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Wenn ein Kredit abgelehnt wird

Sie haben einen Kredit beantragt, und die Bank hat abgelehnt. Nach so einer Absage fragen sich Verbraucher in Deutschland: Warum hat es nicht geklappt, was kann ich gegen falsche Daten tun, und wann lohnt ein neuer Antrag? Eine Ablehnung ist kein Urteil über Ihre finanzielle Zukunft. Wer jetzt ruhig vorgeht, findet meist heraus, woran es lag, kann falsche Daten korrigieren lassen und den nächsten Antrag mit besseren Voraussetzungen stellen.

Der wichtigste Ansatzpunkt sind die Auskunfteien. Das sind private Unternehmen, keine Behörden. Sie sammeln Informationen darüber, wie Sie mit Rechnungen, Raten und Krediten umgehen. Daraus berechnen sie Bonitätsauskünfte, also Einschätzungen Ihrer Kreditwürdigkeit, und verkaufen sie an Banken. Die bekannteste Auskunftei ist die Schufa; daneben gibt es Anbieter wie Creditreform Boniversum und CRIFBürgel. Speichern Auskunfteien Daten bereits bei der Eröffnung eines Girokontos, ohne dass Verbraucher davon erfahren.

Die Bank verbindet diese Auskünfte mit Ihrem Einkommen und Ihren Ausgaben und bewertet, ob Sie den Kredit zurückzahlen können. Lehnt sie ab, haben Sie Rechte: Sie dürfen die Gründe erfahren, Sie dürfen einsehen, welche Daten über Sie gespeichert sind, und Sie können falsche Einträge anfechten. Der Weg zu einem bewilligten Kredit führt über drei Schritte: Ablehnungsgrund klären, Bonität prüfen, neuen Antrag realistisch vorbereiten.

Die typischen Gründe für eine Ablehnung

Eine Bank lehnt ab, wenn nach ihrer Berechnung das Risiko zu groß ist, dass Sie die Raten dauerhaft nicht tragen können. Sie prüft dazu Ihr regelmäßiges Einkommen, feste Ausgaben wie Miete und Versicherungen, bestehende Kreditraten und die Daten, die Auskunfteien über Sie gespeichert haben. Bleibt am Monatsende zu wenig frei verfügbares Einkommen übrig, fällt die Entscheidung negativ aus. Das ist keine persönliche Abwertung, sondern eine kalkulierte Risikoabwägung. Sie soll Sie vor einer Überforderung schützen.

Die häufigsten Ablehnungsgründe lassen sich in vier Gruppen fassen: negative Einträge bei Auskunfteien, ein zu geringes oder unstetes Einkommen, hohe bestehende Raten sowie eine Kreditsumme, die nicht zum Haushaltseinkommen passt.

Die Schufa ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen und keine staatliche Stelle. Ihre Einschätzung hat trotzdem großes Gewicht, weil Banken den berechneten Score, also eine Kennzahl zur Ausfallwahrscheinlichkeit, in die Entscheidung einbeziehen. Jede Bank rechnet jedoch selbst. Der Score ist nur ein Faktor. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Einträgen, Einkommen und laufenden Verpflichtungen.

Ablehnungsgrund Was Sie jetzt prüfen
Negativer Eintrag bei einer Auskunftei Datenkopie anfordern, unberechtigte Einträge anfechten
Monatsrate zu hoch für Ihr Einkommen Kreditsumme senken oder Laufzeit verlängern
Zu viele bestehende Raten bestehende Kredite abzahlen oder umschulden
Einkommen erst kurz belegbar Gehaltsnachweise über mehrere Monate sammeln

Welcher Grund in Ihrem Fall vorgelegen hat, erfahren Sie nur, wenn Sie nachfragen. Verlangen Sie die Begründung schriftlich, damit Sie sie mit Ihren Unterlagen abgleichen können. War ein Score einer Auskunftei an der Entscheidung beteiligt, müssen Bank und Auskunftei Ihnen das auf Nachfrage offenlegen.

Die ersten Schritte nach der Absage

Gehen Sie die Absage in drei Schritten an: Gründe schriftlich erfragen, Daten bei den Auskunfteien prüfen, unberechtigte Einträge anfechten.

Fordern Sie zuerst bei der Bank eine schriftliche Begründung an. Nennen Sie dabei das Datum Ihres Kreditantrags und bitten Sie um die wesentlichen Entscheidungsgründe. Parallel dazu können Sie abfragen, was über Sie gespeichert ist. Eine Datenkopie, also eine Übersicht aller gespeicherten Einträge, erhalten Sie von jeder Auskunftei; neben der Schufa gibt es weitere Auskunfteien wie Creditreform Boniversum und CRIFBürgel, die teilweise unterschiedliche Datenbestände führen. Einmal pro Jahr steht Ihnen die Datenkopie kostenlos zu.

