Wenn Sie selbstständig sind, schwankt Ihr Einkommen oft von Monat zu Monat. Für einen privaten Kredit zählt deshalb nicht der Umsatz eines besonders guten Monats, sondern ob nach Betriebskosten, Steuern, Versicherungen und privaten Ausgaben genug Geld für die Rate bleibt. Kalkulieren Sie mit schwächeren Monaten und halten Sie zusätzlich einen finanziellen Puffer zurück.
Die Bank prüft vor Abschluss eines Verbraucherdarlehens, ob Sie den Kredit voraussichtlich zurückzahlen können. Prüfen Sie zusätzlich selbst, welche Rate Sie auch dann noch zahlen können, wenn Geld später eingeht oder weniger hereinkommt. Eine allgemeingültige Berechnungsmethode für alle Banken gibt es nicht. Ihre Haushaltsrechnung sollte deshalb vorsichtiger ausfallen als eine Kalkulation, die nur auf dem erwarteten Durchschnitt beruht.
Wie Banken schwankende Einnahmen bewerten
Bei einem privaten Verbraucherkredit muss der Darlehensgeber Ihre Kreditwürdigkeit prüfen. Bei einem allgemeinen Verbraucherdarlehen darf er den Vertrag nur abschließen, wenn keine erheblichen Zweifel an Ihrer Rückzahlungsfähigkeit bestehen. Die Pflicht steht in § 505a BGB.
Bei Selbstständigen prüft die Bank dafür meist Unterlagen, die Einkommen und Geschäftsentwicklung belegen. Dazu können Steuerbescheide aus mehreren Jahren, eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) sowie eine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) oder ein Jahresabschluss gehören. Welche Dokumente und Zeiträume gefragt sind, unterscheidet sich je nach Bank und Tätigkeit. Fragen Sie vor der Antragstellung nach der konkreten Unterlagenliste, statt vorsorglich von einem einheitlichen Verfahren auszugehen.
Hier geht es zum passenden Kredit
Banken können mehrere Jahre miteinander vergleichen, um starke Ausschläge einzuordnen. Es gibt keine einheitliche Regel dafür, wie stark einzelne Jahre zählen. Ein Durchschnitt kann einen jüngsten Rückgang verdecken; eine besonders schwache Phase kann umgekehrt eine aktuelle Verbesserung unberücksichtigt lassen. Legen Sie deshalb neben den geforderten Nachweisen eine verständliche Übersicht Ihrer Einnahmen und Ausgaben vor und fragen Sie, wie die Bank Ihre Jahre bewertet.
Ihre Haushaltsrechnung: vom Gewinn zur tragbaren Rate
Rechnen Sie nicht mit dem Umsatz. Ziehen Sie zuerst betriebliche Ausgaben ab. Berücksichtigen Sie danach Geld, das Sie für Steuern und Versicherungen zurücklegen müssen, sowie Ihre privaten Kosten und bestehenden Kreditraten. Erst der verbleibende Betrag zeigt, welcher Spielraum für einen neuen Kredit besteht.
Prüfen Sie für Ihre Rechnung die Kontoauszüge und Buchhaltungsdaten der vergangenen zwölf Monate. Erfassen Sie die tatsächlichen Zahlungseingänge und Ausgaben, statt nur Planwerte zu verwenden. Verteilen Sie jährliche oder unregelmäßige Ausgaben auf Monate, indem Sie eine Jahresrechnung durch zwölf teilen und monatlich zurücklegen. So berücksichtigen Sie zum Beispiel Versicherungsbeiträge oder andere wiederkehrende Zahlungen auch in den Monaten, in denen sie nicht abgebucht werden.
| Rechenschritt | Was Sie eintragen |
|---|---|
| Einnahmen | Tatsächliche Zahlungseingänge aus Ihrer selbstständigen Tätigkeit |
| Geschäftskosten | Laufende betriebliche Ausgaben, die Sie selbst tragen |
| Rücklagen | Beträge für Steuern, Versicherungen und unregelmäßige Jahreskosten |
| Private Ausgaben | Wohnen, Lebensmittel, Mobilität und weitere regelmäßige Lebenshaltungskosten |
| Bestehende Verpflichtungen | Kreditraten und andere feste Zahlungen |
| Verbleibender Betrag | Der Spielraum, aus dem eine neue Rate und ein Puffer bezahlt werden müssten |
Konkrete nächste Aktion: Öffnen Sie heute Ihre Kontoauszüge und Buchhaltungsübersicht der vergangenen zwölf Monate. Tragen Sie die monatlichen Zahlungseingänge und Ausgaben in diese Reihenfolge ein. Markieren Sie den finanziell schwächsten Monat und prüfen Sie, ob die geplante Rate auch dann nach allen Rücklagen und Verpflichtungen noch Platz lässt. Wenn nicht, senken Sie den Kreditbetrag oder verschieben Sie die Aufnahme, bis die Finanzierung tragbar ist.
