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Wenn ein Kredit nach der Probezeit gefragt ist

Sie haben eine neue Stelle angetreten, stecken noch in der Probezeit oder haben sie gerade abgeschlossen und brauchen nun einen Kredit, etwa für ein Auto, eine neue Küche, den Umzug oder die Ablösung eines teuren Dispokredits. Leiht Ihnen eine Bank Geld, obwohl Ihr Arbeitsverhältnis erst wenige Monate besteht? Die Probezeit sind die ersten Monate einer neuen Stelle, in denen der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis kurzfristig beenden kann.

Ein Kredit ist während der Probezeit möglich, aber deutlich schwerer zu bekommen und oft teurer. Nach dem Ende der Probezeit steigen Ihre Chancen spürbar, weil die Bank Ihr Einkommen dann als stabil einstuft. Ihr Arbeitsverhältnis ist für die Bank der wichtigste Beleg dafür, dass Sie die Raten über die gesamte Laufzeit zurückzahlen können. Die Probezeit ist kein offizielles Kreditmerkmal, aber ein Signal, das jede Bank in ihre Risikoprüfung einbezieht.

Warum die Probezeit für Banken ein Risiko ist

In der Probezeit, die in Deutschland in der Regel sechs Monate dauert, kann der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen kündigen. Das regelt § 622 Absatz 3 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Für die Bank bedeutet das: Ihr Einkommen kann in den ersten Monaten jederzeit wegbrechen, ohne dass der Arbeitgeber eine lange Frist oder einen besonderen Grund braucht. Wer sein Gehalt erst seit drei Monaten bezieht, mag persönlich zuverlässig sein, statistisch ist sein Einkommen aber weniger sicher als das eines Kollegen, der seit drei Jahren im selben Betrieb arbeitet. Banken berücksichtigen genau diesen Unterschied. Viele Kreditanträge enthalten deshalb die direkte Frage, ob Sie sich noch in der Probezeit befinden und ob Ihr Vertrag unbefristet ist.

Es gibt keine gesetzliche Regel, die einen Kredit während der Probezeit verbietet. Jede Bank entscheidet nach eigener Kreditpolitik. Typische Folgen einer laufenden Probezeit sind eine Ablehnung, ein höherer Zinssatz oder die Forderung nach zusätzlichen Sicherheiten. Solche Sicherheiten sind zum Beispiel ein Bürge, also eine Person, die mit eigenem Einkommen und Vermögen für Ihre Schulden einsteht, ein höherer Eigenkapitalanteil bei einer Immobilienfinanzierung oder ein kleinerer Kreditbetrag. Wer in dieser Phase trotzdem einen Antrag stellt, sollte seine Unterlagen vollständig einreichen. Eine lückenlose Prüfung gibt der Bank keinen Grund, vom Standardrisiko auszugehen.

Geben Sie die laufende Probezeit im Antrag an. Die Bank erfasst die Dauer Ihrer Beschäftigung ausdrücklich. Falsche Angaben können zur Kündigung des Kreditvertrags führen und rechtliche Folgen haben. Zudem verdoppelt ein Kredit während der Probezeit Ihr Risiko: Verlieren Sie die Stelle, sitzen Sie ohne Einkommen da und müssen die Rate trotzdem bedienen.

Was sich nach dem Ende der Probezeit ändert

Nach Ablauf der Probezeit, meist nach sechs Monaten, ändert sich Ihre rechtliche Lage und damit auch Ihre Chancen bei der Kreditaufnahme. In Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten greift nach sechs Monaten Betriebszugehörigkeit der gesetzliche Kündigungsschutz: Der Arbeitgeber darf das Arbeitsverhältnis dann nur noch aus betriebsbedingten, personenbedingten oder verhaltensbedingten Gründen beenden, nicht mehr mit einer einfachen Zwei-Wochen-Frist. Diesen Unterschied berücksichtigen Banken bei der Kreditprüfung genau.

