers ab. Die folgende Übersicht zeigt die typischen Nachweise und weitere Dokumente, die Sie bereithalten sollten.
Die Grundunterlagen für einen normalen Ratenkredit
Für einen klassischen Verbraucherkredit, etwa zur Finanzierung einer Anschaffung oder zur Umschuldung, benötigen Sie in der Regel diese Dokumente:
| Unterlage | Wofür sie benötigt wird | Typische Ausführung |
|---|---|---|
| Personalausweis oder Reisepass | Nachweis Ihrer Identität | Gültige Kopie oder digitale Identifizierung |
| Meldebescheinigung oder anderer Adressnachweis | Nachweis Ihres Wohnsitzes | Aktuelle Meldebescheinigung, je nach Kreditgeber auch ein anderes Dokument |
| Gehaltsabrechnungen | Nachweis des regelmäßigen Einkommens | Meist die letzten drei Abrechnungen |
| Arbeitsvertrag | Nachweis des Arbeitsverhältnisses | Besonders relevant bei einem neuen Arbeitsverhältnis oder unklaren Gehaltsangaben |
| Kontoauszüge | Prüfung von Gehaltseingang und laufenden Verpflichtungen | Nur wenn der Kreditgeber sie verlangt |
| Girokonto | Auszahlung und Einzug der Kreditraten | In vielen Fällen ein deutsches Bankkonto |
| Angaben zu bestehenden Krediten | Berechnung Ihrer monatlichen Belastung | Kreditverträge oder aktuelle Ablösebeträge |
| Haushaltsrechnung | Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben | Einkommen, Miete, Unterhalt, Versicherungen und Kreditraten |
Die typischen Kreditunterlagen sind vor allem Nachweise zu Identität, Wohnsitz und Einkommen. Angestellte legen dafür häufig die letzten drei Gehaltsabrechnungen vor. Das reicht meist aus, wenn das Arbeitsverhältnis schon länger besteht und die Angaben eindeutig sind.
Achten Sie darauf, dass Name, Anschrift und Kontodaten in allen Dokumenten übereinstimmen. Nach einem Umzug, einer Heirat oder einem Arbeitgeberwechsel legen Sie die passenden Nachweise direkt bei. So vermeiden Sie Rückfragen.
Welche Nachweise Sie je nach Einkommen brauchen
Angestellte
Als Arbeitnehmer reichen meist die letzten drei Gehaltsabrechnungen. Legen Sie zusätzlich den Arbeitsvertrag bereit, wenn Sie erst seit kurzer Zeit beschäftigt sind, sich Ihr Gehalt geändert hat oder die Abrechnung den Beschäftigungsbeginn und das Einkommen nicht eindeutig ausweist.
Bei befristeten Arbeitsverträgen, Probezeit oder häufig wechselnden Einkommen fragt der Kreditgeber häufig genauer nach. Eine aktuelle Arbeitgeberbescheinigung oder der Arbeitsvertrag kann dann die entscheidenden Informationen liefern. Auch Einkünfte aus Nebenjobs sollten Sie mit den passenden Abrechnungen oder Vertragsunterlagen belegen.
Selbstständige und Freiberufler
Selbstständige weisen ihr Einkommen meist über mehrere Jahre nach. Einzelne Monatsabrechnungen fehlen, und die Einnahmen schwanken. Typische Unterlagen sind:
- Einkommensteuerbescheide der letzten zwei bis drei Jahre
- Einnahmen-Überschuss-Rechnungen oder Bilanzen
- aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen, kurz: BWA
- Gewinn- und Verlustrechnungen
- aktuelle Kontoauszüge oder andere Nachweise über Zahlungseingänge
Welche Unterlagen Sie einreichen müssen, hängt unter anderem von der Rechtsform und der Dauer Ihrer Selbstständigkeit ab. Der Kreditgeber prüft außerdem, wie stabil Ihre Einnahmen sind. Bei einer Baufinanzierung verlangt er häufig mehr Unterlagen als bei einem kleinen Ratenkredit. Interhyp nennt für Selbstständige insbesondere Steuerbescheide, Jahresabschlüsse beziehungsweise Einnahmen-Überschuss-Rechnungen und eine aktuelle BWA.
