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Wann sich eine Kreditumschuldung wirklich lohnt

Wenn Sie für einen laufenden Kredit hohe Zinsen zahlen oder mehrere Raten zusammenfassen möchten, kann ein neuer Kredit Entlastung bringen. Eine Umschuldung lohnt sich aber nur, wenn die gesamten Kosten ab heute niedriger sind oder die neue Rate Ihr Budget verlässlich entlastet, ohne die Rückzahlung unnötig zu verteuern.

Bei einer Umschuldung nehmen Sie einen neuen Kredit auf und verwenden das Geld, um einen oder mehrere alte Kredite abzulösen. Vergleichen Sie alle Zahlungen, die noch anstehen. Berücksichtigen Sie dabei neben dem Zinssatz auch Ablösekosten, Versicherungen, die Laufzeit und mögliche Schlussraten.

Vergleichen Sie alle Zahlungen ab heute

Ein niedrigerer Zinssatz allein belegt keine Ersparnis. Für den alten Kredit brauchen Sie die aktuelle Ablösesumme. Dazu kommen die verbleibende Laufzeit und alle noch anstehenden Raten, einschließlich einer möglichen Schlussrate. Beim neuen Kredit zählen der konkrete effektive Jahreszins und die Laufzeit. Rechnen Sie außerdem sämtliche Raten und Zusatzkosten ein. Die Stiftung Warentest empfiehlt, den Effektivzins statt des bloßen Sollzinses heranzuziehen und bei der Berechnung die Daten des alten Kredits einzubeziehen.

Ab heute vergleichen Alter Kredit Neuer Kredit
Rückzahlung Summe aller verbleibenden Raten und Schlussraten Summe aller neuen Raten und Schlussraten
Ablösung Ablösesumme zum geplanten Wechseltermin Betrag, der zur Ablösung aufgenommen wird
Zusatzkosten Vorfälligkeitsentschädigung oder weitere Ablösekosten Gebühren und Kosten für freiwillige Zusatzleistungen, etwa eine Versicherung
Laufzeit Verbleibende Monate Neue Laufzeit

Sie sparen Geld, wenn alle Zahlungen für den neuen Kredit zusammen weniger kosten als die noch offenen Zahlungen für den alten Kredit. Nehmen Sie mehr Geld auf, als Sie für die Ablösung brauchen, rechnen Sie diesen zusätzlichen Betrag nicht mit ein oder weisen Sie ihn gesondert aus. Sonst vergleichen Sie unterschiedliche Kreditsummen. Auch eine niedrige Monatsrate ist kein ausreichender Maßstab: Eine längere Laufzeit senkt oft die Rate, erhöht aber die Gesamtkosten.

Fragen Sie den bisherigen Kreditgeber nach einer aktuellen Ablösesumme für den vorgesehenen Wechseltermin. Holen Sie dann ein konkretes Angebot ein und vergleichen Sie den effektiven Jahreszins sowie den Gesamtbetrag der Rückzahlung. Bei Angeboten mit bonitätsabhängigem Zinssatz zählt der Zinssatz, den die Bank Ihnen tatsächlich anbietet, nicht der beworbene Einstiegszins. Achten Sie bei einer Schufa-Prüfung darauf, dass die Bank eine Anfrage zu Kreditkonditionen stellt.

Prüfen Sie Ablösekosten und Vertragsart

Bei einem normalen Ratenkredit dürfen Sie den Kredit vorzeitig zurückzahlen. Eine Vorfälligkeitsentschädigung, also ein Ausgleich für entgangene Zinsen, ist bei solchen Krediten gesetzlich begrenzt: Sie beträgt höchstens 1 Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags, wenn die Restlaufzeit mehr als ein Jahr beträgt, und höchstens 0,5 Prozent bei höchstens einem Jahr Restlaufzeit. Sie darf außerdem nicht höher sein als die Sollzinsen, die bis zum regulären Laufzeitende noch angefallen wären. Berücksichtigen Sie diese Grenzen bei Ihrer Rechnung. Mehr dazu steht in § 502 BGB.

