Wer noch einen Kredit zurückzahlt und eine weitere Ausgabe finanzieren muss, sollte zuerst prüfen, ob das Haushaltsbudget die zusätzliche Rate dauerhaft trägt. Ein zweiter Kredit kann passen, wenn nach Miete, Lebenshaltungskosten und allen bestehenden Raten genug Geld für die neue Rate und einen Puffer bleibt. Fehlt dieser Spielraum, verschiebt der Kredit das Problem meist nur und erhöht die Belastung.
Eine Haushaltsrechnung zeigt, wie viel von den regelmäßigen Einnahmen nach festen und laufenden Ausgaben übrig bleibt. Für die Einschätzung zählt der verfügbare Betrag nach allen Verpflichtungen; die Höhe der neuen Monatsrate allein genügt nicht.
Wann ein zweiter Kredit tragbar sein kann
Ein zusätzlicher Kredit kommt eher infrage, wenn das Einkommen verlässlich ist, bestehende Raten pünktlich eingehen und die neue Rate auch in Monaten mit höheren Ausgaben bezahlbar bleibt. Auch der Grund für den Kredit ist wichtig: etwa eine unaufschiebbare Reparatur oder eine Umschuldung, die bestehende Schulden zu insgesamt günstigeren Bedingungen zusammenfasst.
Bei einer Umschuldung sollten Sie die Kosten ab heute vergleichen. Dafür brauchen Sie die Ablösesumme des alten Kredits, die noch ausstehenden Raten und mögliche Zusatzkosten. Beim neuen Angebot zählen der effektive Jahreszins, die Laufzeit und die gesamte Rückzahlungssumme. Eine niedrigere Monatsrate allein ist kein Beleg für eine Ersparnis: Eine längere Laufzeit senkt die Rate, erhöht aber häufig die gesamten Zinskosten. Auch eine Restschuldversicherung kann den Kredit verteuern.
Hier geht es zum passenden Kredit
Ein geplanter Ratenkredit kann außerdem sinnvoller sein als ein dauerhaft überzogenes Konto oder eine Kreditkarten-Teilzahlung. Die BaFin weist darauf hin, dass der effektive Jahreszins bei Kreditkarten-Teilzahlungen bis zu 25 Prozent betragen kann. Prüfen Sie deshalb zuerst den tatsächlichen Zinssatz und die Gesamtkosten Ihrer bestehenden Verbindlichkeiten, bevor Sie einen weiteren Kredit aufnehmen.
So prüfen Sie die Haushaltsrechnung
Beginnen Sie mit dem monatlichen Nettoeinkommen, das tatsächlich regelmäßig verfügbar ist. Ziehen Sie davon Miete und Nebenkosten, Energie, Versicherungen, Unterhalt, Lebenshaltungskosten sowie sämtliche laufenden Raten ab. Berücksichtigen Sie auch Ausgaben, die nicht monatlich anfallen, etwa Versicherungsbeiträge oder absehbare Reparaturen. Dafür sollte Geld zurückbleiben, statt den gesamten rechnerischen Rest für die neue Rate einzuplanen.
| Haushaltsrechnung | Was Sie eintragen |
|---|---|
| Regelmäßige Nettoeinnahmen | Verlässlich eingehende Einkommen |
| Laufende Ausgaben | Wohnen, Energie, Versicherungen, Unterhalt und Lebenshaltung |
| Bestehende Verpflichtungen | Kreditraten, Ratenkäufe, Kreditkarten-Teilzahlungen und Dispo |
| Rücklagen für unregelmäßige Kosten | Zum Beispiel jährliche Beiträge oder absehbare Reparaturen |
| Verbleibender Spielraum | Betrag, der nach diesen Posten übrig bleibt |
| Neue Kreditrate | Nur tragbar, wenn danach ein ausreichender Puffer bleibt |
Rechnen Sie mit den tatsächlichen Ausgaben statt mit einem besonders sparsamen Monat. Wenn die neue Rate nur dann passt, wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, ist sie zu hoch. Für eine feste Belastungsquote gibt es keine allgemeingültige Grenze. Eine von einem Kreditvermittler genannte Faustregel von 20 bis 30 Prozent des Nettoeinkommens als frei verfügbarer Betrag ist keine gesetzliche Vorgabe und ersetzt keine eigene Rechnung.
Für Verbraucherdarlehen gelten gesetzliche Regeln zur Prüfung der Kreditwürdigkeit, also dazu, ob Sie den Kredit voraussichtlich zurückzahlen können. § 505b BGB nennt für allgemeine Verbraucherdarlehen unter anderem Angaben der Kreditnehmenden und, falls erforderlich, Auskünfte von Stellen, die Daten zur Kreditwürdigkeit erheben. Die Vorschrift schreibt eine ausführliche Prüfung von Einkommen, Ausgaben und weiteren finanziellen Umständen ausdrücklich für Immobiliar-Verbraucherdarlehen vor. Daraus folgt keine gesetzlich festgelegte Monatsrate oder Belastungsquote, ab der ein zweiter Ratenkredit untragbar ist. Die Regelungen in § 505b BGB erklären daher keine persönliche Tragbarkeit allein anhand einer Zahl.
