Kredit für Studenten

Kredite als Student: Auf die Konditionen achten

Viele Studierende können sich einen Universitätsbesuch nur leisten, wenn sie zumindest einen Teil der Lebenshaltungskosten mit einem Kredit finanzieren. Drei Varianten kommen dafür infrage: das staatliche BAföG, der öffentlich-rechtliche Studienkredit und eine Studienfinanzierung von Privatbanken. Suchende sollten bei regelmäßigem Finanzierungsbedarf die Möglichkeiten genau in dieser Reihenfolge prüfen, da das BAföG und darauf folgend der KFW-Studienkredit bei einem Konditionsvergleich am besten abschneiden. Nur wenn sie für diese Formen fehlende Voraussetzungen feststellen oder ein überschaubarer beziehungsweise unregelmäßiger Bedarf besteht, sollten sie auf das Angebot einer Privatbank zurückgreifen.

Das BAföG: Darlehen und Zuschuss

Kredit

Hunderttausende Studierende unterstützt der Staat mit dem BAföG. Bei den Zahlungen handelt es sich nicht um einen kompletten Studenten Kredit, sondern um ein Teildarlehen. Fünfzig Prozent des Geldes überweist die zuständige Behörde, das lokale Studentenwerk, als Zuschuss, die andere Hälfte als zinsloses Darlehen. Studierende müssen höchstens zehntausend Euro zurückzahlen, die Zuschussquote kann also noch höher liegen. BAföG bekommt aber nicht jeder. Ein positiver Bescheid heißt zudem nicht, dass Studenten den Höchstbetrag erhalten. Es kommt auf das Einkommen sowie auf das Vermögen des Antragsstellers an, auch die Einkünfte der Eltern werden bei der Berechnung herangezogen.

Überschreiten diese Daten die Freibeträge, reduziert die Behörde den Fördersatz. Wer selbst über ein hohes Einkommen oder ein hohes Vermögen verfügt beziehungsweise einkommensstarke Eltern hat, muss mit einem ablehnenden Bescheid oder einem geringen Satz rechnen. Aber selbst wenn nur ein kleiner Förderbetrag herauskommt, lohnt angesichts der attraktiven Konditionen eine Antragsstellung. Hierfür müssen Studenten aber auch grundsätzliche Anforderungen erfüllen. So lehnen Studentenwerke Anträge ab, wenn Studierende bei Studiumsbeginn bereits 30 Jahre oder älter sind. Für das Masterstudium gilt der 35. Geburtstag als Grenze. BAföG erhalten Studierende nur innerhalb der Regelstudienzeit, in Ausnahmefällen weitere zwölf Monate. Die Bonität prüft das Studentenwerk dagegen nicht, diese Mischung aus Zuschuss und Kredit ist auch trotz Insolvenz privater oder geschäftlicher Natur möglich.

Der KfW-Studienkredit: günstige Konditionen und liberale Regelungen

Aus verschiedenen Gründen bekommen Studenten kein BAföG oder die Förderung reicht nicht aus. Dann sollten sie den Blick auf das Studenten Darlehen der öffentlich-rechtlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau lenken. Dieses Darlehen für Studenten müssen die Kreditnehmer zwar vollständig zurückzahlen, Zinsen fallen zudem an. Mehrere Vorteile sprechen aber für das KfW-Angebot: So vergibt die Kreditanstalt monatliche Darlehen mit einer frei wählbaren Summe zwischen 100 und 650 Euro, ohne die finanziellen Verhältnisse des Antragsstellers und der Eltern zu prüfen. Bonität verlangt das öffentlich-rechtliche Institut ebenfalls nicht. Die Zinssätze liegen auf einem niedrigeren Niveau im Vergleich zu einem gewöhnlichen Annuitäten- oder Tilgungskredit von Privatbanken, es handelt sich um unschlagbar bilige Kredite angesichts mangelnder Sicherheiten durch den Kreditnehmer. Bis zu vierzehn Semester können Studierende mit diesem KfW-Kredit für Studenten finanzieren.

Zusätzlich zeigt sich die Kreditanstalt bei der Rückzahlung liberal. Nach dem Studienabschluss billigt sie eine Karenzzeit von bis zu 23 Monaten zu, in denen Kreditnehmer noch nicht mit der Tilgung beginnen müssen. Damit können sie in Ruhe einen Arbeitsplatz suchen oder eine selbstständige Existenz aufbauen. Die Rückzahlung für diesen Kredit mit wenig Zinsen können Studenten auf bis zu 25 Jahre strecken, das verhindert finanzielle Überforderungen.

Die Angebote privater Geldhäuser

Alternativ steht Immatrikulierten ein Kredit für Studenten zur Verfügung, den einige Privatbanken vergeben. Im Gegensatz zu den ersten beiden Varianten haben Interessierte darauf keinen gesetzlich verbrieften Anspruch. Ob ein Student einen Kredit erhält, hängt von den internen Vergaberichtlinien ab. So können die Jobchancen beim jeweiligen Studiengang darüber entscheiden. In der Regel müssen Studierende bei einem solchen Kredit für einen Student höhere Zinsen als beim KfW-Kredit für Studenten stemmen. Dennoch kann sich ein Privatangebot empfehlen. Zum einen trifft das zu, wenn zum Beispiel die Studienhöchstdauer für eine KfW-Finanzierung überschritten ist. Zum anderen können trotz höhere Zinssätze weniger Kosten anfallen.

Kredite für Studenten werden nämlich häufig als Verfügungskredit bereitstellt. Das Prinzip gleicht einem Dispo-Kredit, der Kunde greift auf einen vereinbarten Kreditrahmen zurück. Beläuft sich dieser beispielsweise auf zehntausend Euro, kann der Kreditnehmer je nach Bedarf bis zur Höchstsumme Geld abheben. Zinsen berechnet die Bank nur in der Höhe, in welcher der Rahmen tatsächlich genutzt wird. So können Studenten bei einem finanziellen Engpass, in der Prüfungszeit oder beim Schreiben einer Arbeit etwa, sich auf sichere Kredite im Hintergrund verlassen. Wenn sie dagegen durch Ferien- oder Nebenjobs ausreichend Geld verdienen, können sie die Kreditsumme unangetastet lassen und sparen sich so Zinskosten. Bei anderen Kreditformen überweist die Bank dagegen die vereinbarte Summe, gleich, ob Studierende diesen Betrag momentan benötigen. Durch die unterschiedlichen Funktionsweisen können sich niedrige Zinssätze bei Festkrediten als teuer und höhere Zinsen bei einem Verfügungskredit als preiswert erweisen.

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