Ein unbefristeter Arbeitsvertrag erleichtert die Kreditprüfung. Er ist aber nicht für jeden Kredit erforderlich. Banken prüfen vor allem, ob das Einkommen regelmäßig eingeht und ob die Rückzahlung über die gesamte Laufzeit realistisch ist. Eine befristete Beschäftigung, Teilzeit oder Zeitarbeit führt daher nicht automatisch zu einer Ablehnung. Die Prüfung kann aber schwieriger werden, wenn der Arbeitsvertrag vor dem Ende der Kreditlaufzeit ausläuft und die weitere Beschäftigung unklar ist.
Ein befristeter Arbeitsvertrag hat ein festes Enddatum. Seit dem 1. August 2022 muss dieses Datum im Nachweis der Arbeitsbedingungen stehen, wie die IHK München zum Nachweisgesetz erläutert.
Die Bank sieht dadurch, wie lange das aktuelle Einkommen vertraglich gesichert ist.
Entscheidend ist daher nicht nur die Frage „unbefristet oder befristet?“. Die Bank betrachtet auch Beschäftigungsform, Einkommen, Haushaltsbudget, weitere Verpflichtungen, Bonität und geplante Kreditlaufzeit. Je unsicherer die Einnahmen nach dem Vertragsende sind, desto höher ist aus Sicht der Bank das Rückzahlungsrisiko.
Welche Beschäftigungsformen Banken prüfen können
Es gibt keine einheitliche Regel, nach der Banken bestimmte Beschäftigungsformen immer akzeptieren oder ablehnen. Jede Bank prüft nach eigenen Maßstäben. Die Übersicht ist daher keine Zusage, sondern nennt die Fragen, die bei der Einschätzung der Rückzahlung meist wichtig sind.
| Beschäftigungsform | Was für die Prüfung spricht | Was die Rückzahlung unsicherer macht |
|---|---|---|
| Unbefristete Vollzeitbeschäftigung | Regelmäßiges Einkommen ohne festes Vertragsende | Probezeit, kurze Beschäftigungsdauer oder hohe bestehende Schulden |
| Befristete Beschäftigung | Laufendes Gehalt und eine ausreichend lange Restlaufzeit | Vertragsende liegt vor dem Ende der Kreditlaufzeit; Anschlussbeschäftigung ist offen |
| Teilzeitbeschäftigung | Nachweisbare, regelmäßige Gehaltseingänge | Niedrigeres Einkommen lässt nach Abzug der Lebenshaltungskosten wenig Spielraum |
| Zeitarbeit | Wiederkehrende Einkünfte und fortbestehender Einsatz | Schwankende Einsätze, Unterbrechungen oder unklare Weiterbeschäftigung |
| Minijob | Zusätzliche regelmäßige Einnahmen | Einkommen reicht allein häufig nicht für eine größere Kreditrate |
| Selbstständigkeit | Nachweisbare und stabile Geschäftseinnahmen | Schwankende Umsätze und schwerer planbare künftige Einkünfte |
| Werkvertrag oder einzelne Aufträge | Einnahmen können zur Haushaltsrechnung beitragen | Kein gleichmäßiger Gehaltsfluss und keine sichere Fortsetzung der Aufträge |
| Probezeit | Beschäftigung besteht bereits und Gehalt wird gezahlt | Arbeitsverhältnis kann in der Anfangsphase leichter enden |
| Arbeitslosigkeit | Weitere Einnahmen oder Sicherheiten können vorhanden sein | Fehlendes Erwerbseinkommen erschwert die dauerhafte Finanzierung |
Auch ein mündlicher Arbeitsvertrag ist rechtlich gültig, wenn eine bezahlte Beschäftigung vereinbart wurde. Für die Kreditprüfung müssen die Bedingungen aber nachvollziehbar sein. Deshalb ist der Nachweis der Arbeitsbedingungen wichtiger als die Frage, ob der Vertrag schriftlich oder mündlich geschlossen wurde.
Befristete Beschäftigung
Bei einem befristeten Vertrag vergleicht die Bank besonders die verbleibende Vertragsdauer mit der Kreditlaufzeit. Läuft der Arbeitsvertrag noch lange nach dem geplanten Ende des Kredits, ist das Einkommen besser planbar. Endet er schon in wenigen Monaten, muss die Bank prüfen, wie die Raten danach bezahlt werden.
