Wer eine größere Ausgabe finanzieren möchte, beantragt häufig einen Ratenkredit. Die Bank oder der Kreditgeber zahlt den festen Betrag aus. Sie zahlen ihn anschließend in regelmäßigen Monatsraten zurück, die sich aus einem Teil der Tilgung und den Zinsen zusammensetzen.
Der Ablauf beginnt mit Ihrer Finanzplanung. Er endet, wenn Sie den Vertrag geprüft und unterschrieben haben und das Geld ausgezahlt wurde. Dabei sind drei Fragen wichtig: Wie viel Geld brauchen Sie? Welche Monatsrate können Sie dauerhaft zahlen? Und welches Angebot kostet über die gesamte Laufzeit am wenigsten?
Bei vielen Anbietern können Sie einen Ratenkredit online anfragen. Von der Konditionsanfrage über die Identitätsprüfung bis zur digitalen Vertragsunterzeichnung lässt sich der gesamte Ablauf online erledigen, wie smava den Ablauf beschreibt. Ob Sie den Kredit erhalten, entscheidet aber immer der jeweilige Kreditgeber nach seiner Prüfung.
Schritt 1: Bedarf und tragbare Rate festlegen
Legen Sie zuerst fest, wie viel Geld Sie brauchen. Bei gleicher Laufzeit steigen mit der Kreditsumme in der Regel die Monatsrate und die Gesamtkosten. Eine längere Laufzeit senkt die Monatsrate, führt aber über die gesamte Rückzahlung zu mehr Zinszahlungen.
Planen Sie neben Miete, Strom und Versicherungen auch unregelmäßige Ausgaben ein, etwa für Reparaturen, Jahresbeiträge, Urlaub oder Nachzahlungen. Nach Abzug der Rate sollte ein finanzieller Puffer übrig bleiben. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die maximale Rate so zu wählen, dass sie langfristig tragbar bleibt und unerwartete Ausgaben nicht sofort zu Zahlungsproblemen führen. Eine häufig genannte Orientierung von bis zu 40 Prozent des Nettoeinkommens stammt aus der Immobilienfinanzierung und ist kein allgemeiner Freibrief für jeden Ratenkredit.
Finanztip warnt ebenfalls davor, eine hohe Rate nur deshalb zu wählen, weil sie rechnerisch gerade noch ins Monatsbudget passt. Bleibt nach allen Ausgaben kaum Spielraum, wird der Kredit bei einer Einkommensminderung oder einer größeren Rechnung schnell zum Problem.
Praktische Entscheidung: Schreiben Sie Ihr monatliches Nettoeinkommen und alle festen sowie durchschnittlichen variablen Ausgaben auf. Ziehen Sie zusätzlich einen Puffer ab. Die verbleibende Summe ist die Obergrenze Ihrer Rate, nicht automatisch die passende Zielrate.
Schritt 2: Angebote mit dem effektiven Jahreszins vergleichen
Vergleichen Sie mehrere Angebote anhand des effektiven Jahreszinses. Dieser Wert berücksichtigt neben dem Sollzins auch bestimmte zusätzliche Kosten und eignet sich deshalb besser für den Preisvergleich als der reine Nominalzins. Darauf weist auch smava beim Kreditvergleich hin.
Achten Sie außerdem auf die Gesamtkosten, die Laufzeit und die Bedingungen für Sondertilgungen. Eine Sondertilgung ist eine zusätzliche Rückzahlung außerhalb der vereinbarten Monatsraten. Sie kann die Laufzeit oder die Zinskosten verringern, sofern der Vertrag sie zulässt oder dafür keine zusätzlichen Kosten verlangt.
Eine Vergleichstabelle zeigt neben der Monatsrate auch die Gesamtkosten:
| Vergleichspunkt | Warum er zählt |
|---|---|
| Effektiver Jahreszins | Zeigt die Kreditkosten besser als der reine Nominalzins |
| Monatsrate | Muss dauerhaft in Ihr Budget passen |
| Laufzeit | Eine längere Laufzeit senkt die Rate, erhöht aber häufig die Gesamtkosten |
| Gesamtbetrag | Zeigt, wie viel Sie insgesamt zurückzahlen |
| Sondertilgung | Gibt Spielraum für zusätzliche Rückzahlungen |
| Gebühren und Zusatzprodukte | Erhöhen die Kosten oder binden Sie an weitere Verträge |
Die BaFin weist darauf hin, dass viele Verbraucher Kreditkonditionen nicht ausreichend vergleichen und dadurch mehr Zinsen zahlen. Prüfen Sie deshalb nicht nur den Werbezins. Dieser gilt häufig nur unter bestimmten Voraussetzungen und nicht für jede anfragende Person.
