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Welche Schritte helfen, wenn ein Kredit nach der Probezeit gefragt ist

Dieser Artikel richtet sich an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland, die ihre Probezeit im aktuellen Job beendet haben und nun einen Ratenkredit aufnehmen möchten, etwa für ein Auto, eine Renovierung oder eine größere Anschaffung. Ein Ratenkredit ist ein Kredit mit fester Summe und festen monatlichen Raten. Die Probezeit ist die erste Phase eines Arbeitsverhältnisses. In dieser Zeit können beide Seiten das Arbeitsverhältnis kurzfristig beenden. Sie dauert in Deutschland üblicherweise sechs Monate. Viele Banken behandeln Kreditanträge während dieser Zeit zurückhaltend, weil das Einkommen noch nicht als dauerhaft gesichert gilt.

Nach der Probezeit bewerten sie die Beschäftigung als stabiler. Eine Zusage ist aber keine Selbstverständlichkeit. Die Bank prüft weiterhin Ihre Bonität, also Ihre Fähigkeit, den Kredit samt Zinsen zurückzuzahlen. Dafür verlangt sie Nachweise zu Einkommen, Ausgaben und bestehenden Verpflichtungen. Entscheidend sind eine geordnete Finanzlage, vollständige Unterlagen und ein einziger, gut vorbereiteter Antrag.

Was die Bank nach der Probezeit prüft

Die Bank prüft bei jedem Ratenkredit, ob Sie den Kredit voraussichtlich zurückzahlen können. Die ING nennt als Voraussetzungen Volljährigkeit, eine gute Bonität, die private Nutzung des Kredits und ein stabiles monatliches Einkommen von mindestens 1.600 Euro. Die Bank erwartet außerdem, dass sich an dieser Situation nichts ändert, was die Rückzahlung gefährden würde. Der Kredit ist nicht zweckgebunden, Sie können die Summe also frei verwenden. Das Ende der Probezeit ist für die Bank ein wichtiges Signal. Ein Arbeitsverhältnis, das nicht mehr kurzfristig beendet werden kann, gilt als stabiler. Das regelmäßige Gehalt gilt als verlässlichere Grundlage für die monatliche Rate.

Zur Bonität zählt neben dem Einkommen auch, wie Sie in der Vergangenheit mit Zahlungen umgegangen sind. Die SCHUFA speichert Informationen über laufende und abgeschlossene Verträge, Kreditanfragen und Zahlungsstörungen. Ein negativer Eintrag, etwa wegen einer unbezahlten Rechnung, kann eine Zusage verhindern, selbst wenn das Einkommen stimmt. Deshalb sollten Sie vor dem Antrag Ihre eigenen Daten kennen. Die Bank fragt außerdem, ob sich in den nächsten Jahren etwas an Ihrer Situation ändert, etwa eine geplante Elternzeit, ein Jobwechsel oder eine größere Anschaffung. Solche Angaben sollten Sie im Antrag ehrlich machen. Die Bank kalkuliert die Rückzahlung über die gesamte Laufzeit.

Neben dem Einkommen zählt die freie Liquidität, also der Betrag, der nach Miete, Lebenshaltungskosten und bestehenden Raten monatlich übrig bleibt. Die Bank rechnet diesen Betrag gegen die neue Kreditrate. Wer bereits mehrere Kredite bedient oder hohe laufende Ausgaben hat, erhält auch nach der Probezeit schwerer eine Zusage. Auch die Art des Arbeitsverhältnisses spielt eine Rolle: Ein unbefristeter Vertrag nach bestandener Probezeit ist die günstigste Ausgangslage. Bei befristeten Verträgen oder stark schwankendem Einkommen, etwa durch Provisionen, bleibt das Risiko für die Bank höher, auch wenn die Probezeit vorbei ist.

Eigenkapital ist für einen Ratenkredit nicht zwingend vorgeschrieben, wirkt sich aber positiv aus. Wer einen Teil der Anschaffung aus eigenen Ersparnissen bezahlt, muss weniger leihen, und die Bank sieht das Risiko sinken. Fehlendes Eigenkapital gehört zu den Gründen, die Banken bei einer Ablehnung nennen, besonders wenn die gewünschte Summe im Verhältnis zum Einkommen hoch ist.

