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Welche Kosten und Fristen zählen, wenn ein Score nach einem Umzug sinkt

Dieser Artikel richtet sich an Privatpersonen in Deutschland, die umgezogen sind und festgestellt haben, dass ihre Bonität schlechter bewertet wird. Vielleicht haben Sie eine Datenkopie angefordert, einen niedrigeren Score-Wert gesehen und fragen sich nun, ob das Folgen für laufende Verträge, einen geplanten Kredit oder eine Immobilienfinanzierung hat.

Die Schufa und andere Auskunfteien berechnen einen Score als Wahrscheinlichkeitszahl. Diese privaten Unternehmen sammeln Daten über Zahlungsverhalten und Verträge. Der Score gibt an, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie Ihre Zahlungsverpflichtungen erfüllen. Banken, Mobilfunkanbieter, Vermieter und Versicherer nutzen diesen Wert, um über Verträge zu entscheiden. Nach einem Umzug kann der Wert sinken, weil sich gespeicherte Daten ändern oder neue Verträge Anfragen auslösen. Auch wenn Post Sie nicht mehr erreicht, kann das den Score senken.

Ein Umzug allein macht Sie nicht kreditunwürdig, aber die Nebenwirkungen können teuer werden, wenn Sie nicht reagieren. Entscheidend sind drei Instrumente: die kostenlose Datenkopie einmal pro Jahr, die gesetzliche Antwortfrist von einem Monat und ein kostenloser Widerspruch gegen falsche Einträge. Wer sie kennt, kann die meisten Probleme selbst lösen.

Warum der Umzug den Score überhaupt berührt

Die Anschrift ist ein gespeichertes Datum, das in die Score-Berechnung einfließt. Wie genau die Auskunftei die Adresse gewichtet, ist ein Geschäftsgeheimnis. Bekannt ist aber: An einer neuen Adresse liegen weniger historische Daten vor. Die Auskunftei kann schlechter einschätzen, ob Sie zuverlässig zahlen, und der Score fällt deshalb oft vorübergehend niedriger aus. Der Umzug verändert die Datengrundlage, ohne eine automatische Abwertung auszulösen.

Hinzu kommen die typischen Begleiterscheinungen. Sie schließen nach dem Umzug neue Verträge ab: Mietvertrag, Strom, Internet, Haftpflichtversicherung. Bei jedem Vertrag fragt das Unternehmen eine Auskunftei an. Solche Anfragen werden gespeichert und können den Score kurzfristig senken, besonders wenn mehrere innerhalb weniger Wochen eingehen.

Der größte Risikofaktor ist jedoch die Post. Wer keine Nachsendung einrichtet und nicht alle Vertragspartner informiert, verpasst möglicherweise Rechnungen und Mahnungen. Eine unbezahlte Rechnung kann über ein Inkassobüro zu einem negativen Eintrag führen. Solche negativen Einträge bleiben in der Regel drei Jahre gespeichert und senken den Score deutlich stärker als eine Adressänderung.

Ein weiteres Problem sind doppelte Adresseinträge. Wenn nur manche Unternehmen Ihre neue Anschrift melden, speichert die Auskunftei unter Umständen zwei Adressen. Das wirkt unübersichtlich und kann den Score zusätzlich belasten. Deshalb lohnt es sich, die gespeicherten Daten nach dem Umzug aktiv zu prüfen.

Kosten und Fristen bei Auskunft, Widerspruch und Korrektur

Die wichtigste Regel: Die erste Datenkopie im Jahr ist kostenlos. Nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) können Sie von jeder Auskunftei eine Kopie aller gespeicherten Daten verlangen. Die Schufa stellt diese Datenkopie einmal pro Jahr kostenlos zur Verfügung. Zusätzlich haben Sie nach § 31 des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) einmal pro Jahr Anspruch auf eine kostenlose Auskunft über Ihren Score-Wert und die wesentlichen Einflussfaktoren.