Konditionsanfrage und Kreditanfrage unterscheiden
Bei einer Konditionsanfrage erhalten Sie eine Einschätzung zu möglichen Zinsen und Raten. Eine Kreditanfrage bezieht sich dagegen auf einen konkreten Vertrag. Anbieter und Vergleichsportale unterscheiden die beiden Schritte, weil sie die Anfragen unterschiedlich dokumentieren können. Eine einzelne SCHUFA-neutrale Konditionsanfrage kann laut smava Angaben zu Kreditangeboten ermöglichen, ohne den SCHUFA-Score zu beeinflussen.
Prüfen Sie trotzdem die genaue Bezeichnung im Antrag. Die Auswirkungen einer Anfrage hängen vom Anbieter und vom verwendeten Verfahren ab. Fragen Sie nach, ob es sich ausdrücklich um eine Konditionsanfrage oder bereits um einen konkreten Kreditantrag handelt.
Schritt 3: Voraussetzungen prüfen und Unterlagen vorbereiten
Vor der Kreditvergabe prüft die Bank, ob Sie den Kredit voraussichtlich zurückzahlen können. Dafür betrachtet sie unter anderem Ihr Einkommen, die Sicherheit Ihres Beschäftigungsverhältnisses, bestehende Verpflichtungen und persönliche Daten. Finanztip erklärt, dass Banken Kredite nur vergeben, wenn sie von einer Rückzahlung ausgehen.
Machen Sie vollständige und aktuelle Angaben. Der Anbieter benötigt meist Informationen zu:
- Einkommen und Arbeitgeber
- Wohnsituation sowie regelmäßigen Ausgaben
- bestehenden Krediten und anderen Zahlungsverpflichtungen
- gewünschter Kreditsumme und Laufzeit
- Bankverbindung und persönlichen Daten
Welche Nachweise erforderlich sind, hängt vom Kreditgeber und vom Einzelfall ab. Dazu können Einkommensnachweise oder Kontoauszüge gehören. Unvollständige oder widersprüchliche Angaben verzögern die Prüfung und führen zu Rückfragen.
Eine schwächere Bonität bedeutet, dass der Anbieter Ihre Zahlungsfähigkeit geringer einschätzt. Sie schließt einen Kreditantrag nicht automatisch aus, kann aber zu einem höheren Zinssatz, einer niedrigeren Kreditsumme oder einer Ablehnung führen. Je nach Anbieter verbessern zusätzliche Sicherheiten Ihre Chancen. Eine Sicherheit kann beispielsweise ein verwertbarer Vermögenswert sein. Sie verpflichtet den Kreditnehmer allerdings zu weiteren Angaben und kann bei Zahlungsausfall verloren gehen.
Versuchen Sie nicht, eine schwache Bonität durch Angebote mit angeblich „SCHUFA-freiem“ Kredit zu umgehen. Die Verbraucherzentrale warnt vor unseriösen Kreditvermittlern, die versteckte Kosten verlangen oder eine Auszahlung versprechen, ohne tatsächlich einen Kredit zu vermitteln.
Schritt 4: Antrag stellen, Identität bestätigen und Prüfung abwarten
Nach dem Vergleich stellen Sie den Antrag beim ausgewählten Anbieter und übermitteln die geforderten Daten und Nachweise. Danach bestätigt der Anbieter Ihre Identität. Bei einem Online-Kredit geschieht das häufig mit einem digitalen Verfahren, zum Beispiel per Video oder über eine andere zugelassene Prüfung.
Anschließend bewertet die Bank Ihre Kreditwürdigkeit. Sie verwendet dafür die Angaben aus dem Antrag und je nach Verfahren Informationen einer Auskunftei wie der SCHUFA. Der Kreditgeber entscheidet selbst über die Annahme, die Kreditsumme, die Laufzeit und den Zinssatz. Ein Kreditvergleich oder eine Vermittlungsplattform trifft diese Entscheidung nicht. Die Verbraucherzentrale stellt klar, dass Vermittler Anträge lediglich an Banken weiterleiten.
