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Vor dem Kredit: Die eigenen Finanzen prüfen

Bevor Sie einen Ratenkredit beantragen, beantworten Sie zwei Fragen: Wie viel Geld bleibt jeden Monat übrig? Können Sie die zusätzliche Rate auch bei unerwarteten Ausgaben bezahlen? Eine einfache Haushaltsrechnung zeigt, ob der Kredit zu Ihrer finanziellen Lage passt oder sie verschärft.

Dafür erfassen Sie alle Einnahmen, festen und schwankenden Ausgaben sowie unregelmäßigen Kosten. Was danach übrig bleibt, ist Ihr finanzieller Spielraum. Davon ziehen Sie die neue Kreditrate und einen Puffer für Reparaturen, Nachzahlungen und andere ungeplante Ausgaben ab.

Ein Kredit, der rechnerisch nur funktioniert, wenn nichts dazwischenkommt, ist zu hoch. Regelmäßige Nutzung des Dispositionskredits, aufgeschobene Rechnungen oder ein neuer Kredit zur Bezahlung alter Raten sprechen dafür, zunächst die Schuldenlage zu ordnen und Beratung zu nutzen.

Einnahmen und Ausgaben vollständig erfassen

Prüfen Sie zuerst, wie viel Geld in den vergangenen Monaten tatsächlich eingegangen ist. Dazu gehören zum Beispiel Gehalt, Rente, Kindergeld, Unterhalt und regelmäßige Nebeneinnahmen. Rechnen Sie nur mit Beträgen, die Ihnen sicher zur Verfügung stehen. Die Kreditrate sollte nicht von unregelmäßigen Prämien, erwarteten Rückzahlungen oder möglichen Nebenverdiensten abhängen.

Bei den Ausgaben reicht ein Blick auf Miete und Strom nicht aus. Eine belastbare Haushaltsrechnung umfasst:

  • Miete oder Immobilienrate einschließlich Nebenkosten
  • Strom, Heizung, Wasser und Rundfunkbeitrag
  • Lebensmittel und Haushaltsbedarf
  • Versicherungen und regelmäßige Beiträge
  • Mobilität, Kraftstoff, Fahrkarten und Fahrzeugkosten
  • Telefon, Internet, Abonnements und Mitgliedschaften
  • Unterhalt, Kinderkosten, Medikamente und sonstige feste Zahlungen
  • unregelmäßige Ausgaben wie Reparaturen, Geschenke, Urlaub, Nachzahlungen und Gebühren

Teilen Sie jährliche oder unregelmäßige Kosten durch zwölf. Kostet eine Versicherung zum Beispiel einmal im Jahr Geld, rechnen Sie ein Zwölftel des Jahresbetrags als monatliche Ausgabe ein. Prüfen Sie dafür Kontoauszüge und Rechnungen. So übersehen Sie auch kleine, wiederkehrende Abbuchungen nicht.

Manche Banken setzen pauschale Lebenshaltungskosten an. Diese Beträge ersetzen keine persönliche Budgetplanung und unterscheiden sich von Bank zu Bank. Eine eigene Rechnung mit Ihren Kontoauszügen zeigt Ihre tatsächliche finanzielle Lage besser. Hinweise zur Berechnung der Lebenshaltungskosten und zur Haushaltsrechnung finden Sie in den verlinkten Verbraucherinformationen.

Die Kreditrate mit bestehenden Schulden vergleichen

Eine neue Rate belastet Ihr Budget zusätzlich. Erfassen Sie deshalb vor dem Antrag jeden bestehenden Kredit, jede Teilzahlung und jede offene Forderung. Notieren Sie Gläubiger, Restschuld, Zinssatz, monatliche Rate und verbleibende Laufzeit.

Besonders kritisch ist eine Finanzierung, wenn Sie damit andere Raten, den Dispositionskredit oder Kreditkartenabrechnungen begleichen müssen. Ein neuer Kredit verschiebt das Problem und erhöht häufig die Gesamtkosten. Eine Umschuldung kann sinnvoll sein. Vergleichen Sie dafür Restschuld, Vorfälligkeitskosten, neuen Zinssatz, Laufzeit und Gesamtbetrag genau.

Auch Teilzahlungen bei Kreditkarten verdienen Aufmerksamkeit. Wenn Sie die Rechnung regelmäßig nur teilweise begleichen, entstehen weitere Zinsen und die offene Summe bleibt länger bestehen. Zahlen Sie laufende Lebenshaltungskosten aus dem Dispositionskredit, fehlt Ihnen bereits heute Geld im Monatsbudget. Dann sollte eine neue Kreditrate nicht die erste Lösung sein.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt bei finanziellen Engpässen, zuerst existenzielle Ausgaben zu sichern. Dazu gehören vor allem Wohnen, Energie, Lebensmittel, notwendige Medikamente, Telefon und Internet sowie Unterhaltszahlungen. Andere Forderungen sollten Sie nicht einfach ignorieren, sondern frühzeitig mit dem jeweiligen Gläubiger klären.