Bei einer Baufinanzierung gelten andere Bedingungen. Eine Vorfälligkeitsentschädigung kann deutlich höher ausfallen als bei einem Ratenkredit; eine allgemeine prozentuale Obergrenze wie bei Ratenkrediten gibt es dafür nicht. Fragen Sie Ihre Bank deshalb vor einem Wechsel nach der verbindlichen Ablösesumme und einer nachvollziehbaren Berechnung. Eine Umschuldung während der Zinsbindung ist nicht ohne Weiteres möglich und hängt von der Zustimmung des Darlehensgebers sowie den Vertragsbedingungen ab, wie auch die Verbraucherzentrale erläutert.

Bei einem fest verzinsten Immobiliendarlehen können Sie den Vertrag zehn Jahre nach vollständiger Auszahlung mit einer Frist von sechs Monaten kündigen. Auch zum Ende der Zinsbindung lässt sich das Darlehen ohne Vorfälligkeitsentschädigung ablösen. Wenn ein notwendiger Immobilienverkauf ansteht, kann ein Sonderkündigungsrecht greifen; trotzdem kann eine Entschädigung anfallen. Prüfen Sie daher zuerst, ob Sie bis zum Ende der Zinsbindung warten können, und lassen Sie die Kosten eines früheren Wechsels schriftlich berechnen. Die Hinweise zur Vorfälligkeitsentschädigung erklären die Unterschiede zwischen Raten- und Immobiliendarlehen.

Achten Sie auf längere Laufzeiten und Zusatzprodukte

Ein Kredit mit niedrigerer Monatsrate kann Sie mehr kosten, wenn Sie ihn über deutlich mehr Monate zurückzahlen. Vergleichen Sie deshalb immer zwei Werte: die Rate, die Sie monatlich tragen müssen, und den Gesamtbetrag, den Sie bis zur vollständigen Rückzahlung zahlen. Wenn alte Zinsen in die neue Ablösesumme eingehen, zahlen Sie auch auf diesen Betrag erneut Zinsen. Darauf weist Stiftung Warentest zu Ratenkrediten hin.

Prüfen Sie auch, ob das Angebot eine Restschuldversicherung enthält. Je nach Vertrag übernimmt sie bei Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit oder Tod die Kreditraten. Die Prämie kann den Kredit jedoch erheblich verteuern und steht nicht zwingend im beworbenen Effektivzins, wenn die Versicherung freiwillig ist. Die Bedingungen schließen bestimmte Fälle häufig aus. Lassen Sie sich deshalb ein Angebot ohne Versicherung geben und vergleichen Sie die Gesamtkosten beider Varianten. Die Verbraucherzentrale warnt davor, eine Umschuldung mit einer neuen, teureren Restschuldversicherung zu verbinden.

Bei Zahlungsschwierigkeiten reicht ein neuer Kredit oft nicht

Wenn Sie die Raten kaum noch bezahlen können, löst ein neuer Kredit das Problem nicht unbedingt. Eine niedrigere Rate hilft kurzfristig, doch eine längere Laufzeit kann die Gesamtkosten erhöhen. Wenn Sie bereits in Rückstand sind, kann die Umschuldung außerdem daran scheitern, dass kein günstiges neues Angebot zustande kommt.

Sprechen Sie früh mit Ihrer bisherigen Bank über eine Ratenänderung, Stundung oder andere Vereinbarung. Auch solche Vereinbarungen kosten oft zusätzliches Geld. Im Gespräch erfahren Sie, welche Möglichkeiten es für Ihren Vertrag gibt. Bei erheblichen Zahlungsrückständen droht unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen die Kündigung des Ratenkredits und die Forderung der gesamten Restschuld. Die Verbraucherzentrale empfiehlt deshalb, bei Zahlungsproblemen nicht abzuwarten.