Ordnen Sie die Unterlagen für den gesamten benötigten Zeitraum. Fehlt ein Steuerbescheid, erklären Sie den Grund und legen Sie die vorhandenen Unterlagen sowie den aktuellen Stand Ihrer Einnahmen bei. Lassen Sie unvollständige Jahre nicht unerklärt weg.
Rentnerinnen und Rentner
Als Rentnerin oder Rentner weisen Sie Ihre regelmäßigen Einnahmen in der Regel mit dem Rentenbescheid und aktuellen Kontoauszügen nach. Beziehen Sie zusätzlich eine Betriebsrente, Pension oder andere regelmäßige Zahlung, legen Sie auch dafür den Bescheid oder die Abrechnung vor.
Bei einem hohen Kreditbetrag kann der Kreditgeber außerdem Angaben zu Vermögen, Sicherheiten oder einer zweiten antragstellenden Person verlangen. Das hängt vor allem von Laufzeit, Alter, Einkommen und Kreditbetrag ab.
Studierende, Personen mit Sozialleistungen oder unregelmäßigem Einkommen
BAföG, Unterhaltszahlungen und bestimmte Sozialleistungen lassen sich grundsätzlich durch Bescheide und Kontoauszüge dokumentieren. Sie ersetzen ein regelmäßiges Arbeitseinkommen jedoch nicht automatisch. Ein klassischer Ratenkredit ist ohne dauerhaft nachweisbares Einkommen schwerer zu erhalten.
Wenn Ihnen Gehaltsabrechnungen fehlen, können Sie regelmäßige Zahlungseingänge durch Kontoauszüge oder den Einkommensteuerbescheid des Vorjahres belegen. Creditplus nennt diese Nachweise als mögliche Alternativen. Prüfen Sie zugleich, ob die Rate nach Abzug Ihrer festen Ausgaben realistisch bleibt. Ein Dispositionskredit ist zwar schnell verfügbar, hat aber häufig deutlich höhere Zinsen als ein normaler Ratenkredit.
Zusätzliche Unterlagen für bestimmte Kreditarten
Autokredit
Bei einem zweckgebundenen Autokredit kann der Kreditgeber zusätzlich einen Kaufvertrag, ein Angebot oder eine Kostenaufstellung verlangen. Nach dem Kauf kann außerdem der Fahrzeugbrief beziehungsweise die Zulassungsbescheinigung Teil II als Sicherheit hinterlegt werden. Fragen Sie vor der Antragstellung, ob ein konkretes Fahrzeugangebot genügt oder bereits ein unterschriebener Kaufvertrag erforderlich ist.
Renovierungs- oder Modernisierungskredit
Für einen zweckgebundenen Kredit zur Renovierung reichen die persönlichen Einkommensunterlagen allein häufig nicht aus. Halten Sie Angebote von Handwerksbetrieben, Kostenvoranschläge oder eine eigene Kostenaufstellung bereit. Bei größeren Maßnahmen können zusätzlich Rechnungen, Bauunterlagen oder Nachweise über bereits geleistete Zahlungen verlangt werden.
Baufinanzierung
Bei einer Immobilienfinanzierung ist die Unterlagenliste deutlich umfangreicher. Sie benötigen neben Einkommens- und Identitätsnachweisen unter anderem:
- Kaufvertrag oder Exposé der Immobilie
- Grundbuchauszug
- Flurkarte und Grundrisse
- Wohnflächenberechnung
- Nachweise über Eigenkapital und vorhandenes Vermögen
- Angaben zu bestehenden Darlehen und monatlichen Verpflichtungen
- zusätzliche Steuerunterlagen und Jahresabschlüsse bei Selbstständigen
Die Bank prüft dabei auch den Wert der Immobilie und Ihre Haushaltsrechnung. Eine realistische Berechnung der tragbaren Immobilienrate sollte deshalb vor dem Antrag vorliegen. Planen Sie neben der Kreditrate auch laufende Wohnkosten, Rücklagen und mögliche Instandhaltung ein.
Umschuldung
Wenn Sie bestehende Kredite ablösen möchten, benötigen Sie die aktuellen Restschuldbeträge und Ablösebedingungen der bisherigen Kreditgeber. Dazu gehören meist die Kreditkontonummer, die noch offene Summe und das gewünschte Ablösedatum.
Prüfen Sie außerdem, ob beim alten Kredit eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt. Bei einem neuen Kredit müssen Sie die bisherigen Monatsraten trotzdem vollständig angeben, auch wenn die Ablösung erst nach der Zusage erfolgt.