Prüfen Sie jede Zeile der Auskunft gegen Ihre eigenen Unterlagen. Stimmt ein Eintrag nicht, weil eine Forderung unberechtigt ist oder weil er auf einem Missbrauch Ihres Kontos beruht, widersprechen Sie der Auskunftei schriftlich und verlangen Sie den Nachweis der Forderung. Auskunfteien dürfen nicht beliebig viele Daten und auch nicht auf Dauer speichern. Reagieren Sie innerhalb weniger Wochen, solange Sie Belege und Kontoauszüge noch griffbereit haben. Eine feste Frist für den Widerspruch gibt es nicht, aber je später Sie kommen, desto schwerer wird der Nachweis.

Betrugsfälle gehören in die Anzeige, nicht nur in den Widerspruch. Wurde Ihr Konto oder Ihre Karte missbraucht, muss die Bank nicht autorisierte Zahlungen grundsätzlich erstatten, sofern keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Melden Sie den Vorfall sofort der Bank und stellen Sie Strafanzeige. Dadurch belegen Sie, dass der Eintrag nicht auf Ihrem Verhalten beruht.

Stellen Sie anschließend nicht sofort überall neue Anträge. Eine Kreditanfrage bei einer Bank wird bei Auskunfteien erfasst, und mehrere Anfragen in kurzer Zeit wirken auf Banken wie ein Zeichen von Geldnot. Begegnen Sie Anbietern, die unabhängig von Ihrer Bonität eine Zusage versprechen, mit gesunder Skepsis und lesen Sie die Vertragsbedingungen genau. Solche Angebote verlangen häufig hohe Zinsen oder versteckte Gebühren.

So bereiten Sie den nächsten Antrag vor

Stellen Sie einen neuen Antrag erst, wenn der Ablehnungsgrund nachweisbar ausgeräumt ist. Ein negativer Eintrag muss berichtigt sein. Eine zu hohe Monatsrate muss durch Tilgung oder Umschuldung gesunken sein. Ein unstetes Einkommen muss über mehrere Monate belegbar sein. Davor lohnt kein neuer Antrag, weil er nur eine weitere Anfrage bei Auskunfteien hinterlässt.

Bauen Sie den Antrag auf einem ehrlichen Haushaltsplan auf. Listen Sie Einnahmen und feste Ausgaben auf: Miete, Energie, Versicherungen, Mobilität, Lebenshaltung und bestehende Raten. So sehen Sie, welche Monatsrate wirklich Platz hat. Die Verbraucherzentralen raten dazu, die finanziellen Rahmenbedingungen zu prüfen und ein tragfähiges Budget aufzustellen, bevor man sich auf eine Kreditsumme festlegt.

Halten Sie die Unterlagen bereit, die Banken für eine Bonitätsprüfung brauchen: die letzten drei Gehaltsabrechnungen, den Arbeitsvertrag, bei Selbstständigen den letzten Einkommensteuerbescheid, dazu Kontoauszüge der vergangenen Monate. Ein unbefristeter Arbeitsvertrag wirkt in der Regel überzeugender als ein befristetes Arbeitsverhältnis. Ein zweiter Kreditnehmer mit festem Einkommen erhöht die Chancen, vergrößert aber die Belastung beider Personen, wenn die Zahlung scheitert.

Scheiterte der erste Antrag an der Monatsrate, senken Sie die Belastung: Eine kleinere Kreditsumme oder eine längere Laufzeit verringert die Rate, erhöht aber die Gesamtkosten. Vergleichen Sie deshalb mehrere Angebote und prüfen Sie die Verträge genau. Die Verbraucherzentralen empfehlen, Angebote zu vergleichen und den Vertragstext kritisch zu lesen. Fragen Sie die Bank vorher, welche Auskunftei sie einbezieht, damit Sie wissen, welche Daten in die Entscheidung einfließen. Fordern Sie kurz vor dem neuen Antrag noch einmal eine aktuelle Datenkopie an, um sicherzustellen, dass berichtigte Einträge auch tatsächlich verschwunden sind.

Wann Sie sich Hilfe holen sollten

Eine Kreditablehnung ist oft nur ein Symptom. Wenn Sie bestehende Raten, Miete oder Energiekosten nicht mehr zuverlässig zahlen können, ist der nächste Kreditantrag der falsche Weg. Je früher Sie das Gespräch suchen, desto mehr Spielraum bleibt. Die Verbraucherzentralen empfehlen, bei Zahlungsproblemen früh das Gespräch mit dem Darlehensgeber zu suchen, statt zu warten, bis sich Rückstände anhäufen.