Zinsen vieler Banken vergleichen und günstigen Kredit finden
Ein Durchschnitt hilft, den Verlauf zu verstehen. Für die Entscheidung über die Rate zählt aber auch, ob Sie bei einem schwachen Monat laufende Kosten bezahlen können, ohne Ihre Steuer- oder Versicherungsrücklagen anzutasten. Setzen Sie die Rate daher nicht gleich dem rechnerischen Überschuss. Lassen Sie einen Puffer für unerwartete Ausgaben und verspätete Zahlungseingänge stehen. Daraus folgt keine gesetzliche Quote, die für alle Selbstständigen die passende Rate festlegt.
Kreditkosten neben der Monatsrate vergleichen
Eine niedrige Monatsrate kann durch eine längere Laufzeit entstehen. Dann zahlen Sie den Kredit länger und können insgesamt mehr Zinsen zahlen. Vergleichen Sie deshalb den effektiven Jahreszins, die Gesamtkosten und die Laufzeit. Der effektive Jahreszins berücksichtigt neben dem Sollzins weitere Kreditkosten und eignet sich besser zum Angebotsvergleich.
Prüfen Sie außerdem, ob Gebühren oder Zusatzprodukte hinzukommen. Eine freiwillige Restschuldversicherung kann die Belastung deutlich erhöhen und ist bei allgemeinen Verbraucherkrediten nicht automatisch im effektiven Jahreszins enthalten. Lassen Sie sich die Kosten getrennt ausweisen und rechnen Sie die Rate einschließlich aller tatsächlich vereinbarten Zusatzkosten.
Achten Sie auch auf tilgungsfreie Anfangszeiten. In dieser Zeit zahlen Sie zunächst keinen Teil des geliehenen Betrags zurück. Währenddessen fallen weiterhin Zinsen an; sobald die Rückzahlung des Kreditbetrags beginnt, steigt die monatliche Belastung. Planen Sie deshalb von Anfang an mit der späteren Rate und prüfen Sie, ob sie auch in schwächeren Monaten tragbar bleibt. Ein Kreditrechner für Selbstständige kann Angebote vergleichbar machen, entscheidet aber nicht über Ihren Antrag und ersetzt nicht Ihre Haushaltsrechnung.
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Kernaussagen
- Rechnen Sie mit verfügbarem Einkommen: Ziehen Sie Betriebskosten, Rücklagen, private Ausgaben und bestehende Raten ab, bevor Sie eine neue Kreditrate ansetzen.
- Prüfen Sie schwache Monate: Eine Rate, die nur bei hohen Einnahmen passt, ist keine verlässliche Grundlage für eine langfristige Verpflichtung.
- Fragen Sie nach den Bankunterlagen: Steuerbescheide, BWA, EÜR oder Jahresabschluss können verlangt werden; Umfang und Bewertung unterscheiden sich je nach Bank.
- Vergleichen Sie die Gesamtkosten: Achten Sie neben der Monatsrate auf effektiven Jahreszins, Laufzeit, Gebühren und Zusatzversicherungen.
FAQ
Welche Unterlagen verlangt eine Bank von Selbstständigen?
Häufig kommen Steuerbescheide aus mehreren Jahren sowie eine aktuelle BWA, eine EÜR oder ein Jahresabschluss infrage. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Bank, Rechtsform und Tätigkeit. Fragen Sie vorab nach, welche Unterlagen und Zeiträume konkret benötigt werden.
Soll ich für meine Rate den Durchschnitt oder den schwächsten Monat verwenden?
Nutzen Sie den Durchschnitt, um Ihre Entwicklung einzuschätzen, und prüfen Sie zusätzlich, ob die Rate in schwächeren Monaten bezahlbar bleibt. Wenn sie dort nur durch das Aufbrauchen von Steuerrücklagen oder eines notwendigen Puffers funktioniert, ist sie zu hoch angesetzt.
Gibt es eine feste Grenze, wie viel meines Einkommens für die Kreditrate verwendet werden darf?
Eine allgemeingültige gesetzliche Prozentgrenze für Ihre private Kreditrate folgt daraus nicht. Entscheidend ist Ihre individuelle Haushaltsrechnung, einschließlich unregelmäßiger Ausgaben und bestehender Verpflichtungen. Bankinterne Richtwerte ersetzen diese Prüfung nicht.
Was mache ich, wenn die Bank meine aktuelle Entwicklung anders bewertet als ich?
Fragen Sie, welche Jahre und Unterlagen die Bank berücksichtigt und wie stark die einzelnen Jahre zählen. Ergänzen Sie die geforderten Nachweise um aktuelle Zahlen, sofern die Bank diese berücksichtigt. Eine bestimmte Bewertung oder Zusage lässt sich daraus nicht ableiten.