Eine Umschuldung als geordneter Wechsel ist für sich genommen kein negativer Schufa-Eintrag. Verspätete Zahlungen, eine Kündigung wegen Zahlungsverzugs oder ein Vollstreckungsbescheid können dagegen negative Folgen haben. Die Verbraucherzentrale zu Schufa-Einträgen unterscheidet zwischen einer Umschuldung und solchen Zahlungsausfällen.

So prüfen Sie Ihr Angebot

Fordern Sie zuerst beim bisherigen Kreditgeber eine Ablösesumme für einen konkreten Termin an und notieren Sie zugleich alle verbleibenden Raten sowie eine mögliche Schlussrate. Vergleichen Sie diese Summe mit den Zahlungen des neuen Kredits über dessen gesamte Laufzeit und führen Sie Vorfälligkeitsentschädigung, sonstige Kosten und freiwillige Versicherungen getrennt auf.

Lassen Sie den neuen Kredit erst auszahlen, wenn geklärt ist, wie der alte Kredit abgelöst wird und wann die Zahlungen wechseln. Stimmen Sie die Termine so ab, dass Sie nicht versehentlich eine Rate verpassen oder länger als nötig zwei Kredite bedienen. Wenn die Rechnung nur durch eine stark verlängerte Laufzeit oder eine Versicherung günstig aussieht, ist das kein belastbarer Kostenvorteil.

Kernaussagen

  • Vergleichen Sie Gesamtsummen: Stellen Sie alle noch offenen Zahlungen des alten Kredits den vollständigen Kosten des neuen Kredits gegenüber.
  • Holen Sie die Ablösesumme ein: Bei einem Ratenkredit gelten Grenzen für die Vorfälligkeitsentschädigung; bei einer Baufinanzierung kann sie deutlich höher ausfallen.
  • Prüfen Sie die Laufzeit: Eine niedrigere Monatsrate spart nicht automatisch Geld, wenn Sie den Kredit länger zurückzahlen.
  • Rechnen Sie Zusatzversicherungen separat: Eine Restschuldversicherung kann den Kredit verteuern und hat häufig eingeschränkte Leistungen.
  • Handeln Sie bei Rückständen früh: Sprechen Sie mit der bisherigen Bank, bevor aus Zahlungsproblemen eine Kündigung oder Gesamtforderung wird.

FAQ

Lohnt sich eine Umschuldung schon bei einem etwas niedrigeren Zinssatz?

Das lässt sich nicht allein am Zinssatz erkennen. Entscheidend ist, ob die Gesamtsumme der neuen Zahlungen einschließlich Ablösekosten und Zusatzprodukten unter den verbleibenden Zahlungen des alten Kredits liegt. Eine deutlich längere Laufzeit kann den Vorteil aufzehren.

Wird eine Umschuldung in der Schufa negativ vermerkt?

Eine Umschuldung oder eine mit der Bank vereinbarte Ratenänderung führt nach Angaben der Verbraucherzentrale nicht automatisch zu einem negativen Eintrag. Zahlungsausfälle, eine Kündigung wegen Verzugs oder ein Vollstreckungsbescheid können dagegen negative Einträge nach sich ziehen. Fragen Sie bei einem Angebotsvergleich nach einer Anfrage zu Kreditkonditionen.

Kann ich meine Baufinanzierung jederzeit umschulden?

Nein. Ein Wechsel während einer vereinbarten Zinsbindung hängt von den Vertragsbedingungen und der Zustimmung des Darlehensgebers ab; eine Vorfälligkeitsentschädigung kann ebenfalls anfallen. Prüfen Sie, ob das Ende der Zinsbindung oder das Kündigungsrecht zehn Jahre nach vollständiger Auszahlung günstiger ist.

Was sollte ich tun, wenn ich die Kreditrate nicht mehr schaffe?

Wenden Sie sich möglichst früh an Ihre Bank und fragen Sie nach einer tragbaren Ratenänderung oder einer anderen Vereinbarung. Ein neuer Kredit verschiebt das Problem, wenn die Rückzahlung damit nicht dauerhaft in Ihr Budget passt. Bei hohen Schulden kann eine anerkannte Schuldnerberatung die nächsten Schritte mit Ihnen klären.

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