Die Auskunftei muss innerhalb eines Monats antworten. Diese Frist steht in Artikel 12 der DSGVO und gilt für Datenkopie und Score-Auskunft gleichermaßen. In komplexen Fällen darf die Frist um zwei Monate verlängert werden, dann müssen Sie darüber informiert werden. Weitere Auskünfte im selben Jahr sind kostenpflichtig, die Gebühren liegen im Rahmen der üblichen Auskunftspreise.

Wenn Sie falsche Daten finden, ist der Widerspruch kostenlos. Sie können verlangen, dass unrichtige Einträge korrigiert oder gelöscht werden. Die Auskunftei muss dem unverzüglich nachkommen, also ohne schuldhaftes Zögern. Legen Sie dem Widerspruch Belege bei, etwa den Mietvertrag, die Meldebescheinigung oder eine Rechnung mit der neuen Adresse.

Anlass Kosten Frist
Datenkopie nach Art. 15 DSGVO einmal pro Jahr kostenlos Antwort innerhalb eines Monats
Score-Auskunft nach § 31 BDSG einmal pro Jahr kostenlos Antwort innerhalb eines Monats
Widerspruch gegen falsche Einträge kostenlos unverzügliche Korrektur
Weitere Auskünfte im selben Jahr kostenpflichtig Antwort innerhalb eines Monats

Was Sie nach dem Umzug konkret tun können

Beginnen Sie mit der Adresspflege. Informieren Sie Bank, Versicherungen, Arbeitgeber, Strom- und Gasanbieter, Telekommunikationsanbieter und alle laufenden Vertragspartner über Ihre neue Anschrift. Richten Sie für die Übergangszeit einen Nachsendeauftrag bei der Post ein, damit keine Rechnung verloren geht. Diese Schritte verhindern, dass aus einem Umzug ein Zahlungsproblem wird.

Fordern Sie dann Ihre Daten an. Die Schufa ist nicht die einzige Auskunftei; auch Creditreform, CRIF und arvato verarbeiten Verbraucherdaten. Fragen Sie bei den Auskunfteien an, die für Ihre Branche relevant sind, und prüfen Sie die Einträge. Achten Sie besonders auf die alte Adresse, doppelte Adresseinträge, unbekannte Anfragen und negative Einträge, die Sie nicht zuordnen können.

Bei falschen Einträgen legen Sie Widerspruch ein. Schreiben Sie kurz und sachlich, benennen Sie den falschen Eintrag und fügen Sie Belege bei. Bewahren Sie eine Kopie Ihres Schreibens und den Postbeleg auf. Wenn die Auskunftei nicht reagiert oder ablehnt, können Sie sich an die zuständige Datenschutz-Aufsichtsbehörde wenden oder rechtliche Beratung suchen.

Geduld ist Teil der Strategie. Ein gesunkener Score nach einem Umzug normalisiert sich häufig innerhalb weniger Monate, sobald an der neuen Adresse Zahlungsdaten anfallen. Vermeiden Sie in dieser Zeit unnötige Kreditanfragen und neue Verträge, die weitere Anfragen auslösen. Wenn Sie einen größeren Kredit oder eine Baufinanzierung planen, prüfen Sie Ihren Score vorher und verschieben Sie die Anträge gegebenenfalls, bis sich die Lage beruhigt hat. Auch bei einer Umschuldung eines bestehenden Kredits lohnt sich der Blick auf die Bonität, denn ein niedriger Score verteuert die Konditionen.

Wann Beratung oder amtliche Hilfe sinnvoll ist

Die Verbraucherzentralen bieten Beratung zu Bonität und Auskunfteien an. Eine solche Beratung kostet eine Gebühr, die je nach Bundesland und Umfang unterschiedlich ausfällt, bleibt aber deutlich günstiger als die Zinsnachteile eines schlechten Scores. Gehen Sie dorthin, wenn Sie einen negativen Eintrag nicht zuordnen können, nach einem abgelehnten Widerspruch oder vor einer wichtigen Finanzierungsentscheidung.

