Wer in Deutschland einen Ratenkredit aufnehmen möchte, sollte zuerst die Monatsrate und die Gesamtkosten berechnen. Sie zahlen den Kredit in gleich hohen Raten zurück. Jede Rate enthält einen Teil der geliehenen Summe und Zinsen.
Ein Rechner zeigt schnell eine mögliche Monatsrate. Er ersetzt aber weder die Haushaltsrechnung noch die Prüfung des Kreditangebots. Für eine fundierte Entscheidung brauchen Sie einen realistischen Finanzplan, einen Vergleich anhand des effektiven Jahreszinses sowie Angaben zu Einkommen, Ausgaben und bestehenden Verpflichtungen.
Als wichtigste Vergleichsgröße umfasst der Effektivzins neben dem Sollzins weitere Kosten des Kredits. Bei Angeboten mit bonitätsabhängigen Zinsen steht häufig zusätzlich ein sogenannter Zwei-Drittel-Zins. Er zeigt den Zinssatz, den mindestens zwei Drittel der Kundinnen und Kunden tatsächlich erhalten haben. Der niedrigste beworbene Zinssatz gilt daher nicht automatisch für jede Person.
Welche Rechner bei der Kreditplanung helfen
Ein Ratenkreditrechner zeigt, wie hoch die Monatsrate bei einer bestimmten Kreditsumme, Laufzeit und Verzinsung ist. Die Laufzeit gibt an, über wie viele Monate Sie den Kredit zurückzahlen. Eine längere Laufzeit senkt die Monatsrate, erhöht bei gleichem Zinssatz aber die gesamten Zinskosten.
Der Raten-Rechner von Stiftung Warentest berechnet Monatsraten für verschiedene Kreditsummen und Laufzeiten. Nutzen Sie ihn nicht nur für einen einzelnen Wert, sondern für mehrere Szenarien:
- gewünschte Kreditsumme bei kurzer Laufzeit,
- gewünschte Kreditsumme bei längerer Laufzeit,
- niedrigere Kreditsumme mit höherer Eigenleistung,
- gleiche Kreditsumme bei verschiedenen effektiven Jahreszinsen.
Schreiben Sie zu jeder Variante die Monatsrate, die Gesamtrückzahlung und die Laufzeit auf. Die günstigste Monatsrate ist nicht automatisch die günstigste Finanzierung.
Beispiel für eine eigene Vergleichstabelle
| Szenario | Kreditsumme | Laufzeit | Effektiver Jahreszins | Monatsrate | Gesamtrückzahlung | Entscheidung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| A | eintragen | eintragen | aus Angebot übernehmen | berechnen | berechnen | passt / passt nicht |
| B | eintragen | eintragen | aus Angebot übernehmen | berechnen | berechnen | passt / passt nicht |
| C | eintragen | eintragen | aus Angebot übernehmen | berechnen | berechnen | passt / passt nicht |
Die Tabelle lenkt den Blick auf mehr als die Monatsrate. Entscheidend sind auch die gesamte Rückzahlung und die Dauer der monatlichen Belastung.
Bei mehreren bestehenden Krediten hilft ein Umschuldungs-Rechner von Stiftung Warentest. Er kann zeigen, ob ein neuer, günstigerer Kredit die bisherigen Finanzierungskosten senkt. Prüfen Sie dabei auch die Ablösekosten des alten Vertrags, die neue Laufzeit und mögliche Sondertilgungen. Eine niedrigere Monatsrate allein beweist noch keine Ersparnis.
Der Haushaltsplan zeigt die tragbare Rate
Die tragbare Rate ergibt sich aus dem monatlich verfügbaren Geld. Die maximale Kreditsumme aus dem Rechner ist dafür nicht entscheidend. Addieren Sie alle regelmäßigen Einnahmen. Ziehen Sie davon feste Ausgaben, Lebenshaltungskosten, Versicherungen, Unterhaltszahlungen und bestehende Kreditraten ab.
Planen Sie außerdem Geld für ungeplante Ausgaben ein, etwa für eine Reparatur, eine höhere Nebenkostenabrechnung oder einen vorübergehenden Einkommensausfall. Die Rate muss auch in teureren Monaten in Ihr Budget passen.