Ein bereits unterschriebener Anschlussvertrag verbessert die Ausgangslage. Eine bloße Aussicht auf eine Verlängerung zählt deutlich weniger, weil sie kein gesichertes Einkommen bedeutet. Auch eine nachweisbare längere Beschäftigung beim gleichen Arbeitgeber kann helfen. Sie ersetzt aber keine verbindliche Zusage für die weitere Beschäftigung.
Teilzeit, Minijob und Zeitarbeit
Teilzeit und Zeitarbeit schließen einen Kredit nicht automatisch aus. Die Bank vergleicht das Einkommen aber mit den monatlichen Ausgaben. Ein regelmäßiges Teilzeitgehalt kann für einen kleineren Kredit reichen, für eine hohe Rate aber nicht.
Beim Minijob ist wichtig, ob er das Haupteinkommen oder nur eine zusätzliche Einnahme ist. Als einzige Einnahmequelle ist ein größerer Ratenkredit schwieriger. Bei Zeitarbeit prüft die Bank unter anderem die tatsächlichen Zahlungseingänge, die Beschäftigungsdauer und die Regelmäßigkeit der Einsätze.
Selbstständigkeit und Werkverträge
Selbstständige Einkünfte sind schwerer planbar als ein festes Monatsgehalt. Entscheidend ist nicht nur, ob Einkommen erzielt wird. Die Einnahmen müssen über längere Zeit stabil und ausreichend belegt sein.
Werkverträge und einzelne Aufträge sind kein klassisches Arbeitsverhältnis. Die Einnahmen können in die Haushaltsrechnung einfließen. Fehlt ihnen die Regelmäßigkeit, steigt aber das Risiko. Wer von mehreren Aufträgen lebt, sollte deshalb klar belegen, welche Einnahmen bereits bestehen und welche künftig realistisch sind.
Wann die Rückzahlung zu unsicher wirkt
Die Rückzahlung ist vor allem dann unsicher, wenn die Rate nur mit dem aktuellen Einkommen bezahlbar ist, dieses Einkommen aber vor dem Ende der Kreditlaufzeit wegfallen kann. Ein einfaches Beispiel:
- Der Arbeitsvertrag endet in sechs Monaten.
- Der Kredit läuft mehrere Jahre.
- Es gibt keinen unterschriebenen Anschlussvertrag.
- Nach Miete, Lebenshaltungskosten und bestehenden Raten bleibt kaum finanzieller Spielraum.
In diesem Fall muss die Bank mit einem deutlichen Einkommensrisiko rechnen. Eine kurze Laufzeit, eine niedrigere Kreditsumme oder ein nachweisbares weiteres Einkommen kann die Bewertung verbessern. Die konkrete Entscheidung hängt aber vom Kreditgeber und von der individuellen Prüfung ab.
Besonders problematisch sind diese Situationen:
-
Das Vertragsende liegt vor dem Ende der Rückzahlung.
Die Bank kennt dann die Einnahmequelle nach dem Enddatum nicht. -
Das Einkommen schwankt stark.
Unregelmäßige Aufträge, wechselnde Einsätze oder stark unterschiedliche Monatsgehälter erschweren die Planung. -
Die Rate lässt keinen Haushaltsüberschuss.
Wenn nach festen Ausgaben kaum Geld übrig bleibt, reichen kleine Einkommensausfälle für Zahlungsschwierigkeiten. -
Mehrere Verpflichtungen bestehen bereits.
Andere Kredite, Unterhaltszahlungen oder hohe Wohnkosten verringern den Betrag, der für die neue Rate verfügbar ist. -
Die Beschäftigung befindet sich noch in der Probezeit.
Das Einkommen ist zwar vorhanden, das Arbeitsverhältnis aber noch nicht langfristig gefestigt. -
Das Einkommen ist nicht nachvollziehbar dokumentiert.
Fehlende oder widersprüchliche Angaben erschweren die Prüfung unabhängig von der Beschäftigungsform.
Eine wichtige Ausnahme betrifft den Dispositionskredit. Seine Höhe richtet sich laut BaFin häufig nach regelmäßigen Zahlungseingängen, vor allem nach dem Gehalt. Auf einen Dispositionskredit besteht kein Anspruch. Unregelmäßige oder ausbleibende Geldeingänge können den verfügbaren Rahmen daher besonders beeinflussen.