Kostenlose Hilfe gibt es bei der Schuldnerberatung, etwa von der Caritas, der Diakonie oder kommunalen Stellen. Sie ist die richtige Anlaufstelle, wenn der Umzug in eine finanzielle Schieflage geführt hat, etwa weil Rechnungen unbezahlt blieben und Inkassoverfahren laufen. Die Berater verhandeln mit Gläubigern und helfen, negative Einträge zu bereinigen.

Amtliche Hilfe im engeren Sinne betrifft die Datenkorrektur: Die Datenschutz-Aufsichtsbehörden des Bundes und der Länder sind zuständig, wenn eine Auskunftei Ihrer Korrektur- oder Löschungsaufforderung nicht nachkommt. Eine Beschwerde dort ist kostenlos und kann ein Verfahren gegen die Auskunftei anstoßen.

FAQ

Kostet die Schufa-Auskunft nach dem Umzug etwas?

Die erste Datenkopie im Jahr ist kostenlos, ebenso die erste Score-Auskunft nach § 31 BDSG. Nur wenn Sie im selben Jahr weitere Auskünfte anfordern, fallen Gebühren an. Fordern Sie die Auskunft schriftlich an und beziehen Sie sich auf Artikel 15 DSGVO.

Wie lange dauert es, bis sich mein Score nach dem Umzug erholt?

Das hängt davon ab, welche Daten den Abfall verursacht haben. Reine Adress- und Anfrageeffekte klingen oft innerhalb weniger Monate ab, sobald an der neuen Adresse pünktliche Zahlungen gespeichert werden. Ein negativer Eintrag durch eine unbezahlte Rechnung bleibt dagegen in der Regel drei Jahre stehen.

Was mache ich, wenn nach dem Umzug noch die alte Adresse gespeichert ist?

Widersprechen Sie dem Eintrag schriftlich und legen Sie einen Nachweis der neuen Adresse bei, etwa die Meldebescheinigung oder den Mietvertrag. Die Auskunftei muss den Eintrag unverzüglich korrigieren. Kontrollieren Sie nach einigen Wochen, ob die Änderung umgesetzt wurde.

Kann ich gegen einen niedrigen Score Widerspruch einlegen?

Gegen den Score-Wert selbst gibt es keinen Widerspruch, weil er eine Berechnung aus gespeicherten Daten ist. Sie können aber die zugrunde liegenden Daten prüfen und falsche Einträge korrigieren lassen. Wenn die Daten stimmen und der Score trotzdem niedrig ist, hilft oft nur Abwarten.

Was passiert, wenn ich nach dem Umzug eine Mahnung nicht bekomme?

Wenn Sie Ihre neue Adresse nicht mitgeteilt haben, kann eine an die alte Adresse geschickte Mahnung Ihnen rechtlich zugerechnet werden. Deshalb ist der Nachsendeauftrag so wichtig. Reagieren Sie sofort, wenn Sie eine Mahnung oder ein Inkassoschreiben erhalten, und klären Sie die Forderung, bevor ein negativer Eintrag entsteht.

Kernaussagen

  • Datenkopie kostenlos nutzen: Fordern Sie einmal pro Jahr die kostenlose Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO an und prüfen Sie Adresse, Anfragen und Einträge.
  • Falsche Einträge sofort widersprechen: Der Widerspruch ist kostenlos. Die Auskunftei muss innerhalb eines Monats antworten und unrichtige Daten unverzüglich korrigieren.
  • Nachsendeauftrag und Adresspflege zuerst: Verpasste Rechnungen und Mahnungen sind der teuerste Umzugseffekt, weil sie zu negativen Einträgen führen können.
  • Anfragen bündeln statt verteilen: Vermeiden Sie kurz nach dem Umzug mehrere Kreditanfragen und neue Verträge, die den Score zusätzlich senken.
  • Bei Finanzierungsplänen vorher prüfen: Wer einen Kredit oder eine Baufinanzierung plant, sollte den Score vorher kennen und Anträge notfalls verschieben.

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