Übliche Ratenkredite umfassen [Kreditsummen zwischen 5.000 und 100.000 Euro

Balkendiagramm: Die mögliche Kreditsumme reicht von 5.000 Euro (Minimum) bis 100.000 Euro (Maximum). ](https://www.ing.de/kredit/kundenservice-ratenkredit) und Laufzeiten zwischen 12 und 120 Monaten

Balkendiagramm: Die Laufzeit kann zwischen 12 Monaten (Minimum) und 120 Monaten (Maximum) gewählt werden. . Je länger die Laufzeit, desto niedriger die monatliche Rate, aber desto höher die gesamten Zinskosten. Wählen Sie die Rate so, dass Sie sie dauerhaft aus Ihrer freien Liquidität bezahlen können, sonst lehnt die Bank ab oder der Kredit wird zur dauerhaften Belastung.

Unterlagen sammeln und den Antrag vorbereiten

Prüfen Sie vor dem Antrag Ihre eigene Datenlage. Fordern Sie bei der SCHUFA eine Selbstauskunft an, um zu sehen, welche Einträge über Sie gespeichert sind. Die erste Selbstauskunft im Kalenderjahr ist kostenlos, weitere Kopien sind gebührenpflichtig. Korrigieren Sie falsche Einträge, bevor Sie den Antrag stellen. Die Bank holt sich selbst eine Auskunft ein und bewertet Ihre Zahlungshistorie.

Für den Antrag selbst benötigen Sie in der Regel folgende Unterlagen:

Unterlage Wofür sie gebraucht wird
Arbeitsvertrag oder Bestätigung des Arbeitgebers Belegt, dass die Probezeit beendet ist und das Arbeitsverhältnis fortbesteht
Die letzten drei Gehaltsabrechnungen Belegen Höhe und Regelmäßigkeit des Einkommens
Kontoauszüge der letzten drei Monate Zeigen Ausgaben und freie Liquidität
Personalausweis oder Reisepass Dient der Identitätsprüfung
Angaben zu bestehenden Krediten Ermöglicht der Bank die Berechnung Ihrer Gesamtbelastung

Vergleichen Sie vor der Antragstellung mehrere Angebote: Direktbanken, Hausbanken und Kreditvermittler unterscheiden sich bei Zinssatz, Laufzeit und Flexibilität. Achten Sie auf den effektiven Jahreszins, denn er enthält alle Kosten. Prüfen Sie außerdem, ob Sondertilgungen möglich sind und was eine vorzeitige Rückzahlung kostet. Stellen Sie aber nicht mehrere Anträge parallel. Jede Kreditanfrage hinterlässt bei der SCHUFA einen Eintrag, den andere Banken sehen können. Mehrere Anfragen in kurzer Zeit wirken auf Banken wie eine finanzielle Notlage. Reichen Sie stattdessen einen vollständigen Antrag ein, nachdem Sie die Unterlagen gesammelt und die Angebote verglichen haben.

Planen Sie den Antrag für einen Zeitpunkt, an dem Ihre finanzielle Lage stabil ist, ohne kurzfristige Kontoüberziehungen, ohne offene Rechnungen und mit regelmäßig eingehendem Gehalt. Füllen Sie den Antrag vollständig aus und verschweigen Sie keine bestehenden Kredite. Die Bank gleicht Ihre Angaben mit der SCHUFA-Auskunft ab. Eine falsche Angabe führt im Zweifel zur Ablehnung oder später zur Kündigung des Vertrags.

Wenn die Bank den Kredit ablehnt

Eine Ablehnung hat meist einen konkreten Grund. Häufig sind das eine schlechte Bonität, eine zu geringe freie Liquidität, fehlendes Eigenkapital, ein aus Bankensicht risikoreiches Beschäftigungsverhältnis oder ein hohes Alter der Antragstellerin oder des Antragstellers. Fragen Sie die Bank direkt nach dem Ablehnungsgrund. Dazu ist sie auf Verlangen verpflichtet. Nur mit der genauen Ursache können Sie gezielt gegensteuern.

Je nach Grund helfen unterschiedliche Schritte. Zahlen Sie bestehende Rechnungen pünktlich, bauen Sie kleine Kredite oder den Dispositionskredit ab, und warten Sie einige Monate, bis sich Ihre finanzielle Lage in den Daten der SCHUFA niedergeschlagen hat. Bei einem befristeten Vertrag kann eine Bestätigung des Arbeitgebers über die Aussicht auf Verlängerung helfen. Wenn das Einkommen zu knapp ist, bleibt nur, den Kredit anzupassen, also die Rate zu senken, die Laufzeit zu verlängern oder die Kreditsumme zu reduzieren.