Bewahren Sie die übermittelten Unterlagen und die Antragsbestätigung auf. Prüfen Sie außerdem, ob der Anbieter vor der Auszahlung Geld verlangt. Eine Vorkasse für eine angebliche Bearbeitung, Versicherung oder Vermittlung ist ein Warnsignal. Laut Verbraucherzentrale zu unseriösen Krediten besteht ein Anspruch des Vermittlers auf Vergütung grundsätzlich erst, wenn ein Kredit tatsächlich vermittelt und ausgezahlt wurde.
Vorsicht gilt auch bei zusätzlichen Produkten. Eine Restschuldversicherung, eine kostenpflichtige Karte oder ein weiteres Finanzprodukt erhöht die laufenden Kosten. Prüfen Sie getrennt, ob Sie dieses Produkt tatsächlich brauchen und welche Verpflichtungen dadurch entstehen.
Schritt 5: Vertrag prüfen, unterschreiben und Auszahlung kontrollieren
Lesen Sie den gesamten Kreditvertrag, bevor Sie unterschreiben. Vergleichen Sie ihn mit dem Angebot. Achten Sie besonders auf:
- Kreditsumme und Auszahlungsbetrag
- effektiven Jahreszins und Gesamtbetrag
- Monatsrate und Fälligkeit
- Laufzeit sowie Anzahl der Raten
- Bedingungen für Sondertilgungen
- Kosten bei Zahlungsverzug
- enthaltene Zusatzverträge
- Voraussetzungen und Zeitpunkt der Auszahlung
Die digitale Unterschrift ersetzt die Prüfung nicht. Stimmen Rate, Laufzeit oder Gesamtbetrag nicht mit Ihrer Planung überein, unterschreiben Sie erst nach einer Klärung. Nach der Vertragsannahme zahlt der Kreditgeber den Betrag auf das vereinbarte Konto aus, sofern alle Bedingungen erfüllt sind.
Für Verbraucherdarlehen gilt grundsätzlich ein gesetzliches Widerrufsrecht. Die Frist beginnt mit dem Vertragsschluss oder mit dem Erhalt der vorgeschriebenen Widerrufsinformation, je nachdem, welcher Zeitpunkt maßgeblich ist. Sie müssen den Widerruf schriftlich erklären, zum Beispiel per Brief oder E-Mail. Die genauen Voraussetzungen und Folgen sollten Sie den Widerrufsinformationen Ihres Vertrags entnehmen. Eine verständliche Zusammenfassung der Frist bietet Creditplus zum Kreditwiderruf.
Nach der Auszahlung richten Sie am besten einen Dauerauftrag für die Monatsrate ein. Prüfen Sie regelmäßig, ob die Abbuchung funktioniert. Bei absehbaren Zahlungsschwierigkeiten sollten Sie frühzeitig die Bank kontaktieren. Eine unbezahlte Rate kann zusätzliche Kosten verursachen und die finanzielle Belastung verschärfen.
Was ein Ratenkredit tatsächlich kostet
Die Gesamtkosten hängen vor allem von Kreditsumme, Zinssatz und Laufzeit ab. Deshalb können zwei Angebote mit derselben Kreditsumme unterschiedlich teuer sein, wenn sich Zinssatz oder Laufzeit unterscheiden.
Ein Beispiel ohne konkrete Zinssätze verdeutlicht den Zusammenhang:
| Variante | Monatsrate | Gesamtkosten | Typischer Zielkonflikt |
|---|---|---|---|
| Kürzere Laufzeit | Höher | Niedriger | Mehr monatlicher Spielraum nötig |
| Längere Laufzeit | Niedriger | Höher | Längere finanzielle Bindung |
| Niedrigerer effektiver Jahreszins | Abhängig von Laufzeit | Günstiger bei gleichen übrigen Bedingungen | Bonitäts- und Anbieterbedingungen prüfen |
Die Monatsrate allein sagt daher wenig über die Qualität eines Angebots aus. Ein Kredit mit niedriger Rate kann insgesamt teurer sein, wenn Sie ihn deutlich länger zurückzahlen. Vergleichen Sie immer Rate, Laufzeit und Gesamtbetrag gemeinsam.
Auch eine Kreditkarten-Ratenzahlung ist kein automatisch günstiger Ersatz. Die BaFin warnt bei solchen Teilzahlungsmodellen vor Zinssätzen zwischen 15 und mehr als 20 Prozent. Wer dauerhaft nur den Mindestbetrag zahlt, reduziert die Schuld langsam und zahlt entsprechend lange Zinsen.