Bei einem Immobilienkredit ist das Risiko besonders hoch. Die Bank kann den Vertrag kündigen, wenn mindestens zwei aufeinanderfolgende Raten in Rückstand sind und der Rückstand mindestens 2,5 Prozent der ursprünglichen Darlehenssumme erreicht. Droht dieser Punkt, hilft nur noch eine einvernehmliche Lösung: eine zeitweise reduzierte Rate, eine Stundung oder eine Umschuldung. Ohne Einigung drohen Kündigung, Zwangsversteigerung und der Verlust der Immobilie.

Kostenlose Schuldnerberatung bieten Verbraucherzentralen, Wohlfahrtsverbände und kommunale Beratungsstellen an. Sie hilft bei der Erstellung eines Haushaltsplans, verhandelt mit Gläubigern und klärt, ob eine Privatinsolvenz der richtige Schritt ist. Warten Sie mit diesem Schritt nicht, bis das Konto gepfändet ist oder Gläubiger vollstrecken. Eine Beratung früh zu nutzen hilft, die Übersicht zu behalten und zu verhindern, dass sich die Schulden durch Zinsen und Gebühren weiter vergrößern.

Kernaussagen

  • Ablehnungsgrund schriftlich sichern: Fragen Sie die Bank sofort nach der Absage nach den Gründen und lassen Sie sich die Entscheidung erläutern, bevor Sie irgendwo neu beantragen.
  • Eigene Daten kontrollieren: Fordern Sie einmal pro Jahr kostenlos die Datenkopie bei Schufa, Creditreform Boniversum und CRIFBürgel an und fechten Sie unberechtigte Einträge schriftlich an.
  • Keine Antragsserie starten: Mehrere Kreditanfragen in kurzer Zeit belasten Ihre Bonität. Warten Sie, bis der Ablehnungsgrund nachweisbar ausgeräumt ist.
  • Realistisch budgetieren: Passen Sie Kreditsumme und Laufzeit an Ihr Haushaltseinkommen an und vergleichen Sie mehrere Angebote, statt die Rate zu knapp zu kalkulieren.
  • Früh beraten lassen: Suchen Sie bei Zahlungsproblemen sofort das Gespräch mit dem Darlehensgeber und nutzen Sie die kostenlose Schuldnerberatung, bevor Kündigung oder Zwangsvollstreckung drohen.

FAQ

Muss mir die Bank sagen, warum mein Kredit abgelehnt wurde?

Ja, auf Nachfrage. Die Bank muss die Entscheidung erläutern und die wesentlichen Gründe nennen; fordern Sie die Begründung schriftlich an. War ein Score einer Auskunftei an der Entscheidung beteiligt, müssen Bank und Auskunftei Ihnen das offenlegen.

Wie finde ich heraus, was die Schufa über mich gespeichert hat?

Fordern Sie eine Datenkopie an; einmal pro Jahr ist das kostenlos. Prüfen Sie jeden Eintrag gegen Ihre Unterlagen und notieren Sie, was Sie nicht nachvollziehen können. Fragen Sie auch bei den anderen großen Auskunfteien an, weil deren Datenbestände unterschiedlich sind.

Wie lange sollte ich nach einer Ablehnung warten, bevor ich einen neuen Antrag stelle?

Eine feste Frist gibt es nicht. Warten Sie, bis der Ablehnungsgrund beseitigt ist: ein falscher Eintrag berichtigt, ein bestehender Kredit abgezahlt oder das Einkommen über mehrere Monate belegt. In der Praxis dauert das meist mehrere Monate, und in dieser Zeit sollten Sie keine weiteren Anträge bei anderen Banken stellen.

Schadet es meiner Bonität, wenn ich es bei mehreren Banken versuche?

Mehrere Kreditanfragen in kurzer Zeit hinterlassen Spuren bei den Auskunfteien und können wie ein Zeichen finanzieller Not wirken. Fragen Sie die Bank vor der Antragstellung, ob sie eine Auskunftei einbezieht, und klären Sie vorher, ob der Ablehnungsgrund wirklich beseitigt ist.

Was kann ich gegen einen falschen Eintrag bei einer Auskunftei tun?

Widersprechen Sie schriftlich und verlangen Sie den Nachweis der Forderung. Legen Sie Belege bei, die den Eintrag widerlegen; die Auskunftei muss den Eintrag dann überprüfen und berichtigen. Bei nicht autorisierten Zahlungen durch Kontomissbrauch muss die Bank den Betrag grundsätzlich erstatten, sofern keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt.

Wann ist eine Schuldnerberatung der richtige Schritt?

Wenn Sie Raten, Miete oder Energiekosten nicht mehr zuverlässig zahlen können oder Gläubiger vollstrecken, gehört die Schuldnerberatung vor den nächsten Kreditantrag. Verbraucherzentralen und Wohlfahrtsverbände bieten sie kostenlos an; sie hilft beim Haushaltsplan, bei Verhandlungen mit Gläubigern und bei der Frage, ob eine Privatinsolvenz sinnvoll ist.

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