Eine Reserve für unerwartete Ausgaben einplanen

Die Kreditrate muss auch dann bezahlbar bleiben, wenn ein Monat teurer ausfällt. Legen Sie deshalb vor der Kreditaufnahme fest, welchen Betrag Sie monatlich für unregelmäßige Kosten zurücklegen. Dazu zählen etwa eine kaputte Waschmaschine, eine Reparatur am Fahrzeug, eine Nachzahlung oder notwendige Ausgaben für Kinder.

Die Reserve gehört nicht zur Rate. Wenn Sie den monatlichen Überschuss vollständig für den Kredit einplanen, führt schon eine größere Rechnung zum nächsten Dispositionskredit. Können Sie keine Rücklage bilden und reicht Ihr Einkommen nur für die laufenden Kosten, verschieben Sie den Antrag. Prüfen Sie stattdessen, ob Sie die Anschaffung günstiger oder später finanzieren können.

Bei einem Immobilienkredit gelten zusätzliche Risiken. Können Sie die vereinbarten Raten nicht zahlen, kann die Bank den Vertrag unter gesetzlichen Voraussetzungen kündigen. Bei einer finanzierten Immobilie kann anschließend eine Zwangsversteigerung drohen. Eine Rate sollte deshalb nicht nur zum aktuellen Einkommen passen, sondern auch bei absehbaren Veränderungen wie Elternzeit, Jobwechsel oder dem Ende einer Zinsbindung tragbar bleiben.

Warnzeichen gegen neue Schulden erkennen

Ein Kredit passt nicht zu Ihrer Lage, wenn Sie die laufenden Ausgaben bereits nicht aus dem Einkommen bezahlen. Folgende Signale sprechen dafür, den Antrag zu stoppen und zuerst Unterstützung zu suchen:

  • Sie nutzen den Dispositionskredit regelmäßig für Miete, Lebensmittel oder andere Alltagskosten.
  • Sie begleichen Kreditkartenabrechnungen wiederholt nur teilweise.
  • Sie verschieben Rechnungen oder öffnen Mahnungen nicht.
  • Sie nehmen einen neuen Kredit auf, um bestehende Raten zu bezahlen.
  • Ihr Konto ist am Monatsende regelmäßig leer oder im Minus.
  • Sie können keine Rücklage für unregelmäßige Ausgaben bilden.
  • Ein einzelner Einkommensausfall würde sofort zu Zahlungsproblemen führen.

Ein einzelnes Minus auf dem Konto beweist noch keine Überschuldung. Entscheidend ist das Muster: Bleibt nach allen notwendigen Ausgaben dauerhaft kein Geld übrig, löst eine zusätzliche Rate das Problem nicht. Bei mehreren offenen Forderungen hilft eine anerkannte Schuldnerberatung, die gesamte Situation zu ordnen und mit Gläubigern zu sprechen. Informationen zur privaten Überschuldung und zu möglichen Hilfen bietet die Sparkasse zur Schuldenregulierung.

SCHUFA-Daten vor dem Antrag prüfen

Die SCHUFA ist eine Auskunftei. Sie speichert unter anderem Informationen über bestimmte Verträge und Zahlungen. Daraus berechnet sie Werte, die Unternehmen zur Einschätzung der Zahlungsfähigkeit nutzen. Prüfen Sie vor einem Kreditantrag, ob die Angaben richtig und aktuell sind.

Sie können eine kostenlose Datenkopie nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung anfordern. Die Verbraucherzentrale erklärt, wie Sie Auskunft bei SCHUFA und anderen Auskunfteien verlangen. Kontrollieren Sie Namen, Anschriften, erledigte Verträge und gemeldete Zahlungsstörungen. Falsche oder bereits erledigte Einträge sollten Sie bei der zuständigen Auskunftei und gegebenenfalls beim meldenden Unternehmen beanstanden.

Eine Datenkopie verbessert Ihre finanzielle Lage nicht automatisch. Sie verhindert aber, dass ein Fehler oder ein veralteter Eintrag unbemerkt bleibt. Angebote, die mit einer schnellen Finanzierung „ohne SCHUFA“ werben, sollten Sie besonders kritisch prüfen. Die Verbraucherzentrale warnt vor unseriösen Kreditangeboten, wenn Vermittler beispielsweise Vorkosten verlangen, Zusatzverträge aufdrängen oder eine Auszahlung unabhängig von Ihrer Zahlungsfähigkeit versprechen.

Vor dem Antrag den Kredit selbst prüfen

Ein Haushaltsplan zeigt, ob Sie eine Rate bezahlen können. Zusätzlich müssen Sie die Kosten des Kreditvertrags kennen. Vergleichen Sie deshalb den effektiven Jahreszins, den Gesamtbetrag, die Laufzeit und die monatliche Rate. Der effektive Jahreszins umfasst neben dem Sollzins weitere Kosten des Kredits und erleichtert den Vergleich.

