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Wenn die Kreditrate zu hoch wird

Sie zahlen einen Ratenkredit ab und merken, dass die monatliche Rate nicht mehr in den Haushalt passt. Das passiert, wenn das Einkommen sinkt, die Miete steigt oder unerwartete Ausgaben dazukommen. Die Kreditrate ist der feste Betrag, den Sie jeden Monat an die Bank zahlen, bis der Kredit abbezahlt ist.

Warten Sie nicht, bis die Bank sich meldet. Die Verbraucherzentrale rät, sich so schnell wie möglich an den Kreditgeber zu wenden und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Kündigt die Bank den Kredit, ist die gesamte restliche Darlehenssumme sofort fällig. Aus einer zu hohen Rate wird dann eine Forderung, die Sie auf einen Schlag nicht bezahlen können.

Banken haben mehrere Wege, die Belastung zu senken. Sie können Raten stunden, eine Ratenpause einlegen, die Laufzeit verlängern oder den Kredit umschulden. Welcher Weg für Sie passt, hängt davon ab, ob Ihre Notlage vorübergehend oder dauerhaft ist. Handeln Sie früh und kennen Sie Ihre Rechte.

Früh mit der Bank sprechen, bevor es zu spät ist

Der erste Schritt ist immer: Sprechen Sie mit Ihrer Bank. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, den Kreditgeber so früh wie möglich zu kontaktieren, sobald Sie absehen, dass Sie die Rate nicht mehr zahlen können. Das gilt auch dann, wenn Sie noch nicht im Rückstand sind. Eine Bank hilft eher mit, wenn Sie von sich aus kommen, als wenn bereits Zahlungen ausbleiben.

Was passiert, wenn Sie nicht reagieren? Bleiben Raten aus, mahnt die Bank zunächst. Irgendwann kann sie den Kredit kündigen. Dann müssen Sie die restliche Darlehenssumme sofort zurückzahlen. Genau diese Situation sollten Sie vermeiden, denn die fällige Summe ist in der Regel höher als das, was Sie monatlich zahlen können. Außerdem kann die Bank eine gekündigte Forderung an ein Inkasso-Unternehmen oder einen Rechtsanwalt übergeben. Dann entstehen zusätzliche Kosten.

Bereiten Sie für das Gespräch eine Übersicht Ihrer Einnahmen und Ausgaben vor. Die Bank will wissen, wie viel Sie monatlich zur Verfügung haben und warum die Rate nicht mehr passt. Dazu gehören in der Regel Einkommensnachweise, die Höhe der Miete und eine Liste der laufenden Verpflichtungen. Lassen Sie sich schriftlich geben, was die Bank Ihnen anbietet, und prüfen Sie, ob eine Restschuldversicherung besteht. Je nach Vereinbarung übernimmt eine solche Versicherung die Kreditraten, wenn Sie arbeitslos oder krank werden. Die genauen Voraussetzungen stehen in Ihrem Versicherungsvertrag.

Die vier Wege, die monatliche Belastung zu senken

Wenn die Bank bereit ist mitzuhelfen, haben Sie in der Regel vier Optionen. Die Verbraucherzentrale nennt sie als mögliche Schritte: Raten stunden, Raten absenken, eine Ratenpause einlegen, den Kredit umschulden oder die Laufzeit verlängern.

Stundung bedeutet, dass die Bank eine oder mehrere Raten nach hinten verschiebt. Sie zahlen in diesem Monat nichts. Die ausstehende Rate wandert ans Ende der Laufzeit. Die Zinsen laufen in dieser Zeit weiter, die Gesamtkosten steigen also leicht. Eine Stundung hilft, wenn die Notlage vorübergehend ist, etwa weil eine Rechnung unerwartet hoch ausgefallen ist.