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Wann ein weiterer Kredit die Lage verschlechtert
Ein zweiter Kredit wird riskant, wenn bereits Mahnungen eintreffen, Raten ausbleiben oder der Dispo regelmäßig zur Deckung normaler Ausgaben dient. Dann reicht das Geld womöglich schon nicht mehr, um die laufenden Verpflichtungen zu bezahlen. Ein neuer Kredit kann den Fehlbetrag kurzfristig ausgleichen. Zusätzliche Zinsen und Raten belasten dann die nächsten Monate weiter.
Vorsicht ist auch geboten, wenn mehrere kleine Zahlungsverpflichtungen zusammenkommen. Ratenkäufe und später fällige Rechnungen lassen sich leicht aus dem Blick verlieren. In einer BaFin-Auswertung zur Konsumfinanzierung berichteten Menschen, die solche Käufe später oder in Raten bezahlen, unter anderem von höheren Ausgaben als geplant und davon, offene Rechnungen nicht mehr zu überblicken. Erfassen Sie deshalb auch diese Verpflichtungen in der Haushaltsrechnung.
Die Zusage eines Kreditgebers belegt allein nicht, dass Sie die Rate im Alltag sicher bezahlen können. Entscheidend bleibt, ob nach der Rate genug Geld für notwendige Ausgaben und unregelmäßige Belastungen übrig bleibt. Wenn Sie bereits Geld leihen müssten, um alte Raten zu bedienen, ist ein weiterer Kredit kein belastbarer Ausweg.
Der nächste Schritt: alle Schulden gemeinsam betrachten
Erstellen Sie eine vollständige Übersicht über alle Kredite, Ratenkäufe, Kreditkarten-Teilzahlungen und überzogenen Konten. Halten Sie zu jeder Verpflichtung vier Angaben fest: die aktuelle Restschuld, die Monatsrate, den Zinssatz und die noch ausstehende Laufzeit. Fragen Sie bei einer geplanten Umschuldung außerdem nach der aktuellen Ablösesumme. Erst wenn Sie alle Verpflichtungen zusammen betrachten, sehen Sie, ob ein neuer Kredit die Kosten wirklich senkt oder nur die Rückzahlung verlängert.
Kredit kostenlos und Schufa-neutral anfragen
Bleibt nach der Haushaltsrechnung kaum Spielraum oder bestehen bereits Zahlungsrückstände, sollten Sie vor einem neuen Antrag eine anerkannte Schuldnerberatung kontaktieren. Sie kann Ihnen helfen, alle Schulden zu ordnen und zu prüfen, ob Gespräche über geänderte Raten, eine Stundung oder andere Lösungen sinnvoller sind. Einen Kreditvergleich sollten Sie erst danach mit vollständigen Zahlen angehen.
Kernaussagen
- Rechnen Sie zuerst den Haushalt durch: Ziehen Sie alle laufenden Kosten und Raten vom regelmäßigen Nettoeinkommen ab. Planen Sie außerdem einen Puffer für unregelmäßige Ausgaben ein.
- Prüfen Sie bei einer Umschuldung die Gesamtkosten: Vergleichen Sie Ablösesumme, effektiven Jahreszins, Laufzeit und Rückzahlungssumme, nicht nur die neue Monatsrate.
- Nehmen Sie Mahnungen ernst: Bei Rückständen oder dauerhaft genutztem Dispo kann ein weiterer Kredit die finanzielle Belastung verschärfen.
- Erfassen Sie sämtliche Verpflichtungen: Beziehen Sie auch Ratenkäufe, Kreditkarten-Teilzahlungen und offene Rechnungen in die Gesamtbetrachtung ein.
FAQ
Darf ich einen zweiten Kredit aufnehmen, obwohl ich noch einen abbezahle?
Laufende Raten schließen einen weiteren Kredit nicht automatisch aus. Der Kreditgeber prüft, ob Sie den Kredit voraussichtlich zurückzahlen können. Für Sie selbst zählt vor allem, ob die neue Rate langfristig ins Haushaltsbudget passt.
Wie viel Geld sollte nach der neuen Rate übrig bleiben?
Eine verbindliche Prozentgrenze gibt es nicht. Es muss genug für notwendige Ausgaben und einen Puffer für unregelmäßige Kosten bleiben. Eine Rate, die nur in einem besonders günstigen Monat funktioniert, ist zu hoch.
Ist eine Umschuldung mit niedrigerer Monatsrate immer günstiger?
Nein. Eine längere Laufzeit senkt oft die Monatsrate, kann aber die gesamten Zinskosten erhöhen. Vergleichen Sie deshalb die verbleibenden Kosten des alten Kredits mit der vollständigen Rückzahlungssumme des neuen Angebots.
Was sollte ich tun, wenn ich einen neuen Kredit für alte Raten brauche?
Nehmen Sie nicht einfach weitere Schulden auf, bevor Sie alle Verpflichtungen zusammengerechnet haben. Bei Rückständen oder Mahnungen wenden Sie sich frühzeitig an eine anerkannte Schuldnerberatung, um Alternativen zu prüfen.