Nach der Probezeit behandelt die Bank Ihre Stelle in der Regel als dauerhaft. Sie können im Antrag den Beschäftigungsbeginn angeben, ohne dass der Vermerk einer laufenden Probezeit die Prüfung belastet, und die Wahrscheinlichkeit einer Zusage steigt. Das Ende der Probezeit allein reicht aber nicht immer. Eine befristete Stelle bleibt ein größeres Hindernis als eine abgeschlossene Probezeit, weil die Bank weiß, dass das Einkommen an einem festen Datum endet. Auch wer direkt nach der Probezeit den Arbeitgeber wechselt, startet in der neuen Firma wieder in eine Probezeit, denn die Bank zählt die Dauer beim aktuellen Arbeitgeber, nicht die gesamte Berufserfahrung. Wer einen Wechsel plant und Geld braucht, sollte den Kredit vor dem Wechsel abschließen oder den Antrag verschieben, bis die neue Stelle gefestigt ist.

Außerdem unterscheiden sich die Kreditarten. Bei einem kleineren Ratenkredit entscheidet vor allem Ihre Bonität, also Ihre Kreditwürdigkeit, die sich aus Einkommen, laufenden Ausgaben und gespeicherten Zahlungsdaten ergibt. Bei einer Baufinanzierung prüft die Bank zusätzlich die Immobilie selbst, weil Haus oder Wohnung als Sicherheit für den Kredit dienen. Dafür verlangt sie Unterlagen zum Objekt, zum Kaufvertrag und zum Eigenkapital. Wer in der Probezeit eine Immobilie kaufen will, hat es entsprechend schwer. Nach der Probezeit fällt das Einkommensrisiko weg, die Objektprüfung bleibt.

So bereiten Sie den Kreditantrag vor

Bevor Sie den Antrag stellen, prüfen Sie zuerst Ihre finanzielle Lage, dann sammeln Sie die Unterlagen, dann vergleichen Sie Angebote. Den formellen Antrag stellen Sie erst am Ende, denn jede Kreditanfrage hinterlässt eine Spur bei einer Auskunftei wie der SCHUFA. Auskunfteien sind private Unternehmen, die Daten über Zahlungsverhalten und Kreditanfragen sammeln. Mehrere Anfragen in kurzer Zeit können Ihre Bonität kurzfristig verschlechtern.

Einmal im Jahr haben Sie Anspruch auf eine kostenlose Datenauskunft nach der Datenschutz-Grundverordnung. Nutzen Sie sie, um falsche oder veraltete Einträge zu korrigieren, bevor eine Bank sie sieht. Prüfen Sie außerdem Ihren Dispokredit, laufende Raten und Unterhaltspflichten. Die Bank rechnet jeden festen Betrag als Belastung und vergleicht sie mit Ihrem Nettoeinkommen. Es muss ein spürbarer Puffer übrig bleiben, denn ein Kredit, der nur knapp in den Haushalt passt, wird eher abgelehnt oder teurer angeboten.

Dann die Unterlagenmappe. Diese Nachweise verlangt die Bank üblicherweise:

Unterlage Was die Bank daraus liest
Personalausweis oder Reisepass Ihre Identität
Arbeitsvertrag Befristung, Probezeit und vereinbartes Gehalt
Die letzten drei Gehaltsabrechnungen Höhe und Regelmäßigkeit des Einkommens
Kontoauszüge der letzten drei Monate Geldeingänge, Dispo und laufende Lastschriften
Nachweise über bestehende Kredite und Raten Ihre monatliche Gesamtbelastung
Bei Baufinanzierung: Kaufvertrag, Grundbuchauszug, Eigenkapitalnachweis Die Immobilie als Sicherheit

Je nach Situation kommen weitere Belege hinzu. Selbstständige reichen Steuerbescheide und betriebswirtschaftliche Auswertungen ein, Beschäftigte in Elternzeit die Bescheinigung über das Elterngeld, Kapitalanleger die Nachweise über Mieteinnahmen, Angestellte mit befristetem Vertrag Belege über Verlängerungsoptionen. Wer unsicher ist, fragt die Bank vorab, welche Unterlagen sie konkret erwartet. Je vollständiger und aktueller die Mappe ist, desto schneller fällt die Entscheidung. Für eine Baufinanzierung können Sie eine spezialisierte Vermittlung hinzuziehen. Achten Sie darauf, dass sie tatsächlich mehrere Banken vergleicht.

