Für einen Kreditantrag brauchen Banken in Deutschland meist Unterlagen zu drei Fragen: Wer beantragt den Kredit? Wie hoch und wie sicher ist das Einkommen? Welche finanziellen Verpflichtungen bestehen bereits? Meist nötig sind deshalb ein Identitätsnachweis, Einkommensbelege, Kontoauszüge und Angaben zu laufenden Ausgaben.
Welche Unterlagen nötig sind, hängt von der Bank, der Kreditart und der persönlichen Situation ab. Für einen Ratenkredit ohne Zweckbindung sind meist weniger Nachweise nötig als für eine Baufinanzierung. Selbstständige, Rentner, Personen mit befristetem Arbeitsvertrag oder Antragsteller mit bestehenden Krediten müssen außerdem häufig zusätzliche Dokumente einreichen.
Mit diesen Unterlagen prüft die Bank die Kreditwürdigkeit. Damit ist gemeint, wie wahrscheinlich eine vertragsgemäße Rückzahlung des Kredits ist. Entscheidend ist nicht nur das monatliche Einkommen. Wichtig ist auch, wie viel nach Miete, Lebenshaltungskosten und anderen Raten für die neue Kreditrate übrig bleibt.
Die wichtigsten Unterlagen für einen normalen Ratenkredit
Bei einem klassischen Verbraucherkredit sind folgende Nachweise häufig nötig. Die Bank kann einzelne Dokumente nicht verlangen oder weitere Unterlagen anfordern.
| Unterlage | Wofür die Bank sie braucht |
|---|---|
| Personalausweis oder Reisepass | Zur Identitätsprüfung und Legitimation |
| Gehaltsabrechnungen | Zur Prüfung der Höhe und Regelmäßigkeit des Einkommens |
| Arbeitsvertrag oder Arbeitgebernachweis | Zur Einschätzung des Beschäftigungsverhältnisses |
| Kontoauszüge oder Banking-Nachweise | Zur Kontrolle von Zahlungseingängen, Ausgaben und bestehenden Raten |
| Angaben zu Krediten und Fixkosten | Zur Berechnung des frei verfügbaren monatlichen Betrags |
| Einwilligung zur Bonitätsprüfung | Zur Abfrage von Informationen über bisherige Zahlungsverpflichtungen |
| Unterlagen zum Verwendungszweck | Bei zweckgebundenen Krediten, etwa für ein Fahrzeug oder eine Modernisierung |
Identitätsnachweis
Die Bank verlangt in der Regel einen gültigen Personalausweis oder Reisepass. Damit vergleicht sie die Angaben im Antrag und erfüllt die gesetzliche Pflicht zur Identifizierung des Kunden. Je nach Bank weisen Sie Ihre Identität in einer Filiale, per Videoverfahren oder mit einem anderen zugelassenen Verfahren nach.
Achten Sie darauf, dass das Dokument gültig ist. Reichen Sie Vorder- und Rückseite vollständig ein, wenn die Bank das verlangt. Bei unleserlichen Kopien oder abgeschnittenen Rändern fragt die Bank häufig nach.
Gehaltsabrechnungen und weitere Einkommensnachweise
Angestellte reichen typischerweise die aktuellen Gehaltsabrechnungen ein. Häufig verlangt die Bank mindestens die letzten drei Abrechnungen. Eine aktuelle Lohnsteuerbescheinigung kann zusätzlich erforderlich sein, wie die Übersicht zu Kreditunterlagen erläutert.
Die Abrechnungen zeigen nicht nur das Nettoeinkommen. Sie enthalten auch Angaben zum Arbeitgeber, zum Beschäftigungsbeginn, zu Abzügen und zu möglichen pfändbaren oder variablen Bestandteilen. So sieht die Bank, ob das Einkommen regelmäßig eingeht und ob die Angaben im Kreditantrag stimmen können.
Ein Arbeitsvertrag kann zusätzlich zeigen, dass das Arbeitsverhältnis unbefristet ist und die Probezeit beendet wurde. Bei einem befristeten Vertrag oder häufigen Arbeitgeberwechseln verlangt die Bank möglicherweise weitere Nachweise zur Beschäftigungsdauer und zum erwarteten Einkommen.
Kontoauszüge und Banking-Nachweise
Kontoauszüge zeigen der Bank, welche Zahlungen tatsächlich eingehen und welche Ausgaben anfallen. So sieht sie, ob das angegebene Gehalt eingeht, wie hoch Miete oder Wohnkosten sind, ob bereits Kreditraten abgebucht werden und welche regelmäßigen Belastungen bestehen. Manche Anbieter akzeptieren auch digitale Kontoauszüge oder Banking-Screenshots. Sie müssen vollständig und nachvollziehbar sein.