Was optional ist und was Sie nicht ungefragt einreichen sollten
Nicht jede Bank verlangt dieselben Unterlagen. Kontoauszüge, Arbeitsvertrag, Steuerbescheid oder Nachweise über zusätzliche Einnahmen können je nach Fall erforderlich sein. Reichen Sie Dokumente nach, sobald der Kreditgeber sie anfordert, und fragen Sie bei unklaren Anforderungen konkret nach.
Senden Sie keine vollständigen Unterlagen an unbekannte Vermittler, bevor Sie deren Identität und Bedingungen geprüft haben. Schwärzen Sie sensible Angaben, die für die Prüfung nicht benötigt werden, nur dann, wenn der Kreditgeber dies akzeptiert. Unleserliche oder stark geschwärzte Dokumente führen sonst zu einer erneuten Anforderung.
Für die Identifizierung genügt je nach Verfahren eine Kopie oder eine digitale Identifizierung. Kontoauszüge sollten den relevanten Zeitraum vollständig zeigen, wenn sie ausdrücklich verlangt werden. Bewahren Sie die Originale auf und übertragen Sie Dokumente nur über das verschlüsselte Kundenportal oder einen nachweisbar sicheren Übermittlungsweg.
Vorsicht gilt bei Angeboten, die einen Kredit ohne jede Bonitätsprüfung versprechen. Kreditgeber müssen die Zahlungsfähigkeit prüfen; ein Kredit vollständig ohne SCHUFA-Abfrage ist selten und kann mit hohen Kosten oder intransparenten Bedingungen verbunden sein. Lesen Sie auch die Gebührenregelungen. Die Verbraucherzentrale weist auf unzulässige Bankentgelte hin, etwa bestimmte Bearbeitungs- oder Kontoführungsentgelte bei Darlehen.
So bereiten Sie Ihre Unterlagen richtig vor
Beginnen Sie mit einer Haushaltsrechnung. Vergleichen Sie Ihr monatliches Nettoeinkommen mit Ihren festen Ausgaben. Berücksichtigen Sie dabei Miete oder Baufinanzierung, Energie und Versicherungen. Rechnen Sie auch Unterhalt, bestehende Kreditraten und regelmäßige Lebenshaltungskosten ein. Nach diesen Ausgaben muss genug Geld für die neue Rate bleiben.
Prüfen Sie danach die Dokumente auf drei Punkte:
- Aktualität: Verwenden Sie aktuelle Abrechnungen und Bescheide. Kreditgeber verlangen häufig Nachweise, die nur wenige Wochen oder Monate alt sind.
- Vollständigkeit: Legen Sie alle Seiten eines Dokuments vor, einschließlich der Seiten mit allgemeinen Vertragsbedingungen.
- Übereinstimmung: Namen, Anschrift, Einkommen und Kontoverbindungen müssen zusammenpassen. Erklären Sie Abweichungen sofort.
Eine kostenlose Datenkopie nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung ermöglicht Ihnen, die bei der SCHUFA gespeicherten Daten vor dem Antrag zu kontrollieren. Die Auskunft können Sie vorab prüfen, damit fehlerhafte oder veraltete Einträge nicht erst während der Kreditprüfung auffallen.
Scannen oder fotografieren Sie Papierunterlagen bei guter Beleuchtung und achten Sie darauf, dass jede Seite vollständig und lesbar ist. Benennen Sie die Dateien eindeutig, zum Beispiel nach Dokumentart und Zeitraum. So finden Sie bei Rückfragen schnell die richtige Abrechnung oder den passenden Bescheid.
Wenn Unterlagen fehlen
Fehlt eine Gehaltsabrechnung, fragen Sie zunächst die Personalstelle nach einer Ersatzbescheinigung. Bei Steuerunterlagen erhalten Sie fehlende Bescheide beim Finanzamt oder über Ihre Steuerberatung. Für ein laufendes Arbeitsverhältnis kann eine Arbeitgeberbescheinigung vorübergehend wichtige Angaben bestätigen.
Erklären Sie fehlende Unterlagen offen. Verschweigen Sie weder bestehende Kredite noch unregelmäßige Einnahmen. Die Bank kann widersprüchliche Angaben anhand von Kontoauszügen oder SCHUFA-Daten erkennen. Eine vollständige Erklärung ist besser als ein unvollständiger Antrag, dessen Bearbeitung später abgebrochen wird.