Ratenkredit oder Dispositionskredit?
Ein Dispositionskredit überzieht das Girokonto bis zu einem vereinbarten Betrag. Er eignet sich nur für einen kurzfristigen Engpass, wenn die Rückzahlung aus einem absehbaren Zahlungseingang erfolgt. Die BaFin bezeichnet ihn als die teuerste Möglichkeit, kurzfristig Geld zu leihen, und empfiehlt bei größeren Beträgen, die nicht schnell zurückgezahlt werden können, eher einen Ratenkredit.
Ein Ratenkredit verteilt die Rückzahlung auf feste Monatsraten. Das macht die Belastung planbarer, verlängert aber die Verpflichtung. Bei einem befristeten Arbeitsvertrag sollte die Laufzeit deshalb nicht allein nach der gewünschten Monatsrate gewählt werden. Die entscheidende Frage lautet:
Welche Einnahme bezahlt die Rate, wenn der aktuelle Arbeitsvertrag endet?
Wer diese Frage nicht plausibel beantworten kann, sollte die Kreditsumme reduzieren, die Laufzeit verkürzen oder zunächst die berufliche Situation klären. Ein Dispositionskredit löst ein langfristiges Finanzierungsproblem nicht, wenn jeden Monat ein neuer Fehlbetrag entsteht.
So verbessern Antragstellende ihre Ausgangslage
Eine gute Vorbereitung ersetzt keine Prüfung, macht die finanzielle Situation aber nachvollziehbarer. Vor dem Antrag helfen diese Schritte:
1. Vertragsende und Kreditlaufzeit vergleichen
Notieren Sie das Enddatum des Arbeitsvertrags und vergleichen Sie es mit der geplanten Rückzahlungsdauer. Liegt das Vertragsende deutlich früher, bereiten Sie einen belastbaren Nachweis für die Zeit danach vor, etwa einen bereits unterschriebenen Anschlussvertrag oder ein weiteres regelmäßiges Einkommen.
2. Haushaltsüberschuss ehrlich berechnen
Addieren Sie die regelmäßigen Nettoeinnahmen und ziehen Sie Miete, Versicherungen, Lebenshaltungskosten, Unterhalt sowie bestehende Kreditraten ab. Die neue Rate muss auch dann tragbar bleiben, wenn einzelne Ausgaben steigen oder ein Einkommen vorübergehend ausfällt.
3. Einnahmen nachvollziehbar belegen
Halten Sie die vorhandenen Nachweise geordnet bereit. Dazu gehören je nach Beschäftigungsform der Arbeitsvertrag oder Nachweis der Arbeitsbedingungen, aktuelle Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge mit Gehaltseingängen sowie Unterlagen zu weiteren regelmäßigen Einnahmen. Welche Unterlagen die jeweilige Bank verlangt, sollte vor dem Antrag geklärt werden.
4. Kreditsumme und Laufzeit anpassen
Eine geringere Kreditsumme senkt die Monatsrate und die Gesamtschuld. Eine kürzere Laufzeit reduziert die Zeit bis zur vollständigen Rückzahlung, erhöht aber die monatliche Belastung. Wählen Sie nur eine Rate, die nach der Haushaltsrechnung dauerhaft tragbar bleibt.
5. Mehrere Angebote vergleichen
Vergleichen Sie nicht nur den beworbenen Zinssatz, sondern den effektiven Jahreszins, die Gesamtkosten, mögliche Zusatzprodukte und die Bedingungen für Sondertilgungen. Fragen Sie konkret nach, wie die Bank eine Befristung, Probezeit, Zeitarbeit oder selbstständige Einkünfte bewertet.
6. Keine unklaren Angaben machen
Ein bevorstehender Wechsel des Arbeitgebers, ein auslaufender Vertrag oder schwankende Einnahmen sollte nicht verschwiegen werden. Falsche oder unvollständige Angaben können die Kreditentscheidung und später die Vertragsbeziehung belasten.
7. Bei Ablehnung nicht sofort auf teure Alternativen ausweichen
Eine Ablehnung ist kein Anlass, dauerhaft den Dispositionskredit zu nutzen. Prüfen Sie zuerst, ob eine kleinere Summe, ein späterer Antrag nach Ende der Probezeit, ein bereits gesicherter Anschlussvertrag oder ein zusätzlicher Kreditnehmender die Situation verändert. Ein zusätzlicher Kreditnehmender bringt jedoch eine eigene Zahlungspflicht mit sich und sollte nur einbezogen werden, wenn die Rückzahlung für beide Personen tragbar ist.