Beim Vergleich gilt: Nutzen Sie Portale und Berater, die eine Vorabprüfung ohne SCHUFA-Anfrage anbieten. Erst wenn ein Angebot realistisch erscheint, stellen Sie den formellen Antrag. Seriöse Kreditvermittler verlangen ihre Vergütung erst, wenn der Vertrag zustande gekommen ist. Eine Vorabgebühr ist bei Verbraucherdarlehen gesetzlich untersagt. Und prüfen Sie das Kleingedruckte: Der effektive Jahreszins fasst Zins und Kosten in einem Vergleichswert zusammen, ist aber nicht der einzige Kostenpunkt.

Wenn die Bank ablehnt oder Zusatzverträge verkauft

Eine Ablehnung ist nicht das Ende. Sie zeigt Ihnen, wo die Bank aktuell ein Risiko sieht. Daran können Sie arbeiten. Fragen Sie schriftlich nach den Ablehnungsgründen. Viele Banken nennen den Grund offen, andere verweisen auf ihre interne Kreditpolitik. Außerdem muss die Bank Ihnen mitteilen, ob sie eine Auskunftei wie die SCHUFA einbezogen hat. In diesem Fall haben Sie Anspruch auf eine kostenlose Datenauskunft bei der Auskunftei und können falsche Einträge korrigieren lassen.

Häufige Ablehnungsgründe sind schwache Bonität, zu wenig freies Einkommen nach Abzug der Fixkosten und fehlendes Eigenkapital. Dazu kommen ein aus Banksicht riskantes Beschäftigungsverhältnis wie eine laufende Probezeit oder ein befristeter Vertrag sowie ein hohes Alter bei langen Laufzeiten. Wer den genauen Grund kennt, kann gezielt gegensteuern: den Dispo tilgen, kleine Ratenkredite abbezahlen, die Probezeit abwarten. Die Ablehnung selbst wird nicht als solche gespeichert, die Kreditanfrage bleibt bei der Auskunftei aber sichtbar. Wer nach einer Ablehnung sofort zehn neue Anträge stellt, verschlechtert seine Lage. Legen Sie stattdessen eine Wartezeit von einigen Monaten ein, bevor Sie es erneut versuchen.

Prüfen Sie außerdem jedes Angebot auf Zusatzverträge, bevor Sie unterschreiben. Die Restschuldversicherung, die Ihre Raten bei Tod, Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit absichern soll, ist teuer und leistet nur wenig. Seit dem 2. Januar 2025 darf die Bank den Versicherungsvertrag erst eine Woche nach der Unterzeichnung des Kreditvertrags abschließen, damit Sie Zeit für einen Vergleich haben. Bereits abgeschlossene Restschuldversicherungen können Sie in der Regel kündigen. Wenn Sie sich absichern wollen, vergleichen Sie die Kosten mit einer Risikolebensversicherung oder einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Wenn keine Bank ein Angebot macht, bleiben Alternativen: ein privates Darlehen von Familie oder Freunden mit schriftlichem Vertrag, Mikrokredite einiger Banken oder Peer-to-Peer-Darlehen über Online-Plattformen. Prüfen Sie bei solchen Angeboten genau Zinsen, Gebühren und Kündigungsrechte. Auslandskredite bringen zusätzlich Währungs- und Rechtsrisiken mit sich und sind für Verbraucher selten eine gute Lösung.

Unabhängige Hilfe lohnt sich in zwei Situationen. Wer ein konkretes Kreditangebot vorliegen hat, kann es in vielen Bundesländern bei der Verbraucherzentrale gegen eine kleine Gebühr prüfen lassen. Wer bereits jetzt Miete, Energie oder laufende Raten nicht bezahlen kann, sollte keinen weiteren Kredit aufnehmen, sondern eine kostenlose Schuldnerberatung aufsuchen. Die Beratungsstellen gibt es in fast jeder größeren Stadt, getragen von Kommunen, Caritas, Diakonie oder Arbeiterwohlfahrt. Prüfen Sie in diesem Fall auch, ob Ihnen Sozialleistungen wie Wohngeld oder Bürgergeld zustehen, bevor Sie neue Schulden eingehen.