Die Auszüge müssen den geforderten Zeitraum abdecken. Kontoinhaber, Kontonummer und Buchungen müssen erkennbar bleiben. Überdecken Sie nicht eigenständig relevante Angaben, ohne vorher zu klären, welche Schwärzungen die Bank akzeptiert. Die Bank muss Datenschutz und Kreditprüfung miteinander vereinbaren.
Angaben zu laufenden Kosten und bestehenden Verpflichtungen
Im Antrag fragt die Bank meist nach Miete oder Wohnkosten, Unterhalt, Leasingraten, Versicherungsbeiträgen und anderen regelmäßigen Ausgaben. Bestehende Kredite müssen mit Restschuld, Monatsrate und Laufzeit angegeben werden. Diese Angaben zeigen, wie viel Geld für eine zusätzliche Rate übrig bleibt.
Ein einfaches Rechenbeispiel verdeutlicht die Prüfung:
Nettoeinkommen
- Wohnkosten
- Lebenshaltungskosten
- bestehende Kredit- und Leasingraten
- Unterhalt und sonstige Fixkosten
= Betrag für die neue Kreditrate und finanzielle Rücklagen
Nicht jede Bank berechnet diesen Betrag genau gleich. Der eigene Haushaltsplan sollte deshalb zusätzlich zu den Bankangaben einen Puffer für unregelmäßige Ausgaben enthalten.
Bonitätsprüfung und SCHUFA
Für die Bonitätsprüfung holt eine Bank häufig eine Auskunft bei der SCHUFA oder einem anderen Auskunftei-Anbieter ein. Die SCHUFA sammelt Informationen über bestimmte Vertrags- und Zahlungsverhältnisse und erstellt daraus eine Einschätzung des bisherigen Zahlungsverhaltens.
Dafür müssen Sie in der Regel der Auskunft zustimmen. Eine einzelne negative Information führt nicht automatisch zu einer Ablehnung. Sie kann aber die Kreditentscheidung, die Kredithöhe, die verlangten Sicherheiten oder die Konditionen beeinflussen. Bei einer Baufinanzierung nennt Dr. Klein unter anderem zusätzliches Eigenkapital, weitere Sicherheiten oder eine geringere Finanzierungssumme als mögliche Folgen einer belasteten Bonität.
Zusätzliche Unterlagen je nach Einkommenssituation
Die Bank bewertet Einkommen unterschiedlich, je nachdem, woher es stammt. Regelmäßige Gehaltszahlungen lassen sich anders beurteilen als schwankende Gewinne aus einer selbstständigen Tätigkeit oder eine gesetzliche Rente.
Selbstständige und Freiberufler
Selbstständige und Freiberufler müssen meist zeigen, wie sich ihre Finanzen über mehrere Jahre entwickelt haben. Typische Nachweise sind:
- Einkommensteuerbescheide
- betriebswirtschaftliche Auswertungen
- Gewinn- und Verlustrechnungen
- Einnahmen-Überschuss-Rechnungen
- aktuelle Kontoauszüge vom privaten und gegebenenfalls geschäftlichen Konto
Die Bank prüft damit, wie stabil der Gewinn ist und ob das verfügbare Geld auch bei schwankenden Einnahmen für die Rate reicht. Eine einzelne hohe Einnahme zeigt daher nicht automatisch, dass das Einkommen dauerhaft für die Rate ausreicht.
Rentner
Rentner reichen typischerweise einen aktuellen Rentenbescheid ein. Er zeigt die Höhe der laufenden Rente. So kann die Bank das regelmäßige Einkommen einschätzen. Bei zusätzlicher Betriebsrente, Pension, Kapitalerträgen oder Mieteinnahmen können weitere Bescheide und Kontoauszüge erforderlich sein.
Elternzeit, befristete Beschäftigung und variable Vergütung
Bei Elternzeit, befristeten Arbeitsverträgen, Teilzeit oder vielen Provisionen und Boni verlangt die Bank häufig weitere Informationen. Dazu gehören etwa der Arbeitsvertrag, Nachweise über variable Gehaltsbestandteile oder eine Erklärung zur voraussichtlichen Einkommensentwicklung.
Erstellen Sie in solchen Fällen eine kurze, sachliche Übersicht. Sie sollte den aktuellen Beschäftigungsstatus, das Ende der Befristung, die geplante Rückkehr in den Beruf und regelmäßige zusätzliche Einkünfte nennen. Belegen Sie jede Angabe mit dem passenden Dokument.