Kernaussagen
- Prüfen Sie das Vertragsende gegen die Kreditlaufzeit: Endet die Beschäftigung deutlich vor dem Ende der Rückzahlung, braucht die Bank eine nachvollziehbare Perspektive für die weiteren Raten.
- Unterscheiden Sie Beschäftigungsformen nach der Einkommenssicherheit: Teilzeit, Zeitarbeit, Minijob, Selbstständigkeit und Werkverträge können berücksichtigt werden, wenn die Einnahmen regelmäßig und ausreichend belegbar sind.
- Berechnen Sie den Haushaltsüberschuss vor dem Antrag: Entscheidend ist, was nach Miete, Lebenshaltungskosten und bestehenden Verpflichtungen für die neue Rate übrig bleibt.
- Nutzen Sie den Dispositionskredit nur kurzfristig: Für größere Beträge, die nicht schnell zurückfließen, ist ein Ratenkredit grundsätzlich die passendere Prüfgröße, während der Dispositionskredit laut BaFin besonders teuer ist.
- Belegen Sie die Zeit nach einer Befristung: Ein unterschriebener Anschlussvertrag ist aussagekräftiger als eine unverbindliche Aussicht auf Verlängerung.
FAQ
Bekomme ich mit einem befristeten Arbeitsvertrag einen Kredit?
Ein befristeter Arbeitsvertrag schließt einen Kredit nicht automatisch aus. Die Bank bewertet, wie lange das Einkommen noch gesichert ist, wie hoch die Rate ausfällt und ob Einnahmen nach dem Vertragsende nachweisbar sind. Eine allgemeine Zusage für alle Banken oder Kreditarten gibt es nicht.
Welche Unterlagen sollte ich bei einem befristeten Vertrag bereithalten?
Sinnvoll sind der Arbeitsvertrag oder der Nachweis der Arbeitsbedingungen, aktuelle Gehaltsabrechnungen und nachvollziehbare Zahlungseingänge. Wenn bereits ein Anschlussvertrag unterschrieben wurde, sollte auch dieser vorgelegt werden. Die konkrete Bank entscheidet, welche Unterlagen sie verlangt.
Wird Teilzeit bei der Kreditprüfung akzeptiert?
Teilzeiteinkommen kann berücksichtigt werden, wenn es regelmäßig eingeht und nach Abzug der Ausgaben genügend Spielraum für die Rate bleibt. Bei einem niedrigen Einkommen begrenzt die Haushaltsrechnung häufig die mögliche Kreditsumme.
Ist ein Minijob als alleinige Einkommensquelle ausreichend?
Ein Minijob liefert zwar Einkommen, reicht als alleinige Grundlage für einen größeren Kredit aber häufig nicht aus. Entscheidend sind die Höhe und Regelmäßigkeit der Einnahmen sowie die übrige finanzielle Situation. Als zusätzliches Einkommen kann er die Haushaltsrechnung verbessern.
Kann ich während der Probezeit einen Kredit beantragen?
Ein Antrag ist möglich, aber die Probezeit erhöht das Beschäftigungsrisiko, weil das Arbeitsverhältnis noch nicht langfristig gefestigt ist. Eine niedrige Kreditsumme, ein ausreichender Haushaltsüberschuss oder weitere stabile Einnahmen können die Bewertung verbessern.
Was passiert, wenn mein Arbeitsvertrag während der Kreditlaufzeit endet?
Die Raten müssen grundsätzlich weiter bezahlt werden, auch wenn das Arbeitsverhältnis endet. Sorgen Sie deshalb vor dem Antrag für eine realistische Finanzierung aus weiterem Einkommen, Rücklagen oder einer neuen Beschäftigung. Wählen Sie keine Rate, die nur mit dem aktuellen Gehalt bezahlbar ist.
Ist der Dispositionskredit bei unsicherem Einkommen eine gute Lösung?
Der Dispositionskredit eignet sich nur für einen kurzfristigen Engpass mit absehbarem Zahlungseingang. Die BaFin weist darauf hin, dass der Dispositionskredit besonders teuer ist und sich für größere Beträge, die nicht schnell zurückgezahlt werden können, nicht eignet.