Eine einfache Vorlage lässt sich in einer Tabellenkalkulation abbilden:
Monatliche Einnahmen
- Miete oder Wohnkosten
- Strom, Telefon und Internet
- Versicherungen
- Lebensmittel und Mobilität
- bestehende Kreditraten
- regelmäßige Rücklagen
- Puffer für unerwartete Ausgaben
= Betrag für eine neue Kreditrate
Die kostenlosen Finanzvorlagen von Microsoft Excel enthalten anpassbare Vorlagen für Finanzplanung, Ausgabenübersicht und Kreditberechnungen. Tragen Sie dort Ihre tatsächlichen Werte ein und prüfen Sie mindestens zwei Fälle: einen normalen Monat und einen Monat mit einer größeren ungeplanten Ausgabe.
Ein Kredit passt nicht in den Haushalt, wenn die Rate nur durch das Auslassen von Rücklagen oder durch dauerhaftes Überziehen des Girokontos finanzierbar ist. Verschieben Sie in diesem Fall die Kreditaufnahme, senken Sie die Summe oder prüfen Sie eine günstigere Anschaffung.
Diese Angaben sollten vor dem Vergleich bereitliegen
Kreditgeber prüfen unter anderem Ihr Alter und Ihr regelmäßiges Einkommen. Außerdem berücksichtigen sie feste Ausgaben, bestehende Kredite, die gewünschte Summe, Laufzeit und Rate sowie Ihre Bonität. Eine Checkliste zur Kreditwürdigkeit fasst diese Punkte zusammen.
Bereiten Sie deshalb vor der Anfrage folgende Informationen vor:
- monatliches Nettoeinkommen und weitere regelmäßige Einnahmen,
- Wohnkosten und laufende Haushaltsausgaben,
- bestehende Darlehen, Ratenkäufe und Unterhaltszahlungen,
- gewünschte Kreditsumme und Verwendungszweck,
- gewünschte Laufzeit und tragbare Monatsrate,
- Nachweise zu Einkommen und Beschäftigung,
- Überblick über die eigene SCHUFA-Auskunft.
Die SCHUFA ist eine private Wirtschaftsauskunftei. Sie speichert Informationen über finanzielle Vertragsbeziehungen und berechnet daraus einen Score. Dieser Score soll zeigen, wie wahrscheinlich vertragsgemäße Zahlungen sind. Banken prüfen in Deutschland vor einer Kreditvergabe die Bonität. Dazu gehört häufig eine SCHUFA-Abfrage.
Prüfen Sie vor einer Kreditanfrage, ob die gespeicherten Daten korrekt sind. Auskunfteien müssen eine kostenlose Auskunft über die gespeicherten Daten bereitstellen. Falsche oder veraltete Einträge sollten Sie direkt bei der zuständigen Auskunftei beanstanden. Eine Löschung erfolgt nicht pauschal auf Wunsch, sondern richtet sich nach den geltenden Speicher- und Löschregeln.
SCHUFA-neutrale Vergleichsanfragen erkennen
Beim Vergleich mehrerer Kredite ist die Art der Anfrage entscheidend. Fragen Sie ausdrücklich nach einer Anfrage von Kreditkonditionen oder einer Konditionsanfrage. Diese Anfrage dient dem Vergleich und wird nach den genannten Informationen SCHUFA-neutral behandelt. Mehrere formale Kreditanfragen in kurzer Zeit können den Score dagegen ungünstig beeinflussen.
Lesen Sie vor dem Absenden, wie der Anbieter die Anfrage bezeichnet und an welche Auskunftei sie übermittelt wird. Die Hinweise von Stiftung Warentest zur Kreditvergleichsanfrage und zur SCHUFA-Bewertung helfen bei der Einordnung.
Angebote mit der Bezeichnung „Kredit ohne SCHUFA“ sollten Sie besonders kritisch prüfen. Eine Bank darf die Kreditwürdigkeit nicht einfach ausblenden. Angebote, die als sogenannte Schweizer Kredite vermarktet werden, sind laut Hinweisen von smava teilweise mit hohen Kosten, begrenzten Kreditsummen und Risiken unseriöser Anbieter verbunden. Zahlen Sie keine Vorkosten für eine angebliche Kreditvermittlung und prüfen Sie die Vertragsbedingungen, den effektiven Jahreszins und den tatsächlichen Kreditgeber.
Kreditangebote richtig vergleichen
Vergleichen Sie Angebote mit derselben Kreditsumme, Laufzeit und demselben Verwendungszweck. Nur dann zeigt der Effektivzins, welches Angebot unter diesen Bedingungen günstiger ist.