Alternativen zum klassischen Bankkredit sind Unterstützung durch Familie oder Freunde, Peer-to-Peer-Kredite über Online-Plattformen oder Mikrokredite. Bei privaten Darlehen sollten Sie einen schriftlichen Vertrag mit Zinssatz und Rückzahlungsplan aufsetzen, damit später keine Unklarheiten entstehen. Vorsicht ist bei Auslandskrediten geboten. Sie sind oft teuer, und im Streitfall ist die Durchsetzung von Rechten schwierig. Lassen Sie sich nach einer Ablehnung auch nicht auf Angebote mit sehr hohen Zinsen ein, die per Post, Telefon oder im Internet beworben werden. Solche Kleinkredite verschärfen die finanzielle Lage eher, als dass sie sie lösen.

Wenn Sie bereits mit Pfändungen, Mahnungen oder einem negativen SCHUFA-Eintrag zu kämpfen haben, ist ein neuer Kredit meist nicht der richtige Weg. Dann hilft eine Schuldnerberatung. Sie arbeitet in der Regel kostenlos oder gegen einen geringen Beitrag und erstellt gemeinsam mit Ihnen einen Plan zur Entschuldung. Ist Ihr Konto bereits gepfändet, schützt eine P-Konto-Bescheinigung Ihr Existenzminimum vor dem Zugriff der Gläubiger. Ausstellen können sie Jobcenter, Familienkasse, Sozialamt, Schuldnerberatung, der Arbeitgeber oder Anwälte und Steuerberater, teils kostenlos, teils gegen Gebühr. Wenn die Bescheinigung nicht rechtzeitig oder kostenfrei zu bekommen ist, können Sie beim zuständigen Amtsgericht eine Ersatzbescheinigung beantragen.

FAQ

Wird ein Kredit nach der Probezeit automatisch genehmigt?

Nein. Das Ende der Probezeit verbessert Ihre Ausgangslage, weil die Bank die Beschäftigung als stabiler bewertet. Entscheidend bleiben aber Ihre Bonität, Ihr Einkommen und die freie Liquidität, also der Betrag, der nach allen Ausgaben für die Rate übrig bleibt.

Kann ich auch während der Probezeit einen Kredit beantragen?

Einige Banken vergeben auch während der Probezeit Kredite, prüfen solche Anträge aber oft strenger oder lehnen ab. Nach der Probezeit steigen die Aussichten, weil das Arbeitsverhältnis nicht mehr kurzfristig beendet werden kann. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie die Bank vor dem Antrag, wie sie mit Anträgen in der Probezeit umgeht.

Was kostet die SCHUFA-Selbstauskunft?

Die erste Selbstauskunft im Kalenderjahr ist kostenlos, weitere Auskünfte sind gebührenpflichtig; die Auskunft zeigt, welche Verträge und Anfragen zu Ihrer Person gespeichert sind, und hilft Ihnen, falsche Einträge vor der Kreditanfrage zu erkennen und korrigieren zu lassen.

Welche Unterlagen verlangt die Bank nach der Probezeit?

In der Regel Arbeitsvertrag oder eine Bestätigung des Arbeitgebers, die letzten drei Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge der letzten Monate, den Personalausweis und Angaben zu bestehenden Krediten. Die SCHUFA-Auskunft holt die Bank selbst ein. Ihre eigene Selbstauskunft vor dem Antrag dient Ihrer Kontrolle.

Was mache ich, wenn die Bank meinen Kredit ablehnt?

Fragen Sie zuerst nach dem Ablehnungsgrund. Prüfen Sie dann Ihre SCHUFA-Daten auf Fehler, bauen Sie bestehende Schulden ab und stellen Sie den nächsten Antrag erst, wenn sich Ihre finanzielle Lage verbessert hat. Bei bestehenden Zahlungsschwierigkeiten ist eine Schuldnerberatung der richtige Ansprechpartner.

Kernaussagen

  • Bonität und freie Liquidität entscheiden: Das Ende der Probezeit verbessert die Chancen, die Bank prüft aber weiterhin Einkommen, Ausgaben und bestehende Verpflichtungen.
  • Unterlagen vorab sammeln: Arbeitsvertrag, Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge und Personalausweis machen den Antrag vollständig und vermeiden Rückfragen.
  • Nur einen Antrag stellen: Vergleichen Sie Angebote, reichen Sie dann aber einen einzigen vollständigen Antrag ein, damit nicht mehrere Anfragen in Ihrer SCHUFA-Akte auftauchen.
  • Bei Ablehnung den Grund erfragen: Nur wer die Ursache kennt, kann gezielt gegensteuern, etwa durch Schuldenabbau, pünktliche Zahlungen oder eine längere Wartezeit.
  • Bei Überschuldung Beratung suchen: Eine Schuldnerberatung und eine P-Konto-Bescheinigung schützen Ihr Existenzminimum besser als ein neuer Kredit.

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