Kernaussagen

  • Warten Sie das Ende der Probezeit ab: Nach sechs Monaten greift der Kündigungsschutz, die Bank stuft Ihr Einkommen als stabil ein, und die Konditionen werden spürbar besser. Wer in der Probezeit beantragt, riskiert eine Ablehnung oder einen höheren Zinssatz.
  • Sammeln Sie alle Unterlagen vor dem Antrag: Arbeitsvertrag, drei Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge und Nachweise bestehender Kredite beschleunigen die Prüfung und stärken Ihre Position gegenüber der Bank.
  • Prüfen Sie Ihre Daten bei der SCHUFA und anderen Auskunfteien einmal im Jahr kostenlos: Korrigieren Sie falsche oder veraltete Einträge, bevor die Bank sie sieht, und halten Sie die Zahl formeller Kreditanfragen gering.
  • Nutzen Sie eine Ablehnung als Bestandsaufnahme: Fragen Sie nach den Gründen, klären Sie die gespeicherten Daten, verbessern Sie Ihre Finanzen und warten Sie einige Monate, bevor Sie neu beantragen.
  • Lehnen Sie teure Zusatzversicherungen kritisch ab: Restschuldversicherungen zahlen selten und sind teuer. Bilden Sie stattdessen eine kleine Rücklage, um eine Einkommenslücke nach einem Jobverlust zu überbrücken.

FAQ

Kann ich während der Probezeit überhaupt einen Kredit bekommen?

Ja, aber es hängt von der jeweiligen Bank ab. Manche Institute verlangen, dass die Probezeit abgelaufen ist, andere bewilligen den Kredit nur mit höherem Zins oder einem Bürgen. Entscheidend sind Ihr Einkommen, Ihre laufenden Ausgaben und der gewünschte Betrag. Fragen Sie vorab bei mehreren Banken, welche Voraussetzungen sie an die Beschäftigungsdauer knüpfen.

Soll ich mit dem Antrag warten, bis die Probezeit vorbei ist?

Wenn es irgendwie möglich ist, ja. Nach der Probezeit gilt Ihr Einkommen als stabil, die Aussicht auf eine Zusage steigt und die Konditionen fallen besser aus. Wer nicht warten kann, sollte den Kreditbetrag klein halten oder prüfen, ob Familie oder Freunde die Zeit bis zum Probezeitende überbrücken können.

Welche Unterlagen brauche ich für einen Ratenkredit?

In der Regel Personalausweis, Arbeitsvertrag, die letzten drei Gehaltsabrechnungen und Kontoauszüge der letzten Monate. Dazu kommen Nachweise über bestehende Kredite und Unterhaltspflichten. Bei einer Baufinanzierung verlangt die Bank zusätzlich Kaufvertrag, Grundbuchauszug und Eigenkapitalnachweise.

Soll ich eine laufende Probezeit im Antrag verschweigen?

Nein. Die Bank fragt die Beschäftigungsdauer ausdrücklich ab, und falsche Angaben können zur Kündigung des Kreditvertrags führen und rechtliche Folgen haben. Ehrlichkeit schützt auch Sie, denn wenn die Bank später erfährt, dass die Angaben nicht stimmten, kann sie darauf reagieren.

Was mache ich, wenn die Bank ablehnt?

Fragen Sie schriftlich nach den Ablehnungsgründen und fragen Sie, ob die Bank eine Auskunftei einbezogen hat. Anschließend prüfen Sie die gespeicherten Daten kostenlos und lassen falsche Einträge korrigieren. Verbessern Sie Ihre finanzielle Lage, warten Sie einige Monate und stellen Sie dann einen neuen Antrag.

Soll ich die Restschuldversicherung annehmen, die die Bank anbietet?

In den meisten Fällen nicht. Sie ist teuer und zahlt häufig nicht, etwa wenn der Verlust des Arbeitsplatzes absehbar war oder eine Vorerkrankung vorlag. Die Verbraucherzentralen raten meist davon ab. Wenn Sie sich absichern wollen, vergleichen Sie die Kosten mit einer Risikolebensversicherung oder einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Kann ein Bürge helfen, wenn ich noch in der Probezeit bin?

Ja, ein Bürge kann eine Ablehnung verhindern, weil die Bank dann auf sein Einkommen und Vermögen zurückgreifen kann. Der Bürge muss selbst kreditwürdig sein und haftet mit seinem gesamten Vermögen, auch wenn Sie die Raten nicht zahlen können. Besprechen Sie vorher offen, wie lange die Haftung dauern soll und ob eine Höchstgrenze vereinbart werden kann.

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