Achten Sie auf diese Punkte:
- Effektiver Jahreszins: Der effektive Jahreszins ist die zentrale Vergleichsgröße für die Kreditkosten.
- Gesamtrückzahlung: Die Gesamtrückzahlung zeigt, wie viel Geld Sie bis zum Ende des Vertrags zurückzahlen.
- Laufzeit: Eine längere Laufzeit senkt die Rate, bindet Sie aber länger und erhöht häufig die Zinskosten.
- Sondertilgung: Prüfen Sie, ob Sie zusätzliche Beträge zurückzahlen dürfen und ob dafür Kosten entstehen.
- Vorzeitige Ablösung: Lesen Sie nach, unter welchen Bedingungen Sie den Kredit vor dem Ende zurückzahlen können.
- Zusatzprodukte: Eine Restschuldversicherung erhöht die Kosten und sollte nicht ungeprüft mit abgeschlossen werden.
Der häufigste Anlass für einen Ratenkredit ist laut Stiftung Warentest der Autokauf. Gerade bei zweckgebundenen Autokrediten sollten Sie den Kredit mit einer Barzahlung oder einer Händlerfinanzierung vergleichen. Entscheidend ist jeweils die Gesamtkostenrechnung einschließlich möglicher Schlusszahlungen, Gebühren und Rabatte.
Bonitätsabhängige und bonitätsunabhängige Zinsen
Bei bonitätsunabhängigen Angeboten gilt derselbe Zinssatz für alle Kundinnen und Kunden, die die Voraussetzungen erfüllen. Bei bonitätsabhängigen Angeboten hängt der Zinssatz unter anderem von Einkommen, bestehenden Verpflichtungen und Bonitätsdaten ab.
Der Zwei-Drittel-Zins bietet bei bonitätsabhängigen Angeboten eine Orientierung. Prüfen Sie trotzdem das persönliche Angebot, bevor Sie sich entscheiden. Ein niedriger Werbezins reicht für den Vergleich nicht aus.
Umschuldung und vorzeitige Rückzahlung prüfen
Eine Umschuldung kann sich lohnen, wenn der neue Kredit einen niedrigeren effektiven Jahreszins hat und der alte Vertrag sich günstig ablösen lässt. Vergleichen Sie dafür:
- Restschuld des alten Kredits,
- Ablösebetrag einschließlich möglicher Kosten,
- Gesamtkosten des neuen Kredits,
- neue Laufzeit,
- Monatsrate nach der Umschuldung.
Nach den Angaben von Stiftung Warentest kann ein Ratenkredit nach sechs Monaten ohne Kündigungsfrist beendet werden. Prüfen Sie die konkrete Vertragsregelung und die gesetzlichen Voraussetzungen vor einer Ablösung. Bei einer vorzeitigen Rückzahlung können je nach Vertrag und gesetzlichem Rahmen Kosten anfallen.
Eine Umschuldung lohnt sich nicht, wenn sie nur die Rate durch eine deutlich längere Laufzeit senkt und dadurch die Gesamtrückzahlung steigt. Rechnen Sie immer den Ablösebetrag und die Summe aller neuen Raten zusammen.
Welche Änderungen beim Verbraucherkredit anstehen
Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie beschlossen. Der Entwurf sieht unter anderem mehr Verbraucherschutz bei bestimmten bisher weniger regulierten Finanzierungen vor, darunter „Buy Now, Pay Later“-Modelle und zinsfreie Kredite. Außerdem sollen die Anforderungen an die Kreditwürdigkeitsprüfung steigen.
Der Entwurf sieht auch vor, Verbraucherkreditverträge online ohne die bisher erforderliche Schriftform abschließen zu können. Maßgeblich sind am Ende die geltenden gesetzlichen Regelungen und deren Inkrafttreten. Bei einem digitalen Vertragsabschluss sollten Sie daher die Vertragsdatei, das Informationsblatt und den Tilgungsplan dauerhaft speichern.
Digitale Vorbereitung in sechs Schritten
Mit einer geordneten Vorbereitung vermeiden Sie Fehlentscheidungen und unnötige Anfragen:
- Zweck festlegen: Notieren Sie, wofür Sie den Kredit benötigen und welche Summe tatsächlich erforderlich ist.
- Haushalt berechnen: Erfassen Sie Einnahmen, Ausgaben, bestehende Raten und einen Notfallpuffer.
- Rate begrenzen: Legen Sie eine persönliche Obergrenze fest, bevor Sie Angebote ansehen.