Unterlagen für zweckgebundene Kredite
Bei einem zweckgebundenen Kredit prüft die Bank zusätzlich, wofür das Geld verwendet wird. Für einen Autokredit kann sie beispielsweise ein Angebot, einen Kaufvertrag oder einen Kostenvoranschlag verlangen. Bei einer Modernisierung dienen Handwerkerangebote oder Rechnungen als Nachweis der geplanten Kosten.
Der Verwendungszweck kann die Kreditbedingungen beeinflussen. Das finanzierte Objekt kann unter Umständen als Sicherheit dienen. Reichen Sie deshalb das vollständige Angebot mit Kaufpreis, Anbieter, Datum und genauer Beschreibung ein. Wenn die Angaben im Angebot nicht mit dem Kreditantrag übereinstimmen, fragt die Bank unnötig nach.
Baufinanzierung: deutlich mehr Nachweise
Bei einer Baufinanzierung prüft die Bank nicht nur Einkommen und Ausgaben, sondern auch die Immobilie und das eingesetzte Eigenkapital. Deshalb sind bei einer Baufinanzierung mehr Unterlagen nötig als bei einem gewöhnlichen Ratenkredit.
Typische Dokumente sind:
- Nachweise über vorhandenes Eigenkapital
- Kaufvertrag oder Kaufvertragsentwurf
- Grundbuchauszug
- Flurkarte oder Lageplan
- Grundrisse und Wohnflächenberechnung
- Baubeschreibung und Baukostenaufstellung
- Nachweise zu bestehenden Grundschulden
- bei vermieteten Objekten Mietverträge und Mietaufstellungen
- bei Neubauten gegebenenfalls Baugenehmigung und weitere Bauunterlagen
Die Unterlagenübersicht für Baufinanzierungen zeigt, dass die Bank den Wert und die rechtlichen Verhältnisse der Immobilie prüfen muss. Der Immobilienwert ist zusammen mit Einkommen, Eigenkapital und bestehenden Schulden die Grundlage für die Finanzierungsentscheidung.
Prüfen Sie vor der Anfrage, ob die Objektunterlagen vollständig und aktuell sind. Bitten Sie Verkäufer, Makler oder Bauträger frühzeitig um fehlende Dokumente, da diese Unterlagen oft nicht sofort verfügbar sind.
Umschuldung und Ablösung bestehender Kredite
Wer mehrere Kredite zusammenfassen oder einen bestehenden Kredit ablösen möchte, braucht häufig zusätzliche Unterlagen zum bisherigen Vertrag. Dazu gehören insbesondere:
- Kreditvertrag
- aktueller Tilgungs- oder Kontostandsauszug
- Restsaldobestätigung
- Angaben zur monatlichen Rate und zur Restlaufzeit
- gegebenenfalls eine Ablösevollmacht
Die Bank braucht diese Dokumente, um den Ablösebetrag richtig zu berechnen und den bestehenden Kredit abzulösen. Prüfen Sie, ob der angeforderte Restsaldo noch aktuell ist. Ändert sich der Betrag zwischen Antrag und Auszahlung, muss die neue Finanzierung angepasst werden.
So bereiten Sie die Unterlagen richtig vor
Vollständige und gut lesbare Dokumente beschleunigen die Prüfung. Bei fehlenden Seiten, widersprüchlichen Angaben oder veralteten Nachweisen fragt die Bank dagegen nach. Eine praktische Vorbereitung besteht aus fünf Schritten:
- Antragsdaten abgleichen: Prüfen Sie, ob Arbeitgeber, Einkommen, Wohnkosten, Kontoverbindungen und bestehende Raten mit den Dokumenten übereinstimmen.
- Aktualität prüfen: Erkundigen Sie sich bei der Bank, wie aktuell Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge und Bescheide sein müssen. Die Vorgaben unterscheiden sich je nach Kreditgeber.
- Dateien vollständig speichern: Kontrollieren Sie bei digitalen Dokumenten, ob alle Seiten enthalten und lesbar sind.
- Unterlagen sinnvoll benennen: Benennen Sie die Dateien eindeutig, etwa „Gehaltsabrechnung_Monat_Jahr“ oder „Restsaldo_Kreditgeber“.
- Zusatzfälle offen erklären: Weisen Sie auf Elternzeit, Befristung, schwankende Einnahmen oder bestehende Kredite hin, statt Angaben wegzulassen.
Reichen Sie alle Informationen ein, statt auf einzelne Nachfragen der Bank zu warten. Eine vollständige Mappe mit einem kurzen Inhaltsverzeichnis macht Unstimmigkeiten leichter erkennbar und verkürzt den Austausch.