Ratenpause funktioniert ähnlich, ist aber meist für einen längeren Zeitraum gedacht. Die Zahlungen werden für einige Monate ausgesetzt und die Laufzeit verlängert sich entsprechend. Die Zinsen laufen auch während der Pause weiter, der Kredit wird insgesamt teurer.

Laufzeitverlängerung senkt die monatliche Rate, weil Sie den Kredit über einen längeren Zeitraum abbezahlen. Die Rate wird kleiner, dafür zahlen Sie insgesamt mehr Zinsen. Diese Option passt, wenn das Einkommen dauerhaft gesunken ist und die alte Rate nicht mehr tragbar ist.

Bei einer Umschuldung nehmen Sie einen neuen Kredit auf, um den alten abzulösen. Das lohnt sich vor allem, wenn Sie bei einer anderen Bank einen günstigeren Zinssatz bekommen. Vergleichen Sie vorher die Gesamtkosten beider Kredite, nicht nur den Zinssatz. Eine Umschuldung kostet Aufwand, weil Sie Angebote einholen und die Kündigungsfrist des alten Kredits beachten müssen.

Option Was passiert Worauf Sie achten sollten
Stundung Eine oder mehrere Raten werden verschoben Zinsen laufen weiter, Gesamtkosten steigen leicht
Ratenpause Zahlungen werden für einige Monate ausgesetzt Laufzeit verlängert sich, Kredit wird teurer
Laufzeitverlängerung Monatsrate sinkt, Laufzeit wächst Mehr Zinsen insgesamt
Umschuldung Neuer Kredit löst den alten ab Gesamtkosten vergleichen, Kündigungsfrist beachten

Welche Option die richtige ist, hängt davon ab, ob Ihre Notlage vorübergehend oder dauerhaft ist. Bei einer vorübergehenden Notlage reicht oft eine Stundung. Bei einer dauerhaften Einkommensminderung ist die Laufzeitverlängerung die ehrlichere Lösung. Eine Umschuldung sollten Sie nur prüfen, wenn Sie tatsächlich ein günstigeres Angebot finden.

Nehmen Sie keinen neuen Kredit auf, um die alte Rate zu bezahlen. Die Verbraucherzentrale Brandenburg warnt davor, dass Kredite für kurzfristige Konsumwünsche ein schneller Einstieg in die Verschuldung sind. Wer die Rate nicht mehr zahlen kann, sollte die Belastung senken und nicht durch einen weiteren Kredit erhöhen.

Wenn schon Inkasso und Schufa im Spiel sind

Wenn Sie bereits Zahlungen verpasst haben, kann die Forderung an ein Inkasso-Unternehmen übergehen. Inkasso-Unternehmen bieten oft an, die Schuld in Raten zu zahlen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass bei einer solchen Ratenzahlung meistens Zusatzkosten anfallen. Diese Zusatzkosten müssen Sie nur bezahlen, wenn Sie einverstanden sind, und das Gesetz legt fest, wie hoch sie sein dürfen. Ein Beispiel aus dem Ratgeber der Verbraucherzentrale: Bei 500 Euro Schulden und fünf monatlichen Raten zu je 100 Euro darf die Inkasso-Firma insgesamt 41,16 Euro Zusatzkosten berechnen.

Der Rat der Verbraucherzentrale dazu lautet: „Zahlen Sie nicht mehr Geld, als Sie müssen." Prüfen Sie jede Forderung, bevor Sie zahlen, und lassen Sie sich die Zusammensetzung der Kosten schriftlich geben.

Unbezahlte Kredite, Ratenkäufe und Rechnungen landen außerdem bei Auskunfteien wie der Schufa. Die Schufa ist ein privates Unternehmen, das seine Informationen hauptsächlich von Vertragspartnern aus der Wirtschaft bekommt. Weitere Auskunfteien sind unter anderem Creditreform Boniversum und CRIFBürgel. Ein negativer Eintrag kann dazu führen, dass Sie später keinen Kredit mehr bekommen oder nur zu schlechteren Konditionen.