Wann ein Kreditvergleich nicht genügt
Ein Vergleich zeigt Preise, ersetzt aber keine Haushaltsrechnung. Wenn Sie die geplante Rate nur zahlen können, indem Sie andere Rechnungen auslassen, passt der Kredit nicht zu Ihrer Situation. Das gilt auch, wenn ein Anbieter den Antrag zunächst annimmt.
Bei mehreren bestehenden Krediten sollte zunächst geprüft werden, ob eine Umschuldung tatsächlich Kosten senkt. Dafür müssen Ablösebetrag, neuer Gesamtbetrag, Gebühren und mögliche Laufzeitverlängerungen verglichen werden. Eine neue Finanzierung verschiebt das Problem, wenn sie lediglich zusätzliche Schulden schafft.
Eine Ablehnung sollten Sie nicht durch viele unkoordinierte Kreditanträge beantworten. Klären Sie zunächst, ob Angaben fehlerhaft sind, ob bestehende Verpflichtungen die Rate zu hoch machen oder ob die gewünschte Summe reduziert werden muss. Eine kostenlose Selbstauskunft bei der SCHUFA kann helfen, gespeicherte Daten auf Fehler zu prüfen. Eine fehlerhafte Information sollte direkt bei der zuständigen Stelle beanstandet werden.
Kernaussagen
- Budget festlegen: Bestimmen Sie die Rate erst nach Abzug aller regelmäßigen Ausgaben und eines Puffers für unerwartete Kosten.
- Effektiven Jahreszins vergleichen: Bewerten Sie Angebote anhand von Gesamtbetrag, Laufzeit, Rate und Zusatzkosten. Die Monatsrate allein reicht für den Vergleich nicht.
- Anfrage unterscheiden: Prüfen Sie, ob der Anbieter eine Konditionsanfrage oder bereits eine konkrete Kreditanfrage stellt.
- Vertrag kontrollieren: Lesen Sie vor der Unterschrift Rate, Laufzeit, Sondertilgungen, Zusatzprodukte und Widerrufsinformationen.
- Vorkasse ablehnen: Zahlen Sie keine Gebühren für eine angebliche Kreditvermittlung, bevor ein Kredit tatsächlich vermittelt und ausgezahlt wurde.
FAQ
Wie lange dauert der Weg vom Antrag bis zur Auszahlung?
Die Dauer hängt vom Anbieter, der Identitätsprüfung, den nötigen Nachweisen und der Kreditentscheidung ab. Bei vollständig digitalen Krediten können Konditionsanfrage, Identifikation und Vertragsunterzeichnung online erfolgen. Daraus lässt sich aber keine feste Auszahlungsdauer für jeden Anbieter ableiten.
Beeinflusst eine Konditionsanfrage meinen SCHUFA-Score?
Eine ausdrücklich als SCHUFA-neutrale Konditionsanfrage bezeichnete Anfrage beeinflusst den Score nach den Angaben von smava nicht. Prüfen Sie trotzdem die Formulierung im Antrag, weil eine konkrete Kreditanfrage anders behandelt werden kann.
Welche Rate ist für mich tragbar?
Die Rate muss nach allen regelmäßigen Ausgaben und einem finanziellen Puffer übrig bleiben. Eine allgemeine Prozentgrenze ersetzt diese Haushaltsrechnung nicht. Wenn bereits kleine unerwartete Rechnungen die Rate gefährden würden, ist der Kredit zu hoch angesetzt.
Was passiert, wenn die Bank meinen Kredit ablehnt?
Eine Ablehnung bedeutet nicht automatisch, dass jeder andere Anbieter zusagt. Prüfen Sie zuerst Ihre Angaben, bestehenden Verpflichtungen und die gewünschte Kreditsumme. Vermeiden Sie Angebote, die trotz Ablehnung eine Auszahlung gegen Vorkasse oder zusätzliche Gebühren versprechen.
Kann ich einen Ratenkredit widerrufen?
Bei einem Verbraucherdarlehen besteht grundsätzlich ein gesetzliches Widerrufsrecht, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Der Widerruf muss innerhalb der Frist schriftlich erklärt werden. Maßgeblich sind die Widerrufsinformationen in Ihrem Vertrag.
Sind Kreditkarten mit Teilzahlung eine günstige Alternative?
Das lässt sich nur durch einen Kostenvergleich beurteilen. Die BaFin weist darauf hin, dass bei Kreditkarten-Ratenzahlungen Zinssätze zwischen 15 und mehr als 20 Prozent vorkommen. Wer nur die Mindestrate zahlt, kann die Schuld deshalb über längere Zeit verteuern.