Welche Unterlagen die Bank nicht pauschal verlangen darf
Es gibt keine Pflichtliste, die für jede Bank und jeden Kredit gilt. Welche Unterlagen die Bank verlangt, hängt vom Kreditprodukt und vom Prüfbedarf ab. Versicherungen gehören deshalb nicht automatisch zu den Unterlagen, die für jeden Kredit erforderlich sind.
Bei einer Baufinanzierung oder einem hohen Kreditbetrag sind zusätzliche Sicherheiten und Nachweise nachvollziehbar. Bei einem kleinen Ratenkredit reichen dagegen häufig deutlich weniger Unterlagen. Fragen Sie bei ungewöhnlichen Anforderungen, wofür die Unterlage gebraucht wird und ob die Bank einen anderen Nachweis akzeptiert.
Kernaussagen
- Identität und Einkommen belegen: Halten Sie Personalausweis, aktuelle Gehaltsabrechnungen und bei Bedarf Arbeitsvertrag oder Steuerbescheid bereit.
- Finanzielle Belastung vollständig angeben: Miete, Unterhalt, Leasing und bestehende Kreditraten bestimmen, wie tragfähig die neue Monatsrate ist.
- Kontoauszüge sorgfältig prüfen: Reichen Sie vollständige, lesbare Nachweise ein, aus denen Gehaltseingänge und regelmäßige Ausgaben hervorgehen.
- Sonderfälle früh dokumentieren: Bei Selbstständigkeit, Rente, Elternzeit, Befristung und variablen Einnahmen benötigen Sie häufig zusätzliche Unterlagen.
- Zweck und Kreditart berücksichtigen: Für Fahrzeug-, Modernisierungs- oder Baufinanzierungen kommen Angebote, Eigenkapitalnachweise und Objektunterlagen hinzu.
FAQ
Welche Unterlagen brauche ich als Angestellter für einen Kredit?
Typisch sind ein gültiger Personalausweis oder Reisepass, mehrere aktuelle Gehaltsabrechnungen, gegebenenfalls eine Lohnsteuerbescheinigung und Kontoauszüge. Je nach Beschäftigungssituation kann die Bank außerdem den Arbeitsvertrag oder einen Arbeitgebernachweis verlangen.
Wie viele Gehaltsabrechnungen verlangt die Bank?
Bei Angestellten werden häufig mindestens die letzten drei Gehaltsabrechnungen verlangt. Die konkrete Anzahl hängt von der Bank, dem Kreditbetrag und der Beschäftigungssituation ab.
Warum möchte die Bank meine Kontoauszüge sehen?
Kontoauszüge zeigen, ob das angegebene Einkommen tatsächlich eingeht und welche regelmäßigen Ausgaben anfallen. So sieht die Bank unter anderem Miete, bestehende Kreditraten und andere finanzielle Verpflichtungen.
Welche Unterlagen brauchen Selbstständige?
Selbstständige und Freiberufler reichen häufig Einkommensteuerbescheide, betriebswirtschaftliche Auswertungen sowie eine Gewinn- und Verlustrechnung oder Einnahmen-Überschuss-Rechnung ein. Zusätzlich können aktuelle Kontoauszüge und weitere Nachweise zur Geschäftsentwicklung erforderlich sein.
Was muss ich für einen Kredit in Elternzeit oder mit befristetem Vertrag einreichen?
Neben den üblichen Einkommensnachweisen sind häufig der Arbeitsvertrag und Informationen zur Rückkehr in die Beschäftigung erforderlich. Bei variablem Einkommen helfen außerdem Nachweise über regelmäßige Provisionen oder Boni.
Benötigt die Bank immer einen Nachweis über den Verwendungszweck?
Nein. Bei einem frei verfügbaren Ratenkredit entfällt ein solcher Nachweis häufig. Bei zweckgebundenen Krediten, etwa für ein Fahrzeug oder eine Modernisierung, verlangt die Bank dagegen oft ein Angebot, einen Kaufvertrag oder einen Kostenvoranschlag.
Was passiert, wenn eine Unterlage fehlt?
Die Bank fordert das Dokument meist nach oder wartet mit der Prüfung, bis alle Angaben vollständig sind. Prüfen Sie Antrag und Anlagen vor der Einreichung auf fehlende Seiten und widersprüchliche Daten.
Kann eine belastete SCHUFA einen Kredit ausschließen?
Eine belastete SCHUFA führt nicht automatisch bei jeder Bank und jedem Kredit zur gleichen Entscheidung. Sie kann jedoch die mögliche Kreditsumme, die verlangten Sicherheiten oder die Konditionen beeinflussen und in manchen Fällen zur Ablehnung führen.