Die Schufa darf nicht alles und nicht auf Dauer speichern. Sie haben das Recht, abzufragen, was Auskunfteien über Sie gespeichert haben, und zwar einmal im Jahr kostenlos. Wenn ein Eintrag falsch ist, können Sie die Löschung verlangen. Fordern Sie regelmäßig eine Selbstauskunft an und prüfen Sie die Einträge.

Wann sollten Sie sich professionelle Hilfe holen? Wenn die Einnahmen nicht reichen, um die Lebenshaltungskosten und alle laufenden Verpflichtungen zu decken, ist eine Schuldnerberatung sinnvoll. Die Beratung ist kostenlos oder kostengünstig und hilft Ihnen, einen Überblick zu bekommen und mit den Gläubigern zu verhandeln. Auch die Verbraucherzentrale bietet Beratung zu Krediten und Schulden an. Je früher Sie sich Hilfe holen, desto mehr Handlungsspielraum bleibt Ihnen.

Kernaussagen

  • Kontaktieren Sie Ihre Bank frühzeitig: Sobald absehbar ist, dass die Rate nicht mehr passt, sollten Sie das Gespräch suchen. Eine Kündigung durch die Bank macht die gesamte Restsumme sofort fällig.
  • Prüfen Sie alle vier Optionen: Stundung, Ratenpause, Laufzeitverlängerung und Umschuldung senken die monatliche Belastung, erhöhen aber meist die Gesamtkosten.
  • Zahlen Sie bei Inkasso nicht mehr als nötig: Zusatzkosten für Ratenzahlungen müssen Sie nur bezahlen, wenn Sie einverstanden sind, und die Höhe ist gesetzlich begrenzt.
  • Kontrollieren Sie Ihre Schufa-Einträge: Fordern Sie regelmäßig eine kostenlose Selbstauskunft an und wehren Sie sich gegen falsche Einträge.
  • Suchen Sie früh professionelle Hilfe: Wenn die Einnahmen die Kosten nicht decken, ist die Schuldnerberatung der richtige Weg, bevor sich die Lage verschärft.

FAQ

Was mache ich, wenn ich die Kreditrate diesen Monat nicht zahlen kann?

Melden Sie sich sofort bei Ihrer Bank und erklären Sie die Lage. Fragen Sie nach einer Stundung oder Ratenpause. Warten Sie nicht, bis die Bank mahnt, denn eine Kündigung macht die gesamte Restsumme sofort fällig.

Was kostet eine Stundung oder Ratenpause?

Wie viel es kostet, hängt von Ihrer Bank und Ihrem Vertrag ab. In der Regel laufen die Zinsen während der Stundung weiter, sodass der Kredit insgesamt etwas teurer wird. Fragen Sie Ihre Bank vorher, welche Kosten konkret anfallen.

Kann ich den Kredit umschulden, wenn die Rate zu hoch ist?

Ja, eine Umschuldung ist möglich, wenn Sie ein günstigeres Angebot finden. Vergleichen Sie die Gesamtkosten beider Kredite und beachten Sie die Kündigungsfrist des alten Kredits. Eine Umschuldung lohnt sich vor allem bei deutlich niedrigeren Zinsen.

Was passiert, wenn die Bank den Kredit kündigt?

Die restliche Darlehenssumme wird sofort fällig. Sie müssen den gesamten offenen Betrag auf einmal zahlen. Das ist meist nicht möglich, weshalb die Forderung an ein Inkasso-Unternehmen übergehen kann und weitere Kosten entstehen.

Wann sollte ich zur Schuldnerberatung gehen?

Wenn Ihre Einnahmen nicht reichen, um die Lebenshaltungskosten und alle laufenden Verpflichtungen zu decken. Die Beratung ist kostenlos oder kostengünstig und hilft Ihnen, den Überblick zu behalten und mit Gläubigern zu verhandeln. Je früher Sie gehen, desto besser.

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