Wenn Sie kein regelmäßiges Einkommen nachweisen können, kommen je nach Situation zusätzliche Sicherheiten oder eine weitere kreditnehmende Person infrage. Eine Bürgschaft belastet jedoch die bürgende Person vollständig, wenn Sie die Raten nicht zahlen. Prüfen Sie deshalb genau, ob ein Kreditbetrag und eine Laufzeit wirklich zu Ihrem Budget passen.
Kernaussagen
- Sammeln Sie zuerst die Grundunterlagen: Personalausweis, Adressnachweis, Einkommensbelege, Angaben zum Arbeitsverhältnis und Girokonto gehören bei einem normalen Ratenkredit meist zur Ausgangsbasis.
- Belegen Sie schwankendes Einkommen über mehrere Jahre: Selbstständige und Freiberufler brauchen häufig Steuerbescheide, BWA sowie Einnahmen-Überschuss-Rechnungen oder Bilanzen.
- Trennen Sie Pflichtunterlagen von Zusatznachweisen: Kontoauszüge, Arbeitsvertrag, Steuerbescheid und Kostenangebote fordert der Kreditgeber je nach Situation und Verwendungszweck.
- Prüfen Sie Aktualität und Widerspruchsfreiheit: Gleiche Namen, Anschriften und Einkommensangaben verhindern Rückfragen und Verzögerungen.
- Kontrollieren Sie Ihre SCHUFA-Daten vor dem Antrag: Eine kostenlose Datenkopie hilft, falsche oder veraltete Angaben rechtzeitig zu erkennen.
FAQ
Welche Unterlagen brauche ich als Arbeitnehmer für einen Ratenkredit?
In der Regel benötigen Sie einen Personalausweis oder Reisepass und einen Nachweis Ihrer Anschrift. Außerdem brauchen Sie die letzten drei Gehaltsabrechnungen und Angaben zu Ihrem Girokonto. Bei einem neuen, befristeten oder noch nicht unbefristeten Arbeitsverhältnis kann zusätzlich der Arbeitsvertrag oder eine Arbeitgeberbescheinigung verlangt werden.
Muss ich immer Kontoauszüge einreichen?
Nein. Kontoauszüge gehören nicht bei jedem Kreditgeber zur Standardmappe. Sie werden häufig verlangt, wenn das Einkommen oder die laufenden Ausgaben genauer geprüft werden müssen oder andere Einkommensnachweise fehlen.
Welche Unterlagen brauchen Selbstständige?
Typisch sind Einkommensteuerbescheide sowie Einnahmen-Überschuss-Rechnungen oder Bilanzen. Hinzu kommt eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung. Je nach Kreditart und Dauer der Selbstständigkeit kommen Gewinn- und Verlustrechnungen, Kontoauszüge und weitere Nachweise hinzu.
Bekomme ich einen Kredit ohne Gehaltsabrechnung?
Eine Gehaltsabrechnung lässt sich unter Umständen durch andere Nachweise ersetzen, etwa Kontoauszüge, einen Einkommensteuerbescheid, Rentenbescheid oder Bescheide über andere regelmäßige Einnahmen. Ohne dauerhaft nachweisbares Einkommen wird ein klassischer Bankkredit jedoch deutlich schwieriger.
Brauche ich für einen zweckgebundenen Kredit weitere Unterlagen?
Ja, häufig verlangt der Kreditgeber einen Kostenvoranschlag, ein Angebot oder einen Kaufvertrag. Bei einer Autofinanzierung betrifft das meist das Fahrzeug, bei einer Renovierung die geplanten Arbeiten und Kosten.
Was passiert, wenn meine Unterlagen unvollständig sind?
Der Kreditgeber fordert fehlende Dokumente nach oder unterbricht die Prüfung. Widersprüchliche Angaben können die Bearbeitung verzögern und die Kreditentscheidung erschweren. Reichen Sie deshalb lieber eine vollständige Erklärung mit einem fehlenden Nachweis nach, statt Angaben wegzulassen.
Wie prüfe ich meine SCHUFA-Daten vor dem Kreditantrag?
Sie können eine kostenlose Datenkopie nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung anfordern. Prüfen Sie Namen, Anschriften und gespeicherte Zahlungsinformationen. Fehler sollten Sie mit den erforderlichen Belegen bei der SCHUFA beanstanden.