- Szenarien rechnen: Vergleichen Sie mehrere Laufzeiten und Zinssätze mit einem Ratenrechner.
- Daten prüfen: Prüfen Sie Ihre SCHUFA-Auskunft und legen Sie Einkommensnachweise bereit.
- Angebote dokumentieren: Speichern Sie jedes persönliche Angebot mit Effektivzins, Gesamtrückzahlung, Laufzeit und Bedingungen.
Mit dieser Reihenfolge erkennen Sie schneller, ob ein Angebot finanzierbar ist. Entscheidend sind dann die Gesamtkosten und Ihr Haushaltsplan, nicht nur eine auffällig niedrige Monatsrate.
Kernaussagen
- Rate aus dem Haushaltsplan ableiten: Ziehen Sie alle laufenden Kosten und einen Puffer vom Einkommen ab, bevor Sie eine Kreditsumme wählen.
- Effektivzins vergleichen: Bewerten Sie Angebote nur bei gleicher Summe und Laufzeit und prüfen Sie zusätzlich die Gesamtrückzahlung.
- Konditionsanfrage verlangen: Bitten Sie beim Vergleich ausdrücklich um eine SCHUFA-neutrale Anfrage von Kreditkonditionen.
- SCHUFA-Daten kontrollieren: Nutzen Sie die kostenlose Datenauskunft und lassen Sie falsche oder veraltete Angaben prüfen.
- Umschuldung vollständig rechnen: Stellen Sie Restschuld, Ablösekosten, neue Gesamtkosten und Laufzeit gemeinsam gegenüber.
FAQ
Wie berechne ich, welche Kreditrate ich mir leisten kann?
Addieren Sie Ihre regelmäßigen Einnahmen und ziehen Sie Wohnkosten, Lebenshaltung, Versicherungen, bestehende Raten und Rücklagen ab. Lassen Sie zusätzlich einen Puffer für unerwartete Ausgaben bestehen. Der verbleibende Betrag bildet die Obergrenze für die neue Rate, nicht automatisch die empfohlene Rate.
Welche Zahl muss ich beim Kreditvergleich ansehen?
Beim Kreditvergleich prüfen Sie zuerst den effektiven Jahreszins und danach die Gesamtrückzahlung. Der Sollzins allein erfasst nicht alle relevanten Kreditkosten. Bei unterschiedlichen Laufzeiten müssen Sie außerdem prüfen, wie lange die finanzielle Belastung besteht.
Schadet ein Kreditvergleich meiner SCHUFA?
Eine Anfrage von Kreditkonditionen wird für den Vergleich SCHUFA-neutral behandelt. Bitten Sie den Anbieter ausdrücklich um eine Konditionsanfrage und prüfen Sie die Bezeichnung vor dem Absenden. Mehrere formale Kreditanfragen in kurzer Zeit können die Bewertung ungünstig beeinflussen.
Wie bekomme ich eine kostenlose SCHUFA-Auskunft?
Auskunfteien müssen eine kostenlose Auskunft über die zu Ihrer Person gespeicherten Daten bereitstellen. Prüfen Sie die Angaben auf falsche oder veraltete Einträge und wenden Sie sich bei Fehlern an die zuständige Auskunftei.
Lohnt sich eine Umschuldung immer bei einer niedrigeren Monatsrate?
Nein. Eine niedrigere Rate entsteht häufig durch eine längere Laufzeit. Vergleichen Sie deshalb den Ablösebetrag des alten Kredits mit der gesamten Rückzahlung des neuen Kredits einschließlich aller Kosten.
Was sollte ich tun, wenn ein Anbieter einen Kredit ohne SCHUFA verspricht?
Prüfen Sie den effektiven Jahreszins, die Gesamtkosten, den Kreditgeber und mögliche Vorkosten. Eine Kreditwürdigkeitsprüfung gehört zu einer ordnungsgemäßen Kreditvergabe. Angebote mit hohen Kosten, begrenzten Summen oder unklaren Anbietern sollten Sie nicht unter Zeitdruck unterschreiben.
Kann ich einen laufenden Ratenkredit vorzeitig zurückzahlen?
Das hängt vom Vertrag und den gesetzlichen Vorgaben ab. Prüfen Sie die Regelungen zur vorzeitigen Ablösung, möglichen Vorfälligkeitskosten und Sondertilgung. Lassen Sie sich den konkreten Ablösebetrag vom Kreditgeber schriftlich nennen.