Eine niedrige Monatsrate entsteht häufig durch eine längere Laufzeit. Dadurch zahlen Sie den Kredit länger zurück und insgesamt mehr Zinsen. Rechnen Sie mehrere Varianten durch: einen geringeren Kreditbetrag, eine kürzere Laufzeit und eine Rate, die auch nach Abzug der Reserve noch ausreichend Spielraum lässt.

Prüfen Sie außerdem, ob eine Restschuldversicherung angeboten wird und welche Kosten und Ausschlüsse gelten. Unterschreiben Sie keinen Vertrag unter Zeitdruck. Lesen Sie vor allem Regelungen zu Sondertilgungen, vorzeitiger Rückzahlung, Zahlungsverzug und möglichen Zusatzkosten. Prüfen Sie vor dem Antrag, ob der Zweck dringend ist. Überlegen Sie auch, ob eine gebrauchte oder günstigere Anschaffung oder ein Aufschieben die Verschuldung vermeiden würde.

Ihre konkrete nächste Handlung

Fordern Sie zuerst eine kostenlose SCHUFA-Datenkopie an und prüfen Sie die Angaben auf Fehler. Erstellen Sie danach mit den Kontoauszügen der vergangenen Monate eine Haushaltsrechnung. Tragen Sie alle regelmäßigen und unregelmäßigen Kosten ein. Listen Sie bestehende Schulden mit Restschuld und Rate auf. Ziehen Sie anschließend die geplante neue Rate ab.

Bleibt kein ausreichender Betrag für unerwartete Ausgaben übrig oder müssen Sie bereits heute Rechnungen verschieben, stellen Sie keinen Kreditantrag. Wenden Sie sich dann an eine anerkannte Schuldnerberatung und sichern Sie zunächst Miete, Energie, Lebensmittel, Medikamente und Unterhaltszahlungen.

Kernaussagen

  • Rechnen Sie vollständig: Erfassen Sie neben Miete und Lebensmitteln auch Versicherungen, Abonnements, Transport, jährliche Kosten und Rücklagen.
  • Prüfen Sie den freien Betrag: Die Rate darf nur aus dem Geld bezahlt werden, das nach allen laufenden und unregelmäßigen Ausgaben wirklich übrig bleibt.
  • Stoppen Sie bei Warnzeichen: Dispokredit für den Alltag, Teilzahlungen bei Kreditkarten, Mahnungen oder ein Kredit zur Ablösung alter Raten sprechen gegen neue Schulden.
  • Kontrollieren Sie Ihre Daten: Fordern Sie vor dem Antrag die kostenlose SCHUFA-Datenkopie an und lassen Sie falsche Einträge korrigieren.
  • Sichern Sie zuerst das Nötigste: Wenn Geld knapp ist, haben Wohnen, Energie, Lebensmittel, Medikamente, Telefon und Unterhalt Vorrang.

FAQ

Wie viel Geld sollte nach der Kreditrate übrig bleiben?

Eine sichere Summe gilt für alle Haushalte. Nach der Rate müssen Sie laufende Kosten und unregelmäßige Ausgaben bezahlen sowie eine Rücklage bilden können. Würde schon eine einzelne unerwartete Rechnung zu einem neuen Dispokredit führen, ist die Rate zu hoch.

Soll ich einen neuen Kredit aufnehmen, um alte Schulden zu bezahlen?

Das ist nur nach einem sorgfältigen Vergleich sinnvoll. Prüfen Sie Restschuld, Zinsen, Gebühren, Laufzeit und Gesamtbetrag aller alten und neuen Verträge. Wenn der neue Kredit nur den nächsten Zahlungstermin absichert, ohne die monatliche Belastung dauerhaft zu senken, verschärft er die Lage.

Wie finde ich Fehler in meiner SCHUFA-Datei?

Fordern Sie eine kostenlose Datenkopie an und vergleichen Sie die Einträge mit Ihren Unterlagen. Achten Sie besonders auf falsche Personenangaben, unbekannte Verträge und Forderungen, die bereits erledigt sind. Beanstanden Sie fehlerhafte Angaben schriftlich bei der Auskunftei und dem meldenden Unternehmen.

Was mache ich, wenn ich eine Rechnung nicht bezahlen kann?

Priorisieren Sie Miete, Energie, Lebensmittel, notwendige Medikamente, Telefon und Internet sowie Unterhaltszahlungen. Ignorieren Sie andere Rechnungen nicht, sondern nehmen Sie frühzeitig Kontakt mit dem Gläubiger auf. Bei mehreren offenen Forderungen hilft eine anerkannte Schuldnerberatung.

Was bedeutet ein Kreditangebot „ohne SCHUFA“?

Die Formulierung bedeutet nicht, dass ein Kredit sicher bewilligt wird oder kostenlos ist. Seien Sie besonders vorsichtig, wenn ein Anbieter vor der Auszahlung Geld verlangt, Zusatzverträge fordert oder eine Zusage unabhängig von Einkommen und Schulden verspricht. Prüfen Sie den Anbieter und unterschreiben Sie nichts unter Zeitdruck.

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